Wozu Tai Chi? – Wozu ist Tai Chi gut?
Montag 23. August 2010 von websifu
Ask a sifu – antwortet:
An vielen Stellen im Taichianer-Forum sowie auf der Homepage des Vereins (www.tai-chi-gung.at) wurde bereits erläutert, was die Sportart Tai Chi Gung und die in China als Tai Chi Chuan (andere Schreibweise: Taiji Quan) bekannte Bewegungskunst ist.
Ebenso was es bedeutet, dass diese Bewegungskunst viele Aspekte beinhaltet, vieles schwer erklärbar und meist nur erfahrbar ist.
Wichtig vorab zu wissen:
Wir sind keine Ärzte, Therapeuten oder ausgebildete Wissenschaftler und können, dürfen und werden deshalb keinerlei Aussagen treffen, welche in jene Gebiete fallen.
Dennoch können wir darauf verweisen, was einige aktuelle Studien festgestellt haben; beispielsweise hinweisen, dass in Deutschland bis zu 90% der Kurskosten/Teilnahmekosten zu Tai Chi (Chuan) von den Krankenkassen übernommen werden, sowie darüber berichten, was uns einige Leute über ihre Erfahrung mit Tai Chi erzählt haben.
Aktuelle Studien
- Eine jüngste Meta-Studie, Stand: Mai 2010, erläutert, dass Tai Chi mit
Verbesserungen im psychologischen Wohlbefinden
einschließlich verringertem Stress, verminderter Angst, weniger Depression und Stimmungsstörungen, sowie erhöhtem Selbstwertgefühl verbunden sei. (Ursprungs-Link: http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1472-6882-10-23.pdf – gespeichert unter “Tai Chi – Studie Mai 2010“)
- Eine aktuelle Studie aus Frankreich, Stand: Jänner 2010, zeigt:
Schon 2 Std Tai Chi / Woche wesentlich gesundheitsfördernd -
Selbst Pflegepatienten nützt noch etwas mehr Bewegung.Die Ausübung von Tai Chi (Chuan) allein bei nur vier mal eine 1/2 Stunde pro Woche in einem Zeitraum von 6 Monaten zeigt signifikante “Gesunderhaltung” gegenüber einer Kontrollgruppe ohne Intervention (sprich: ohne Zusatztraining).
So präsentiert sich das Ergebnis einer französischen Studie mit 160 Pflegeheim-Bewohnern (im Alter ab 65 Jahren und darüber), die noch in der Lage waren sich zu bewegen und einfache Aufforderungen zu verstehen. Jene durften entweder an speziellen Tai-Chi-Übungen teilnehmen (4 x 1/2 Stunde pro Woche), oder an einem Kommunikationstraining mit Balance-Übungen (2 x 30-45 Min/Woche), oder sie erhielten nur die übliche Pflege (Kontrollgruppe). Nach sechs Monaten waren Alltagsfähigkeiten wie Waschen, Anziehen oder Toilettenbenutzung in den beiden Interventionsgruppen deutlich besser als in der Kontrollgruppe, am deutlichsten waren die Unterschiede jedoch in der Gruppe mit Tai Chi. In dieser Gruppe traten auch am seltensten Verhaltensstörungen auf (Quelle: Arch Intern Med 170, 2010, 162 – 25. Januar 2010, http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/170/2/162?home ).
Anmerkungen
Gesund zu altern, davon träumen die meisten Menschen. Mit Blick auf die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen, ist eine gesund alternde Bevölkerung selbstverständlich auch der Traum eines jeden Gesundheitsministers und Krankenkassenchefs. Die fünf neuen Studien, die jetzt in den “Archives of Internal Medicine” erschienen sind, legen nahe, dass dieser Traum im Prinzip erfüllbar ist.
Dazu müssten sich die meisten Menschen nur ein “kleines Bißchen” mehr bewegen – Nicht in einem Gewaltakt unter dem Motto: “Alles auf einmal” oder “Jetzt oder Nie” – Sondern kontinuierlich und konsequent nach der Erkenntnis:
“Zwar kein Hochleistungstraining – Aber regelmäßige, leichte Übung”.
Und dafür, so das Ergebnis der Studien, ist es eigentlich nie zu spät -
Das heißt: “Altern schützt vor sporteln nicht!“.
Eine Auswahl von Erfahrungsberichten
Herr K.L. aus Salzburg (Alter: um die sechzig)
erzählte uns, dass bei ihm eine eingeschränkte Lungenfunktion festgestellt wurde und er entsprechende Medikamente nehmen müsse, wobei sich dies nach Aussage seiner Ärzte “nie mehr” ändern würde und er damit leben müsse, solange es eben noch geht.
Bereits während des Einsteigertrainings stellte er fest, dass er den Übungen recht gut folgen könne – es zwar sehr anstrenge, aber er eigentlich niemals “außer Atem” kam und er “trotz der Anstrengung” immer das Gefühl hatte, dass es ihm gut tue.
Gegen Ende des Einsteigertrainings – nach ca. zwei Monaten – stellte er eine erhöhte Vitalität und neue Lebensfreude an sich fest. Woraufhin er wieder mit Schifahren begonnen und sich weiteren “Genüssen” hingab. Nach 3 Monaten setzte er sich wieder “Lebensziele” (sprich: Was er alles noch dann und dann zu tun und zu erledigen hätte).
Knapp ein Jahr nachdem er mit Tai Chi (Gung !) begonnen hatte, stellte der behandelnde Arzt keinerlei Beeinträchtigung mehr fest – und konnte die Untersuchungsergebnisse kaum glauben, woraufhin die Medikamente “probehalber” abgesetzt und eine weitere intensivere Untersuchung bei anderen Spezialisten “angesetzt” wurde. Das Ergebnis: Herr K.L. litt unter keiner Beeinträchtigung der Lungenfunktion (”mehr”) und der behandelnde Arzt konnte dies kaum fassen und meinte dann, dass die Untersuchungsergebnisse vor einem Jahr wohl “fehlerhaft” gewesen wären. Herrn K. L. ist das egal – er weiß, was er gemacht hat und fühlt sich “sauwohl”!
Die junge Frau T.G., Nähe Salzburg,
fühlte sich “in ihrer Haut” nicht wohl und “mochte” weder ihre paar wenige Kilo mehr, noch fand sie irgendeine andere aus dem Schulsport bekannte sportliche Tätigkeit geeignet oder interessant. Das “Hetzen”, “Eifern” und “Konkurrenzdenken” dabei war ihr einfach zuwider, die “Hänseleien” der sogenannten “Sportler” trafen sie sehr und vermieste darüber hinaus jede Freude an Bewegung – Bis sie von einer Freundin zu Tai Chi Gung eingeladen wurde und feststellte, dass es auch eine “andere Art Sport” zu betreiben gab.
Es faszinierte sie, dass sie den Bewegungen “leicht” folgen konnte und entdeckte wieder den Spaß an Bewegung gemeinsam mit anderen. Niemand lachte dabei über sie – im Gegenteil, manch anderer wäre froh gewesen, die Bewegungsfolgen so rasch zu verinnerlichen, wie sie es tat.
Nach einigen Wochen hatte sie darüber hinaus ca. 15 kg abgenommen, hält seitdem ihr Gewicht, hat zwischenzeitlich bereits die Prüfung zur 3. “Leistungsstufe” (”grünes Band”) abgelegt und wird – höchstwahrscheinlich in naher Zukunft, sofern sie unserem Verein weiterhin treu bleibt – zu den ersten “Meisterinnen” des Tai Chi Gung zählen!
Frau G.H. aus der Umgebung Salzburg,
war seit mehr als zwanzig Jahren keiner Sportart mehr zugetan und konnte sich auch nicht vorstellen, “je wieder Sport” zu machen. Sie litt immer wiederkehrend an Hüft- und Rückenschmerzen und war “lustlos”.
Nach regelmäßigen Tai Chi Gung – Training kehrte ihr Tonus nach einigen Monaten wieder zurück. Körperliche Beschwerden treten nur mehr dann auf, wenn sie ihr Training längere Zeit vernachlässigt – und sie sagt: “Bei weitem nicht mehr so heftig – und ich weiß ja, was ich zu tun habe”. Ihre Vitalität und Agilität sei nach eigenen Aussagen fast so, wie vor zwanzig Jahren und Bewegung macht so wieder Spaß!
Die nunmehr junge Frau I. H.
trainierte während den Schulsemestern, fünf Jahre lang, ein- bis zweimal die Woche Karate in Vereinen. Im letzten Jahr begleitete sie – zwecks “Unterstützung” – ihren Vater zum Tai Chi – Training und stellte bereits nach zwei Monaten fest, dass ihre Karate-Techniken während der “anderen” Trainingsstunden (also bei Karate) wesentlich kräftiger und schneller “funktionierten”, als bisher – Welches für etliches Erstaunen bei den Karatekas sorgte und sie sogar auch beim Partner-Training mit “höheren Gürteln” immer öfter gebeten wurde, die Schlag- und Blocktechniken langsamer(!) zu machen, damit ihre Trainingspartner in Karate eine Chance hätten, ihr überhaupt folgen zu können.
Seit diesem Jahr trainiert sie nur mehr Tai Chi Gung, da sie überzeugt ist, die wesentlich effizientere Kampfkunst und Trainingsform für sich gefunden zu haben und sie aus Zeitgründen leider nicht mehr beides bewältigen kann.
Oder:
Herr G.R., beinahe Mitte Vierzig,
hatte im Jahre 1996 erstmals so heftige Rückenschmerzen, dass er für etliche Tage ausfiel und mit Infusionen “schmerzbehandelt” wurde. Der betreuende Arzt diagnostizierte “beginnenden Bandscheibenvorfall” und empfahl leichte körperliche Betätigung, wie z.B. Rückenschwimmen oder ähnliches, nach Abschluss der Infusionen als “Gegensteuerung”, damit “es sich nicht verschlimmert”. Daraufhin probierte Herr G. einen Tai Chi – Kurs in Salzburg und stellte fest, dass ihm das gut tat. Da es zu Hause allein “zu fad” war und bei weitem weder eine “vernünftige Form” noch zusammenhängende Übungen zustande gebracht wurden, buchte und besuchte er wenige Monate danach einen zweiten Kurs, dann einen dritten und einen vierten. Die Kurs-Stunden haben ihm gut getan – vorangekommen ist er in jener chinesischen Kunst jedoch nicht.
Berufliche Umstände (Selbständigkeit) beanspruchten schließlich auch noch seine volle Zeit und Aufmerksamkeit und so trainierte er schließlich nahezu zwei Jahre lang “gar nichts” – auch nicht in Tai Chi.
Bis schließlich ein Schwimmbadausflug mit der Familie und ein unglücklich ausgeführter “Bauchfleck” fatale Folgen zeigte:
Zuerst war es “nur” ein heftiger Stich in den Rücken – “Hexenschuss”, wie der Volksmund zu sagen pflegt – welcher zwar zu Hause zurückgekehrt mit etlichen Salben und einer Schmerztablette “erstversorgt” wurde, am darauffolgenden Morgen aber umso schmerzhafter und heftiger, keinerlei Bewegung, weder liegen, sitzen, geschweige denn stehen oder gehen zuließ.
Nachdem er schließlich von Freunden ins Unfallkrankenhaus gebracht, untersucht und mit Infusionen versorgt wurde, konnte der Hausarzt schließlich auch nur einen “völlig entzündeten Rücken”, sowie “aktuten Bandscheibenvorfall” plus Operationstermin nennen, welcher nach abgeschlossener Schmerzbehandlung (also: Nach zwei bis drei Wochen) umgehend wahrzunehmen sei. Herr G. solle sich auch damit abfinden, dass er von nun an “nie mehr als 10 kg” heben oder tragen solle und sein Leben danach ausrichten und gestalten möge. Herr G. informierte weder seine Familie noch seine Arbeitskollegen über jene Ergebnisse, nahm den Operationstermin nicht wahr und besann sich auf die bereits positiv gemachten Erfahrungen mit dem Training von Tai Chi.
Sobald es möglich war, besuchte er den nächsten Kurs seines früheren Tai Chi – Lehrers und nahm sich vor “alles” über diese chinesische Bewegungskunst herauszufinden, was ihm möglich war, um auch selbständig und allein, wenn nötig, weitertrainieren und weitermachen zu können.
Seit jener Zeit trainiert Herr G. regelmäßig Tai Chi – hat “zwischendurch” immer wieder Mittags- und Arbeitspausen genutzt, um “kurze” Übungen auszuführen. Binnen weniger Monate, wusste er selbst, wann und wo in seinem Körper “Spannungen” und “Disharmonien” herrschten und wie er jene auszugleichen hatte.
Seine Rückenprobleme gehören seit jenen Tagen endgültig der Vergangenheit an, ohne dass er je operiert wurde.
Die seit jenen Tagen gesammelten persönlichen Erfahrungen, die kontinuierliche Beschäftigung und laufenden Erkenntnisse, das Wissen um die Nachteile und Probleme mit (Einzel-)Kursen in Tai Chi (Chuan), sowie das Wissen um die Mängel in der Trainingsanleitung, Überlieferung und den bisherig angebotenen Fortschrittsmöglichkeiten in Tai Chi für europäische Menschen (westliche Menschen) führten ihn schließlich zu umfangreichen Ausarbeitungen (Definitionen, “Grade”, “Fortschrittsüberprüfung”, Dokumentationen, …) – sowie zur Gründung des Tai Chi Gung – Landessportverein in Salzburg.
Also:
Wie wird Deine Geschichte mit Tai Chi Gung einmal lauten ?
Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 23. August 2010 um 15:27 und abgelegt unter Ask a Sifu. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.



Samstag 15. Januar 2011 um 02:27
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Samstag 15. Januar 2011 um 07:22
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