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Wade-Giles-System

Sonntag 6. Dezember 2009 von websifu

Glossareintrag: Wade-Giles-System

kurz: Wade-Giles, eine vereinheitliche Methode der Transkription des Chinesischen, das bedeutet: die möglichst lautgetreue Wiedergabe chinesischer Wörter in lateinischen Buchstaben, nach dem Chinesisch-Englischen Wörterbuch von Matthews, 1931.
Die Umschrift nach Wade-Giles scheint in westlichen Kreisen immer noch gebräuchlicher als das in der Volksrepublik China seit 1958 propagierte “offizielle” Pinyin-System (→siehe dort).

Für die Aussprache der chinesischen Wörter nach dem Wade-Giles-System können grob folgende Faustregeln festgehalten werden:

  • Konsonanten und Konsonantenverbindungen (z.B. “ch”) werden meist wie im Englischen ausgesprochen
  • Vokale meist wie im Deutschen.
  • Das “j” wird ungefähr wie im französischen “jour” ausgesprochen
  • Ein Apostroph hinter Konsonanten zeigt eine Aspiration (Behauchung) an, z.B. in “k’an”
  • Ein dumpfes, klangarmes “i” aus dem Chinesischen wird mit “ih” wiedergegeben, nach stimmlosen “s” allerdings mit einem zweiten “s” (z.B. “ssu” für “siu” – übersetzt: “vier”)

Anmerkung:
Nach Wade-Giles-System müßte man eigentlich “t’ai chi ch’üan” schreiben – es hat sich jedoch neben der dem Pinyin-System folgenden Transkription “taijiquan”, der Begriff “Tai Chi” bzw. “Tai Chi Chuan” eingebürgert und wird in unzähligen schriftlichen Aufzeichnungen im Westen verwendet.

Zum anderen möchten wir, daß sich dieser Begriff als Name einprägt - darüber hinaus wird kein Europäer den Pinyin-Laut “q” automatisch als “dsch” oder “tsch” erkennen können!

Dies zeigt auch das Beispiel “Qi Gong” – Aussprache “dschi gong” oder “dschi gung” – einfacher wäre unserer Meinung nach, wie althergebracht: “Chi Gung” oder “Chi Kung”.

Unser Tipp für Adepten der inneren Kampfkunst:
Beim Studium von Schriften immer darauf achten, dass ein- und derselbe Begriff in unterschiedlichster Schreibweise auftauchen und verwendet werden kann (Zu berücksichtigen gilt daher: Quelle?, Alter?, Sprachraum?, …, persönliche Präferenzen des Autors? – bzw. “Welcher mir bereits bekannte Begriff ‘klingt’ ähnlich? – Ist das selbe damit gemeint?” ).

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 6. Dezember 2009 um 15:07 und abgelegt unter Glossareinträge. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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