TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Archiv für April, 2010

Irrtum 9: Einmal ein Tai Chi Kurs reicht

Donnerstag 29. April 2010 von Gottfried

(aus der Serie: Irrtümer über Tai Chi, erstmals erschienen auf mein.salzburg.com am 15. Mär 2010 um 08:51 in Fitness )

Da ich gerade in letzter Zeit wieder mit Menschen zu tun hatte, welche mir berichteten, bereits jüngst einen Tai Chi – Kurs absolviert zu haben, aber kaum Aussagen oder Präzisierungen darüber treffen konnten, “was” sie dabei eigentlich erlernt hatten – also welche “Form”, welche Abläufe, welche Grundpositionen und Techniken – möchte ich dieses Thema hier aufgreifen. Den ganzen Beitrag lesen »

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Der Begriff Schattenboxen

Dienstag 27. April 2010 von Gottfried

Glossareintrag: Schattenboxen

Alternative Bezeichnungen: Chinesisches Schattenboxen

Noch im 20. Jahrhundert weigerte sich die Allgemeinheit in Europa, ebenso wie in den USA, irgendwelche Begriffe – vor allem aus Ostasien und China – zu verwenden. Selbst dann, wenn es keinerlei Entsprechung in den eigenen Sprachen gab.

In Ermangelung eines entsprechenden westlichen Begriffes für die körperliche Betätigung, welche europäische Kolonialisten – vor allem Engländer – in China, bzw. in von Chinesen bevölkerten Ländern sehen konnten, suchte man eine einigermaßen passende Bezeichnung in der eigenen Sprache.
Wobei die Kolonialisten sich hierbei mit etwas völlig Neuem konfrontiert sahen, welches sie selbst einfach nicht “einordnen” und “begreifen” vermochten. So gab man dieser Bewegungskunst einfach die westliche Bezeichnung “Schattenboxen”, da einige Bewegungen der Übungen der Menschen in China, welche man allerorten und nahezu zu jeder Tageszeit beobachten konnte, so aussahen, als würden jene Trainierenden unsichtbare Gegner (also: “Schatten”) abwehren, stoßen, schlagen oder treten.

Dieser Begriff wurde in viele europäische Sprachen übernommen und blieb bis nahezu Ende des 20. Jahrhunderts die “offizielle – westliche(!) – Bezeichnung” für die Körper- und Kampfkunst Tai Chi Chuan (bzw. Taijiquan nach →Pinyin-System).

Leider verursachte aber genau jene Bezeichnung völlig falsche Assoziationen und gewährleistet eine Aufrechterhaltung dieses Mißverständnisses auch heute noch, denn der westliche Mensch kennt “Boxen” in völlig anderem Zusammenhang und Verständnis – Denn: Tai Chi (Chuan) ist garantiert kein Boxsport!

Exkurs:
Auch der chinesische (Staats-)Verlag, China heute-Verlag, welcher 1956 erstmals eine Zusammenfassung und unter gesundheitlichen Aspekten betrachtete Beschreibung der heutzutage unter dem Namen “→Peking-Form” bekannte Tai Chi Übungsabläufe herausgab, folgte noch dieser “westlichen Vorgabe” und betitelte jenes Büchlein “Schattenboxen leichtgemacht”.

Hand aufs Herz:
Hätten Sie gewusst, dass mit “Schattenboxen” Tai Chi Chuan gemeint ist?

Ich hatte jenen Begriff “Schattenboxen” ab und zu in meiner Kindheit gehört und konnte mir wahrlich nicht vorstellen, wie das funktionieren sollte.

In meiner Vorstellung sah ich einen Boxer (wie im Fernsehen oder in der Zeitung abgebildet, bzw. meinen Onkel beim Sparring) in Shorts und Boxhandschuhen, welcher in einem Lichtkreis vor einer Wand stand und auf seinen eigenen auf jene Wand geworfenen Schatten – zwecks Übung – boxte. Wie das genau funktionieren sollte und wozu das gut sein sollte, erschloß sich mir niemals. Was ja – im Nachhinein gesehen – völlig klar war, da dies absoluten Nonsens darstellt !

Nicht umsonst – so erscheint es mir heute – waren bis in die späten 80iger Jahre Darstellungen von westlichen “Schattenboxern”, genau entsprechend meiner damaligen kindlichen Vorstellung, jedoch tatsächlich auch in Comics oder Magazinen abgebildet: Zum einen, um auf “die Blödheit” jener sportlichen Betätigung hinzuweisen, zum andern darauf, “wie blöd” jemand sein müsste, SO ETWAS zu machen.

Verzichten wir daher lieber auf die Bezeichnung “Schattenboxen” – im Grunde eine “Verunglimpfung” der chinesischen Körperkunst und der Praktizierenden, wenn nicht sogar “eine Beleidigung” jenes chinesischen Kulturgutes – und verwenden stattdessen den einzigen korrekten Begriff hierfür “Tai Chi Chuan” bzw. “Tai Chi Gung” für die Bezeichnung jener Sportart.

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Irrtum 8: Bei Tai Chi ist alles langsam

Sonntag 25. April 2010 von Gottfried

(aus der Serie: Irrtümer über Tai Chi, erstmals erschienen auf mein.salzburg.com am 10. Mär 2010 um 11:43 in Fitness)

Weil die Einzelübungen oder (Solo-)Formen möglichst langsam, sowie präzise geübt und ausgeführt werden, denkt man sicher, dass “alles” bei Tai Chi (Chuan) langsam wäre.

Vor allen Dingen meint die Allgemeinheit im Bezug auf den Kampfkunstaspekt: “Wie soll man sich hiermit – mit den langsam geübten Bewegungen, Stellungen und Positionen – wirkungsvoll verteidigen? Das funktioniert doch gar nicht!” …und irrt gewaltig.

Randbemerkung: der Vater von Bruce Lee (1940-1973) war Tai Chi – Lehrer und “Straßenkämpfe” in Hongkong oder Taiwan werden im Grunde “mit” Tai Chi Chuan “erledigt”. Wir sagen laienhaft “Kung Fu” dazu.

Aber diese beiden Wörter bedeuten übersetzt eigentlich nur: “das tagtägliche, obsessionslose beschäftigen mit”.

Bleibt die Frage: “Mit was?” – Mit jener Kunst oder auch “Philosophie” (”Lehre”, allgemein), welche als Bezeichnung “davor” steht, korrekterweise also: “Tai Chi Kung Fu”, “Shaolin Kung Fu”, oder “Wudang Kung Fu” etc.)

Ein Spruch in der Tai Chi – Welt (Kampfkunstaspekt): “Beweg Dich nicht, bis Dein Gegner sich bewegt, aber beweg Dich dann schneller”.

Wie soll das also funktionieren (wenn ich “nur” langsam trainiere)?

Ganz einfach: die Erklärung lieferte schon Moshé Feldenkrais (1904-1984), die Feldenkrais-Methode, ebenso wie aktuelle Studien über die Trainingseffekte beim “Einsatz der Langsamkeit”

(Dieser Bereich wurde auch in Beitrag “Irrtum 4: Langsames Training bringt keine Kraft” erläutert).

“Verinnerlichte” und “automatisierte” Bewegungsabläufe können – vor allem in Grenzsituationen – auch blitzschnell(!) ausgeführt werden, wobei diese nichts(!) an Präzisision verlieren, da ja “ständig” und “ausschließlich”, langsam(!), mit Präzision trainiert wurde!

Dies ist eine ebenso faszinierende, wie bemerkenswerte Erfahrung, welche jeder(!) Tai Chi Trainierende früher oder später am eigenen Leib erfährt, selbst dann, wenn er bisher sämtliche Bereiche des Kampfkunstaspektes bei seinem Training “ausgeblendet” oder “ignoriert” hat.

Beispiele: Ein drohender Sturz wird “wie durch ein Wunder”, sozusagen im letzten Moment, innerhalb von Sekundenbruchteilen, selbst “abgefangen”. Man fängt einen Gegenstand, der auf den Boden zu fallen droht, “irgendwie” locker und leicht ab. Oder man “fängt” eine andere Person – spontan, ohne Nachzudenken – plötzlich vor drohendem Sturz. Oder: man “blockt” “spontan” den ungewollten Griff einer Person, usw.

Dies alles “zeigt” sich selbstverständlich erst nach einer gewissen, regelmäßigen Zeit des Tai Chi (Chuan) – Trainings und ganz sicher nicht nach ein paar Stunden oder Tagen des Praktizierens. Dann aber wird dem Betreffenden erst richtig klar, warum Tai Chi durchaus auch als Kampfkunst angesehen wird – auch wenn selbiger vielleicht in jenen obig genannten Situationen erst von der Umgebung darauf aufmerksam gemacht werden musste: “Hey, wie hast Du das jetzt gemacht?”.

Aber selbst dann bleibt leider manchem mangels Beachtung des Kampfkunstaspektes oft noch verborgen, dass beispielsweise die “Wolkenhände” durchaus eine Abwehrbewegung darstellen (können!).

Ein anderer Bereich sind die sogenannten “Waffenformen” (Tai Chi Chuan mit Stock, Speer, Schwert, Säbel oder Fächer).
stockwirbelabwehr
Hier erkennt der Trainierende, sowie auch Zuseher, relativ rasch, dass keineswegs “alles langsam” ist.

Obwohl beim Einüben der Waffenformen ebenso Einzelbilder (Figuren, Abläufe, Positionen) langsam und präzise erlernt werden, wird bei Ausführung der →Form (= vordefinierte kontinuierliche Abfolge von Bewegungen, also “→Bildern” oder “Figuren”, vergleichbar mit einer “Kata” beim Kampfsport Karate) diese meist “in Echtzeit” – also: wie bei einem tatsächlichen Kampf – ausgeführt. Und dies bedeutet auch, dass manche Bewegungen so rasch aufeinander folgen, dass ein zusehender Laie kaum mehr Unterscheidungen vornehmen kann!

Eine Waffenform beweist somit einem Betrachter, dass auch beim Training von Tai Chi Chuan keineswegs alles langsam ist – nur “sieht” man dies hierzulande (noch) viel zu selten.

Der Tai Chi Gung – Landessportverein möchte auch dies ändern: Wer gerne einmal eine Waffenform oder das Training hierzu sehen möchte, ist herzlich eingeladen, an einem unserer Langstock-Trainings in Salzburg zuzusehen.

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Irrtum 7: Tai Chi ist nur Gesundheitsgymnastik

Freitag 23. April 2010 von Gottfried

(aus der Serie: Irrtümer über Tai Chi, erstmals erschienen auf mein.salzburg.com am  8. Mär 2010 um 10:26 in Fitness)

Tai Chi Chuan (nach →Wade-Giles) oder Taiji quan (nach →Pinyin-System Übertragung) ist eine in den Kaiserreichen Chinas entwickelte Körperkunst, welche “in sich” mehrere Aspekte des Lebens (Wechsel der Belastungen – →yin und →yang, Wechsel des Ausdrucks – yin und yang, Wechsel des Atems – yin/yang, Wechsel der Situation, …, Krieg und Frieden, Kampf und Nachgiebigkeit, “Tun und Ruhe”, “Aktivität und Meditation”, usw.)  – sowie natürlich auch der sogenannten “Lebenspflege” (→Yangshen – heute besser bekannt unter den Namen: →Qi Gong bzw. Chi Kung – also: “Aufnahme und Wechsel der Energien”) beinhaltet.

In Ermangelung eines entsprechenden westlichen Begriffes und weil europäische Kolonialisten (vor allem Engländer) sich mit etwas völlig neuem konfrontiert sahen, was sie selbst einfach nicht “einordnen” und “begreifen” konnten, gab man dieser Bewegungskunst die westliche Bezeichnung “Schattenboxen”, da einige Bewegungen der Übungen der Menschen in China, welche man allerorten und nahezu zu jeder Tageszeit beobachten konnte, so aussahen, als würden jene Trainierenden unsichtbare Gegner (”Schatten”) abwehren, stoßen, schlagen oder treten.
Leider verursacht aber genau jene Bezeichnung völlig falsche Assoziationen, denn der westliche Mensch kennt “Boxen” in völlig anderem Zusammenhang und Verständnis – und: Tai Chi (Chuan) ist garantiert kein Boxsport!

Im Zuge der Kulturrevolution verbot Mao Zedong (bzw.: Mao Tsê-tung) in China die Ausübung von Qigong und die inneren Kampfkünste (z.B.: Wudang Tai Chi Kung Fu, Shaolin Kung Fu, etc.).
Er machte aber bei Tai Chi Chuan eine Ausnahme, indem er es zur Gymnastik erklärte.
Um ganz sicher zu gehen, dass Tai Chi Chuan auch nur als Gymnastik geübt wurde, wurde 1955/56 eine 108-Abfolgen-Form (des →Yang-Stiles) auf eine 24-Abfolgen-Form gekürzt, dokumentiert und veröffentlicht,  welche letztendlich als so genannte “→Peking-Form” weltweit bekannt wurde. Darum gilt die Peking-Form auch als “Regierungs-Form” oder “offizielle Form” (der damaligen chinesischen Regierung).

Erst in jüngster Zeit und mit der Öffnung Chinas zur übrigen Welt, besann man sich wieder seiner (inneren) Schätze, welches die (Wieder-)Öffnung der Zentren für (traditionelles) Tai Chi Chuan und andere innere Kampfkünste ermöglichte.

Dennoch wird selbst in jüngster Zeit auch in unserem Teil der Welt, Tai Chi Chuan (Taijiquan) als allgemeines System der Bewegungslehre oder “bloße” Gymnastik betrachtet, welche der Gesundheit sehr förderlich ist. Manche erkennen noch den Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung und vielleicht den Aspekt der Meditation, aber vielfach wird der Kampfkunstaspekt völlig ignoriert.

Leider bringen sich jene Menschen dabei (noch) um einen ebenso wesentlichen, wie gleichwertigen Aspekt: “Ganzheitlich” wäre, wie der Begriff schon ausdrückt, wenn “das Ganze” beinhaltet ist und zum Leben gehört nun auch einmal “Kampf” - egal wie “zivilisiert” oder “sublimiert” dieser zutage tritt.
Anmerkung: “Ausblenden” und “Weglassen” hieße doch nichts anderes als “Verdrängen”, oder?
Jeder Mensch stellt sich auch “inneren Kämpfen”, welche gerade mit dieser Bewegungskunst als Allegorie ihren Ausdruck finden können, ohne (äußerlich) jemanden zu schaden.

In Tai Chi Gung ist es uns daher  wichtig, alle Aspekte der traditionellen Körper-, Bewegungs- und sagen wir ruhig auch “Lebens-Kunst” zu beachten und zu trainieren – stilunabhängig und für westliche Mentatiltät geeignet.

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Irrtum 6: Schonung erhält den Körper

Mittwoch 21. April 2010 von Gottfried

(aus der Serie: Irrtümer über Tai Chi, erstmals erschienen auf mein.salzburg.com am 28. Feb 2010 um 16:17 in Fitness )

Ganz das Gegenteil ist der Fall: die Nichtbeanspruchung unseres Körpers, egal ob Muskeln, Gelenke oder auch das Gehirn, führt automatisch zu Degeneration (dem Verfall).

Die Natur hat es eingerichtet: Was nicht “gebraucht” wird, erfüllt keinen Zweck und wird “entsorgt”. Nur die ständige “Nutzung” erhält die Funktion.

Wer schon einmal gebrochene Gliedmaßen hatte und wochenlang einen Gipsverband trug, weiß wovon hier gesprochen wird: nach Abnehmen des Gipses sind die Muskeln “geschwunden” und man muß erst wieder einmal mit dem zuvor ruhiggestellten Körperteil “üben”, damit es wieder so “funktioniert wie gewohnt” – und das ist durchaus mühsam.

Anmerkung: wer diese Erfahrung – glücklicherweise – nicht selbst gemacht hat, kennt sicherlich jemanden, welcher hierüber ausführlich berichten kann.
Interessante Frage an jene betreffende Person: “Nachdem das alles vorbei war – und Du das Bein (den Arm) wieder normal bewegen konntest – musst Du Dich auch jetzt noch jeden Tag ‘plagen’, wenn Du diesen Körperteil benutzt?”
Antwort – im “Normalfall” – sofern alles wieder genesen ist: “Natürlich nicht! – Nur bis es wieder soweit war!”

Um unseren Körper, unser “Herz” und unseren Geist funktionstüchtig zu halten, müssen wir diese anwenden und gebrauchen.
Der Volksmund spricht: “Wer rastet, der rostet.”
(Wobei heutzutage dies viele schon “negativ” als “Aufforderung zu Hast und Eile” empfinden, was sicher nicht im Sinne der “Erfinder” gewesen ist – also verstehen wir diesen Satz hier bitte nicht auch als weiteren Ausdruck der “Rastlosigkeit”, sondern als Empfehlung zur Überwindung der “Bewegungslosigkeit”).

Wieder zeigt sich: entscheidend ist “die Goldene Mitte” – weder das eine Extrem (”Rastlosigkeit”) noch das andere (”Bewegungslosigkeit”) erscheinen “gesund”.

Und alles benötigt seine Zeit: nach einer Beeinträchtigung (Verletzung oder Überbeanspruchung etc.) ist Schonung wichtig und richtig – aber eben nicht als Dauerzustand.
Ist die “Erholungsphase”, die “Wiederherstellung” vorüber, sollten die bisher “geschonten” Körperfunktionen (oder Fähigkeiten des Menschen im weitesten Sinne) auch wieder “beansprucht” werden, damit diese nicht nach und nach verkümmern.
Wie findet man also einen “Mittelweg” zwischen Anspannung und Entspannung?

Eine weitere Frage hierbei ist auch: wie erreiche ich – mit verfügbarem zeitlichen Einsatz – eine möglichst optimale Wirkung für den gesamten Organismus? (…den Menschen?)

Genau jene Fragen beschäftigten auch viele chinesische Gelehrte schon vor vielen Jahrhunderten – und sie fanden eine Lösung: Tai Chi Chuan.

Die Legende berichtet, dass →Chang San-Feng (nach Pinyin-Übertragung: Zhang San-feng oder Zhang Sanfeng), welcher im 12. Jahrhundert nach Christus lebte (1279-1368) und ursprünglich ein Staatsbeamter war, sich später aber als taoistischer Mönch in den Bergen von →Wudang aufhielt, als Begründer dieser chinesischen Körperkunst gilt.

Chang (bzw. “Zhang”) sollte Meister der harten oder “äußeren” Kampfkünsten gewesen sein, welche damals den Mönchen im Kloster der Shaolin unter Bodhidharma (dem indischen Mönch und Begründer des Zen-Buddhismus) im 6. Jahrhundert als Übungen zum Ausgleich für das lange Sitzen in Meditation und Wiedererlangung körperlicher Fitness “verordnet” wurden und sich in weiterer Folge auch als überaus erfolgreiches Kampfmittel zur Verteidigung der Klöster und Mönche eignen sollte.

Chang San-Feng war unzufrieden mit den “äußeren Kampfkünsten”, die “den Schlangen ständig Beine anmalte”, wie ein chinesisches Sprichwort überflüssiges Tun beschreibt und suchte daher nach neuen Wegen.

Er wollte weniger äußere Techniken, weniger Schweiß und Keuchen, sondern die natürlichen “inneren” Energien, welche er mittels taoistischer Meditation entwickelt hatte, sowohl für den Zweck der Kunst der Lebensverlängerung (”→Yangshen” – später dann: Chi Gung, bzw. Qi Gong) als auch des Kampfes (der Kampfkunst) einsetzen.

Je nach Ausprägung und Stilrichtung (Yang-, Chen-, Wu-, Hao-, Lee-Stil, u.v.a.m.) können heutzutage einfachste Übungen zur (einfachen) Aufrechterhaltung der Gesundheit, bis hin zur fortgeschrittenen Formen zur Entdeckung weiterer eigenener geistigen, seelischen und körperlicher Fähigkeiten, sowie zu ausgefeilter Kampf(sport)-Technik führen.

Die “Bewegungen” werden automatisch ins tägliche Leben integriert und gezielte Bewegungsvorgänge (als Übungen) können nach einer gewissen Zeit des Erlernens, einfach und leicht, regelmäßig – ohne Plagen und Mühen – wenn man mag auch nur zwei bis dreimal die Woche ausgeführt werden – ohne dass man “einrostet”.

Wer tiefer in diese Materie einsteigen möchte, kann gerne einmal →im Glossar des Tai Chi Gung – Mitgliederforums unter www.taichianer.at stöbern.

Wer weiß:
Vielleicht will der- oder diejenige auch bald gemeinsam mit uns im Verein trainieren?

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