TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Form

Donnerstag 1. Oktober 2009 von websifu

Glossareintrag: Form
Alternative Bezeichnungen: die Form, Solo-Form

Bezeichnet in Tai Chi Gung, Tai Chi Chuan (Taijijuan, Taijiquan) einen festgelegten Übungsablauf. Die “Form” gilt üblicherweise als Einzeltraining (Solo-Übung).

Wichtig:
Es gibt – entgegen der (bisher noch existierenden) öffentlichen Meinung – nicht nur eine einzige Form, sondern eine Vielzahl unterschiedlich gelehrter Formen, welche abhängig von →Stil und →Schule (siehe dort) trainiert werden. Da die Lehrer bis dato meist von “der Form” sprachen oder “wir trainieren die Form” ausgesagt wurde, verbreitete sich die Ansicht, dass dieser Begriff einen einzig vorhandenen Übungsablauf beschreiben würde. Aber im Grunde nur daran lag (liegt), dass bei Kursen oder in Schulen gemäß Familientradition nur eine einzige gelehrt wurde (wird).
Diese Trainingsansicht birgt natürlich nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile (u.a. einfacher zu lernen und weniger zu erklären).

Darüber hinaus gilt es zu unterscheiden: wird die Form nur als rein körperlicher Bewegungsablauf verstanden (= die “leere” Form) oder werden auch die “inneren” Vorgänge erläutert, erklärt und im Trainingsablauf berücksichtigt (= die “volle” Form)?

In Tai Chi Gung wird bei einer Form ausschließlich die Anzahl der einzelnen unterscheidbaren Bilder gezählt – nicht deren Wiederholungen!

Beispielsweise besteht die in Originalübersetzung mit 24 Folgen beschriebene →Peking-Form somit nur aus 22 Bildern.
Beziehungsweise besteht die “108er-Form des →Yang-Stiles” lediglich aus 41 Bildern, da vieles mehrfach wiederholt wird – allein die “einfache Peitsche” wird 10 mal wiederholt, “Fasse den Vogelschwanz” kommt 8 mal vor, usw.

Anmerkung:
Dennoch sollte keinesfalls dabei vergessen werden, dass auch dort – trotz vieler Wiederholungen – nebst der Kenntnis und Beherrschung der Bilder, auch der Ablauf mit den Bewegungsfolgen insgesamt erlernt werden muss – und natürlich auch, dass je länger eine Form dauert auch längere Konzentration und ausreichend körperliche Kondition erforderlich ist.

Exkurs:

Es ist der Verdienst von →Cheng Man Ching, dass die 108er-Yang-Form als Zusammenfassung durch einige Kombinationen von Bewegungsfolgen mit weniger Wiederholungen, als sogenannte 37er-Form in der westlichen Welt große Verbreitung fand.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 1. Oktober 2009 um 18:11 und abgelegt unter Geschichte & Hintergrund, Glossareinträge. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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