Monatliches Archiv:Juli 2022

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 011

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 11


Meisterspruch 011:

[Yang Cheng-Fu zur Bewegung/Handlung]

„Gebrauche Yi, nicht rohe Kraft!“

(→Übertragung/Transkription nach: Yang Cheng-Fu).


Hintergrundinfo:

Yang Cheng-Fu (“Yang Ch’eng-Fu” oder “Yang Chengfu”), China 1883-1936.

„→Yi“ – übersetzt: „Intention“, „Absicht“;
sowie
„rohe Kraft“ – meist publiziert mit chinesisch „→li„,
übersetzt in etwa: „Muskelkraft“, „körperliche (Einsatz-)Möglichkeiten“ bzw. auch: „Körperlichkeit“.

Anmerkung:
„Benutze Yi nicht li“.
Eindeutig fuer Fortgeschrittene: “Das Geheimnis von Yi-Chi-chin” im Download.
Der Blogtext im Link hierzu beschreibt die Entwicklungsstufen eines Adepten und die dazugehörigen Buchvorlagen für Mitglieder.
Link:→ http://www.taichianer.at/das-geheimnis-von-yi-chi-chin/

Tipp:
Es hilft alles nichts. Immer schön der Reihe nach. „Überspringen“ von notwendigen „Stufen“ bringt jemanden nicht schneller weiter. Meist ist das Gegenteil der Fall: Es führt auf einen falschen Pfad …dabei gilt natürlich auch: „Rückschläge“ ermöglichen, dass der Adept wieder den richtigen Pfad beschreiten kann. Dann beginnt man halt wieder von vorn, um die notwendigen Erfahrungen sammeln zu können.
Wichtig: Manche Menschen „brauchen“ auch diese „Umwege“ – es dauert dann halt länger, bis… (na und?)

Im Grunde gilt bei Tai Chi (Gung): „Der Weg ist das Ziel“.
D.h.: Ja, natürlich müssen wir uns Ziele als „Meilensteine“ des Weges setzen, um die „Richtung“ einzuhalten.
ABER: Entscheidend ist dabei, welche ERFAHRUNGEN (körperlich, geistig und seelisch) wir bei „Beschreiten des Weges“ sammeln(!) – nicht, dass wir ein (Zwischen-)Ziel möglichst rasch erreichen und „Kenntnis“ davon erhalten.
(Ich sage dazu auch immer: „Verstehen ist Trostpreis“ – „Machen heißt meistern“)
[…erinnert ihr euch?].

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 010

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 10


Meisterspruch 010:

[Yang Cheng-Fu zur Handlung (in Tai Chi Chuan)]

„Verbinde den Geist mit dem Körper“

(→Übertragung/Transkription nach: Yang Cheng-Fu).


Hintergrundinfo:

Yang Cheng-Fu (“Yang Ch’eng-Fu” oder “Yang Chengfu”), China 1883-1936.

Anmerkung:
*puah* – DEN Spruch gibt es auch von mir (noch) nicht in zwei, drei Sätzen erklärt.

Ich versuche dennoch eine Näherung:
Am ehesten lässt sich diese Aussage zuerst als „Zielsetzung“ festhalten.
Wenn ein Adept des Tai Chi Gung dann diese Befähigung erreicht hat, kann es als „Merksatz“ und „Erinnerung“ definiert werden..

Was ist gemeint?
Eben genau das: „Verbinde den Geist mit dem Körper“ –
„Eins sein, in allem, was man tut“.

Wie erreiche ich das?

  1. Achtsamkeit (ich weiß …mit diesem Begriff, sowie den Erklärung/Anleitung/Übungsanweisungen hierzu, werden aktuell die Buchregale bei den Händlern gefüllt – Im Grunde „schulen“ wir das bei Tai Chi [Gung], es muss einfach nur den Anleitungen der Trainer und Meister gefolgt werden – und – nicht zu vergessen: Dabei auch wirklich „hin-„gehört werden!)

    Exkurs – Treppenwitz (*lach*):
    „Ich schule Achtsamkeit, aber keiner passt wirklich auf, was ich sage“!

  2. Kontemplation (…anstelle: Konzentration)
  3. „Bedingungslose Absicht“ (…s.d.a.: fuer Fortgeschrittene – Das vorliegende dritte eBook fuer Vereinsmitglieder: “→Das Geheimnis von Yi-Chi-chin” im Download)

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 009

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 9


Meisterspruch 009:

[Yang Cheng-Fu zur Bewegung (in Tai Chi Chuan)]

„Deine Bewegungen sollen fließen“

(→Übertragung/Transkription nach: Yang Cheng-Fu).


Hintergrundinfo:

Yang Cheng-Fu (“Yang Ch’eng-Fu” oder “Yang Chengfu”), China 1883-1936.

Anmerkung:
Aus „Wu Wei“ folgt „Tai Chi“ und endet wieder in „Wu Wei“. (…dann beginnt es erneut von vorn).
Da „Tai Chi“ ja aus dem „Wechselspiel“ von yin und yang entsteht und dies ja keine „Starrheit“, „Festlegung“ oder „(Fest-)Halten“ bedeutet, kann „ein Ablauf“ von „Tai Chi“, nur als „fließender Übergang“ von einem Zustand in den anderen gesehen werden.

Was wiederum bedeutet: Ich bewege (verhalte) mich umso mehr gemäß „Tai Chi“, je fließender ich jenem Prinzip – „innen“ wie „außen“ – folge.

Glossareinträge hierzu:
Wu Wei
Tai Chi (Symbol)
yin und yang

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 008

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 8


Meisterspruch 008:

[Yang Cheng-Fu zur Bewegung (in Tai Chi Chuan)]

„Bring Ober- und Unterkörper in Einklang“

(→Übertragung/Transkription nach: Yang Cheng-Fu).


Hintergrundinfo:

Yang Cheng-Fu (“Yang Ch’eng-Fu” oder “Yang Chengfu”), China 1883-1936.

Anmerkung:
Anfängern raten wir immer (körperlicher →Aspekt!):

  • Beachte, dass die Schulter niemals über die Hüfte „hinausgeht“;
  • Achte bei den Übungen darauf, dass die Wirbelsäule sich nicht „verwindet“, wenn Du die Arme in eine bestimmte Richtung „wegstreckst“ (beispielsweise bei „Arme kreisen“);
  • „Es wird nicht der Kopf gedreht – es wird die Hüfte, gepaart mit dem Oberkörper in die beabsichtigte Richtung gedreht, damit der Kopf folgen kann und Du den Blickwinkel ändern kannst“ zB.: bei „→Wende„;
  • Die Haltung gleicht einem englischen Buttler – so als haette man einen ‚Stock am/im Rücken'“;
  • oder:
    „Dreh nicht den Kopf nach hinten – wir sind keine Eulen“!
  • „Jede(!) Bewegung erfolgt aus/mit dem Dantien“ – Bei einer Schwerpunktverlagerung (sprich: „Ausführung eines Schrittes“) wird zuerst die Hüfte bewegt, der Rest des Körpers folgt damit. Bei einer Richtungsänderung bereiten die Füße vor, dann drehst Du zuerst das →Dantien (die Hüfte, „mit der Hüfte“), der Oberkörper und der Kopf bilden ja hierbei [bei korrekter Haltung] eine Linie und folgen somit (automatisch);

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 007

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 7


Meisterspruch 007:

[Yang Cheng-Fu zur Bewegung (in Tai Chi Chuan)]

„Verteile das Gewicht richtig (Fülle / Leere)“

(→Übertragung/Transkription nach: Yang Cheng-Fu).


Hintergrundinfo:

Yang Cheng-Fu (“Yang Ch’eng-Fu” oder “Yang Chengfu”), China 1883-1936.

Anmerkung:
„Fülle“ und „Leere“ verweisen mit dieser Wortwahl nicht nur auf den körperlichen →Aspekt, sondern immer(!) zugleich auf die „inneren“ Vorgänge.

Weil die Ausübung von Taijiquan, Taichi Chuan – bei uns: Tai Chi Gung – die Prinzipien von yin und yang in der Anwendung darstellt (für Fortgeschrittene: „…zu Folgen sind“ bzw.: „…zu berücksichtigen sind“, „…die Essenz des Tai Chi darstellt“ – „Innen“, wie „Außen“).
…mehr dazu im Glossar unter: →yin und yang.