TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Chang Chuan

Mittwoch 26. Oktober 2011 von websifu

Glossareintrag: Chang Chuan

Alternative Schreibweisen: Chang Chuan, zhang quan (nach →Pinyin)

Ausgesprochen: “Tschang tschu_an”

“Chang” hat übersetzt mehrere Bedeutungen: “dauerhaft”, “von langer Dauer”, “zunehmen”, “sich auszeichnen” und auch “alt” (im Sinne von: “lange bekannt, bewährt und angewendet”, also: “gereift”).

Chang Chuan – manchmal leider von Chinesen nur kurz übersetzt mit: “Langes Boxen” (weil damit ebenfalls wieder fehlinterpretierbar) – ist ebenfalls ein anderer, früher in China häufig gebrauchter synonymer Name für die “innere” Kampf- und Bewegungskunst Tai Chi Chuan (Taiji Quan).

Eine besser verständliche Übersetzung von “Chang Chuan” wäre jedoch: “ausgereifte Faustkampfmethode” – ebenso wie: “Altbewährte” oder “Althergebrachte Kampfmethode”.

Siehe dazu auch: Glossareintrag →Chuan.

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Die 13 Bewegungsarten

Sonntag 23. Oktober 2011 von websifu

Ask a Sifu: Was sind die 13 Bewegungsarten?

Glossareintrag: Die 13 Bewegungsarten

Die “13 Bewegungsarten” – manchmal auch: Die “13 Bewegungen”, die “13 Stellungen” oder die “13 Techniken” – sind gleichbedeutende deutsche Übersetzungen aus dem Chinesischen, welche dort früher synonym als andere Bezeichnungen für die “innere Kampfkunst” des Tai Chi Chuan (Taiji Quan) verwendet wurden, als sich jener Begriff eben noch nicht als Name jener Kampfkunst öffentlich durchgesetzt hatte (bzw. “verschwiegen” wurde).

Die “13 Bewegungsarten” ist also ein anderer Name für Tai Chi (Chuan), welcher in vielfältiger überlieferter Literatur Einzug gehalten hat.

Leider verleitet jene Bezeichnung als “Sammelbegriff für Tai Chi (Chuan)” viele Interessierte zum fehlgeleiteten Schluss, dass hiermit bestimmte, tabellarisch aufgezählte Bewegungen (eben: genau 13 verschiedene, genau benannte und beschriebene – körperliche(!) – Bewegungsarten, Schritte, Stellungen, etc.) gemeint wären. Dem ist aber nicht so.

Mit “13 Bewegungsarten” ist als synonyme Bezeichnung nichts anderes gemeint als “Tai Chi (Chuan)”.

Klärung des Irrtums:
Wird in übertragenen Texten aus alter chinesischer Überlieferung beispielsweise davon gesprochen, dass man “Bei den 13 Bewegungen” oder “in den 13 Bewegungen” dies, das oder jenes macht, zu berücksichtigen oder zu tun hat, dann ist damit eben gemeint, dass man “Bei Tai Chi” oder “in Tai Chi” dies oder jenes zu berücksichtigen hat.

Mehr dazu auch unter:

Was sind die dreizehn Grundbewegungen des Taijiquan?
Was ist das Geheimnis der 13 Bewegungen?

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Was sind die dreizehn Grundbewegungen des Taijiquan?

Sonntag 16. Oktober 2011 von websifu

Eine anders geschriebene Frage wäre:

Was sind die 13 Grundbewegungen des Tai Chi Chuan?

Antwort:

Die dreizehn Grundbewegungen bzw. 13 Bewegungen des Tai Chi Chuan (nach →Pinyin-Umschrift: Taiji Quan) sind eine deutsche Übersetzung der “Erfindung” beziehungsweise Definition von Cheng Man-Ching (1900-1975), welcher zuletzt in den USA lebte und von dort aus für eine wesentliche Verbreitung der Kunst des Tai Chi Chuan im Westen sorgte.

Cheng Man-Ching bezeichnete damit (s)eine Sammlung von “5 Steps” (englisch für: “5 Schritte” – besser gesagt: “5 Schrittformen” – welche leider auch von ihm selbst synonym auch mit “Five Directions” oder “Five Movements” bezeichnet wurden) und den 8 überlieferten Grundtechniken (→den “Ba Gua”), welche er auf seine unnachahmliche Art interpretierte und als wesentliche “Erkenntnis” aus der Überlieferung des “Liedes der 13 Stellungen” als “ein Geheimnis des Tai Chi” verbreitete.

Seine “5 Directions” plus “8 Grundtechniken” ergeben somit rein rechnerisch die “13 Bewegungen”, welche wiederum – seiner Meinung nach – durch das von →Yang Cheng-Fu geschaffene – “→Lied der 13 Stellungen” sozusagen als “Geheimnis des Tai Chi” “bewiesen” sein sollten.

Anmerkung:
Wobei selbiges Lied keinerlei Hinweis und/oder Erklärungen bestimmter Techniken oder Bewegungsformen diesbezüglich beinhaltet, sondern ausschließlich der Titel einer ersten Veröffentlichung des Yang Cheng-Fu in Liedform (zwecks leichterer Einprägsamkeit für seine Schüler) so lautet. Das Lied selbst kann als eine erste – offizielle – “Sammlung von →Tai Chi – Prinzipien” betrachtet werden, welche für Anfänger gedacht ist, um den Einstieg in jene Körperkunst zu erleichtern.

Fazit:

Die 13 Grundbewegungen sind letztlich also von Cheng Man-Ching geschaffen worden und stellen einen Definitions-, Einteilungs- und Erklärungsversuch überlieferter Tai Chi – Formen und Bewegungsarten von ihm dar, welcher von unzähligen Nachahmern und “Nachfolgern” übernommen, wiederum abgewandelt und weiterverbreitet wurde.

Anders formuliert:
Es gibt keine (bestimmten) “Dreizehn Bewegungen / Schritte / Stellungen” aus der (klassischen) Überlieferung des Tai Chi Chuan. Diese sind eine ausschließlich eine “Definition” oder “Interpretation” von/nach Cheng Man-Ching.

Im “Lied der 13 Stellungen” (von Yang Cheng-Fu) werden weder Tai Chi-Stellungen noch irgendwelche Tai Chi-Grundtechniken angeführt, geschweige denn erläutert, sondern ausschließlich “allgemeine Prinzipien des Tai Chi” in Liedform ausgeführt, damit dessen Schüler diese einfacher verinnerlichen können.

Offen bleibt: Warum hatte Yang Cheng-Fu dann diesen Titel hierfür gewählt?
Höchstwahrscheinlich, damit zur damaligen Zeit in China eben NICHT publik wurde, dass es sich dabei um “Tai Chi” handelt – nur “Auserwählte” und “Eingeweihte” (eben dessen anerkannte Schüler) wussten, was darin beschrieben war.

Siehe dazu auch den Eintrag: →Was ist das Geheimnis der 13 Bewegungen?

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Schrittformen in Tai Chi

Sonntag 9. Oktober 2011 von websifu

Glossareintrag: Schrittformen

Glossareintrag: Schrittbewegung

Alternativ: Gehen in Tai Chi Gung oder Schritte in Tai Chi (Chuan)

Schrittformen

Unter Schrittformen verstehen wir (vom Tai Chi Gung – Landessportverein, Salzburg) die Art der Bewegungsabläufe – vor allem der Beine, der Füße und der Hüfte – welche vorzunehmen sind, um den Standort des gesamten Körpers im Raum zu verlagern.

Eine Schrittform dient also dazu, sich – also den gesamten Körper – auf bestimmte Art und Weise im Raum zu bewegen.

Insbesonders ist hierbei die Gewichtsverlagerung zu beachten, welche mit dem “Verschieben” der Taille (dem Hüftbereich) einhergeht. Im Wesentlichen bedeutet dies eine Verlagerung des →Dan Tien im Raum, welche sozusagen mit den →Prinzipien des Tai Chi übereinstimmen “muss” und daher auch den Wechsel oder Übergang in →Grundstellungen darstellt.

Schritte in Tai Chi Gung

Schritte in Tai Chi Gung werden also – vereinfacht ausgedrückt – durch Wechsel von einer Grundstellung in eine folgende vorgenommen.

Ebenso simpel ausgedrückt, kann der Körper sich dabei – ausgehend von der Blickrichtung – in drei Richtungen bewegen: Vorwärts, rückwärts oder seitwärts.

Vorwärts bewegt man sich dabei grundsätzlich im →Bogenschritt, rückwärts im Pendelgang (siehe dazu Kapitel Grundschule im Handbuch).

Abhängig von einer Angriffsrichtung (= Blickrichtung), der Intention der Bewegung im Raum (voranschreitend oder zurückweichend) – beziehungsweise abhängig vom Einsatz des jeweiligen →Komplementärs – erfolgt ebenso ein entsprechender Seitwärtsschritt (Anm.: Wiederum in einer Grundstellung).

Exkurs:
“Stehenbleiben” (oder: “Zentrieren”) stellt keine Bewegung im Raum dar und ist dementsprechend auch kein Schritt!

Nur für Mitglieder

Genaue Details der Grundstellungen, Schrittformen und des “Gehen in Tai Chi Gung” finden sich im Handbuch: “Tai Chi Gung – Grundkurs” auf den Seiten 36 – 64, einschließlich Fotos und grafischen Darstellungen.

Der Download des Handbuchs ist über die Rubrik “Fernlehrgang” möglich - nur für registrierte und freigeschaltene Mitglieder des Vereins.

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Tai Chi Gung – Die westliche Lehrmethode in Tai Chi (Chuan)

Sonntag 2. Oktober 2011 von websifu

Glossareintrag: Westliche Lehrmethode

Alternativ: Europäische Lehrmethode

Vorwort:

Der Tai Chi Gung – Landessportverein hat es sich zum Ziel gesetzt, die chinesische Bewegungskunst (bzw. “innere” Kampfkunst) bezeichnet als “Tai Chi Chuan” (nach →Pinyin-Umschreibung: Taiji Quan) – Kurzbezeichnung: Tai Chi (bzw. Taiji) – als Sportart zu etablieren.

“Tai Chi Gung”, die “Pflege des Tai Chi”, bedient sich dabei westlicher Lehrmethoden.
Also einer Didaktik, welche dem westlichen Menschen und seiner Kultur (d.h. auch: dem “modernen Menschen”) “näher” und “verständlicher” ist, als fernöstliche, chinesische Lehrmethoden.

Ein moderner, aktualisierter Zugang zum Erlernen und Praktizieren von Tai Chi (Chuan) ist – zumindest auch bis jetzt – selbst in China noch nicht die allgemeine Praxis.

Genauso wenig haben sich die Methoden der aus China stammenden Lehrer verändert und angepasst, welche “im Westen”, also in Europa oder den USA, diese Bewegungskunst vermitteln.
Meist findet alles nach der “klassischen chinesischen Lehrmethode” statt.

Da es jedoch bei Tai Chi (Chuan) – nicht nur(!) – um erkenntnistheoretische philosophische Erfahrungen und schon gar nicht um religiös-zeremonielle Praktiken geht, sind jene Lehrmethoden und Lehrmeinungen zumindest für das westliche Verständnis obsolet.

Siehe dazu auch: →Chinesische Lehrmethode

Die Westliche Lehrmethode

Eine westliche Lehrmethode bedeutet, dass kulturelle Unterschiede berücksichtigt werden und den Erfordernissen rationalen Verstehens gerecht wird. Die westliche Kultur, der “europäische Mensch”, benötigt eine Lehrmethode, die nicht nur auf rein mimetische Fähigkeiten ( = die Fähigkeit zur Nachahmung) der Schüler baut, sondern auch dem hierzulande vorherrschenden rational, analytischem Denken gleichermaßen Rechnung trägt.

Anders als in Ostasien, sind wir es gewohnt und darin geschult, mehr durch “Erklären und Verstehen” zu lernen, als durch vorbehaltsloses Nachahmen, wobei gerade in Tai Chi (Chuan / Taiji Quan) sicherlich auch eine gewisse mentale Reife zum Erkennen der Sinnhaftigkeit der Bewegungsformen nötig ist.

Die Lehr- und Lernmethode in China ist völlig anders, als wir dies verinnerlicht haben. Darüber hinaus wird im ostasiatischen Raum dem Erlernen einer Kunstform (gerade auch der “Kampfkunst”) andere Bedeutung zugemessen.

Nicht zu vergessen: Der zeitliche Aspekt besitzt dortzulande auch einen ganz anderen Stellenwert – Jahrzehntelange “Ausbildungen” waren/sind die Regel.

Für den westlichen Menschen nahezu unvorstellbar: Es ist (dort) völlig irrelevant, wann ein Schüler (Lehrling, Adept) gewisse “Abschlüsse” erreicht, der “Lehrherr” (der Meister, auch im Handwerk) bestimmt(e), wann jener Zeitpunkt gekommen ist(war) – auch wenn dies für den einzelnen Jahre andauern mag (mochte).

Somit wird für uns nun auch verständlich: Auch bei chinesisch orientierten Ausbildungen von Tai Chi gibt es kaum Angaben darüber, welche Zeit für welche Übungen oder Praktiken “einzuplanen” oder vorgesehen sind – es spielt (dort) eben keine Rolle.

Wir sind es hingegen gewohnt, Ziele anzustreben und dafür gewisse Zeiten vorzusehen, bzw. einzuplanen.

Zum Nachdenken
Nebenbei bemerkt: Die moderne Kultur lässt es auch gar nicht mehr zu, dass “Lehrlingsausbildungen” in einem Kunsthandwerk solange andauern, bis man eben soweit ist, seinen (persönlichen) Abschluss zu machen. Gerühmt wird jener, welcher in vorgegebener Zeit – am besten: In kürzester Zeit – das Ausbildungziel erreicht hat, anstelle jener, welcher hierfür die meiste Zeit investiert und dadurch die meisten Erfahrungen sammeln konnte.
(Natürlich: Alles hat seine Vor- und Nachteile – oft nur eine Frage der Sicht und/oder des Zwecks)

Ebenso scheuen wir häufig davor, einfach Wegen zu folgen, wenn wir nicht zumindest sehr rasch einen Sinn darin erkennen können. Dieses – oft durchaus gesunde – Misstrauen verhindert den “blinden Gehorsam”, welcher nötig wäre, um östlichen Meistern und deren Anleitung zu folgen. Für den westlichen Menschen muss daher die Lehrmethode gerade auch deshalb angepasst werden.

Somit ist es nötig, ausreichend Erklärungen zu liefern und Ziele zu formulieren. Zumindest jedoch, Wege zu beschreiben, sowie mögliche Stationen des Fortschrittes und der (perönlichen) Entwicklung aufzuzeigen.

Als Beispiel:
Die Entwicklungskurve des Fortschrittes im Einsteigertraining (eines Anfängers)
entwicklungskurve_tcg

Zielvorgaben und objektiv nachvollziehbare Qualitätskriterien ersetzen also subjektives Empfinden oder Bewertungen eines “Meisters”.

Der Tai Chi Gung – Landessportverein leitet daher über “Erkennen und Kennen” hin zu “Können, Wissen und Erfahrung”.

Ein Tai Chi – Schüler, genauso wie ein interessierter Beobachter, der zum ersten Mal mit der Kunst des Tai Chi (Chuan) konfrontiert wird, sei es mit einer (Solo-)Form oder Danlian, erlebt diese als kompakten Ablauf von Bewegungen, die in ihrer Struktur so uneinsichtig erscheinen, dass jener vermeint, wie der sprichwörtliche “Ochs vorm Berg” zu stehen.

Je nach Persönlichkeitsstruktur reagiert dieser westliche Mensch dann auf unterschiedliche Weise: Erstaunen, Faszination, Neugierde, bis hin zu Überforderung oder völliger Ablehnung, einschließlich Selbstschutzmaßnahmen – besser: “Ego-Schutzmaßnahmen” – wie der Einsatz von Immunisierungsstrategien (Diffamierung, Preisgabe der Lächerlichkeit oder Infragestellung der Sinnhaftigkeit oder Zweckmäßigkeit, etc.).

Nur durch wiederholte Konfrontation kann dabei eine Bewusstseinsbildung des westlichen Menschen (”der Öffentlichkeit” allgemein) erreicht werden. Das verstehen wir vom Tai Chi Gung – Landessportverein auch unter “Erkennen und Kennen”.

Für den Einzelnen, insbesondere den Tai Chi – Schüler, ist es darüber hinaus auch notwendig, den kompakten Ablauf von Bewegungen des Tai Chi (Chuan) in Einzelelemente (→Aspekte, →Tai Chi – Prinzipien, →Grundstellungen, →Bilder, →Form[en], und so weiter…) zu separieren, damit Gliederungen und Gesetzmäßigkeiten des Praktikums von Tai Chi ebenfalls nach und nach, Schritt für Schritt, zuerst kennengelernt und dann (selbständig) erkannt und natürlich auch geübt werden können.

Der rein mimetische Vorgang, das Nachahmen der Bewegung, mag dabei noch für Kinder als alleinige Lehrmethode gelten, aber schon Jugendliche und erst recht Erwachsene, benötigen dabei Anleitungen, welche jederzeit nachvollziehbare Definitionen der Grundlagen und strukturierte, logischen Kriterien gewachsene Erklärungen beinhalten, welche die fortschreitende Praxis im Training auch im mentalen Bereich unterstützen.

Der Tai Chi Gung – Landessportverein legt Wert darauf, ein ausgewogenes Verhältnis von 50% Praxis (die regelmäßig stattfindenden Trainingsmöglichkeiten) zu 50% Theorie (die umfangreichen Dokumentationen zu Übungen, Formen und Hintergrundinformationen – Alles für Mitglieder abrufbar auf den vereinseigenen Internetseiten) anbieten zu können.

Vom Neu-Einsteiger bis zum Fortgeschrittenen kann somit ein kontinuierlich aufbauendes Training in Tai Chi einschließlich entsprechender “Nachlese” angeboten werden.

Mehr zu diesem Thema auf der Vereinshomepage unter:

und im dortigen Menüpunkt “Mehr über Tai Chi”

Tipps:

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