TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Archiv für Juli, 2010

Wie lernt man Tai Chi?

Montag 5. Juli 2010 von websifu

Antwort

Durch Üben.
Nur durch Übung erhält man alle Vorteile von Tai Chi: Energie tanken, den Körper wieder gesschmeidig machen und dies beibehalten, die innere Kraft verstärken, Ruhe und Gelassenheit (wieder) gewinnen und diese auch ausstrahlen…

Am besten besuchst Du für den Start einen geeigneten Anfängerkurs, welcher Dich weder überfordert (also nicht gleich eine riesige Anzahl von Positionen und Abläufe in eine minimale Dauer packt) noch völlig “allein werkeln” läßt (Du sollst ausreichend Anleitung, Unterstützung und Aufklärung erhalten).

Der Tai Chi Gung – Landessportverein bietet z.B. in Salzburg ein Einsteigertraining, worin neben einfachen Aufwärmübungen (eigentlich: Grundlagen, Vorbereitung) in 12 Einheiten schließlich eine 5-Bilder-Form (mit 51 Abfolgen) gelehrt wird, welche weder Vorkenntnisse noch tägliches Üben vom Teilnehmer abverlangt.
Somit ist gewährleistet, dass selbst “der schwerfälligste” Teilnehmer nach ca. 3 Monaten eine kleine Form beherrscht. Unterstützend gibt es zu jeder Trainingseinheit eine schriftliche Zusammenfassung – die Trainingsinfo – welche alle beachtenswerten Punkte des Kurses (Grundlagen, Grundstellungen, Definitionen, Atmung, Körperstellung, Merksätze, …, Übungsanleitungen und die erlernte Form) zur Nachlese für zu Hause liefert.

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Die Bedeutung des Wortes “Bai”

Samstag 3. Juli 2010 von websifu

Glossareintrag: Bai

Das chinesische Wort Bai steht für die Farbe Weiß.

Die Farbe Weiß ist in China Sinnbild für den Himmel, sowie das Jenseitige.
Daher ist es ganz im Gegensatz zum Westen auch die Farbe von Trauerbekleidung, genauso wie man dort zur Kondolenz weiße Blumen überreicht. In östlichen Kulturen sowohl in China wie z.B. auch in Japan, ist Weiß die Farbe der Trauer und des Todes.

Im Symbol von →TAI CHI repräsentiert es den Anteil von →“yang”.

Um einen Ausgleich der “Energien” auch im Training von Tai Chi Chuan (Taijiquan) ebenfalls durch die Farbe der Kleidung zu unterstützen, war es üblich, dass Frauen (biologisch: →“yin”) weiße Trainingsbekleidung trugen und Männer (biologisch: “yang”) schwarze Trainingsanzüge (also: die “yin-Farbe”). Die Farbe der Bekleidung sollte somit den “Gegensatz” und “Ausgleich” zum eigenen Geschlecht zusätzlich unterstützen.

Exkurs:

Sehr schnell stellte sich aber im Ausland – der westlichen Welt – heraus, dass die Farbe Schwarz als Trainingsbekleidung (für Männer) hier aber oft als “düster” und “unfreundlich” empfunden wird. Im Gegensatz dazu wird gerade vom westlichen Menschen, die Farbe weiß als “freundlich” und “hell” empfunden, welches das Auftreten von Trainern und Meistern in der Öffentlichkeit besser unterstützt und höhere Aufmerksamkeit erzeugt.
Als Kompromiss können daher die jüngst (seit Mitte/Ende des 20. Jahrhunderts) vielfach verbreiteten →Wushu-Anzüge in grauer Färbung (Anm.: Die mit den Ärmelkrempel in weiss oder hellerem Farbton für Frauen – oder schwarz, bzw. dunklerem Ton für Männer) gesehen werden.

Wie auch im Exkurs aufgezeigt, hat der Farbton der Kleidung mehr Wirkung auf die Sichtweise anderer, als auf die eigene Einstellung oder gar Trainingserfolge und daher wird heute – wie es scheint – sowohl von den Shaolin, als auch den Leuten im →Wudang Gebirge, keinerlei Wert mehr darauf gelegt (D.h.: Im Bezug auf den angeblich damit einhergehenden yin-yang-Ausgleich bei Männern und Frauen).

Im Training und in der Theorie von Tai Chi Gung

treffen wir auf Bai auch in der Bezeichnung des:

Bai Hui

(dem “weißen Punkt” oder “weißen Zentrum”), welches am menschlichen Körper sich auf dem Kopf – an der sogenannten “Fontanelle” bei Neugeborenen – lokalisieren lässt. Dieses “Energiezentrum” entspricht exakt dem im Indischen so bezeichneten “Scheitel-Chakra” bzw. “Kronen-Chakra”, welches auch im Yoga bekannt ist.

Anmerkung: Hier setzt auch der sogenannte “Seidenfaden” an, welchen man in der korrekten Ausrichtung des Kopfes beim Training beachten sollte.

Sowie in der Bezeichnung des:

Bai Long

(dem “weißen Drachen”), welcher im Glossar unter dem Begriff  →”Long” noch näher erläutert wird.

[Hier geht es zurück zum → Glossar-Index]

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Was bedeutet “Sifu”? – Wer ist ein “Sifu”?

Freitag 2. Juli 2010 von websifu

Antwort:

Sifu wird im Chinesischen in zwei, leicht unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht.

In der ersten, wird Sifu als respektvolle Anrede für den Lehrer verwendet. In den chinesischen Kampfkünsten oder in Lehrberufen bekundet es den besonderen Respekt vor dem Lehrer als “väterlichem Meister”.
Diese Bedeutung entspricht dem Japanischen “Sensei” (zB. auch bei Meistern von Karateschulen).

Die zweite Schreibweise von Sifu bedeutet wörtlich “Lehrer-Meister” und wird als allgemeine respektvolle Anrede für jeden (älteren) männlichen Erwachsenen ungeachtet seiner Tätigkeit verwendet.

Anmerkung:
Akademische Lehrer werden hingegen nicht mit “Sifu” angesprochen, sondern mit “Laoshi”.

Exkurs:

Ein indisches Pendant in “Guru” sehen wir nicht ganz, denn dort wird dies zumeist religiös implementiert und geht über eine rein philosophische Sicht und Verwendung hinaus.

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Was ist Tai Chi?

Donnerstag 1. Juli 2010 von websifu

Einfache Antwort:

a.) Die chinesische Bezeichnung für das vom Menschen letztmöglich Erfassbare und kaum Beschreibbare, häufig in unsere Sprache mit “Das Allerhöchste/Letzte” (im Sinne von: “die letztmögliche erreichbare Erkenntnisstufe”) überliefert. Philosophischer Begriff.
zugleich:
b.) In der westlichen Welt gebräuchlich gewordene Kurzbezeichnung für die “innere” Kampfkunst, welche vollständig “Tai Chi Chuan” (nach Wade-Giles-System übertragen) oder “Taijiquan” (nach 1958 von der VR-China propagierten Pinyin-System-Übersetzung der Schriftzeichen) bezeichnet wird. “Chuan” bzw. “quan” (- manchmal liest man auch “juan” – gesprochen: “schü-an” oder “dschu-an” ) bedeutet “Faustkampfmethode”.

Kompliziert, weil:

Die Interpretation von “Tai Chi Chuan” wäre demnach: “eine Faustkampfmethode, welchen den Prinzipien des TAI CHI (dem ‘Allerhöchsten’) folgt”.
Im Westen wurde/wird für beide Dinge (a. und b.) der gleiche Begriff verwendet, was aber nicht korrekt ist. In der vorhandenen Literatur und bisherigen Anleitungen tut man sich deshalb sehr schwer, weil die Begrifflichkeit “gemixt” verwendet ist.

Wir wollen versuchen, durch die Verwendung der Syntax “TAI CHI” und “Tai Chi” bzw. “Tai Chi (Chuan)” wieder eine klare Unterscheidung zu treffen.
“TAI CHI” bezeichnet den philosophischen Begriff, das “tatsächliche TAI CHI” laut a. (s.o.) und
“Tai Chi” bzw. mit sichtbarer Erweiterung “(chuan)” die “innere Kampfkunst” (die Körperkunst, die Sportart,…) lt. b. (s.o.)

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