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yin und yang

Sonntag 21. August 2011 von websifu

Glossareintrag: yin und yang

yin und yang

yin und yang sind im Grunde als “Sammelbegriffe”, chinesische Allegorien für “Eigenschaftsbeschreibung” und finden eine erste schriftliche Erwähnung im “→I Ging” (dem “Buch der Wandlungen”).

Das I Ging ist das bekannteste und über 4000 Jahre(!) alte Werk, welches die Betrachtungen chinesischer Gelehrter des Altertums dokumentiert und das vollständige philosophische Konzept des TAI CHI beinhaltet.

ying-yang – Symbol = TAI CHI – Symbol

Auch bei uns im Westen kennen viele, die meist hierzulande als “yin-yang – Symbol” bezeichnete bildhafte Darstellung:

taichisymbol

Weniger bekannt ist meist jedoch, dass exakt jenes Symbol in China als TAI CHI (manchmal auch: “Tai Chi Tu” – für: “Zeichen des Tai Chi”) bezeichnet wird.

Diese Darstellung von yin und yang IST TAI CHI !

(”Tai Chi” bedeutet übersetzt soviel wie: Das “Allerhöchste”, das “letzte [für den Menschen] Erkennbare“, manchmal auch bezeichnet mit dem “Firstbalken” [das ist der höchste Dachbalken an einem Haus, welcher die Dachfläche teilt - beispielsweise in eine Nord- und Südseite, oder eine Sonnen- und Schattenseite - eben: Teilt in →yin und yang].

Exkurs:
Logischerweise wird jene chinesische Bewegungskunst und “der Weg” (chinesisch: →Chuan oder Quan), welcher dem “Allerhöchsten”, also TAI CHI folgt, auch “Tai Chi Chuan” genannt. [Heute meist abgekürzt: Tai Chi].

Hinweis
Mit der Schreibweise möchten wir unterscheiden:

• Ist der kosmologische Begriff gemeint, schreiben wir “TAI CHI” (in Großbuchstaben).

• Mit allem anderen ist die “innere Kampfkunst“, die chinesische Bewegungskunst Tai Chi (Chuan) ["abgekürzt"] gemeint.

Bedeutung von yin und yang

Die Bedeutung von yin und yang erschließt sich einem Menschen weder automatisch noch sofort: Er oder Sie muss darüber nachdenken, beobachten und reflektieren.

Mehr dazu unter:
Glossareintrag →yin
und Glossareintrag →yang

yin und yang sind ein “untrennbares Eigenschaftspaar der Gegensätze”, in unserem Leben, in unserer Umwelt, im Kosmos, deren Ausprägungen (Eigenschaften, Stärken, …, Anteile) in ständigem Wechsel (in einem Rhytmus) ineinander übergehen und einander bedingen.

Wie die zwei Seiten einer Münze: Es gibt keine Münze mit nur einer Seite.
Oder wie der Atemvorgang: Es gibt nicht nur Einatmen – oder nur Ausatmen.

Genausowenig existieren im “harmonischen Kosmos” weder yin noch yang allein. Die “atomare Darstellung”, das Symbol hierfür, ist das Symbol von TAI CHI.

Tipps:

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Chinesische Arbeitsmodelle im Tai Chi

Freitag 19. August 2011 von websifu

Glossareintrag: Arbeitsmodelle in Tai Chi
Glossareintrag: Energie und Modell

Drei unterschiedliche chinesische Modelle der Wirkungskräfte in der Welt des Tai Chi (Chuan).

Wer sich länger und intensiver mit Tai Chi Chuan (Taiji Quan) beschäftigt hat, weiß längst, dass diese Bewegungskunst keine reine körperliche Angelegenheit darstellt, sondern viele andere – auch “innere” – →Aspekte umfasst und deshalb auch als “Weg” oder “Methode” (chinesisch: →Chuan bzw. Quan) gilt.

Hauptaspekt Chi und Chi-Fluss

Einen Hauptaspekt bildet dabei das →Chi (Qi) und der Chi-Fluss, sowie dessen Auswirkungen (chinesisch: “→chin“).

Man kann durchaus sagen, dass das “Wissen um”, bzw. das “Verständnis von”, sowie die “Anwendung des” Energiephänomens, welches im modernen westlichen Sprachschatz keinerlei Entsprechung findet, die wesentlichen Faktoren zur Beherrschung der “inneren Kampfkunst” darstellen.

Da aber “innere Vorgänge” (mentale, geistige, seelische Dinge) sich sehr schwer in objektiv, allgemein gültige – sprich: materialistisch, “greifbare” – Dinge oder Begriffe umsetzen lassen, sondern hauptsächlich subjektiv empirisch, erfasst und auch vermittelt werden können, greift man hierbei auf Allegorien, Metaphern und Symbole zurück.

In der Praxis – sprich: bei der Anwendung und Ausübung von Tai Chi (Chuan) – ist es selbstverständlich erforderlich, dass jene verwendeten “Ersatzbeschreibungen” und natürlich auch die dabei verwendeten Symbole, ineinander und untereinander “stimmig” sind, um den (dahinterstehenden) Sachverhalt möglichst auch als (Arbeits-)Modell nutzen und anwenden zu können.

Anmerkung:
Ein Modell ist ein aufgrund von Daten (Informationen) zusammengestelltes Abbild eines Sachverhaltes, mit welchem man Vorgänge, Abläufe, Arbeitsvorgänge, etc., leichter und einfacher vornehmen oder beschreiben kann, ohne sich jedesmal um eine exakte Definition von Einzelheiten kümmern zu müssen, welche für die aktuelle Zielsetzung (Arbeit, Vorgänge) von untergeordnetem Interesse bzw. Wichtigkeit sind.

D.h.: Modell und Sachverhalt (”die Wirklichkeit”) müssen gar nicht absolut identisch sein – Sofern das Modell seinem beabsichtigten Zweck genüge tut.

Exkurs:
Ein gutes Beispiel hierfür wäre das Bohr’sche Atommodell, ein Atom “sieht” in der Realität gar nicht so aus, aber…

Ein anderes Beispiel, für Computerfreaks, wäre die Objektorientierte Programmierung, welche einerseits mit völlig abstrakten Begriffen umgeht und andererseits gerade dadurch(!) wesentlich leichter, konkrete Aufgaben mittels Software und Computer bewältigen lässt.
[Na also: Auch wieder: "yin und yang" ;-) ].

Drei Modelle aus Überlieferung und Aufzeichnung

Aus den gesammelten chinesischen Überlieferungen, den verschiedenen Aufzeichnungen (Anleitungen, Beschreibungen, Büchern) sowie Aussagen von “Vertretern” (Familienstile, Schulen, Meister, Trainer, Lehrer, Philosophen) welche sich mit (klassischen) chinesischen Künsten befassen, kann eine enorme Menge Informationen entnommen werden, selbst wenn man sich auf den Hauptaspekt (Chi und Chi-Fluss) und Wirkungsweisen konzentriert.

Trotz differierender Lehrmeinungen, sowie unzähliger, teils unvollständiger Aussagen darüber, lassen sich prinzipiell drei eigenständige und unterschiedliche Denkansätze zusammenfassen und somit als unterscheidbare Modelle zur Erklärung und Anwendung der Chi-Energie zusammenfassen, welche in der heutigen Zeit als Grundlage dienen.

Man kann diese somit als Grundmodelle des zeitgenössischen Tai Chi (Chuan) bezeichnen.

Wichtige Bemerkung:
Es geht hier nicht um →Stile, sondern “Energiearbeit”!

Diese drei Grundmodelle sind:

  1. Das Modell der Wandlungsphasen
    (aktuell verwendet im Qi Gong und der TCM)
  2. Die “Energien des Taiji” (vermutlich: nach Chen Gong),
    sowie
  3. Die “Ba Gua”
    (als nachweislich “ältesten” Ursprung mit erstmaliger Erwähnung im “I Ging”, dem “Buch der Wandlungen”)

1. Das Modell der Wandlungsphasen

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Was hat der Beckenboden mit Tai Chi zu tun?

Mittwoch 17. August 2011 von websifu

Kurze Antwort: Auch sehr viel! – Aber betrachten wir diese Thema ruhig genauer.

Die westliche Gesundheitsbranche hat den Beckenboden nun jüngst auch (endlich) für den Mann entdeckt und bietet viele Anleitungen, Bücher und Übungen in unterschiedlichsten Trainingssystemen hierfür an.

Beckenboden körperlich

Rein körperlich gesehen, wird dabei unter “Beckenboden” der sogenannte PC-Muskel (PC steht für “Pubococcygeus”), oder englisch: “Pelvic Floor”, verstanden. Eine Muskelgruppe, die wie eine “Bodenplatte” unter dem Rumpf, die inneren Organe hält.
Manchmal auch mit “Dammbereich” umschrieben.

Beckenboden: Intimzone und Tabu?

Der Beckenboden steht eng im Zusammenhang mit zwei intimen Zonen des Menschen: Den Sexualorganen und den Ausscheidungsorganen.

Jene sind zwar absolut überlebenswichtig, aber weder Männer noch Frauen sprechen gerne darüber.
Denn es geht hierbei einerseits um den Unterleib, eine Intimzone, und andererseits, selbst bei ausgezeichnet trainierten Beckenboden-Muskeln, kann leider niemand damit in der Öffentlichkeit angeben.
Es sind eben keine “sichtbaren” oder auch für andere “fühlbare” Muskeln, wie Bizeps, Po oder Waschbrettbauch, die man herzeigen kann.

Als Intimzone wird diese Körperregion nicht nur verdeckt, sondern oft gleich ganz “vergessen”.
Nur wenn sich die ersten Beschwerden melden – welche auch meist erst über Sekundärprobleme (beispielsweise: Rückenprobleme, Blasenschwäche, verminderte Libido und vermindertes Lustempfinden, …, Prostata- oder Erektionsprobleme, etc.) wahrgenommen werden – kommt Mann oder Frau daran nicht mehr vorbei.

Sinnvoller wäre es eben, sich um den Bereich “Beckenboden” auch schon eher zu kümmern – Dies verhindert oft das (meist selbst auferlegte) Tabu.

Hierzu dienen

Beckenboden Übungen

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Zuo peng

Samstag 13. August 2011 von websifu

Glossareintrag: zuo peng

Alternative Bezeichnungen: Abwehren, Abwehr (im Vorangehen, im Voranschreiten)

“zuo peng” wird meist als (ergänzende) Bezeichnung für das →Bild “Abwehren” in der →Grundtechnik “peng” verwendet.

Das chinesische Wort “zuo”, manchmal übertragen mit: “aufnehmen” oder “annehmen”, bedeutet wörtlich “gehen” und weist auf die Vorstellung: “auf etwas zugehen”, hin.

“peng” selbst ist “die Abwehr” in der hiermit gleichnamig benannten Grundtechnik. Diese wird oft erstmals mit dem aus vier Einzelabschnitten bestehenden Bild “Den Spatzenschwanz fassen” gelehrt.

Alternativ: “Den Sperling am Schwanz fassen” oder: “Den Vogelschwanz fassen” - siehe dazu auch: Bilddokumentation “Den Spatzenschwanz fassen”, 29-Seiten-DIN-A4, Bilddokumentation2-3 von Gottfried Rinner. Umfassende Beschreibung der Bilder “Den Spatzenschwanz fassen – links/rechts” lt. Definition des Tai Chi Gung (Namen, Allegorie, Ablaufbeschreibung und -Darstellungen, Überleitung, Atemtechnik, Imagination und Kampfkunstaspekt) - nur für registrierte Mitglieder.

tcg_abwehrre_frontal
Foto: →Endposition “Abwehr rechts”, Ansicht: schräg-frontal

Mit “zuo peng” wird also gesondert darauf verwiesen, dass die Abwehr “peng” dadurch erfolgt, indem man auf den Gegner zugeht, seine Energie aufnimmt (”zuo”) und dann ähnlich einem “mit Luft gefüllten Ball, der zuvor unter Wasser gedrückt wurde”, “zurückspringen”, “zurückprallen”, lässt (”peng”).

Körperlich gesehen, erfolgt dies gleichsam in einem Voranschreiten, in einem Schritt, mit welchem man auf den Gegner zugeht.

Für Mitglieder und Förderer:

Siehe dazu auch: Bilddokumentation “Abwehr (links/rechts)”, 15-Seiten-DIN-A4, Bilddokumentation6-7 von Gottfried Rinner. Umfassende Beschreibung der Bilder “Abwehr – links/rechts” (chin.: “zuo peng”) lt. Definition des Tai Chi Gung (Namen, Allegorie, Ablaufbeschreibung und -darstellungen, Überleitung, Atemtechnik, Imagination und Kampfkunstaspekt) – zugänglich unter: →Download-Rubrik Bilddokumentationen - nur für registrierte Mitglieder.

Tipps:

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Was ist San-shou?

Samstag 23. Juli 2011 von websifu

Glossareintrag: San shou

Alternative Schreibweise: San-shou (mit Bindestrich)

“San shou” kann am leichtesten mit “Freistilübungen” des Tai Chi (Chuan) übertragen werden.

Hierbei gibt es gegenüber dem →Tui shou (dem “push hands” bzw. auch dem etwaig separat betrachtetem “→Ta Liü“) keine festgelegten Bewegungsabläufe (sprich: “Techniken”) mehr, sondern man hat den Bereich vorgegebener, festgelegter Partnerübungen bereits verlassen und praktiziert nunmehr “freie Bewegungen” im wechselseitigen “Spiel” von Angriff und Abwehr.

Da San shou erst nach erfolgreicher Meisterung des Tui Shou praktiziert wird, stellt es somit auch eine entwicklungsabhängige “Folgestufe” der Partnerübungen dar und bildet eine weitere direkte Verbindung zur Selbstverteidigung bzw. der Kampfkunst des Tai Chi (Chuan).

Wichtig:
Im San shou wird erst dann geübt, wenn zuvor Sicherheit im Tui shou erlangt und der Schüler (hoffentlich ausreichend!) vom “Wahrnehmen der Energie” (”ting →chin[g]“) zum “Verstehen der Energie” (”tung chin[g]“) gelangt ist.

Anmerkung:
Aufgrund des hohen Verletzungsrisikos wegen der enormen Effektivität des Tai Chi Chuan, wird heutzutage selbst im (wenig zimperlichen) China und Ostasien oft ganz auf San shou verzichtet und die “Übungen eines Kampfeinsatzes” beschränken sich ebenfalls auf “kontrollierte” (kontrollierbare) →Danlian-Übungen im Tui shou.

Denn: Selbst wenn die Schüler von den Lehrern dazu angehalten werden, den Einsatz von →chin zurückzuhalten und das “Entwurzeln” möglichst zu vermeiden, führen (unbeabsichtigte) “Ausrutscher” dennoch immer wieder zu Knochenbrüchen (meist: Nase, Kiefer, Jochbein, bzw. Rippen, etc.) oder schweren inneren Verletzungen, welche keinesfalls den hierbei als absolut minimal(!) zu bezeichnenden Trainingseffekt für Tai Chi Chuan insgesamt rechtfertigen ließen.

Man beachte bitte hierzu auch folgenden -

Exkurs:

In Anlehnung an die Aussagen alter chinesischer Tai Chi – Meister,
ist

  • die Pflege des →Chi,
  • einschließlich der Entwicklung und Meisterung von →chin,
  • also die Pflege des →TAI CHI (sprich: →“Tai Chi Gung”) zwecks körperlicher, seelischer und geistiger Entfaltung,

eine “innere Entwicklung”
(Diese beinhaltet selbstverständlich auch – unabdingbar[!] – “→Kampf” als Teilaspekt des Lebens und der Erfahrung eines Menschen) !

Der Begriff “Kampf-Kunst”, als ein Beitrag zur Lebenskunst umgesetzt mit →“Kung fu”, drückt dies als deutsches Wort ebenfalls sehr gut aus.

Hingegen bedeutet also reines “Kämpfen zu lernen” – auch wenn es ausschließlich darum gehen mag, sich selbst zu verteidigen – der bloße Erwerb von “äußeren”, technischen, Fähigkeiten (d.h. auf Deutsch eben “Kampf-Sport”).

Tipps:

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