Monatliches Archiv:Juli 2021

(Wortpyramide) Tai Chi Gung

Glossareintrag: Tai Chi Gung (Wortpyramide)

Tai

… „höchst“, „sicher“, „überragend“ (manchmal auch: „auch“) [Adjektiv];

„das Allerhöchste“, „der Gipfel der Entwicklung“ …“der/das Erhabene“, (sowie auch: „das Podest“, „der Zustand“, „die Bühne“, „der Stand“ …, „der [Dach-]First“, „der [Berg-]Gipfel“, …“Königreich“/“höchstes Amt“,
etc. … kurz: alles, was eine erhöhte Position im Vergleich zur Umgebung einnimmt) [Substantiv];

– und: „Der aufrechte Mensch“ [allegorisch! – sprich: „Ein Mensch, der ‚aufrecht‘ (‚aufrichtig‘) ist!“];

Chi

… simpel: „essen“ (Pinyin),
komplexer: „sich etwas (lebensnotwendiges) zuführen/aufnehmen“, „(etwas) bewahren“ sowie auch: „streiten“, „kämpfen“ [Verb]
(respektive: „das, was das Leben [auch] erhält“);“(sich) bewaffnen“, „bewaffnet sein“ oder „gewappnet sein“(!) – ebenso wie: „locker sein“, „sich lockern“ (Anm.: „…damit man gewappnet ist(!)“) [Adjektiv];Pinyin: „Qi“, Japanisch: „Ki“, Koreanisch: „Gi“ – bedeutet: „Energie“, „Atem“ oder „Fluidum“,
also: „Lebenskraft“, „Lebensenergie“ … „Quintessenz“, „Äther“, „Odem“ …Indisch: „Prana“, Keltisch: „Od“ [Substantiv];

Gung

… „arbeiten an…“, „die Pflege von…“ („pflegen“), “sich bemühen um”,
– „etwas bestimmtes(!) machen“, „sich etwas bestimmten(!) widmen“ [Verb]; –
… als auch:“der Palast“ [Pinyin: „gong“ – Substantiv, metaphorisch(!): „Ein Palast ‚bewahrt‘, ‚regelt‘ die Ordnung/Struktur innerhalb eines Landes/Gebietes“ – sprich: Ein Palast (im Sinne der [alten/ehemals] chinesischen Ansicht eines „Regierungssitz“) „erarbeitet“ und „bewahrt“ tagtäglich das Gemeinwohl des Volkes! -Es ist also vielmehr „die Aufgabe“ jenes Ortes und der Menschen, bzw. Ablaufe, welche sich darin befinden, gemeint, nicht „das Gebäude an sich“! –Wichtig: Ganz im Gegensatz zur westlichen Prägung jenes Wortes, wonach „ein Palast“ ausschliesslich einen „Prunk-“ oder „Protzbau“ (nur das Materielle!) darstellt, welcher ausschliesslich zu repräsentativen Zwecken („Eindruck schinden“) errichtet worden ist – „wurscht“, was darin gemacht wird!
– die ursprüngliche Bedeutung entspräche also synonym einem (höchsten) „Amt“, einem „Amtssitz“, welches einem bestimmten Zweck dient(!) – wie „Postamt“, „Gemeindeamt“, … „Sozialamt“, etc.pp.];

Tai Chi

… „Das allerhöchste dem Menschen (in der aktuellen Existenz) Zugängliche/Begreifbare“,
„Die höchste Form des Lebens/der Lebenskraft“,“Die Quintessenz des Lebens (…auf Erden)“,[allegorisch & metaphorisch];sowie zugleich:“Die gleichnamige Methode der (Bewegungs- und Verhaltens-)Kunst(form), um das volle Potential eines Menschen mit Körper, Geist und Seele auszuschöpfen und zu erhalten!“;

Tai Chi Gung

… „Die Pflege des Tai Chi“ – bzw.: „Das Ausüben und Bewahren der Kunst des Tai Chi“,

„Das Arbeiten an der Kunst(form) des Tai Chi“;

(Tai Chi Gung Fu)

… “Sich täglich (‚jederzeit‘), ohne Verbissenheit und Zwang [„Fu“ (!)] bemühen um [„Tai Chi“] die allerhöchste Form des Lebens[als Mensch] sowie der Aufrechterhaltung (‚Pflege‘) höchster Lebenskraft”;

Also:
Wir machen Tai Chi Gung!
(die Meister verstehen: „Tai Chi Gung Fu“) – kürzer kann man es nicht ausdrücken, ohne den Sinngehalt zu verlieren!

[Drei kurze, „sinngewaltige“, „mächtig inhaltsvolle“ Wörter…denn: Es gibt nichts Vergleichbares in den uns gängigen westlichen Sprachen, womit man selbiges zum Ausdruck bringen könnte – Logischerweise: Mir(!) ist nichts derartiges bis jetzt bekannt geworden… ich lasse mich aber gerne diesbezüglich vom Leben überraschen, wer weiß?].

Tipps:

Der Weg ist das Ziel

Dieser Satz soll uns daran erinnern, dass es nicht darum geht, einen „Streckenabschnitt“ möglichst rasch zu überwinden oder einen (gedachten) „Endpunkt“ einer Übung, eines „Lernabschnittes“, so schnell wie möglich zu erreichen – sondern: So viel wie nur irgend möglich „auf dem Weg dorthin“ zu erfahren, zu erleben, bzw. „einzusammeln“.

Es ist also wesentlich „interessanter“ den „Inhalt des Weges“ aufzunehmen, zu erfahren, zu ergründen – ja: Zu erleben – als den Endpunkt zu erreichen oder die „Übung abzuhaken“, bzw. als „erledigt“ zu betrachten.

Es geht um die Qualität des Weges, nicht um die Quantität (wieviele Wege man möglichst rasch zuruecklegt).

Damit ist also auch ein Paradigmenwechsel gemeint!

Definition Paradigma:

Ein Paradigma ist eine grundsätzliche Denkweise. Das Wort entstammt dem griechischen parádeigma. Übersetzt bedeutet es „Beispiel, Vorbild, Muster“ oder „Abgrenzung, Erklärungsmodell, Vorurteil“; auch „Weltsicht“ oder „Weltanschauung“.

Unter anderem: Wegzukommen von dem Maßstab und der Einstellung der Quantität(ssucht) hin zur Qualität(ssicht)!

D.h.: Den Grundgedanken von „immer mehr“, „immer schneller“, „immer höher“ zu ersetzen durch: „immer besser“, „immer intensiver“ bzw. „immer perfekter“!

Wer ein wenig darüber nachdenkt, wird erkennen, wie maßgeblich dies ist: Alles(!) in unserer Gesellschaftsstruktur scheint ausschliesslich auf Quantität ausgerichtet.

Jedes Bestreben, egal in welchem Bereich (Wirtschaft, Politik, Gesellschaft) ist derzeit ausschliesslich an Zahlen, Mengen und quantitativer Bereicherung ausgelegt. Es zählt ausschliesslich nur „das in Zahlen quantifizierbare“, nicht die Qualität der Ausführung oder Erfahrung.

„Mehr produzieren“, „mehr leisten“, „mehr verdienen“, …,  „Wachstumsraten“, „Bevoelkerungszahlen“,“Produktionsraten“ … sowie (Gegenseite zur Steuerung): „mehr sparen“, „mehr einschränken“, sowie: „mehr regeln“ (ausschließlich: Quantität statt Qualität!).

Btw.: Auch „die Krise“ zeigt ganz genau diese Problematik: Es interessieren nur die Zahlen und „Mengen“ der Bevölkerung – völlig egal, wie sich die Maßnahmen auf die Gefühle, Bedürfnisse und Lebens-Qualität der Menschen auswirkt.
Slogan: „…zuerst muessen die Zahlen stimmen, dann…“.

Tai Chi lehrt etwas anderes – nämlich: „Die Vereinigung der Gegensätze“, bzw. „sowohl als auch“. Über einen(!) Aspekt kann niemals „die Gesamtheit“ erfasst werden.

In diesem Sinne: Tsai tsien!