TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Das Gesetz des Ausgleichs – TAI CHI

Sonntag 13. April 2014 von Gottfried

oder: Ko(s)mische Gedanken

Alles in der Natur strebt nach Gleichgewicht. Ein Luftdruckgefälle wird durch Wind ausgeglichen, ein Temperaturunterschied durch Wärmeaustausch.
Wo immer ein überschüssiges (Energie-)Potenzial existiert, treten Nivellierungskräfte in Erscheinung, die auf die Beseitigung des Ungleichgewichts abzielen.

Wir haben uns so sehr an diese Sachlage gewöhnt, dass wir uns gar nicht fragen: Warum muss das eigentlich so sein? Wieso gibt es dieses Gesetz des Gleichgewichts?

Auch wenn manche behaupten mögen, auf diese Frage gäbe es keine Antwort, da in der Regel Gesetze (der Physik, Naturwissenschaft) nichts erklären, sondern nur Tatsachen feststellen, so führen weitere Überlegungen zu interessanten Dingen.

Alle Naturgesetze erscheinen sekundär und lassen sich vom Gesetz des Ausgleichs ableiten – somit scheint das Gesetz des Ausgleichs primär.

Daher ist es unmöglich zu erklären, aus welchem Grunde in der Natur ein Gleichgewicht existieren soll. Anders formuliert: Woher kommen die Nivellierungskräfte, und warum gibt es sie überhaupt?

Die Tatsache, dass wir uns daran gewöhnt haben, ist ja nicht gleichbedeutend, dass es so sein muss. Aber wir können nur mutmaßen, wie die Welt ohne das Gesetz des Ausgleichs aussehen würde. Wäre sie eine formlose Masse oder eine Gluthölle, oder…, oder…?

Aber egal, wie hierüber spekuliert werden mag und unabhängig ob uns dies gefällt oder nicht, ändert sich nichts an der Tatsache, dass das Gesetz des Ausgleichs – aus welchen Gründen auch immer – existiert und uns deshalb nichts anderes übrig bleibt, als dies zu akzeptieren.

Anders als in der westlichen Kultur – wo tunlichst ja geradezu vermieden wird, auch nur annähernd die Sprache auf diese alltägliche und überall anzutreffende, ja sagen wir ruhig: Weltgesetz, zu bringen – finden sich in den Überlieferungen der chinesischen Kultur jahrtausend(!) alte Aufzeichnungen zu diesem Thema, sowie auch das entsprechende Symbol als bildhafte Darstellung dazu: →TAI CHI (treffend übersetzt mit: “Das Allerhöchste”).

taichitu

Das Bildsymbol Tai Chi Tu (”das Symbol des Tai Chi”) zeigt uns genau das Gesetz des Ausgleichs und “beschreibt” darüber hinaus seine Wirkungsweise – den stetigen Wechsel von yin und yang.
Die Chinesen wussten also schon vor Jahrhunderten: Ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte!

Im “alten China” – möglicherweise auch schon weit davor(!) – erkannte man also die Natur des Gesetzes des Ausgleichs, “wusste” das die beiden Ausprägungen von yin und yang untrennbar(!) miteinander verbunden sind, eines das andere bedingte und “alles in allem” sich in einem ständigen Wechsel und Wandel befindet.

Gleichzeitig lässt sich eben wiederum eine Differenzierung der jeweils vorherrschenden “Energie” (besser: Eigenschafts-Oberbegriffe) an einem bestimmten Ort und Zeitpunkt vornehmen und sich somit auch eine “Prognose” der anstehenden weiteren Entwicklung, des nächsten (Natur-)Vorganges, anstellen – sofern die “Analyse” (Ort, Zeit, Zustand) möglichst genau vorgenommen werden könne.

Dies versteht man auch in der Anwendung des Tai Chi (des Tai Chi Gung,  Tai Chi Chuan, als Bewegungskunst), darunter, wenn gemeint ist:
Das Erkennen der Gegensätze und die (geistige[!!!]) Trennung von yin und yang führen (ermöglichen schließlich) zum (bewussten) Ausgleich!

Kommentar:
Die Wörter, welche ich in diesem Satz in runden Klammern angeführt habe, werden so meist nirgends gesagt oder geschrieben – daher bleibt vieles oft im Unklaren (oder eben: “esoterisch”).

Einfach umgemünzt: Wenn ich weiß, dass ein niedriger Luftdruck im Gebiet vorherrscht und ich erkennen kann, dass viele Wolken am Himmel sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass es früher oder später regnen wird – und daher kann ich mich entsprechend anziehen oder den Regenschirm einpacken. Durch meine Erkenntnisse wird sich aber auch das Wetter nicht nach mir richten, dennoch kann ich mich darauf vorbereiten.

Und – um bei diesem Beispiel zu bleiben:
Falls jemand “alle Anzeichen” ignoriert, kann es trotzdem Regnen, auch wenn er oder sie vorher “nicht gefragt” worden sind, weil die Natur eben Gesetzmäßigkeiten folgt, egal ob es jemanden gefällt oder eben nicht.
Die Chinesen meinten dazu auch: “Weise ist, wer der Natur zu folgen vermag – Töricht hingegen, wer [nur] anderen folgt!”

Ich möchte abschließend sagen: Wer glaubt, nicht(!) in der Natur (der Erde, unserem Kosmos, hier und jetzt, in einem Körper) zu leben, der befindet sich (geistig) wahrlich auf einem anderen Planeten und braucht sich nicht zu wundern, wenn… …die Natur (die Realität) eben “anderen” Gesetzen folgt, als er glaubt zu meinen (oder gesagt bekommt).

Aber: Keine Angst – das Gesetz des Ausgleichs “holt” jeden früher oder später zurück. (sprich: je [realitäts-]ferner ich bin – also yang, desto…mehr tritt yin in den Vordergrund)

Eben auch: Je “vergeistigter” jemand zu leben sich müht(!), desto mehr “plagen” ihn oder sie materielle Probleme – erst wer dies “versteht” schafft den Ausgleich -

yin und yang – ganz einfach!

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Einsteigertraining Herbst 2013

Sonntag 22. September 2013 von websifu

Am Mittwoch, den 18. September 2013, haben wir wieder mit einem Einsteigertraining für neue Vereinsmitglieder in Salzburg begonnen.

Um es einem Anfänger zu ermöglichen, einen Zugang zum Tai Chi (Chuan) zu finden, ist es im Westen unbedingt notwendig, ihn bzw. sie langsam einzuführen. Dabei sollte vermieden werden, zu schnell zu komplizierte Bewegungsfolgen zu vermitteln.

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Der traditionelle (chinesische) Ablauf der Vermittlung – bloßes Vormachen und Nachmachen – mag zwar für Fortgeschrittene auch im Westen eine geeignete Methode sein, aber für jemanden, der diese Art der Bewegungskunst das erste Mal erlernen soll, ist dies nicht geeignet und führt schnell zu Frust und vorzeitigem Beenden der Übungseinheiten.

Obligate Vorbereitungsübungen helfen daher nicht nur, sich in die für den westlichen Menchen ungwöhnlichen Bewegungsabläufen einzufinden, sondern dienen auch dem Muskelaufbau, der Verbesserung der Körperhaltung, Flexibilität und der Koordination.

Parallel dazu können theoretische Erläuterungen geschickt als Pausen zur Erholung der Teilnehmer genutzt werden und dienen diesen zum besseren Verständnis von Zweck und Grundlagen.

Geschulte geübte Lehrer erkennen dabei den Fortschritt sowie die Belastungsmöglichkeit der aktuellen Trainingsgruppe und können somit körperliche Aktivität unterbrochen durch (passive) theoretische Erläuterungen ideal aufeinander abstimmen.

Im Einsteigertraining bedeutet dies:

Die Ausbildung beinhaltet – für diejenigen, die das angebotene voll nutzen – insgesamt 50% Theorie und 50% Praxis.
Anfangs wird die Theorie den größeren Teil der Trainingseinheit beanspruchen (sprich: mehr Aktivitätspausen) – gegen Ende der Ausbildung wird jedoch fast nur mehr geübt.

Schriftliche Unterlagen, sogenannte Trainingsinfos, erleichtern dem Lernenden, alles im Training Gehörte, Gesehene und Geübte, zu Hause in Ruhe nachzulesen. Wichtige Trainingsabschnitte können anhand kurzer Videoclips betrachtet werden (Download hier im Forum für Mitglieder).

Und als “Kompendium” dieser Grundausbildung neuer Mitglieder kann das eBook “Handbuch Grundkurs Tai Chi Gung” angesehen werden.

Mitmachen noch möglich

Für Spätentschlossene ist der Einstieg immer noch möglich!
Zu den folgenden 3 Trainingseinheiten am Mittwoch können wir noch den Beginn zum Einsteigertraining in diesem Herbst anbieten – danach ist das Training zu weit fortgeschritten.

Dein Start beim Einsteigertraining, kann also noch erfolgen, am:

  • Mittwoch, 25. September 2013, oder
  • Mittwoch, 2. Oktober 2013, oder am
  • Mittwoch, 9. Oktober 2013.

Davon kann der allererste Trainingstermin von Dir auch nur “zur Probe” sein.

Anmeldung erforderlich: →Anmeldung zum Probetraining

Weitere Links zum Thema:
Alles zum Einsteigertraining auf der Vereinshomepage
Beschreibung Einsteigertraining als PDF
Terminplan Einsteiger (Mittwochstermine, Zeit, Anfahrtsplan)

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Printausgabe Taichianer in Salzburg

Freitag 2. August 2013 von websifu

Wir bringen ab jetzt in Salzburg auch eine (kleine) periodische Druckversion des Taichianer heraus, welche wir in der aktuellen Ausgabe jeweils auch im Onlineforum zum Download bereitstellen:

Download und Ansicht aktuelle Printversion
Download und Ansicht aktuelle Printversion

Ebenfalls zu finden unter:
Download-Rubrik:Generelles Vereinszeitung Salzburg

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Erste Tai Chi Gung – Meisterin(!) in Österreich!

Montag 29. Juli 2013 von websifu

Shaolin Gung Fu ist eine rein maskuline Domäne,
Wudang Kung Fu erlaubt auch weibliche Meister -
so auch die westliche Sportart Tai chi Gung.

Diesen Sonntag, den 28. Juli 2013, war es soweit:

Iréne-Katrin Hollaus, geb. 20.03.1992, trat zur
Prüfung des 1. Meistergrades in Tai Chi Gung an und
hat mit Bravour bestanden!

Nachdem sie nahezu fünf Jahre lang aktiv Shotokan-
Karate (eine äußere Kampfkunst) trainierte,
begeisterte sie sich Ende 2008 schließlich für
die “innere Kampkunst” aus China und Tai Chi Gung.

In den folgenden vier Jahren absolvierte sie die
Co-Trainer-Ausbildung des Tai Chi Gung – Landessportverein
in Salzburg (Abschluss-Zertifikat vom 7. Juli 2013),
nahm regelmäßig 2-3x die woche am Vereinstraining teil
und schaffte in Folge alle fünf Leistungsprüfungen
bis zum 1. Meistergrad.

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Sie ist nun die allererste Tai Chi Gung – Meisterin aus Österreich!!!

…mehr unter Trainer auf der Vereinshomepage.

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Die 37er-Form

Donnerstag 13. Juni 2013 von websifu

Glossareintrag: Die 37er-Form

Die 37er-Form ist ebenfalls ein vordefinierter Tai Chi Chuan (anders geschrieben, auch: Taiji Quan, beides gesprochen: “tai-tschi-tschu_an”) Übungsablauf für eine Einzelperson ohne Waffen. Also eine →Solo-Form (siehe dort).

Die 37er-Form nimmt auch eine Sonderstellung bei der Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung und Überlieferung des Tai Chi Chuan ein: Diese Form entstammt ebenfalls nicht den etablierten chinesischen Familientraditionen und ist daher als eigener →Stil, als ein “Sub-Stil” des →Yang-Stiles, zu sehen.
Siehe dazu auch: →”Geschichte des Tai Chi Chuan

Cheng Man-Ching (1900-1975),

bzw. Zheng Manqing (geschrieben nach Pinyin-Übertragung – gesprochen: “tscheng mandsching”), hat diese 37er-Form geschaffen.

Er leistete einen wichtigen und einzigartigen Beitrag zur Verbreitung des Tai Chi Chuan in der westlichen Welt. Er schuf eine kürzere Form (der so genannten →37 Stellungen) des Yang-Stils mit weniger Wiederholungen (als die so genannte 108er-Form jener Schule).

Es wird berichtet, dass er als junger Mann an Tuberkulose erkrankte und auf Rat seines Onkels hin, den Yang-Stil erlernte, um seine Gesundheit zu verbessern – was ihm „offensichtlich“ auch gelang [...und vermutlich auch Anstoß für sein Studium der →Traditionellen Chinesischen Medizin, der TCM, war].

Laut eigener Aussage war er in China Schüler von →Yang Chen-Fu. Er wurde innerhalb der Yang-Familie – trotz intensiver Bemühungen – zwar nicht als Meisterschüler aufgenommen, war aber ein sehr talentierter Schüler und wurde schließlich Meister der fünf Künste: Medizin (TCM), Kalligraphie, Poesie, Malerei und →Tai Chi.

Er brachte Tai Chi nach Taiwan und trainierte dort die Armee in der
Kampfkunst des Tai Chi. In den 60er Jahren emigrierte er schließlich in die USA und seine „kurze“ Yang-Form wurde überaus populär und fand weltweit Verbreitung durch Schüler, Anhänger und Nachfolger.

Nach seinem Tode veröffentlichte seine Witwe einige Bücher in seinem Namen (Offen dabei: Sind diese tatsächlich „von ihm“? – Herausgabe ca. ab 1985), welche durchaus lesenswert sind (auch die dt. Übersetzungen), deren Inhalte aber natürlich im Gesamtkontext (Ursprung, Lebensweg, …, Veröffentlichung) zu betrachten sind.

Die 37er-Form entspricht somit seinen persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem Training des Tai Chi (Chuan) im Yang-Stil, sowie seiner Vorstellung, wie die Kunst des Tai Chi nutzbringend praktiziert werden kann. Die Interpretationen, Erläuterungen und Beschreibungen dazu, müssen eher seinem Umfeld zugeschrieben werden.

Trainingstipp:

Achtet vor allem beim Beginn der Form darauf, tatsächlich mit dem „Wecke das Chi in vier Atemzügen” zu starten und ebenso die folgenden Überleitungen exakt mit dem Atem zu harmonisieren, damit „der Rhythmus der Form“ sich entfalten kann und die „korrekte Geschwindigkeit“ und „Atemfluss“ über die gesamte Dauer leichter beibehalten werden kann.
Auch sollten die angegeben „Verschnaufpausen“ [das jeweilige „Verharren“ - →"Zentrieren"!] genutzt werden! – Damit ergibt sich ein grober Richtwert: Die Form dauert zwischen rund neun bis ca. 12 Minuten.

Bedenkt bitte: Wie auch in verschiedenen anderen Internetquellen
nachzulesen, werden zum Erlernen dieser Form („Von Null“ beginnend, also für „totale Anfänger“) Zeitangaben zwischen zwei bis drei Jahren genannt! – Bleibt daher auch bitte nachsichtig mit euch selbst.

Darüber hinaus – In unserem Verein gehen wir ganz anders vor: Anfänger lernen zuerst andere Formen – auch mit anderem „Schwerpunkt“ (bzw. Stil) – beispielsweise die 5-Bilder-Form, die 12-Bilder-Form, die 25-Bilder-Form (→Peking-Form) und dann kommt erst die 37er dran!
(Für Vereinsmitglieder: Siehe dazu auch Downloads in Rubrik →Trainingsinfo und →Trainingsclips)

Tipps:

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