Die Aspekte bei der Ausübung von Tai Chi Chuan (Taijiquan)
Sonntag 4. April 2010 von Gottfried
Ein Aspekt ist laut Duden (Fremdwörterbuch) ein Blickwinkel, eine Betrachtungsweise.
Die chinesische Körperkunst Tai Chi Chuan (Pinyin-Umschrift: Taijiquan) kann sowohl aus unterschiedlichsten Beweggründen praktiziert werden, als auch von vornherein – in der Trainingsanleitung – mit einem bestimmten Schwerpunkt ausgerichtet, also der Bevorzugung nur eines oder bestimmter Aspekte, gelehrt werden.
Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden,
dass gerade diese Bewegungskunst ursprünglich als Symbiose von Kampfkunst, spiritueller Betätigung (Meditation) und “Methoden der Kunst der Lebensverlängerung” (chin.: Yangshen) entworfen wurde, damit dies “alles zugleich” möglichst täglich praktiziert werden kann
(Anmerkung: die “Quintessenz” wenn man so möchte, unabhängig davon, welcher “Geschichte der Entstehung” von Tai Chi Chuan man persönlich den Vorzug gibt).
In Tai Chi Gung bemühen wir uns daher, möglichst alle(!) Aspekte (Blickwinkel) der “inneren” Kampfkunst und Körperkunst darzustellen und zu beachten, um einerseits wieder auf jene “Ursprünge” zurückzukehren und andererseits diese in die moderne westliche Welt zu übertragen, zu nutzen, sowie auch wieder ins Bewusstsein zu rufen, um auch für künftige Generationen zu erhalten.
Kurz gesagt:
Tai Chi beinhaltet mehr als bloß “Gut für die Gesundheit” (Fitness, Ertüchtigung, etc.) und auch “mehr” als bloß “eine Kampfkunst” (”Schattenboxen”, wie die Engländer, bzw. Portugiesen dies ursprünglich “zu uns brachten”).
Exkurs:
Wir kennen das: “Die Summe beinhaltet mehr, als die bloße Anzahl und Eigenschaften der Einzelelemente”
Grob lassen sich z.B. folgende Aspekte zusammenfassen und gliedern:
- Namen und Bezeichnungen
- Allegorie (Bedeutung für…)
- der →Gesundheitsaspekt
- (rein technische) Ablauf
(Bewegungsabläufe, Positionen, Stellungen, etc.) - die Atmung (Atemtechnik)
- die “innere” Haltung, Einstellung (Meditation, →Meditationsaspekt)
- die →Imagination (Vorstellungskraft)
- die Herkunft (das →“I Ging”, →Schriftzeichen, →Symbol, →Ursprungsgeschichte[n])
- →Soloform oder →Partnerübung
- “waffenlos” oder →Waffenübung
und - der →Kampfkunstaspekt
Wir sagen im Verein daher oft:
Tai Chi Gung ist ZUGLEICH(!):
- Meditation in Bewegung
- Bewegungskunst und Körperbeherrschung
- die “innere” Kampfkunst
- Stärkung und Arbeiten am →Chi (daher auch: “Chi →Gung“)
- Mentales und geistiges Training
- Emotionstraining in sanfter Form
- Selbstverteidigung durch Körperbeherrschung (ohne Angriff!)
- Ganzkörpertraining ohne Nebenwirkungen
…und vieles andere mehr.
Das Praktizieren von Tai Chi Gung verdient tatsächlich den Begriff “ganzheitlich”, weil hierbei gleichsam Körper, Geist und Seele (”innen” wie “außen”, bzw. das “Ich” und “die Umwelt/Umfeld”) einbezogen werden.
Anmerkung:
Hier sagen wir auch bewusst “Tai Chi Gung”, da wir für andere Tai Chi (Chuan) – Lehren, bzw. Lehrmethoden nicht zwangsläufig behaupten können, dass alle (notwendigen) Aspekte im Training hierfür auch immer berücksichtigt werden und eben keine “Bevorzugungen” (z.B. “nur für die Gesundheit”) stattfinden.
Das Schöne daran:
die Entwicklung – auch im Sinne von: das Entdecken immer neuer Aspekte und Möglichkeiten – endet ausschließlich nur dann, wenn man selbst(!) das Praktizieren einstellt.
Das ist wahres →Kung Fu (Korrekterweise: Tai Chi Kung Fu)!
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 4. April 2010 um 08:18 und abgelegt unter Geschichte & Hintergrund, Glossareinträge. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


