Monatliches Archiv:Juni 2011

Wer war Yang Cheng-Fu?

Glossareintrag: Yang Cheng-Fu

Yang Cheng-Fu (manchmal auch geschrieben: „Yang Ch’eng-Fu“ oder „Yang Chengfu“) lebte von 1883 bis 1936 in China und gilt als berühmtester Meister und Vertreter der Familie Yang und deren gleichnamigen →Yang-Stil im 20. Jahrhundert.

Anmerkung:
In China ist es üblich den Familiennamen, in diesem Falle also „Yang“, als erstes zu nennen und voranzustellen.
Ebenso hat dieser Name nichts mit dem „untrennbaren Eigenschaftspaar“ yin und →yang (siehe dort) zu tun!

Yang Cheng-Fu war Sohn von Yang Chien-Hou (1837-1892), welcher wiederum ein Sohn des Begründers des Yang-Stils, nämlich Yang Lu-Chan (1799-1872), war.

Yang Cheng-Fu war also der Enkel des Gründers des Yang-Familien-Stiles.
Es wird berichtet, dass er viel reiste und den →Familienstil des Tai Chi (Chuan) in ganz China verbreitete.
Von den Tausenden seiner Schüler wurden jedoch nur ganz wenige in die Tradition und die Geheimnisse des Familienstils eingeweiht oder später auch tatsächlich als Meister eines „authentischen Yang-Stiles“ aufgenommen und autorisiert.

Doch auch viele andere Schüler betätigten sich als Lehrer und gaben weiter, was sie – also eigentlich: unvollständig – gelernt hatten. Dies erklärt auch, warum der Yang-Stil heute in so vielen „öffentlichen“ Varianten auftritt. Wozu ebenfalls die 1955 von der Volksrepublik China veröffentlichte „kurze Fassung“ – besser bekannt als: →Peking-Form – gezählt werden kann.

Als einer der bekanntesten Schüler Yang Cheng-Fu’s kann →Cheng Man-Ching (1900-1975) genannt werden, welcher zwar Meister der chinesischen Heilkunst (der →TCM), Kalligraphie, Poesie und der Malerei war, aber partout nicht als Meisterschüler des Yang-Familienstils von jenem anerkannt wurde.

Ein berühmter Ausspruch Yang Cheng-Fu’s gegenüber Cheng Man-Ching dazu lautete: „Was hängst Du an mir – ich bin kein Fleischerhaken„, welchen er sogar öfters wiederholt haben sollte.

Doch von jenem (Cheng Man-Ching) – wie auch in den unter dessen Namen nach seinem Tode veröffentlichten Büchern nachlesbar – völlig mißverstanden und ebenfalls als „Aussage über Tai-Chi-Prinzipien“ seines Meisters aufgenommen und interpretiert wurde.

Von Yang Cheng-Fu stammen unter anderem folgende (natürlich: in chinesischer Schrift verfassten und veröffentlichten) Aufzeichnungen:

  • Das „Lied der 13 Bewegungen“ – d.h. also: „ein Liedtext über Tai Chi Chuan“ – welches er tatsächlich auch selbst geschrieben hat (siehe dazu auch: →Die 13 Bewegungen);
  • Die Beschreibung der („öffentlichen“) „Kurzen Yang-Form“ mit 37 Stellungen (siehe dort);
  • Sowie, die (berühmten und von anderen[!] aufgezeichneten) „Merksätze von Yang Cheng-Fu“, welche oft als Liste der „Prinzipien des Tai Chi Chuan“ (s.d.a. →Tai-Chi-Prinzipien) für Anfänger weitergegeben werden.

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Die 37 Stellungen des Yang Cheng Fu

Glossareintrag: Die 37 Stellungen (Yang Cheng Fu)

Die (offizielle !) →Form der Vertreter des „authentischen →Yang-Stils“ wurde vom bekanntesten Mitglied dieser Familie Yang Cheng Fu (*1883 – †1936), festgelegt.

Anmerkung:
„Yang“ bezeichnet den Familiennamen. In China wird der Familienname immer vor dem Vornamen geführt (d.h: Der Vorname lautet in diesem Falle: „Chen-Fu“).
Wichtig auch: Der Familienname und damit auch die Bezeichnung der von der Familie und deren Vertretern verbreiteten Form(en) – Yang-Form oder Yang-Stil – muß von der gleichlautenden „Eigenschaftsbezeichnung“ mit dem Namen „→yang“ streng unterschieden werden, da etwas völlig anderes damit gemeint ist!

Jene Tai Chi – Form besteht aus 37 verschiedenen (jedenfalls dort – von Yang Cheng Fu – genannten) Stellungen oder Figuren, die alle aufrecht, mit den Füßen auf dem Boden und offenen Augen ausgeführt werden. Die Stellungen, oder auch Figuren, sind jedoch keinesfalls statisch zu verstehen, sondern sind eigentlich Bewegungen (im Grunde: des gesamten Körpers!), welche fließend miteinander verbunden sind und ineinander übergehen. Diese bezeichnen daher vielmehr „Abschnitte“ innerhalb des kompletten Bewegungsablaufes dieser Form.

Einerseits ist hierin die Intention festzustellen, dass die Idee der ständigen Wandlung deutlich erkennbar sein soll, sowie gleichzeitig festgelegte Stellungen (Figuren) genau nachvollziehbar und ausführbar sein sollen, ohne in Erstarrung oder Festhalten des Erreichten zu verbleiben.

Andererseits wurde Weiterlesen →

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