Monatliches Archiv:August 2011

Fazit Arbeitsmodelle chinesischer Energiearbeit

Im Artikel →Chinesische Arbeitsmodelle im Tai Chi wurden drei Modelle unterschiedlicher Energiearbeit in der Welt des Tai Chi (Taiji) identifiziert.

Diese sind:

  1. Das Modell der Wandlungsphasen
    (aktuell verwendet im →Qi Gong und der →TCM)
  2. Die „Energien des Taiji“ (vermutlich: nach Chen Gong),
    sowie
  3. Die „Ba Gua“
    (mit nachweislich ältestem Ursprung im →I Ging, dem „Buch der Wandlungen“)

Neben diesen drei Grundmodellen, welche das Verständnis und die Anwendung der →Chi-Energie erleichtern sollen, existieren eine unüberschaubare Zahl von Interpretationen und Lehrmeinungen.

Je nach chinesischer Kunstform und Einsatzgebiet, mag das eine oder eher das andere hilfreich sein.

Problematisch wird es dabei, wenn die Grundmodelle (Lehrmeinungen, Symbole und Interpretationen) wahllos vermischt und somit auch „zweckentfremdet“ werden. Am schlimmsten ist es, wenn jene völlig aus dem Zusammenhang eines bestimmten Systems gerissen werden, um damit Lücken im Wissen oder bei den Hintergründen der eigenen Lehre zu füllen.

Problematik bei den „Energien des Taiji“

Die Zweckentfremdung, das „aus dem Zusammenhang reissen“ und das „Lücken stopfen“, scheint beispielsweise bei Anhängern der „Energien des Taiji“ (dem zweiten vorgestellten Modell) der Fall zu sein.

Es fehlt irgendwie der Ursprung, der Hintergrund – besser gesagt: Das Fundament. Darüber hinaus gibt es keine wirklich schlüssigen Zusammenhänge und Verbindungen der einzelnen 41 (oder sind es zwischenzeitlich schon 50 ?) „Energien“.

Anmerkung:
Wobei das Wort „Energie“ ja hierbei auch fast falsch scheint, denn vordergründig ist zuerst einmal eine körperliche „Technik“ damit gemeint.
Andererseits lassen sich hiermit trefflich hunderte von Seiten nichtssagender Beschreibungen füllen und wunderbar viele Bücher veröffentlichen, worin jeweils eine Technik an die andere gereiht wird.

Die Beschäftigung mit jener Unzahl an „Detailklaubereien“ (d.h.: Eine „Einzelanwendungen“ einer bestimmten „Energie“ zuzuordnen) erscheint uns aus Erfahrung völlig unnötig, um →chin-Kräfte zu realisieren.

Der Schüler verzettelt sich auf „Nebenschauplätzen“ –
Besser ist, er konzentriert sich auf die „klassischen Acht Kräfte“ (die „Ba Gua“, die →Grundtechniken des Tai Chi) und beherrschte jene, in jeder(!) Situation.

Problematik der Mischung von (modernem!) Qi Gong und Tai Chi.

Viele Lehrer sind der Ansicht, rascher Fortschritte in Tai Chi (Chuan) herbeiführen zu können, indem sie Einzelübungen des Qi Gong als Vorbereitung für das – eigentliche – Tai Chi-Training nutzen. Oder es werden aus dem Qi Gong entlehnte Praktiken in das Training von Tai Chi „eingebaut“, um noch besser dem →Gesundheitsaspekt dienlich zu sein oder die Energieerfahrung in Tai Chi schneller erreichen zu können.

Nicht nur dass dabei (klassische) Ch’i Kung-Übungen mit (moderenen) Qi Gong-Übungen verwechselt werden, sondern eben auch die Betrachtungs- und somit Arbeitsmodelle (der Energiearbeit) vermischt werden.

Dabei wird für viel Verwirrung und Erklärungsnotstände gesorgt und im Gegenteil zur „gut gemeinten“ Absicht des rascheren Voranschreitens, in Wahrheit geradezu eine Be-Hinderung des Fortschrittes in Tai Chi (Chuan) erzielt.

Selbst Anfänger erkennen sehr leicht, dass „plötzlich“ das in den Qi Gong-Vorübungen praktizierte, einfach „irgendwie“ nicht mehr zum Tai Chi-→Formentraining, dem →Danlian oder dem →Tui Shou passt – Können sich aber nicht erklären warum.

Die Antwort ist ganz einfach:
Ein absolut gleichzeitiges(!) Lehren von – Betonung: modernem! – Qi Gong und Tai Chi (Chuan) ist nicht möglich, da beide Systeme völlig verschiedenen Grundlagen und Ansätzen folgen. Es sind unterschiedliche (Arbeits-)Modelle. Zuerst müsste jemand das eine oder das andere meisterhaft beherrschen, um zwischen den Systemen „umschalten“ zu können.

Anmerkung:
Ausserdem ist dies eigentlich gar nicht notwendig, denn Tai Chi Chuan (Taiji Quan) stellt ja ohnehin schon eine nahezu perfekte „Vereinigung“, eine jahrhundertelang perfektionierte Symbiose, aus der Kunst der Lebensverlängerung (→Yangsheng), der →Meditation und der chinesischen Kriegskunst (der chinesische Kampfkunst, des →Wushu) dar.
Wie sagt der moderne Mensch gerne: „Never change a winning horse!“

Aus guten Gründen wurde deshalb auch →Cheng Man-ching niemals von →Yang Cheng-Fu als Meisterschüler aufgenommen:

  • Erstens, er konnte sich aufgrund seiner festen Orientierung zur traditionellen chinesischen Medizin, einfach nicht von deren Lehren („Einzelenergien“, den fünf Wandlungsphasen, etc.) lösen
    und
  • Zweitens, versuchte er „verbissen“, nicht nur Meisterschüler zu werden, sondern ebenfalls jenes erstere Dilemma (sprich: „Wie passen die acht Grundtechniken des Tai Chi Chuan, zu den fünf Wandlungsphasen [des Qi Gong]?“) zu umgehen.

Dabei wichtig zu erwähnen:
Chen Man-Ching leistete einen wichtigen und wesentlichen Beitrag Tai Chi (Chuan) in der westlichen Welt zu verbreiten.
Dies ist zweifellos anzuerkennen und ein Schüler kann sehr viel von ihm (sprich: Büchern und Nachfolgern) lernen.
Aber… (beachte vorherige Absätze).

Wir wissen, dass „→Kung Fu“ eben die „NICHT OBSESSIVE…“ – also: die nicht verbissene, nicht krampfhaft verfolgte – „…regelmäßige ausgeübte Perfektionierung IN einer BESTIMMTEN Kunstform“ darstellt.
(Cheng Man-Ching’s Fehler Nr. 1).

Und ebenso, dass dessen Dilemma (ausformuliert: „Wie passen die Ba Gua [Grundtechniken] zu Qi Gong, bzw. zu den Lehren des TCM, bzw. den Wandlungsphasen?“), nur eine Antwort und Lösung erlaubt: „GAR NICHT!“

Denn es sind zwei völlig unterschiedliche Betrachtungssysteme und (Arbeits-)Modelle (Cheng Man-Ching’s Fehler Nr. 2 …und leider vieler, vieler anderer Taiji-Lehrer auch).

Selbstverständlich kann(!) man beide Systeme und damit einhergehende unterschiedliche Lehrmeinungen – separat – verinnerlichen und auch separat(!) lehren!

Aber: Eine Mischung der Arbeitsmodelle kann zwangsläufig nur zu mehr Verwirrung und auch unklaren Standpunkten und unklarer Lehre führen.

Der Volksmund spricht:
Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.

Natürlich kann ein Praktizierender von jedem dieser Modelle und Systeme etwas für sich lernen und Erkenntnisse daraus ziehen –

Doch:
Ein Schüler kann eben nur auf einem(!) Weg voranschreiten. Ein Meister kann nach Abschluss eines Weges, jederzeit einen neuen wählen!
Das heisst auch: Beide müssen sich entscheiden!

Tai Chi Chuan – heisst übersetzt eben auch:
„Der Weg des TAI CHI“ !

Nur für Mitglieder und Förderer:

Fortgeschrittene in Tai Chi Gung finden im Download unter der Rubrik →„Fortgeschrittene“,
das Handbuch: „Die Acht Grundtechniken – Ba Gua Zhang“.

Auf 56-Seiten-DIN-A4 erfolgt die detaillierte Beschreibung der 8 Grundtechniken, die „Ba Gua Zhang“.

Ein brandaktuelles Handbuch vom Gottfried Rinner, Gründungsmitglied und Trainer des →Tai Chi Gung – Landessportverein in Salzburg.

Die Aufklärung über der Geheimnisse des „Ba Gua Zhang“:

  • Ursprünge und Hintergrund;
  • Detaillierte Beschreibung der Acht „Grundtechniken“ und deren Anwendung;
  • inklusive 17 grafische Darstellungen und 12 umfangreiche Übersichtstabellen zum Nachschlagen, Vergleichen und für die →Bild-identifizierung.

Download des eBooks im PDF-Format
– nur für registrierte Mitglieder (Vereinsmitglieder und Förderer).

Tipps:

3 Jahre Tai Chi Gung – Landessportverein

Drei Jahre Tai Chi Gung – Landessportverein

Vor drei Jahren, am 25. August 2008, wurde der →Tai Chi Gung – Landessportverein offiziell in Salzburg begründet.

Was Jahre zuvor noch bloße Gedankengänge, ein paar Ideen und etliche Notizen waren, wurde damit zur Realität. Nun ist der gemeinnützige Sport-Verein mit Sitz in Salzburg (in Österreich) schon drei Jahre alt. Ein guter Grund dies auch zu feiern.

Ein gut durchdachtes Konzept

Tai Chi Chuan (Taji Quan), kurz: →Tai Chi (Taiji – beides gesprochen: „tai_tschi“), ist eine enorm umfangreiche – vor allem auch: umfassende – Bewegungskunst, mit jahrhundertelanger Tradition in China. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts gelangte diese auch als „innere Kampfkunst“ genannte ganzheitliche Betätigung eines Menschen langsam in das Bewusstsein der „modernen Welt“ – der sogenannten „westlichen Kultur“.

Meist jedoch mit starkem „Meisterkult“, sehr häufig esoterisch-mystisch verbrämt oder gar ganz nur einem →Aspekt gewidmet: Schwerpunkt Gesundheit oder Kampfkunst. Die Gründer wussten aber: Tai Chi (Chuan) IST weit mehr!

Unter dem bewusst mehrdeutig übersetzbaren Namen „→Tai Chi Gung“ – etwa auch: „Die Pflege des Tai Chi“ – setzte der Tai Chi Gung – Landessportverein ein Zeichen und ging daran, die sich selbst gesetzten →Absichten und Aufgaben umzusetzen.

Ein gut durchdachtes Konzept bildet dabei die Grundlage für ein regelmäßiges und vor allem fortschreitendes Training in Tai Chi, für eine (relativ) objektive Leistungsqualifikation der Praktizierenden im Verein, für ein Trainingskonzept, welches der Mentalität und Kultur des westlichen Menschen entspricht, sowie für die Dokumentation von Trainingsinhalten, Beschreibungen, Trainingsanleitungen und zur Be- und Verarbeitung von Hintergrundinformationen aus der „Welt des Tai Chi (Chuan)“.

Tai Chi Gung als Königsweg

Tai Chi Gung wird als Königsweg einer ganzheitlichen Sportart, dem westlichen Menschen völlig neu und unabhängig von chinesischer Familientradition zugänglich gemacht.

Tai Chi Gung ist eine völlig neue Sportart für Jedermann/-frau und stellt gleichzeitig eine Fortführung bzw. eine „natürliche“ Weiterentwicklung jahrhunderte alter Erfahrungen der chinesischen Bewegungskunst des Tai Chi (Chuan) dar.

Tai Chi Gung ist also ein Weg, sozusagen: ein Übungs-, Entwicklungs-, Betrachtungs- und Bewertungssystem, welches vom Gründer des Vereins im Laufe von nahezu 10 Jahren entwickelt wurde, um traditionelle chinesische Erkenntnisse der inneren Kampfkunst Tai Chi Chuan (bzw. Taiji quan) dem westlichen Menschen als sportliche Betätigung für nahezu jede Altersstufe zugänglich, sowie persönliche Fortschritte dokumentierbar und vergleichbar zu machen.

Ebenfalls kann gesagt werden: Tai Chi Gung ist vielmehr eine neue, westliche Sichtweise traditioneller chinesischer Tai Chi – Stile und deren Praktikum als Sportart, wozu gewisse Voraussetzungen (u.a. Definitionen und ein Regelwerk zum Leistungsvergleich) geschaffen werden mussten.

Tai Chi Gung möchte dabei möglichst stilunabhängig sein und bietet Einsicht, Überblick, Zusammenhänge und Vergleichsmöglichkeit zu verbreiteten „klassischen“ Familienstilen des Tai Chi Chuan.

Drei Jahre Vereinstätigkeit die bewegt

Drei Jahre Vereinstätigkeit haben ihre Spuren hinterlassen, neue Einsichten und Ansichten, sowohl in der Öffentlichkeit, als auch der (traditionellen) „Tai Chi – Welt“ (mit) geprägt.

Es das Anliegen des Vereins, auch eine Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit herbeizuführen und Tai Chi (Taiji) auch als das anzuerkennen, was es ist: Ein – auch(!) – für den westlichen Menschen enorm wertvolle Bewegungskunst und Betätigungsfeld mit jahrhunderte alter chinesischer Tradition und Erfahrungen.

Mit Start des regelmäßigen wöchentlichen Vereinstrainings Anfang 2009 (bis dahin ausschließlich Einsteigerkurse) war eine bescheidene lokale Aufmerksamkeit die Folge, mit Start des Online-Forums (www.taichianer.at) im Juli 2009, wurde der Verein nun einer breiten Öffentlichkeit via Internet zugänglich.

Die Einrichtung des Glossars zum Jahresende 2009, nach Relaunch der →Homepage unter Web 2.0 – Standard, sowie der →Erste Tai Chi Gung – Fernlehrgang via eLearning im Internet als Grundkurs für Tai Chi (Chuan) ab Juli 2010, taten ihr übriges dazu.

So können wir beobachten, dass seither immer mehr Tai Chi-Anbieter „bessere“ und „fundiertere“ Beschreibungen liefern, Interessenten und Praktizierende auch mehr Wert auf detaillierte (schriftliche!) Dokumentationen legen und sich nicht mehr mit „wörtlichen“ Überlieferungen oder wörtlichen Anleitungen begnügen.

Wikipedia beispielsweise liefert aktuell – also heute – unter dem Stichwort „Tai Chi“ 244 Einträge, wovon die Einträge der ersten drei Seiten – das sind 60 Einträge(!) – nahezu alle ein Bearbeitungsdatum mit 2011 ausweisen!!!

Vor drei Jahren fand man unter diesem Stichwort gerade mal ein paar Artikel – Heute finden sich in Wikipedia nun sogar auch die Erklärungen für „innere Kampfkunst“ und einige andere Begriffe aus der „Welt des Tai Chi“.

Der Verein kann also durchaus mit Stolz sagen:
„Ja, wir haben etwas mit-bewegt – Und das allein schon innerhalb von drei Jahren!“

Praxis und Theorie in Tai Chi Gung

Dem Verein war es auch von Anfang an schon sehr wichtig, parallel zu den regelmäßigen Trainingsmöglichkeiten (wie dem Trainingsangebot für Mitglieder oder fallweise darüber hinaus stattfindende Lehrgänge) also: parallel zur Praxis, auch die Hintergründe und Zusammenhänge, die Trainingsanleitungen und Dokumentationen, eben: auch die Theorie gleichermaßen zu berücksichtigen.

Praxis und Theorie sollten für jeden Praktizierenden als Vereinsmitglied gleichermaßen wichtig, verfügbar und nutzbar sein. →Trainingsinformationen sind im Verein für Mitglieder – ohne Vorbehalte jedweder Art – verfügbar: Was in der Praxis trainiert wird, steht auch in der Theorie zur Verfügung – Und umgekehrt!

Anmerkung:
Die →Bild-Dokumentationen stellen dabei wahrlich ein Projekt dar, welches den Verein – höchstwahrscheinlich – noch auf Jahre hinaus beschäftigen wird.

Wir freuen uns auf die kommenden Jahre
und
Danken allen Mitgliedern für ihre Unterstützung!

yin und yang

Glossareintrag: yin und yang

yin und yang

yin und yang sind im Grunde als „Sammelbegriffe“, chinesische Allegorien für „Eigenschaftsbeschreibung“ und finden eine erste schriftliche Erwähnung im „→I Ging“ (dem „Buch der Wandlungen“).

Das I Ging ist das bekannteste und über 4000 Jahre(!) alte Werk, welches die Betrachtungen chinesischer Gelehrter des Altertums dokumentiert und das vollständige philosophische Konzept des TAI CHI beinhaltet.

ying-yang – Symbol = TAI CHI – Symbol

Auch bei uns im Westen kennen viele, die meist hierzulande als „yin-yang – Symbol“ bezeichnete bildhafte Darstellung:

Weniger bekannt ist meist jedoch, dass exakt jenes Symbol in China als TAI CHI (manchmal auch: „Tai Chi Tu“ – für: „Zeichen des Tai Chi“) bezeichnet wird.

Diese Darstellung von yin und yang IST TAI CHI !

(„Tai Chi“ bedeutet übersetzt soviel wie: Das „Allerhöchste“, das „letzte [für den Menschen] Erkennbare„, manchmal auch bezeichnet mit dem „Firstbalken“ [das ist der höchste Dachbalken an einem Haus, welcher die Dachfläche teilt – beispielsweise in eine Nord- und Südseite, oder eine Sonnen- und Schattenseite – eben: Teilt in →yin und yang].

Exkurs:
Logischerweise wird jene chinesische Bewegungskunst und „der Weg“ (chinesisch: →Chuan oder Quan), welcher dem „Allerhöchsten“, also TAI CHI folgt, auch „Tai Chi Chuan“ genannt. [Heute meist abgekürzt: Tai Chi].

Hinweis
Mit der Schreibweise möchten wir unterscheiden:

• Ist der kosmologische Begriff gemeint, schreiben wir „TAI CHI“ (in Großbuchstaben).

• Mit allem anderen ist die „innere Kampfkunst„, die chinesische Bewegungskunst Tai Chi (Chuan) [„abgekürzt“] gemeint.

Bedeutung von yin und yang

Die Bedeutung von yin und yang erschließt sich einem Menschen weder automatisch noch sofort: Er oder Sie muss darüber nachdenken, beobachten und reflektieren.

Mehr dazu unter:
Glossareintrag →yin
und Glossareintrag →yang

yin und yang sind ein „untrennbares Eigenschaftspaar der Gegensätze“, in unserem Leben, in unserer Umwelt, im Kosmos, deren Ausprägungen (Eigenschaften, Stärken, …, Anteile) in ständigem Wechsel (in einem Rhytmus) ineinander übergehen und einander bedingen.

Wie die zwei Seiten einer Münze: Es gibt keine Münze mit nur einer Seite.
Oder wie der Atemvorgang: Es gibt nicht nur Einatmen – oder nur Ausatmen.

Genausowenig existieren im „harmonischen Kosmos“ weder yin noch yang allein. Die „atomare Darstellung“, das Symbol hierfür, ist das Symbol von TAI CHI.

Tipps:

Chinesische Arbeitsmodelle im Tai Chi

Glossareintrag: Arbeitsmodelle in Tai Chi
Glossareintrag: Energie und Modell

Drei unterschiedliche chinesische Modelle der Wirkungskräfte in der Welt des Tai Chi (Chuan).

Wer sich länger und intensiver mit Tai Chi Chuan (Taiji Quan) beschäftigt hat, weiß längst, dass diese Bewegungskunst keine reine körperliche Angelegenheit darstellt, sondern viele andere – auch „innere“ – →Aspekte umfasst und deshalb auch als „Weg“ oder „Methode“ (chinesisch: →Chuan bzw. Quan) gilt.

Hauptaspekt Chi und Chi-Fluss

Einen Hauptaspekt bildet dabei das →Chi (Qi) und der Chi-Fluss, sowie dessen Auswirkungen (chinesisch: „→chin„).

Man kann durchaus sagen, dass das „Wissen um“, bzw. das „Verständnis von“, sowie die „Anwendung des“ Energiephänomens, welches im modernen westlichen Sprachschatz keinerlei Entsprechung findet, die wesentlichen Faktoren zur Beherrschung der „inneren Kampfkunst“ darstellen.

Da aber „innere Vorgänge“ (mentale, geistige, seelische Dinge) sich sehr schwer in objektiv, allgemein gültige – sprich: materialistisch, „greifbare“ – Dinge oder Begriffe umsetzen lassen, sondern hauptsächlich subjektiv empirisch, erfasst und auch vermittelt werden können, greift man hierbei auf Allegorien, Metaphern und Symbole zurück.

In der Praxis – sprich: bei der Anwendung und Ausübung von Tai Chi (Chuan) – ist es selbstverständlich erforderlich, dass jene verwendeten „Ersatzbeschreibungen“ und natürlich auch die dabei verwendeten Symbole, ineinander und untereinander „stimmig“ sind, um den (dahinterstehenden) Sachverhalt möglichst auch als (Arbeits-)Modell nutzen und anwenden zu können.

Anmerkung:
Ein Modell ist ein aufgrund von Daten (Informationen) zusammengestelltes Abbild eines Sachverhaltes, mit welchem man Vorgänge, Abläufe, Arbeitsvorgänge, etc., leichter und einfacher vornehmen oder beschreiben kann, ohne sich jedesmal um eine exakte Definition von Einzelheiten kümmern zu müssen, welche für die aktuelle Zielsetzung (Arbeit, Vorgänge) von untergeordnetem Interesse bzw. Wichtigkeit sind.

D.h.: Modell und Sachverhalt („die Wirklichkeit“) müssen gar nicht absolut identisch sein – Sofern das Modell seinem beabsichtigten Zweck genüge tut.

Exkurs:
Ein gutes Beispiel hierfür wäre das Bohr’sche Atommodell, ein Atom „sieht“ in der Realität gar nicht so aus, aber…

Ein anderes Beispiel, für Computerfreaks, wäre die Objektorientierte Programmierung, welche einerseits mit völlig abstrakten Begriffen umgeht und andererseits gerade dadurch(!) wesentlich leichter, konkrete Aufgaben mittels Software und Computer bewältigen lässt.
[Na also: Auch wieder: „yin und yang“ 😉 ].

Drei Modelle aus Überlieferung und Aufzeichnung

Aus den gesammelten chinesischen Überlieferungen, den verschiedenen Aufzeichnungen (Anleitungen, Beschreibungen, Büchern) sowie Aussagen von „Vertretern“ (Familienstile, Schulen, Meister, Trainer, Lehrer, Philosophen) welche sich mit (klassischen) chinesischen Künsten befassen, kann eine enorme Menge Informationen entnommen werden, selbst wenn man sich auf den Hauptaspekt (Chi und Chi-Fluss) und Wirkungsweisen konzentriert.

Trotz differierender Lehrmeinungen, sowie unzähliger, teils unvollständiger Aussagen darüber, lassen sich prinzipiell drei eigenständige und unterschiedliche Denkansätze zusammenfassen und somit als unterscheidbare Modelle zur Erklärung und Anwendung der Chi-Energie zusammenfassen, welche in der heutigen Zeit als Grundlage dienen.

Man kann diese somit als Grundmodelle des zeitgenössischen Tai Chi (Chuan) bezeichnen.

Wichtige Bemerkung:
Es geht hier nicht um →Stile, sondern „Energiearbeit“!

Diese drei Grundmodelle sind:

  1. Das Modell der Wandlungsphasen
    (aktuell verwendet im Qi Gong und der TCM)
  2. Die „Energien des Taiji“ (vermutlich: nach Chen Gong),
    sowie
  3. Die „Ba Gua“
    (als nachweislich „ältesten“ Ursprung mit erstmaliger Erwähnung im „I Ging“, dem „Buch der Wandlungen“)

1. Das Modell der Wandlungsphasen

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Was hat der Beckenboden mit Tai Chi zu tun?

Kurze Antwort: Auch sehr viel! – Aber betrachten wir diese Thema ruhig genauer.

Die westliche Gesundheitsbranche hat den Beckenboden nun jüngst auch (endlich) für den Mann entdeckt und bietet viele Anleitungen, Bücher und Übungen in unterschiedlichsten Trainingssystemen hierfür an.

Beckenboden körperlich

Rein körperlich gesehen, wird dabei unter „Beckenboden“ der sogenannte PC-Muskel (PC steht für „Pubococcygeus“), oder englisch: „Pelvic Floor“, verstanden. Eine Muskelgruppe, die wie eine „Bodenplatte“ unter dem Rumpf, die inneren Organe hält.
Manchmal auch mit „Dammbereich“ umschrieben.

Beckenboden: Intimzone und Tabu?

Der Beckenboden steht eng im Zusammenhang mit zwei intimen Zonen des Menschen: Den Sexualorganen und den Ausscheidungsorganen.

Jene sind zwar absolut überlebenswichtig, aber weder Männer noch Frauen sprechen gerne darüber.
Denn es geht hierbei einerseits um den Unterleib, eine Intimzone, und andererseits, selbst bei ausgezeichnet trainierten Beckenboden-Muskeln, kann leider niemand damit in der Öffentlichkeit angeben.
Es sind eben keine „sichtbaren“ oder auch für andere „fühlbare“ Muskeln, wie Bizeps, Po oder Waschbrettbauch, die man herzeigen kann.

Als Intimzone wird diese Körperregion nicht nur verdeckt, sondern oft gleich ganz „vergessen“.
Nur wenn sich die ersten Beschwerden melden – welche auch meist erst über Sekundärprobleme (beispielsweise: Rückenprobleme, Blasenschwäche, verminderte Libido und vermindertes Lustempfinden, …, Prostata- oder Erektionsprobleme, etc.) wahrgenommen werden – kommt Mann oder Frau daran nicht mehr vorbei.

Sinnvoller wäre es eben, sich um den Bereich „Beckenboden“ auch schon eher zu kümmern – Dies verhindert oft das (meist selbst auferlegte) Tabu.

Hierzu dienen

Beckenboden Übungen

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