TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Archiv für Februar, 2010

Vergabe der Tai Chi Gung – Jugendstipendien 2010

Dienstag 16. Februar 2010 von websifu

Unser Beitrag zur Jugendförderung 2010:

Der Tai Chi Gung – Landessportverein vergibt heuer vier Jugendstipendien an Jugendliche zwischen 14 bis 17 Jahren aus der Stadt Salzburg und Umgebung.

Wir wissen, wie wichtig und notwendig eine Förderung junger Menschen ist, um diesen den Zugang zu sportlicher Betätigung zu erleichtern. Genauso wissen wir, wie nötig die Aufklärung und Information Jugendlicher über die gesundheitliche Notwendigkeit regelmäßiger Bewegung ist, ebenso wie die “richtige” Anleitung und Motivation zu Übungsformen nötig ist, welche neben dem Spaß auch weitreichende positive gesundheitliche Auswirkungen zeigen.

Wir wissen darüber hinaus, dass “üblicher” Leistungssport nicht “jedermanns Sache” ist und Jugendlichen, welche scheinbar(!) für angebotenen Leistungsport “nicht geeignet” wären oder diesem ablehnend gegenüberstehen, viel zu wenig Alternativen sinnvoller, gesundheitsfördernder Aktivitäten geboten werden.
Das möchten wir ändern.

Tai Chi (Chuan) ist eine Alternative!

- welche nach wie vor noch allzu oft mißverstanden wird und im “herkömmlichen” Sportunterricht (noch!) keinen Einzug gehalten hat.

Die Ausübung von Tai Chi (Chuan) kräftigt die Beine, den Bewegungsapparat allgemein (Prävention von Rücken- und Haltungsproblemen), fördert die Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit und stärkt die Atemtätigkeit sowie das Kreislaufsystem. Die Übungen strengen, gerade zu Beginn, enorm an, ohne dass man hierbei jemals außer Atem gerät.
Und: die Ausführung von Einzelübungen können überall und jederzeit, wann immer man möchte, erfolgen, ohne hierzu spezielle Ausstattungen oder Ausrüstungen zu benötigen.

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Die Peking-Form

Freitag 12. Februar 2010 von Gottfried

Glossareintrag: Peking-Form

Alternative Bezeichnungen: peking form, peking form taiji, beijing form, Regierungs-Form, bzw. 24er-Form, 24-Folgen-Form, 24-Abfolgen-Stil usw.

Unter der Peking-Form versteht man einen Tai Chi – Übungsablauf, welchen die Regierung der Volksrepublik China im Jahre 1955 / 1956 veröffentlichte. Dies ist eine – relativ – kurze (”öffentliche”) Fassung welche aus dem →Yang-Stil entlehnt wurde und mit 24 Abfolgen beschrieben wird.

Die Peking-Form sollte möglichst vielen, möglichst rasch das Erlernen von Tai Chi erlauben, um hauptsächlich von den gesundheitlichen Aspekten dieser körperlichen Betätigung zu profitieren.

Entwicklung:

Mao Zedong (bzw.: Mao Tsê-tung) verbot in China die Ausübung von Qigong und die inneren Kampfkünste.
Er machte bei Tai Chi Chuan eine Ausnahme, indem er es zur Gymnastik erklärte.

Meiner Meinung nach erkannte er, bzw. seine Führungsgruppe, dass ein vollkommenes Verbot sich unmöglich umsetzen ließe und so wurde anstelle die unvermeidbaren Beschäftigung der Bevölkerung mit einer uralten Tradition zu verbieten, diese stattdessen gefördert, aber hiermit gleichzeitig die (ausschließliche) Richtung der Beschäftigung vorzugeben.

Um sicher zu gehen, dass Tai Chi Chuan auch nur als Gymnastik geübt wurde, wurde 1956 eine 108-Abfolgen-Form (Yang-Stil) auf eine 24-Abfolgen-Form gekürzt: welche letztendlich als “Peking-Form” weltweit bekannt wurde.
Darum gilt die Peking-Form auch als “Regierungs-Form”.

Nach 20 Jahren (1976) wurde eine weitere “offizielle Taijiquan-Form” mit 48 Abfolgen entwickelt, welche aus den vier Haupt-Familien-Stilen des Tai Chi Chuan (Yang Stil, →Chen-Stil, →Wu-Stil, →Sun-Stil) zusammengesetzt ist.
Diese erreichte aber nie die Popularität der Peking-Form.

Heute existiert auch eine “lange Peking Form”, welche aus 88 Abfolgen zusammengesetzt ist.

Die Peking-Form mit 24 Abfolgen kann als die heute am meisten verbreiteteste Tai Chi→Form angesehen werden.
Man könnte sagen: Einer der absoluten Export-Schlager aus China!

Anmerkung:

Wie bereits mehrfach beschrieben, stammen in der Praxis geübte Tai Chi Formen aus den verschiedenen Tai Chi Stilen und von verschiedensten Lehrern, in denen die Tai Chi Übungen immer etwas anders ausgeführt werden (generell aber immer nach dem gleichen Prinzip – Denn: selbst im “worst case”, also wenn ein Lehrer “kaum eine Ahnung” von der “inneren Kampfkunst” hat oder sogar manche Abläufe “falsch” macht oder “falsch vorzeigt”, gelangt ein sich mühender Adept automatisch früher oder später “zur Erkenntnis seiner(!) Form”.

Selbiges gilt selbstverständlich auch für “die” Peking-Form – Eine Peking-Form von A ist nicht gleich Peking-Form von B! (ditto für 24er-Formen)
Es gibt hierbei ebenso viele (Unter-)Varianten und “Lehren”, wie bei allen anderen Tai Chi – Formen, unabhängig von deren Länge.

Ebenso als Variante kann die 25-Bilder-Form des Tai Chi Gung – Landessportverein gesehen werden.
Registrierte Mitglieder (Aktive Vereinsmitglieder und Fördernde Mitglieder – “Förderer” – ) finden in der Download-Datei: TI_013_Info_Form25.pdf
die Trainingsinfo Nr. 13 – Bereich: Form(en), Thema: Die 25-Bilder-Form. Eine Tabellarische Übersichtsliste der 25-Bilder-Form inkl. Kurzbeschreibungen.

Exkurs:

Eine Wahrheit ist, dass primär nicht “die Länge einer Form” (die Anzahl der Bilder, Abläufe, Figuren) von Bedeutung ist, sondern die innere Arbeit und der dabei erzielte Fortschritt des Übenden. Man könnte also auch “nur” mit der Peking-Form zum Tai Chi Meister werden.

Der Vorteil des Erlernen und Üben von (mehreren) unterschiedlichen “Bildern” ist, dass unterschiedliche Bilder (Figuren) auch unterschiedliche Erfahrungsmöglichkeiten bieten und – gerade für westliche Menschen mehr Abwechslung in der Praxis bieten.
Der Nachteil dabei ist, dass “ein Mehr” an Quantität keineswegs die Qualität steigert und man sich wieder stärker auf “körperliche Techniken” und die Erlernung der Bewegungsabläufe konzentriert, anstelle das bereits Erlernte mit Inhalt “zu füllen”.

Buchtipp:

Die “offizielle” Pekingform findet sich unter anderem in:
“Schattenboxen leichtgemacht”, Verlag China heute, Beijing; Neuauflage (Vierte Auflage 1992); 95 Seiten, 11,5 x 18,5 cm, Taschenbuch (Kartonumschlag, Klebebindung); ISBN: 7-5072-0262-3; Beschreibung der 24 Folgen mit 174 Bewegungsskizzen(!) inkl. einführende Erläuterungen über Entstehung, Entwicklung und Ursprung sowie Betrachtung aus medizinischer Sicht plus Nachwort zur Atmung (Atemtechnik). Zu erhalten ab 3,50 EUR bis rund 5,- EUR.

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Der Begriff TCM – Die Traditionelle Chinesische Medizin

Mittwoch 10. Februar 2010 von Gottfried

Glossareintrag: TCM – Traditionelle Chinesische Medizin

Beschäftigt man sich mit Tai Chi Chuan, so trifft man natürlich auf →Qi Gong und damit kommt man unweigerlich auch mit dem Begriff TCM in Berührung.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (kurz: TCM) ist wahrscheinlich eines der ältesten bekannten ganzheitlichen Gesundheitssysteme.
Es wurde in China vor über 5000 Jahren begründet.

Zum Vergleich: Für Mitteleuropa wird etwa die Zeit zwischen 5500 und 1800 v. Chr. als Jungsteinzeit angeben.

Man könnte also sagen, zur Zeit des “Ötzi” begründete man in China bereits ein umfassendes Gesundheitssystem, welches bis heute(!) fortgeführt, weiterentwickelt und mit sehr großem Erfolg ausübt wird. In jüngster Zeit findet die TCM auch bei uns im Westen mehr Beachtung und Anwendung.

Als legendäres Standardwerk gilt ein 81 Abhandlungen umfassendes Werk in zwei Büchern (”Su Wen” in etwa: “Fragen organischer und grundlegender Art” und “Ling Shu” soviel wie: “Göttlicher Angelpunkt mit Hinweisen zur Akupunktur”), welches Huang-Di Nei-jing (”Die Medizin des Gelben Kaisers”) genannt wird. Wie der Name schon ausdrückt, wird es dem legendären “Gelben Kaiser” zugeschrieben, auch wenn es wahrscheinlich erst um 200 vor Christus entstanden ist und verschiedenste Autoren daran beteiligt waren. Es enthält – so könnte man sagen – das zeitgenössische Wissen der TCM.

Die fünf Säulen der TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin nennt fünf Behandlungsmethoden:

  • Akupunktur und Moxibustion
  • Tuina (entspricht: manuelle Therapie, z.B. Akupressur)
  • Arzneimitteltherapie (Heilkräuter und Mineralstoffe)
  • Ernährungsrichtlinien, sowie
  • Yangshen (”Die Kunst der Lebensverlängerung” – wozu Bewegungen mit bestimmten Atemtechniken und Konzentrationsübungen zählen – heute bestens bekannt durch die Praxis von Qi Gong oder Tai Chi)

Wobei die ersten vier der genannten Säulen des TCM eher als passive Therapieformen angesehen werden können, erfordert die fünfte Methode jedoch insbesonders die aktive Mitarbeit des jeweiligen Menschen.

Ergänzende Information

  • in der TCM werden “Organe” nicht unbedingt mit anatomischen Strukturen oder Zellverbänden der westlichen Medizin gleichgesetzt, sondern in komplexeren Zusammenhängen gedacht und somit am ehesten “Funktionskreise” oder “Funktionseinheiten” benannt.
    Ein Beispiel: (Der Funktionskreis) “Leber” ist nicht gleich dem westlich anatomischen benannten Organ “die Leber” !
  • wie auch in der Entwicklung des Tai Chi (Chuan) oder des Qi Gong lassen sich ebenfalls verschiedene “Schulen” und “Lehrmeinungen” ausmachen, es gibt also nicht nur “eine Lehre” sondern ebenfalls ein weitverzweigtes – wenn man so möchte – “Studienfeld”, wobei die jeweiligen Vertreter bestimmte Richtungen und Ansatzpunkte vertiefen, selbstverständlich mitunter auch völlig kontroverse Meinungen pflegen.
  • man könnte ebenfalls sagen: ein Studium der TCM kann einem (westlichen) Studium der Medizin gleichgesetzt werden und vor einem “Herumexperimentieren mit Halbwissen” kann daher nur ausdrücklich abgeraten und gewarnt werden.
    Therapie ist ausgebildeten Therapeuten vorbehalten.
  • die Praxis von Tai Chi ist keine Therapie und setzt auch keinerlei Kenntnis der TCM voraus

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