Das I Ging – Das Buch der Wandlungen
Mittwoch 16. Juni 2010 von websifu
Alternative Schreibweisen: Yijing, Yi jin, i ching, i chin
Gesprochen: “i tsching”
Die Philosophie des TAI CHI (der “yin-yang-Philosophie”) lässt sich bis ins chinesische Altertum verfolgen.
Das bekannteste und über 3000 Jahre(!) alte Werk, welche die Betrachtungen der Gelehrten des Altertums dokumentiert und das gesamte philosophische Konzept des →TAI CHI beinhaltet nennt sich “I Ging”, welches auch “Das Buch der Wandlungen” genannt wird.
Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus:
- “→Yi” (oder “i”) wörtlich übersetzt: “Absicht, Intention”
und
- “Ging” (oder “jing”, “ching”, …, “→chin” – gesprochen: “tschin(g)”) übersetzt soviel wie: “innere, wesentliche Kraft” bzw. auch: “Kraft des Geistes”.
Die Bezeichnung dieses Werkes lässt sich somit interpretieren als: “Die Absicht der wesentlichen Kraft”.
Hermann Hesse meinte einmal:
“Man kann es als Orakelbuch benutzen, um in schwierigen Lebenslagen Rat zu bekommen. Man kann es auch nur seiner Weisheit wegen lieben. Es ist in diesem Buch ein System von Gleichnissen für die ganze Welt aufgebaut.”
Der Inhalt orientiert sich zunächst an Beobachtungen natürlicher Gesetzmäßigkeiten und Veränderungen im Universum.
Damit entstand ein grundlegendes Ordnungssystem von “oben – unten”, “innen – außen”, “expandieren – kontrahieren”, “schwer – leicht”, “Ruhe – Bewegung”, etc. -
Also: Die “Sicht” von “→yin und →yang” als Überbegriffe zweier möglicher Ausprägungen des TAI CHI-Prinzips als zwei formende Kräfte, die sich in ihrer Wesenheit und Dynamik ergänzen und damit alles Lebendige beschreibbar machen.
Jene Polarität (besser: Komplementäre Ausprägung) verdeutlicht die zwei Extreme eines (einzigen) Ganzen. Ihre Wechselseitige Verstärkung oder Aufhebung im Zeitablauf begründet alle Wandlungen.
Anmerkung: Daher auch “Das Buch der Wandlungen”.
Die Chinesen fanden, dass Weisheit darin besteht, jene genannten (bekannten) Ordnungen wahrzunehmen und in Einklang dazu zu handeln.
Hierin stimmten sowohl Lao-Tse (bzw. “Laozi”) als auch Konfuzius (bzw. “Kungtse” oder “Kongzi”) überein und “entnahmen” jenem Werk auch viele Grundlagen für die – späteren (!) – Lehren des “Taoismus” (Daoismus) bzw. des “Konfuzianismus”.
Obwohl unterschiedlicher “Auslegungen” bedienten sich beide Lehren des “yin-yang-Konzeptes” (TAI CHI) zur Erklärung des bestmöglichen Umgangs mit den Anforderungen des Lebens.
Exkurs:
Im klassischen Werk des Taoismus (Daoismus) dem sogenannten “Tao-te-King” (bzw. “Daodejing”; sprich: “daodedsching”) wird Tao und seine Wirkkraft exemplarisch beschrieben. Manche Beschreibungen des “Tao” aus jenem Werk sind mit dem “→WU CHI” des “I Ging” vergleichbar – andere wiederum mit dem “TAI CHI”.
Exkurs 2:
Eine jüngere und weitere “Abwandlung” stellt die Lehre der “Fünf Wandlungsphasen” (die sogenannten “chinesischen fünf Elemente”) dar, welche Mitte des 20. Jahrhunderts Einzug in die Praxis des “→Qi Gong” (sprich: “tschi gong”) hielt.
Die “moderne” Lehre des “Qi Gong” deckt sich damit nicht mehr vollständig mit den klassischen Überlieferungen des “Chi Kung”, da zwar die Grundlagen der Kernaussagen der “yin-yang-Philosopie” (des “I Ging”, das “Wechselspiel zwischen “yin” und “yang” ) als Erklärung dienen, aber die “Wandlungsphasen” (oft mißinterpretiert als “Elemente” im abendländischen Verständnis – Anm.: Die Bezeichnung “Elemente” entstammt einer Interpretation eines Übersetzers, welche sich nach wie vor hartnäckig “hält”) : Metall, Wasser, Holz, Feuer und Erde, sich nicht mehr so gut in die “→Ba Gua” (den “Acht Kräften”) einordnen lassen. Beziehungsweise zu “Doppelbedeutungen” führen: “Erde” als Wandlungsphase ist NICHT “Erde” des “I Ging” bzw. des “Ba Gua” (ditto: “Wasser” und “Feuer”)!
Das Konzept jener “Fünf Elemente” erscheint zwar in sich schlüssig und logisch, ist für die Beschreibung “auf” und “für” den Menschen (besser gesagt: den menschlichen Körper!) gut geeignet. Wer sich jedoch intensiver damit befasst – und “über den Tellerrand” jener Lehre zu sehen vermag, erkennt bald, dass bei Einbeziehung und Betrachtung “universeller” Zusammenhänge (z.B. Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt, mit der Natur, “mit dem Universum”) eindeutig “Lücken” erkannt werden können.
Ein Beispiele hierfür wäre: “Erde” lässt sich in einen Zyklus – irgendwie – nicht richtig einordnen. Ein anderes: Es “fehlt” in vielen Beschreibungen die Interaktion des Atemvorganges und dessen Bedeutung für die “Wandlungsphasen” (Naiv gefragt: “Was ist mit dem ‘Element’ Luft?”).
Die Interpretationen (”Lehrmeinungen”) weisen also Lücken auf, welche hingegen im “Ursprung”, also dem “I Ging” de facto nicht existieren.
ABER: Dies entspricht – natürlich, wie immer – dem aktuellen Kenntnisstand des Verfassers!
Wer “mehr” weiß, kann hierzu gerne etwas posten – Vielen Dank!
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 16. Juni 2010 um 07:40 und abgelegt unter Geschichte & Hintergrund, Glossareinträge. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


