TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Archiv für die 'Geschichte & Hintergrund' Kategorie

Ask a sifu: Was ist mit Tai Chi Tu gemeint?

Samstag 5. November 2011 von websifu

Antwort

Ganz einfach: Tai Chi Tu heißt übersetzt nichts anderes als “Das Symbol des Tai Chi”.

Tu” bedeutet übersetzt: “Symbol des“.

Mit “Tai Chi” ist eben “TAI CHI” gemeint, welches man natürlich auch wieder übersetzen könnte
…aber eben mehrere Bedeutungen umfasst und wir vom Tai Chi Gung – Landessportverein in Salzburg, gerne so “stehen lassen”, damit manch’ einer kapiert, dass die gleichnamige Kampf- und Bewegungskunst – eben in Kurzschreibe “Tai Chi” – sich exakt um selbiges dreht. -> siehe dazu auch:
Was bedeutet das TAI CHI – Zeichen? .

Und das ist das “Symbol des Tai Chi” – Das Tai Chi Tu:

taichisymbol

Alles klar?

Tipps:

Kategorie: Ask a Sifu, Geschichte & Hintergrund | Keine Kommentare »

Synonyme Bezeichnungen für Tai Chi

Samstag 29. Oktober 2011 von websifu

Glossareintrag: Synonyme Tai Chi Bezeichnungen

In den Beschreibungen über Tai Chi Chuan (Taiji Quan) finden sich viele Begriffe, welche sinnverwandt oder bedeutungsgleich als Name für diese “innere Kampfkunst” verwendet werden.

Manches davon aus Unverständnis für die wahre Bedeutung, manches aufgrund von →Übertragungsschwierigkeiten von chinesischen Schriftzeichen und Lauten in westliche Sprachen und Darstellung in lateinischen Buchstaben.

Manches davon entstand aufgrund einer alten “Verschlüsselung”, um Wissen, welches vor allem im Kampf durchaus mit Macht gleichzusetzen ist, vor Konkurrenten, potentiellen Gegnern oder Unbedarften zu schützen.

Direkte Bezeichnungen

sind den chinesischen Lauten oder Schriftzeichen nachempfundene Übertragungen in lateinische Buchstaben.

So finden sich im Westen folgende Bezeichnungen – besser gesagt: Schreibweisen – für die chinesische Bewegungskunst:

  • T’ai Chi Ch’uan – eine leichte Abwandlung nach dem →Wade-Giles-System, nach welchem man eigentlich korrekt
  • T’ai ch’i ch’üan – schreiben müsste – im Gegensatz dazu steht
  • Taijiquan – nach heute gültiger Schreibweise nach dem →Pinyin-System, welches auch oft mit
  • Taiji Quan – als abgewandelte Pinyin-Schreibweise geläufig ist.

Darüber hinaus kann man auch alle Arten von Mischformen und Eigenkreationen finden:

  • Tai Chi Quan
  • Taiji Chuan
    oder:
  • T’ai c’hi ch’uan
  • Thai Ji Chuan
  • Thai Qi Quan
  • Tai Gi Quan, Tai Gi Chuan oder Tai Ji Kuan

Kurzbezeichnungen

Kurzbezeichnungen sind heute ebenso geläufig und werden genauso auch in China verwendet. Anstelle mit →Chuan (Quan) die Methode oder “den Weg des…” zu beschreiben, verzichtet man oft darauf und sagt oder schreibt nur mehr:

  • Tai Chi
  • Taichi oder
  • Taiji

… und meint damit die Bewegungskunst bzw. “innere Kampfkunst” und nicht den gleichlautenden kosmologischen Begriff →“TAI CHI” selbst.

Synonym verwendete Bezeichnungen und Übertragungen

Häufig findet man aber auch Begriffe, mit welchen zwar ebenfalls “Tai Chi Chuan” gemeint ist, aber in den Texten selbst oft diesbezüglich kein direkter Bezug oder weitere Erklärung hergestellt wird (oder hergestellt werden kann).

Bekannte Synonyme lauten:

  • Schattenboxen (siehe dort)
    ursprünglich eine Wortschöpfung der westlichen Kolonisten in China
  • “innere Kampfkunst”
    ursprünglich eine bewusst gewählte Übersetzung von (traditionellen) Tai Chi – Vertretern, welche sich damit von den “äußeren Kampfkünsten” – manche auch bissig von der “Kunst der Shaolin” (ebenfalls dann als “äußere Kampfkunst” tituliert) – abgrenzen wollen und somit die tatsächlich vorhandenen Unterschiede und Herangehensweisen betonen soll
  • “Einbeiniges Boxen” (siehe dort) oder “Boxen mit einem Bein”
    als Beschreibung eines Merkmales der Kampfkunst des Tai Chi Chuan (Taijiquan)
  • “Langes Boxen”
    eine im Westen oft mißinterpretierte – wahrscheinlich von Chinesen selbst stammende – unglücklich gewählte Übersetzung der Bezeichnung “→Chang Chuan (siehe dort)
  • “Die 13 Bewegungsarten” (siehe dort)
    als Sammelbegriff für Tai Chi Chuan, um den “wahren Namen” der (Kampf-)kunst nicht zu nennen. Oft zu finden in alten Aufzeichnungen aus dem Umfeld der Yang-Familie und dem →Yang-Stil, welcher auch bei Übersetzungen aus dem Chinesischen beibehalten wurde
  • “Die 13 Bewegungen” (siehe dort)
    eine andere Übersetzung des gleichlautenden zuvor genannten chinesischen Begriffes. Zusätzlich auch nicht ganz bedeutungsgleich verwendet als eine Übersetzung aus dem Amerikanischen für ein von →Cheng Man-Ching “gefundenes” und in den USA veröffentlichtes “Geheimnis”;

Sowie nicht übersetzte, aber übertragene chinesische Bezeichnungen, mit welchen ebenfalls Tai Chi Chuan (Taijiquan) gemeint sein kann, wie:

  • Ba Gua Chang oder Bagua Zhang (bei Betonung des Kampfkunstaspektes von Tai Chi Chuan)
  • I Chuan, Yi-Chuan oder Yi Quan (bei Betonung des →Energieaspektes im Kampfeinsatz)
  • Wushu (als allgemeine Bezeichnung einer chinesischen Kampfkunst ohne näher auf einen bestimmten Stil einzugehen)
    oder
  • Chang Chuan ([siehe dort] – für “traditionelle Kampfkunst”, welcher in China stellvertretend für “Tai Chi Chuan” verwendet wurde, als man – nicht mehr[?] – jenen eigentlichen Namen und damit den Bezug zu “TAI CHI” verwenden durfte, konnte oder wollte);
    sowie natürlich
  • Kung Fu (als in/für die westliche Kultur geschaffener – man möchte fast sagen: Neologismus – stellvertretend für jegliche Art von Kampfkünsten, welche von/mit Chinesen zu tun haben, aber ursprünglich als “Art und Weise” des Ausübens und Praktizierens einer bestimmten und gleichzeitig mit den Wörtern “Kung Fu” genannten Kunstform, Schule oder Stilrichtung. Siehe dazu auch im Glossar: →Kung Fu).

-

Tipps:

Kategorie: Geschichte & Hintergrund, Glossareinträge | 1 Kommentar »

Fazit Arbeitsmodelle chinesischer Energiearbeit

Dienstag 30. August 2011 von websifu

Im Artikel →Chinesische Arbeitsmodelle im Tai Chi wurden drei Modelle unterschiedlicher Energiearbeit in der Welt des Tai Chi (Taiji) identifiziert.

Diese sind:

  1. Das Modell der Wandlungsphasen
    (aktuell verwendet im →Qi Gong und der →TCM)
  2. Die “Energien des Taiji” (vermutlich: nach Chen Gong),
    sowie
  3. Die “Ba Gua”
    (mit nachweislich ältestem Ursprung im →I Ging, dem “Buch der Wandlungen”)

Neben diesen drei Grundmodellen, welche das Verständnis und die Anwendung der →Chi-Energie erleichtern sollen, existieren eine unüberschaubare Zahl von Interpretationen und Lehrmeinungen.

Je nach chinesischer Kunstform und Einsatzgebiet, mag das eine oder eher das andere hilfreich sein.

Problematisch wird es dabei, wenn die Grundmodelle (Lehrmeinungen, Symbole und Interpretationen) wahllos vermischt und somit auch “zweckentfremdet” werden. Am schlimmsten ist es, wenn jene völlig aus dem Zusammenhang eines bestimmten Systems gerissen werden, um damit Lücken im Wissen oder bei den Hintergründen der eigenen Lehre zu füllen.

Problematik bei den “Energien des Taiji”

Die Zweckentfremdung, das “aus dem Zusammenhang reissen” und das “Lücken stopfen”, scheint beispielsweise bei Anhängern der “Energien des Taiji” (dem zweiten vorgestellten Modell) der Fall zu sein.

Es fehlt irgendwie der Ursprung, der Hintergrund – besser gesagt: Das Fundament. Darüber hinaus gibt es keine wirklich schlüssigen Zusammenhänge und Verbindungen der einzelnen 41 (oder sind es zwischenzeitlich schon 50 ?) “Energien”.

Anmerkung:
Wobei das Wort “Energie” ja hierbei auch fast falsch scheint, denn vordergründig ist zuerst einmal eine körperliche “Technik” damit gemeint.
Andererseits lassen sich hiermit trefflich hunderte von Seiten nichtssagender Beschreibungen füllen und wunderbar viele Bücher veröffentlichen, worin jeweils eine Technik an die andere gereiht wird.

Die Beschäftigung mit jener Unzahl an “Detailklaubereien” (d.h.: Eine “Einzelanwendungen” einer bestimmten “Energie” zuzuordnen) erscheint uns aus Erfahrung völlig unnötig, um →chin-Kräfte zu realisieren.

Der Schüler verzettelt sich auf “Nebenschauplätzen” -
Besser ist, er konzentriert sich auf die “klassischen Acht Kräfte” (die “Ba Gua”, die →Grundtechniken des Tai Chi) und beherrschte jene, in jeder(!) Situation.

Problematik der Mischung von (modernem!) Qi Gong und Tai Chi.

Viele Lehrer sind der Ansicht, rascher Fortschritte in Tai Chi (Chuan) herbeiführen zu können, indem sie Einzelübungen des Qi Gong als Vorbereitung für das – eigentliche – Tai Chi-Training nutzen. Oder es werden aus dem Qi Gong entlehnte Praktiken in das Training von Tai Chi “eingebaut”, um noch besser dem →Gesundheitsaspekt dienlich zu sein oder die Energieerfahrung in Tai Chi schneller erreichen zu können.

Nicht nur dass dabei (klassische) Ch’i Kung-Übungen mit (moderenen) Qi Gong-Übungen verwechselt werden, sondern eben auch die Betrachtungs- und somit Arbeitsmodelle (der Energiearbeit) vermischt werden.

Dabei wird für viel Verwirrung und Erklärungsnotstände gesorgt und im Gegenteil zur “gut gemeinten” Absicht des rascheren Voranschreitens, in Wahrheit geradezu eine Be-Hinderung des Fortschrittes in Tai Chi (Chuan) erzielt.

Selbst Anfänger erkennen sehr leicht, dass “plötzlich” das in den Qi Gong-Vorübungen praktizierte, einfach “irgendwie” nicht mehr zum Tai Chi-→Formentraining, dem →Danlian oder dem →Tui Shou passt – Können sich aber nicht erklären warum.

Die Antwort ist ganz einfach:
Ein absolut gleichzeitiges(!) Lehren von – Betonung: modernem! – Qi Gong und Tai Chi (Chuan) ist nicht möglich, da beide Systeme völlig verschiedenen Grundlagen und Ansätzen folgen. Es sind unterschiedliche (Arbeits-)Modelle. Zuerst müsste jemand das eine oder das andere meisterhaft beherrschen, um zwischen den Systemen “umschalten” zu können.

Anmerkung:
Ausserdem ist dies eigentlich gar nicht notwendig, denn Tai Chi Chuan (Taiji Quan) stellt ja ohnehin schon eine nahezu perfekte “Vereinigung”, eine jahrhundertelang perfektionierte Symbiose, aus der Kunst der Lebensverlängerung (→Yangsheng), der →Meditation und der chinesischen Kriegskunst (der chinesische Kampfkunst, des →Wushu) dar.
Wie sagt der moderne Mensch gerne: “Never change a winning horse!”

Aus guten Gründen wurde deshalb auch →Cheng Man-ching niemals von →Yang Cheng-Fu als Meisterschüler aufgenommen:

  • Erstens, er konnte sich aufgrund seiner festen Orientierung zur traditionellen chinesischen Medizin, einfach nicht von deren Lehren (”Einzelenergien”, den fünf Wandlungsphasen, etc.) lösen
    und
  • Zweitens, versuchte er “verbissen”, nicht nur Meisterschüler zu werden, sondern ebenfalls jenes erstere Dilemma (sprich: “Wie passen die acht Grundtechniken des Tai Chi Chuan, zu den fünf Wandlungsphasen [des Qi Gong]?”) zu umgehen.

Dabei wichtig zu erwähnen:
Chen Man-Ching leistete einen wichtigen und wesentlichen Beitrag Tai Chi (Chuan) in der westlichen Welt zu verbreiten.
Dies ist zweifellos anzuerkennen und ein Schüler kann sehr viel von ihm (sprich: Büchern und Nachfolgern) lernen.
Aber… (beachte vorherige Absätze).

Wir wissen, dass “→Kung Fu” eben die “NICHT OBSESSIVE…” – also: die nicht verbissene, nicht krampfhaft verfolgte – “…regelmäßige ausgeübte Perfektionierung IN einer BESTIMMTEN Kunstform” darstellt.
(Cheng Man-Ching’s Fehler Nr. 1).

Und ebenso, dass dessen Dilemma (ausformuliert: “Wie passen die Ba Gua [Grundtechniken] zu Qi Gong, bzw. zu den Lehren des TCM, bzw. den Wandlungsphasen?”), nur eine Antwort und Lösung erlaubt: “GAR NICHT!”

Denn es sind zwei völlig unterschiedliche Betrachtungssysteme und (Arbeits-)Modelle (Cheng Man-Ching’s Fehler Nr. 2 …und leider vieler, vieler anderer Taiji-Lehrer auch).

Selbstverständlich kann(!) man beide Systeme und damit einhergehende unterschiedliche Lehrmeinungen – separat - verinnerlichen und auch separat(!) lehren!

Aber: Eine Mischung der Arbeitsmodelle kann zwangsläufig nur zu mehr Verwirrung und auch unklaren Standpunkten und unklarer Lehre führen.

Der Volksmund spricht:
Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.

Natürlich kann ein Praktizierender von jedem dieser Modelle und Systeme etwas für sich lernen und Erkenntnisse daraus ziehen -

Doch:
Ein Schüler kann eben nur auf einem(!) Weg voranschreiten. Ein Meister kann nach Abschluss eines Weges, jederzeit einen neuen wählen!
Das heisst auch: Beide müssen sich entscheiden!

Tai Chi Chuan – heisst übersetzt eben auch:
“Der Weg des TAI CHI” !

Nur für Mitglieder und Förderer:

Fortgeschrittene in Tai Chi Gung finden im Download unter der Rubrik →“Fortgeschrittene”,
das Handbuch: “Die Acht Grundtechniken – Ba Gua Zhang”.

Auf 56-Seiten-DIN-A4 erfolgt die detaillierte Beschreibung der 8 Grundtechniken, die “Ba Gua Zhang”.

Ein brandaktuelles Handbuch vom Gottfried Rinner, Gründungsmitglied und Trainer des →Tai Chi Gung – Landessportverein in Salzburg.

Die Aufklärung über der Geheimnisse des “Ba Gua Zhang”:

  • Ursprünge und Hintergrund;
  • Detaillierte Beschreibung der Acht “Grundtechniken” und deren Anwendung;
  • inklusive 17 grafische Darstellungen und 12 umfangreiche Übersichtstabellen zum Nachschlagen, Vergleichen und für die →Bild-identifizierung.

Download des eBooks im PDF-Format
– nur für registrierte Mitglieder (Vereinsmitglieder und Förderer).

Tipps:

Kategorie: Geschichte & Hintergrund | Keine Kommentare »

yin und yang

Sonntag 21. August 2011 von websifu

Glossareintrag: yin und yang

yin und yang

yin und yang sind im Grunde als “Sammelbegriffe”, chinesische Allegorien für “Eigenschaftsbeschreibung” und finden eine erste schriftliche Erwähnung im “→I Ging” (dem “Buch der Wandlungen”).

Das I Ging ist das bekannteste und über 4000 Jahre(!) alte Werk, welches die Betrachtungen chinesischer Gelehrter des Altertums dokumentiert und das vollständige philosophische Konzept des TAI CHI beinhaltet.

ying-yang – Symbol = TAI CHI – Symbol

Auch bei uns im Westen kennen viele, die meist hierzulande als “yin-yang – Symbol” bezeichnete bildhafte Darstellung:

taichisymbol

Weniger bekannt ist meist jedoch, dass exakt jenes Symbol in China als TAI CHI (manchmal auch: “Tai Chi Tu” – für: “Zeichen des Tai Chi”) bezeichnet wird.

Diese Darstellung von yin und yang IST TAI CHI !

(”Tai Chi” bedeutet übersetzt soviel wie: Das “Allerhöchste”, das “letzte [für den Menschen] Erkennbare“, manchmal auch bezeichnet mit dem “Firstbalken” [das ist der höchste Dachbalken an einem Haus, welcher die Dachfläche teilt - beispielsweise in eine Nord- und Südseite, oder eine Sonnen- und Schattenseite - eben: Teilt in →yin und yang].

Exkurs:
Logischerweise wird jene chinesische Bewegungskunst und “der Weg” (chinesisch: →Chuan oder Quan), welcher dem “Allerhöchsten”, also TAI CHI folgt, auch “Tai Chi Chuan” genannt. [Heute meist abgekürzt: Tai Chi].

Hinweis
Mit der Schreibweise möchten wir unterscheiden:

• Ist der kosmologische Begriff gemeint, schreiben wir “TAI CHI” (in Großbuchstaben).

• Mit allem anderen ist die “innere Kampfkunst“, die chinesische Bewegungskunst Tai Chi (Chuan) ["abgekürzt"] gemeint.

Bedeutung von yin und yang

Die Bedeutung von yin und yang erschließt sich einem Menschen weder automatisch noch sofort: Er oder Sie muss darüber nachdenken, beobachten und reflektieren.

Mehr dazu unter:
Glossareintrag →yin
und Glossareintrag →yang

yin und yang sind ein “untrennbares Eigenschaftspaar der Gegensätze”, in unserem Leben, in unserer Umwelt, im Kosmos, deren Ausprägungen (Eigenschaften, Stärken, …, Anteile) in ständigem Wechsel (in einem Rhytmus) ineinander übergehen und einander bedingen.

Wie die zwei Seiten einer Münze: Es gibt keine Münze mit nur einer Seite.
Oder wie der Atemvorgang: Es gibt nicht nur Einatmen – oder nur Ausatmen.

Genausowenig existieren im “harmonischen Kosmos” weder yin noch yang allein. Die “atomare Darstellung”, das Symbol hierfür, ist das Symbol von TAI CHI.

Tipps:

Kategorie: Geschichte & Hintergrund, Glossareinträge | 1 Kommentar »

Chinesische Arbeitsmodelle im Tai Chi

Freitag 19. August 2011 von websifu

Glossareintrag: Arbeitsmodelle in Tai Chi
Glossareintrag: Energie und Modell

Drei unterschiedliche chinesische Modelle der Wirkungskräfte in der Welt des Tai Chi (Chuan).

Wer sich länger und intensiver mit Tai Chi Chuan (Taiji Quan) beschäftigt hat, weiß längst, dass diese Bewegungskunst keine reine körperliche Angelegenheit darstellt, sondern viele andere – auch “innere” – →Aspekte umfasst und deshalb auch als “Weg” oder “Methode” (chinesisch: →Chuan bzw. Quan) gilt.

Hauptaspekt Chi und Chi-Fluss

Einen Hauptaspekt bildet dabei das →Chi (Qi) und der Chi-Fluss, sowie dessen Auswirkungen (chinesisch: “→chin“).

Man kann durchaus sagen, dass das “Wissen um”, bzw. das “Verständnis von”, sowie die “Anwendung des” Energiephänomens, welches im modernen westlichen Sprachschatz keinerlei Entsprechung findet, die wesentlichen Faktoren zur Beherrschung der “inneren Kampfkunst” darstellen.

Da aber “innere Vorgänge” (mentale, geistige, seelische Dinge) sich sehr schwer in objektiv, allgemein gültige – sprich: materialistisch, “greifbare” – Dinge oder Begriffe umsetzen lassen, sondern hauptsächlich subjektiv empirisch, erfasst und auch vermittelt werden können, greift man hierbei auf Allegorien, Metaphern und Symbole zurück.

In der Praxis – sprich: bei der Anwendung und Ausübung von Tai Chi (Chuan) – ist es selbstverständlich erforderlich, dass jene verwendeten “Ersatzbeschreibungen” und natürlich auch die dabei verwendeten Symbole, ineinander und untereinander “stimmig” sind, um den (dahinterstehenden) Sachverhalt möglichst auch als (Arbeits-)Modell nutzen und anwenden zu können.

Anmerkung:
Ein Modell ist ein aufgrund von Daten (Informationen) zusammengestelltes Abbild eines Sachverhaltes, mit welchem man Vorgänge, Abläufe, Arbeitsvorgänge, etc., leichter und einfacher vornehmen oder beschreiben kann, ohne sich jedesmal um eine exakte Definition von Einzelheiten kümmern zu müssen, welche für die aktuelle Zielsetzung (Arbeit, Vorgänge) von untergeordnetem Interesse bzw. Wichtigkeit sind.

D.h.: Modell und Sachverhalt (”die Wirklichkeit”) müssen gar nicht absolut identisch sein – Sofern das Modell seinem beabsichtigten Zweck genüge tut.

Exkurs:
Ein gutes Beispiel hierfür wäre das Bohr’sche Atommodell, ein Atom “sieht” in der Realität gar nicht so aus, aber…

Ein anderes Beispiel, für Computerfreaks, wäre die Objektorientierte Programmierung, welche einerseits mit völlig abstrakten Begriffen umgeht und andererseits gerade dadurch(!) wesentlich leichter, konkrete Aufgaben mittels Software und Computer bewältigen lässt.
[Na also: Auch wieder: "yin und yang" ;-) ].

Drei Modelle aus Überlieferung und Aufzeichnung

Aus den gesammelten chinesischen Überlieferungen, den verschiedenen Aufzeichnungen (Anleitungen, Beschreibungen, Büchern) sowie Aussagen von “Vertretern” (Familienstile, Schulen, Meister, Trainer, Lehrer, Philosophen) welche sich mit (klassischen) chinesischen Künsten befassen, kann eine enorme Menge Informationen entnommen werden, selbst wenn man sich auf den Hauptaspekt (Chi und Chi-Fluss) und Wirkungsweisen konzentriert.

Trotz differierender Lehrmeinungen, sowie unzähliger, teils unvollständiger Aussagen darüber, lassen sich prinzipiell drei eigenständige und unterschiedliche Denkansätze zusammenfassen und somit als unterscheidbare Modelle zur Erklärung und Anwendung der Chi-Energie zusammenfassen, welche in der heutigen Zeit als Grundlage dienen.

Man kann diese somit als Grundmodelle des zeitgenössischen Tai Chi (Chuan) bezeichnen.

Wichtige Bemerkung:
Es geht hier nicht um →Stile, sondern “Energiearbeit”!

Diese drei Grundmodelle sind:

  1. Das Modell der Wandlungsphasen
    (aktuell verwendet im Qi Gong und der TCM)
  2. Die “Energien des Taiji” (vermutlich: nach Chen Gong),
    sowie
  3. Die “Ba Gua”
    (als nachweislich “ältesten” Ursprung mit erstmaliger Erwähnung im “I Ging”, dem “Buch der Wandlungen”)

1. Das Modell der Wandlungsphasen

Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Geschichte & Hintergrund, Glossareinträge | Keine Kommentare »