Die Handhaltung “Faust” – Die Fausthand
Donnerstag 25. November 2010 von websifu
Weitere Begriffe: Fausthand, Tai Chi-Faust, eine Faust bilden
Eine Faust – oder mit der Hand eine Faust bilden – erscheint zwar vielen Menschen bekannt, dennoch ist das korrekte Schließen der Faust nicht jedem geläufig. Ebenso muss gesondert auf die Spannung der Faust in Tai Chi (Chuan) eingegangen werden.
Ausführung (Bildung der Faust)
Die Fotoreihe zeigt die korrekte Bildung einer Faust der linken Hand.
Foto 1:
Zuerst ist die Hand gestreckt, der Daumen ist gespreizt und die anderen vier Finger bilden aneinandergelegt und gestreckt eine natürliche Verlängerung des Unterarmes (flache Hand).
Foto 2 – 4:
Die vier nebeneinanderliegenden Finger werden beginnend mit den äußeren Gliedern “eingerollt” – ohne die einzelnen Finger voneinander zu lösen – bis die Fingerspitzen schließlich die Handfläche ebenfalls “eng” berühren.
Foto 5:
Am Schluß wird der Daumen ebenfalls gebogen und “eng” über Zeige- und Mittelfinger gelegt.
Das letzte Foto 6:
Zeigt als Draufsicht daumenseitig, dass die Faust tatsächlich “geschlossen” ist und zwischen den Fingern keine Lücken bestehen.
Manchmal finden sich anderswo in Trainingsanleitungen oder Beschreibungen über Tai Chi (Chuan) abweichende Darstellungen oder anders geformte “Fäuste”. Dort werden “Fäuste” oft nur angedeutet, oder sogar die Finger nicht vollständig geschlossen und “Ringe” gebildet. Hierbei taucht manchmal auch der Begriff einer (besonderen) “Tai Chi-Faust” auf. Dies ist jedoch nur der ausschließlichen Hingabe und alleinigen Widmung des Gesundheitsaspektes geschuldet, wozu bei der Ausführung eben keine (”richtigen”) Fäuste benötigt werden.
In Tai Chi Gung soll aber möglichst jeder Aspekt des Tai Chi Chuan berücksichtigt werden, daher wird von uns die Bildung der Faust so gelehrt und geübt, wie diese auch in einem Kampf zur Anwendung käme (s.o. “korrekte Bildung einer Faust”).
Ungeachtet ob sich jemand nur für den Gesundheitsaspekt interessiert, lernt auch jener mit uns von Anfang an “korrekte Haltungen”, um diese ggf. auch in einem Selbstverteidigungsfall sofort anwenden zu können und nicht erst erlernen zu müssen.
Eine “kompakte Faust”, die wie oben beschrieben gebildet wird, verringert das eigene Verletzungsrisiko an Finger und Gelenken bei allfälligen Körperkontakt und im Kampfeinsatz.
Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen einer Faust in den äußeren Kampfkünsten und einer “Tai Chi-Faust” (wenn man dies so nennen möchte): Nicht die Haltung (oder Bildung) der Faust ist unterschiedlich, sondern die Spannung der Hand!
Im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten werden die Finger nicht fest aneinander gepresst, sondern die Fausthand und die Finger bleiben trotz kompakter Form locker und entspannt - So wie eben alle Haltungen und Stellungen in Tai Chi (Chuan) “ohne Kraft” und “ohne Anspannung” ausgeführt werden.
Anmerkung:
Damit beides erreicht werden kann – kompakte Faust (”gerollte Finger”) mit “lockerer Hand”
(Hinweis: Wieder einmal yin-yang !) -
muss dies ebenfalls öfter geübt werden.
Anwendung
Mit einer Faust kann gestoßen und geschlagen werden.
Als Stoß (eine Stoßtechnik) werden in den Kampfkünsten alle Bewegungen mit (Körper-)Waffen, also auch der Faust, bezeichnet, bei welchen der Weg vom Ausgangspunkt bis zum Zielpunkt eine Gerade darstellt.
Beim Schlag (einer Schlagtechnik) wird hingegen in einer Halbkreisbewegung die Waffe – hier: Die Faust – von der Ausgangshaltung bis zum Ziel geführt.
Schnell ausgeführt, ist ein Schlag schnappend, ein Stoß jedoch im Zielpunkt – in der Endposition – “verharrend”/”innehaltend”.
Beim effektivsten Fauststoß wird die auftreffende Fläche im Ziel ausschließlich durch die Knöcheln von Zeige- und Mittelfinger gebildet. Daher ist der Bildung der Faust gesondertes Augenmerk zu schenken.
Beim Faustschlag hingegen, wird je nach Bewegungs- und Zielrichtung
a.) mit dem Knöchel (und umliegender Fläche) des Zeigefingers (auch “ Innenfaust“, daumenseitig),
b.) der Handballenseite des kleinen Fingers (” Außenfaust” oder auch: “ Hammerfaust“) sowie
c.) dem Knöchelbereichen von Zeige- und Mittelfinger auf dem Handrücken (” Rückfaust“) geschlagen.
Wichtige Anmerkung:
Gerade die “Innenfaust” bedarf dabei einiger Übung und präziser Ausführung, um den Daumen – insbesondere das Daumengelenk – bei Körperberührung im Kampfeinsatz vor Verletzungen zu bewahren.
Diese “Innenfaust” wird zum Beispiel beidhändig in dem →Bild “Mit beiden Fäusten die Ohren des Gegners treffen” (bzw. synonym “Den Gegner an beiden Ohren treffen” oder “Schlag zu den Ohren mit beiden Fäusten”) angewendet.
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 25. November 2010 um 08:13 und abgelegt unter Glossareinträge, Training. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


