Mittwoch 6. Januar 2010 von Gottfried
Glossareintrag: Trigramm
Der 3-Strich-Code.
Allgemein
In einem →Bagua (alternative Schreibweisen: Bakua, Pa Kua) findet sich die Darstellung der 8 Manifestierungen (jenige Kräfte, welche sich wirklich in der Welt manifestieren) sowie deren “Eigenschaften” als 3er-Strichcode eines “yin-yang-Aufbaus” – die sogenannten Trigramme – in Achteckform rings um das “Allerhöchste/Letzte” , dem →TAI CHI – Symbol, angeordnet.
Das Bagua entstammt der Vor-Taoistischen Kosmologie und findet ebenfalls Erwähnung und Erläuterung im “→I Ging“, dem “Buch der Wandlungen”.
Exkurs 1:
Die 8 Trigramme entsprechen ebenfalls, und symbolisieren daher, “den Gehalt” der 8 →Grundtechniken der “Kampfkunst” Tai Chi (Chuan).
Also jene “Kraftwirkungen”, welche sich durch Ausführung “Manifestieren” soll(t)en.
Exkurs 2:
Die 64 Zustände (”Einflüsse”) des “I Ging”, welche bis heute noch in vielen Abwandlungen vor allem im Ostasiatischen Raum auch als Orakel Anwendung finden, bilden sich aus Paaren von jeweils zwei untereinander angeordneten Trigrammen (also “6-Strich-Code” mit “yin/yang-Strichen”).
Eine “Mischung” von jeweils zwei der 8 Manifestierungen bildet also einen “erreichten Zustand” (bzw. “aktuelle Wirkung”).
Exkurs 3:
Die gerade jüngst wieder ins westliche Bewusstsein gerückte Lehre der (chinesischen) fünf Elemente
(Fünf-Elemente-Diät, Fünf-Elemente-Ernährung, …, etc.) basiert letztendlich wiederum auf dem “letztmöglich erkennbarem” Eigenschaftspaar von yin und yang (in TAI CHI).
Es stellt dies eine – sagen wir einmal: wiederum etwas andere Betrachtungsweise der Wirklichkeit (eine ein wenig andere/abgewandelte Lehre der yin-yang-Philosophie) dar, welche in unterschiedlichem “Mischungsverhältnissen” von fünf “Elementen”, bzw. “Wandlungsphasen” (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) eine Diffferenzierung ermöglicht.
Anmerkung: “modernes” →Qi Gong bzw. verbreitete (westliche) Akupunktur scheinen sich eher an diesem System zu orientieren – wobei oft simplifizierend materialistisch yang als “Feuer” und yin als “Wasser” gesehen wird. – Welches sich aber nicht mit den 8 Trigrammen zu decken scheint, weil “reines yang” dem “Himmel” (der “Luft”) und “reines yin” der “Erde” als Manifestation zugeordnet wird.
(Anmerkung: und die gegenüber jenen Vertretern naiv gestellte Frage: Wo denn das “Element Luft” zu finden sei, manchesmal geradewegs schon ketzerisch aufgenommen werden mag – Aber: Es lohnt sich allemal, jene Frage zu stellen!).
Fazit: Man erkennt zweifellos: ein weites Feld des Forschens, Studierens und des Entdeckens – Es gibt auch für “die Theorie” unzählige “Meister”, Lehrmeinungen und Aufzeichnungen, welche natürlich nicht alle in die selbe Richtung weisen oder gleichen Ursprungs sind.
Der Aufbau eines Trigrammes
Ein Trigramm besteht, wie der Namensteil “tri” (”Drei”) schon verweist, aus drei übereinander angeordneten Strichen mit zwei unterschiedlichen Darstellungsformen:
Die grafische Darstellung von “→yang” ist ein durchgezogener Strich.
Die grafische Darstellung von “→yin” ist ein einmal unterbrochener Strich.
Als maximal mögliche Kombination der Anordnung ergeben sich nun acht Darstellungen (8 Trigramme):
Exkurs:
Bekannte Darstellungen dieser aus je drei yin- oder yang-Strichen zusammengesetzten Trigramme finden sich auch auf der Nationalflagge der heutigen Republik Süd-Korea:
- links oben, reines yang – “Kien” (auch: “ch´ien”) – für “Himmel”, bzw. “das Schöpferische”
- rechts oben, yang von yin umschlossen – “Kan” (auch: “k´an”) – für “Wasser”, bzw. “das Abgründige”
- rechts unten, reines yin – “Kun” (auch: “k´un”) – für “Erde”, bzw. “das Empfangende”
- links unten, yin von yang umschlossen – “Li” – für “Feuer”, “die Flamme”, bzw. “das Haftende”
Ergänzung: Der Aufbau eines Hexagrammes.
Die 64 Zustände (”Einflüsse”) des “I Ging” bilden sich aus Paaren von jeweils zwei untereinander angeordneten Trigrammen (also ein “6-Strich-Code” mit “yin/yang-Strichen” – ein I-Ging-Symbol oder Hexagramm).
Beispiel: “Kien” (oben “kien” unten “kien”)
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