Glossareintrag: Chansi Gong
Glossareintrag: Cansigong
Chansi Gong (auch: Chan Si gong, Cansi Gong, Cansigong) ist eine Sondertrainingsform des →Chen Stiles
Cansigong wurde im Chen-Stil von Großmeister Chen Xiaowang Ende des 20. Jhdt. zusammengestellt und dient dort, also: im Chen Stil(!), seither als „Basisübungskomplex“ für Einsteiger.
Der auch als „Seidenfadenübungen“ oder „Seidenübungen“ (engl.: „ silk reeling„) übersetzte Trainingsabschnitt gilt seither als Ausgangsbasis des Chen-Stil – Tai Chi Trainings.
Es sollen hierbei die Grundlagen der Bewegungsabläufe, körperliche Stärke, Koordination, Körperbewusstsein, Achtsamkeit, Einheitlichkeit der Bewegung, sowie „Energiearbeit“ erlernt und perfektioniert werden.
Chansi Gong ist kein Tai Chi (Chuan)!
Es ist als Vorbereitungs- und Einstiegstraining konzipiert, um nach Bewältigung jener Stufe der Fertigkeiten, mit dem eigentlichen Training von Tai Chi beginnen zu können.
Cansigong wird ausschließlich im aktuellen Chen-Stil praktiziert, da es ja dessen „Erfindung“ (s.o.) ist.
Anmerkung: Selbstverständlich werden diese Übungen in der Trainingspraxis des Chen-Stiles auch regelmäßig zum Aufwärmen genutzt, um die vom Großmeister erkannten und benannten Grundlagen ständig zu vertiefen und deren „Wirkungen“ und „Verhaltensweisen“ in das darauffolgende Tai Chi – Training einfließen zu lassen.
Die „→Seidenübungen“ (siehe auch dort) gelten daher im Chen-Stil als probates Hilfsmittel vor Einstieg in die eigentliche Tai Chi-Praxis.
Es wird beim Chen-Stil auch ausgesagt, dass ein Anfänger erst dann mit Tai Chi beginnen darf, wenn jener die Seidenübungen (Chansigong), einschließlich der sogenannten „Säulenübung“ (das ist: „Den Baum umarmen“), in der Dauer von mindestens 1 Stunde, zu beherrschen gelernt hat.
Exkurs:
Die Problematik des Chansigong liegt meiner Meinung nach darin, dass jene zu stark an Qi Gong angelehnt sind, also: Ein anderes →Arbeitsmodell, als Tai Chi Chuan als Grundlage haben.Und die Problematik der „Säulenübung“ liegt darin, dass jene zwar ausgezeichnet die Selbstdisziplin zur Körperbeherrschung und Fokussierung fördert – es hilft zu mentaler Stärke und zur Kräftigung der Beine – aber eben statisch(!), bewegungslos(!) ausgeführt wird!
Damit also einer super „hardcore Zen-Meditation“ entspricht, eigentlich jedoch nichts mit Tai Chi zu tun hat, weil Tai Chi „prinzipell“ ja einer dynamischen, fließenden „Meditation in Bewegung“ entspricht.
Fazit:
Weshalb also vor Beginn der eigentlichen Tai Chi-Praxis „ein anderes Übungssystem“ erlernen?
Der Tai Chi Gung – Landessportverein beschreitet seit Jahren einen anderen Weg, um Einsteigern und aktiven Mitgliedern, den Energieaspekt nahezubringen, sowie gleichzeitig die körperlichen, geistigen und seelischen Fertigkeiten zur Ausübung von Tai Chi „aufzubauen“, „zu stärken“ und „zu verbessern“
(u.a.: Wird „Den Baum umarmen“ nur mehr zur Erklärung einer Körperposition herangezogen, aber nicht mehr geübt, da eben statisch [keine „Meditation in Bewegung“] und zur Stärkung der Rücken- und Beinmuskulatur anderes wesentlich besser geeignet ist).
Wir nutzen hierzu eine Kombination von verschiedenen, „dynamischen“ Vorbereitungsübungen, welche bei jeder(!) Trainingseinheit („zum Aufwärmen“) durchlaufen werden und alle(!) Aspekte harmonisch und „vollständig“(!) nahebringen: „Tiefenatmung“, „Stehen im Wasser“, „Wolkenhände“ und „Armekreisen“.
In diesem „Set von vier Aufwärmübungen“ findet sich nun ebenso „eine Essenz des Tai Chi“, um idealen Einstieg in die →Formen-Übung zu erreichen.
Tipps:
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