100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 30
Meisterspruch 030:
[über die Auswirkungen des Formentrainings]:
„Die Wangen sind von gesunder roter Farbe, die Schläfen voll pulsierenden Lebens, die Ohren karmensinrot. Sie hören scharf, und die Augen sind hell und funkeln vor Energie.
Die Stimme ist laut und trägt weit.
Der Atem geht regelmäßig, ohne Hast und Keuchen. Zähne, Zahnfleisch und Kiefer sind gesund und stark. Die Schultern und die Brust sind kräftig und geschmeidig.
Der Bauch ist stark und elastisch wie das Fell einer Trommel.
Die Füße stehen so sicher, als seien sie im Boden verwurzelt, und sind doch fähig, von ‚fest‘ nach ‚leer‘ zu wechseln und umgekehrt. Der Schritt ist leicht.
Die Muskeln sind weich wie Baumwolle, wenn die ‚wesentliche Kraft‘ nicht aktiv ist, aber sie werden hart und straff, wird sie eingesetzt.
Außerdem ist die Haut weich und rosig und so sensibel, dass sie jede Bewegung ‚hören‘ kann.“
(Transkription nach Chen Yen Lin).
Hintergrundinfo:
Über Chen Yen Lin, (auch: Yen-lin Ch’en, geb. 1906), ist mir seine Biographie nicht näher bekannt und es ist auch schwer über jene Gestalt Näheres zu erfahren, außer, dass er immer wieder in „Yang-Stil-Kreisen“ genannt wird.
Es gibt eine Anzahl von englischer Literatur – zB. von Autor Stuart A. Olson, Stuart Alve Olson, welcher als Lehrer, Übersetzer und Autor für taoistische Philosophie, Gesundheit und innere Kunst tätig ist. Jener amerikanische Autor soll mehr als vierzig Jahre lang Taoismus und chinesischen Buddhismus studiert und praktiziert haben. 2010 gründete er zusammen mit Patrick Gross, Valley Spirit Arts, um seine Bücher und DVDs zu veröffentlichen. Er ist Schulleiter am Sanctuary of Tao in Phoenix, Arizona, wo er sich auf die Übersetzung verschiedener taoistischer Texte, die Durchführung von Vorträgen, die Leitung von Exerzitien und die Durchführung konzentrierter Lehren widmet. Stuart hat mehr als dreißig Bücher veröffentlicht, von denen viele mittlerweile in mehreren fremdsprachigen Ausgaben erscheinen.
Hierin nennt er auch Yen-lin Ch’en als Quelle für seine Taji-Ausführungen, welcher „einer der besten Schüler der Yang-Familie“, „der Meister Chen, Yen-Lin“ sein solle.
Woanders setzte Ch’en Yen Lin, Einzeltechniken und Kombinationen von Yang Cheng-Fu zusammen und begründete eine 88er-→San Shou-Form (welche man – natürlich – ebenfalls via DVD, Video und Online erwerben kann. Ob es sich dabei nur um gutes Verkaufsargument handelt oder die Ursprünge faktisch sind, ist mir dzt. nicht bekannt).
Frieder Anders (→Yang-Stil) gibt in seiner Publikation „TAICHI – Grundlagen der fernöstlichen Bewegungskunst“, Irisana-Verlag, ISBN 978-3-7205-5027-7 als Quelle zu Kapitel „Erfahrungsberichte“ an:
„Ch’en Yen-Lin, Erfahrungen beim Lernen des Tai-chi-→Chuan. Übersetzung der Seiten 12-17 aus dem Buch ‚T´ai chi chüan‘ des Meisters Ch’en Yen-Lin, geb. 1906 (Shanghai 1950). Deutsch von Wolfgang Höhn und Yeng Hen.“
Anmerkung:
Mehr über den „Nutzen“, „Zweck“ und die Wirkungen des Tai Chi – Trainings findet sich in der Rubrik: „→Ask a Sifu„.
