Monatliches Archiv:Juni 2024

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 069

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 69

[Lesezeit: 1min (ohne Querverweise) – Querverweise: 3 – Checker-Zeit: 1-2 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 069:

„„Leite das Chi, als müsse es sich wie ein Faden durch neun enge Passagen in einer Perlenkette winden und sich dabei in jeden Winkel schlängeln.“““

(Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.).


Hintergrundinfo:

Wie bereits mehrfach erwähnt, gaben jene Überlieferungen – meiner Meinung nach – vielfach Anlass zu Spekulation und „Hinein-Interpretation“, obwohl es sich um Vergleiche(!) und keinesfalls Allegorien handelt.
Jener hier genannte Vergleich wurde dabei ebenfalls „Bestandteil des Perlenketten-Mythos“.

Anmerkung:
Manchmal empfinde ich das Ganze wie(!) [Hinweis: das Wort „wie“ leitet einen Vergleich ein!], wenn jemand sagt: „Wow, der rennt echt wie der geölte Blitz“ [Vergleich mittels Metapher] – und es finden sich dann sicher Leute, die „das Geheimnis des geölten Blitzes“ [eine Allegorie?, welche?] ergründen suchen. Weil ja „die Ganze Sache“, „die Fortbewegung mittels Rennen“ etwas „nicht normales“ darstellt und „voller Geheimnisse ist“ – *lol*.

Dies ist auch der Hauptgrund, warum dieser Spruch hier angeführt wird. Als Hinweis dafür, woher manche verbrähmte Mythen des Tai Chi (Gung) stammen, als auch als Beispiel dafür, dass „einfache Dinge“, sehr oft unnötig „verkompliziert“ werden können.

Meine persönliche Praxiserfahrung zeigt, dass – sofern es einmal gelungen ist, den „Chi-Fluss“ anzuregen – es gar nicht mehr nötig ist, sich gesondert Gedanken darüber zu machen.

Denn: Das →Chi folgt der Aufmerksamkeit, sowie der Blickrichtung völlig automatisch!
Das bedeutet: Es ist sogar hinderlich, wenn bewusst versucht wird, das Chi „zu bewegen“.
(…und – Da ist es wieder: →yin & yang [!] – Je weniger ich mich darauf konzentriere, „das Chi“ zu beeinflussen oder zu bewegen, desto stärker tritt die [Aus-]Wirkung ein!).

Mein Tipp daher: Konzentriert euch mehr darauf, die Übungen und Bewegungen „richtig“ auszuführen, sowie auf die korrekte Blickrichtung, anstelle „das Chi“ irgendwohin zu leiten – dann „ergibt sich der Rest automatisch“.

Interessant ist in besagtem „Meisterspruch“ noch die Erwähnung der Zahl „Neun“.

Im Chinesischen wird neun „jiu“ ausgesprochen, was auch „langlebig“ bedeutet. Als höchste einstellige Zahl steht diese für ein Höchstmaß der Menschen möglicher Freude, Langlebigkeit und Glück.

Numerologie: In vielen Kulturen gilt die Neun als „Zahl der Vollkommenheit“, da jene ja dreimal die als „göttlich“ angesehene Zahl Drei („Trinität“) enthält. In einem Dezimalsystem (Zählung im Zehnersystem) ist daher die Neun, die höchste, also vollendete einstellige Zahl.

Exkurs:
Wer jetzt meint, dies wäre alles esoterischer Humbug, demjenigen möchte ich hier gerne vor Augen führen, dass selbst „mächtige und einflussreiche“ Personen und Institutionen dies dennoch sehr ernst zu nehmen scheinen – auch wenn man sich öffentlich hierzu nicht äußert.
Ein konkretes Beispiel:
Microsoft veröffentlichte KEIN Windows 9 – es gab stattdessen die Version 8.1. Woraufhin wiederum klar war, dass Windows weder als „abgeschlossen“ noch „vollkommen“ galt und mit der Version 10 fortgesetzt werden würde. – Na, da haben die „Spinner“ und „Abergläubischen“ aber sehr viel Einfluss auf einen Weltkonzern – nicht wahr?

Aufklärungsserie: Das ist Tai Chi Gung – Teil 2/15

Aus den Archiven 2009 -
Erstveröffentlichung:
Von tai chi gung-User am 16. Mai 2009 um 14:10
Inhalt: Das Praktizieren.
auf
http://mein.salzburg.com/interessen/sport_action/2009/05/aufklarungsserie-das-ist-tai-c-1.html
(Hinweis: Forum & Eintrag dort nicht mehr existent)

Das Praktizieren.

Tai Chi Gung zu praktizieren, bedeutet diese Sportart auszuüben.

Manchmal hört man von Zeitgenossen auch die Frage: „Wann bin ich mit Tai Chi fertig?“ bzw. „Welchen Kurs muss ich noch belegen, damit ich fertig bin?“
Antwort: Es ist wie bei jeder anderen Sportart.

Wer stellt sich denn beispielsweise die Frage: „Wann bin ich mit Schifahren, Radfahren, Fußballspielen, etc. fertig?“ (außer Profis – sprich: Ende der Karriere als…).
Nehmen wir z.B. „Schifahren“. Welcher Mensch besucht als Anfänger einen Schikurs, erlernt soweit und somöglich der Kursdauer und des Kursumfanges nebst persönlicher Fähigkeit und Fortschritt es erlauben, das Fahren mit Schiern und stellt nach Absolvierung fest: „So, jetzt bin ich mit Schifahren fertig – was mache ich als nächstes?“.
Ernsthaft: „Wann ist man mit Schifahren fertig?“ – Dann, wenn man ein bestimmtes Ziel erreicht hat? – oder: Dann, wenn man Weltmeister, Europacupmeister oder Olympiasieger ist?
Genausogut könnte man einen Hobbysportler fragen: „Na, bist du jetzt endlich mit Fußball fertig? Wie lange brauchst du denn noch bis du das alles, was Fußball ausmacht gelernt hast? (bzw.: …damit du es wieder lassen kannst?)“.

Ist es nicht so, dass ich eine Sportart ausübe, weil sie mir „gut tut“, mein Wohlbefinden steigert, es mir Spass macht und ich mich manchmal alleine, dann wieder gerne gemeinsam mit anderen beschäftige, meine Zeit verbringe und bei (scheinbar gleichbleibender) Betätigung immer wieder neue Facetten des Sportes und in der Umwelt oder dem Umfeld, in dem ich mich bewege, entdecken kann? Ist es nicht so, dass eine Gruppe und regelmäßige Treffen (Termine), es mir erleichtern, mich in dieser Sportart zu üben und zu verbessern? – Das man sich hierbei mit „Gleichgesinnten“ (sprich: Ausübende der gleichen Sportart) gegenseitig anspornt, hilft, verbessert und auch aneinander oder untereinander vergleicht und misst?

Wieso sollte es bei der Ausübung von Tai Chi als Sportart (Tai Chi Gung) anders sein?

Seit mehreren Jahren höre ich immer wieder auch von Menschen, dass diese irgendwann einmal bereits einen Tai Chi Kurs besucht hätten. Selbstverständlich hake ich nach: „Und – was habt ihr gemacht? – Hat es dir gefallen?“. In jenen Fällen – und das sind die meisten – wo ein Kurs auch beendet wurde, erfahre ich dann, dass dies gut war, gut getan und Spass gemacht hat. Auf die weitere Rückfrage, ob auch weiterhin Tai Chi praktiziert werde, erfährt man dann ebenso oft: „Ich wollte ja, aber… (Zeitmangel, fehlende Motivation, …, Alleinsein, mangelndes Trainingsangebot für Gleichgesinnte, etc.)“, bzw. manchmal sogar erstaunt: „Wieso? – Der Kurs war zu Ende“ oder: „Es gab keinen weiteren Kurs“.

Die Schlussfolgerungen hieraus sind ein Motiv, welches zur Gründung des Tai Chi Gung – Landessportvereines veranlasste. Der Verein will eine Plattform, Sammel- und Treffpunkt für Tai Chi Praktizierende werden und in gemeinsamen Trainings diese Sportart ausüben. Diese Bewegungskunst sollte nicht nur von Kurs zu Kurs existieren, sondern als Sport wahrgenommen und regelmäßig auch in der Gruppe gemeinsam trainiert werden können.
Lehrgänge dienen dabei eigentlich nur dem Einstieg, dem Aufbau und der Vertiefung von Kenntnissen, sowie natürlich auch der Gewinnung neuer Mitglieder.
Was hierbei noch alles zu berücksichtigen gilt, welche Hintergründe und Entwicklungen existieren – also: mehr über diese Sportart, findet sich hierin demnächst..

…Fortsetzung folgt…

mehr zum Verein unter →www.tai-chi-gung.at

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 068

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 68

[Lesezeit: 1min (ohne Querverweise) – Querverweise: 4 – Checker-Zeit: 1-2 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 068:

Bewege dich wie ein Wasserstrom, […] mobilisiere die Energie, als wolltest du Seide aufrollen.

(Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.).


Hintergrundinfo:

Diese Aussage ist ebenfalls aus einem Klassischen Text „„Zum Verständnis der 13 Bewegungsarten“.
Das „Geheimnis“ der „13 Bewegungsarten“, bzw. dem „Lied über die 13 Stellungen“ wurde bereits erklärt und findet sich im →Glossar.
Das „Geheimnis“ zum „Seidenfaden“ ebenso (…die Chen-Stil Geschichte der Neuzeit – Cansigong und die „Geruechte“ dazu) – s.d.a.: →http://www.taichianer.at/was-sind-die-seidenubungen#Seidenfadenuebungen

Zu beachten – Gerne schreibe ich es erneut: Obige Aussage (aus den Tai Chi – Klassikern) ist ein bildhafter Vergleich!

Daher gilt es, sich zu überlegen:

  • Wie bewegt sich ein Wasserstrom?
  • Was zeichnet diesen aus?
  • Wie verhält sich jener?
  • Was sind dessen Eigenarten und Eigenschaften?

Und was wird über das „Aufrollen eines Seidenfadens“ gesagt?

Jene, welche mit der Herstellung von Seidenfäden zu tun haben, erläutern, dass es dabei wichtig sei, die Fäden langsam und kontinuierlich zu ziehen, damit diese nicht „verheddern“ und gleichzeitig nicht zuviel Kraft aufzuwenden, damit kein Faden reisst.

Anders gesagt: Der „Krafteinsatz“ muss zwar kontinuierlich und bestimmt erfolgen, jedoch sanft und nicht mit Gewalt.

Wer nun verstanden hat, dass die Ausübung von Tai Chi immer(!) alle „Ebenen des Menschseins“ umfasst, kann diesen Meisterspruch auch anderen Bereichen, als dem reinen Körperlichen zuordnen (siehe dazu auch: →Aspekte).

Aufklärungsserie: Das ist Tai Chi Gung – Teil 1/15

Aus den Archiven 2009 -
Erstveröffentlichung:
Von tai chi gung-User am 13. Mai 2009 um 20:02
Inhalt: Vorwort mit Spruch von Lao Tse
auf
http://mein.salzburg.com/interessen/sport_action/2009/05/aufklarungsserie-das-ist-tai-c.html
(Hinweis: Forum & Eintrag dort nicht mehr existent)

Vorwort.

Vor wenigen Wochen stieß eine 16jährige Schülerin zum Tai Chi Gung – Landessportverein und trainiert seither mit uns. Sie zeigt sich überaus talentiert, hoch motiviert und begeistert. Vor einigen Tagen erfuhr ich von einem Gespräch zwischen ihr und den gleichaltrigen Freunden, worin sie begeistert über ihre neue Sportart berichtete. Um diese verständlicher zu machen, zeigte sie schließlich auch einige Übungen, welche sie täglich übte. Ihre Freunde schmunzelten und meinten: „Ah ja – Ausdruckstanz!“. Woraufhin sie konsterniert entgegnete, dass sie es sich verbiete, hierüber Scherze zu machen. Es sei ihr persönlich sehr ernst, weil sie nach vielem Ausprobieren nun endlich eine Sportart gefunden habe, welche ihr „total“ gefalle und sie hierbei gefordert sei und viel Bewegung mache, ohne jemals ausser Atem zu gelangen, geschweige nach einem Training „völlig fertig“ zu sein. Sondern sich im Gegenteil nach jedem Training sogar noch fitter, aktiver und wohler fühle.

Mir kam dazu im ersten Moment nur eine Aussage von Lao Tse (chinesischer „Vordenker“ um 604 – 531 vor Christus) in den Sinn:

„Wenn der gute Schüler vom Weg hört, befolgt er ihn fleißig;
wenn der durchschnittliche Schüler vom Weg hört, beschäftigt er sich hin und wieder damit;
wenn der dumme Schüler vom Weg hört, lacht er aus vollem Hals.
Wenn niemand darüber lachen würde, wäre der Weg nicht das, was er ist.“

Ich entsann mich meiner Anfänge vor mehr als 13 Jahren, als ich erneut mit Tai Chi konfrontiert wurde und gleich dachte: „O.k. – Das ist sicher EINE chinesische Form von Yoga und das brauchst du nicht unbedingt, weil du ohnehin ein wenig Yoga machst. Besser ist, die bestehenden Asanas zu verbessern und die ‚indische Richtung‘ zu vertiefen, bevor du etwas ähnliches einer anderen Kultur neu beginnst.“. – Was habe ich mich geirrt! – …und dies erkannte ich auch erst, als ich mich darauf einließ, möglichst unvoreingenommen einen Kurs zu besuchen und somit die Übungen selbst auszuführen.
Dies bestätigte mir ebenfalls: „Meinen“ oder „gehört haben“ ist nicht „Wissen“ und „Wissen“ wird im Leben manchmal erst durch persönliche Erfahrung zu „wirklichem Verstehen“ (manche sagen: „Weisheit“).

Die „Erfahrung von Tai Chi Gung“ kann sozusagen „nur am eigenen Leib“ erfolgen.
Diese zu erklären gleicht dem Versuch den Geschmack einer Erdbeere jemanden zu erläutern, welcher eine derartige Frucht noch nie gekostet hat.

Aber das „Wissen“ um und von Tai Chi kann auch hier im Westen vergrößert werden – womit Mißverständnisse und „Fehlurteile“ vermieden und die Chance sich erhöht, dass mehr Menschen von dieser „Frucht“ kosten und möglicherweise feststellen, wie gut diese ihnen tut.

Bevor die eigene Begeisterung an Tai Chi Gung dazu verleitet, eigene Erfahrungen teilen zu wollen, sollte jedoch auch – meiner Meinung nach – notwendiges grundlegendes Wissen über Tai Chi und die Sportart Tai Chi Gung vorhanden sein, wozu auch diese Posting-Serie dient. Allzu leicht gelangt man sonst in eine „falsche Schublade“ oder wird irgendeinem (falschen) „Eck“ zugeordnet.

…Fortsetzung folgt…

mehr zum Verein unter →www.tai-chi-gung.at

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 067

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 67

[Lesezeit: 1min (ohne Querverweise) – Querverweise: 3 – Checker-Zeit: 2-3 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 067:

„„„Bei jeder Bewegung müssen alle Teile aneinandergereiht werden, sodass der Körper leicht und beweglich ist.“ – [Dies wird fortgesetzt mit:]
„Dies entspricht gleichermaßen einem langen Strom oder ist wie ein großes Meer, beide bewegen sich ohne Ende“.““

(Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.).


Hintergrundinfo:

Die erste Aussage wird sehr oft als „ Perlenkette“ überliefert.
Das heißt, die Bewegungen von Tai Chi innerhalb eines →Bildes einer →Form werden oft auch mit dem Vergleich zu einer „Perlenkette“ ausgedrückt.

Stellt man sich diese „Perlenkette“ – als bildhaften Vergleich, als „Anschauungsmodell für die Beschreibung eines Mediums“ bei einem physikalischen Vorgang der Kraft- bzw. Impulsübertragung – vor, dann lässt sich anhand dieses Modells festhalten: Die Bewegung einer „Perle“ überträgt sich auf der verbindenden „Schnur“, welche die anderen Perlen gleichermassen „mitbewegt“. Eine „Schwingung“ oder „Anregung“ einer Perle pflanzt sich hierbei also auf eine ganz charakteristische Art und Weise innerhalb dieser Kette fort.

Dies ergänzt, bzw. vertieft eine andere Aussage zum „Verhalten in Tai Chi (Chuan)“: „Bewegt sich ein Teil des Körpers, so bewegt sich der ganze Körper.“

Anmerkung:
Aufgrund der bisherigen Ausführungen und Hintergrundinformationen, welche hier veröffentlicht wurden, dürfte es leicht nachvollziehbar sein, dass „konsequenterweise“ auch bei dem bildhaften Vergleich mit der „Perlenkette“, sich wieder (mal) Leute in Tai Chi – Kreisen gefunden haben, welche daraus „eine Technik“ gemacht haben und „ein Geheimnis des Tai Chi“ für sich gelüftet haben (…welches man – selbstverständlich – ausschliesslich bei Besuch oder „Buchung des Kurses“ bei demjenigen „erklärt“ bekommt).

Klar und deutlich gesagt:
Mit der „Perlenkette“ ist nichts(!) anderes gemeint, als EXAKT obig angeführte Zitate bzw. das „Anschauungsmodell“. Punkt.

Fazit:
Was selbstverständlich ebenso – will sagen: gravierende(!) – Auswirkungen auf das Verhalten und den Bewegungsablauf bei der Ausübung von Tai Chi (Chuan) hat.
Denn, beispielsweise, wird NIE(!) nur ein Arm (Faust-) oder Fuß (Fuß-Stoß) allein(!) bewegt. Es bewegt sich immer der gesamte Körper!