Aus den Archiven 2009 - Erstveröffentlichung: Von tai chi gung-User am 13. Mai 2009 um 20:02 Inhalt: Vorwort mit Spruch von Lao Tse auf http://mein.salzburg.com/interessen/sport_action/2009/05/aufklarungsserie-das-ist-tai-c.html (Hinweis: Forum & Eintrag dort nicht mehr existent)
Vorwort.
Vor wenigen Wochen stieß eine 16jährige Schülerin zum Tai Chi Gung – Landessportverein und trainiert seither mit uns. Sie zeigt sich überaus talentiert, hoch motiviert und begeistert. Vor einigen Tagen erfuhr ich von einem Gespräch zwischen ihr und den gleichaltrigen Freunden, worin sie begeistert über ihre neue Sportart berichtete. Um diese verständlicher zu machen, zeigte sie schließlich auch einige Übungen, welche sie täglich übte. Ihre Freunde schmunzelten und meinten: „Ah ja – Ausdruckstanz!“. Woraufhin sie konsterniert entgegnete, dass sie es sich verbiete, hierüber Scherze zu machen. Es sei ihr persönlich sehr ernst, weil sie nach vielem Ausprobieren nun endlich eine Sportart gefunden habe, welche ihr „total“ gefalle und sie hierbei gefordert sei und viel Bewegung mache, ohne jemals ausser Atem zu gelangen, geschweige nach einem Training „völlig fertig“ zu sein. Sondern sich im Gegenteil nach jedem Training sogar noch fitter, aktiver und wohler fühle.
Mir kam dazu im ersten Moment nur eine Aussage von Lao Tse (chinesischer „Vordenker“ um 604 – 531 vor Christus) in den Sinn:
„Wenn der gute Schüler vom Weg hört, befolgt er ihn fleißig;
wenn der durchschnittliche Schüler vom Weg hört, beschäftigt er sich hin und wieder damit;
wenn der dumme Schüler vom Weg hört, lacht er aus vollem Hals.
Wenn niemand darüber lachen würde, wäre der Weg nicht das, was er ist.“
Ich entsann mich meiner Anfänge vor mehr als 13 Jahren, als ich erneut mit Tai Chi konfrontiert wurde und gleich dachte: „O.k. – Das ist sicher EINE chinesische Form von Yoga und das brauchst du nicht unbedingt, weil du ohnehin ein wenig Yoga machst. Besser ist, die bestehenden Asanas zu verbessern und die ‚indische Richtung‘ zu vertiefen, bevor du etwas ähnliches einer anderen Kultur neu beginnst.“. – Was habe ich mich geirrt! – …und dies erkannte ich auch erst, als ich mich darauf einließ, möglichst unvoreingenommen einen Kurs zu besuchen und somit die Übungen selbst auszuführen.
Dies bestätigte mir ebenfalls: „Meinen“ oder „gehört haben“ ist nicht „Wissen“ und „Wissen“ wird im Leben manchmal erst durch persönliche Erfahrung zu „wirklichem Verstehen“ (manche sagen: „Weisheit“).
Die „Erfahrung von Tai Chi Gung“ kann sozusagen „nur am eigenen Leib“ erfolgen.
Diese zu erklären gleicht dem Versuch den Geschmack einer Erdbeere jemanden zu erläutern, welcher eine derartige Frucht noch nie gekostet hat.
Aber das „Wissen“ um und von Tai Chi kann auch hier im Westen vergrößert werden – womit Mißverständnisse und „Fehlurteile“ vermieden und die Chance sich erhöht, dass mehr Menschen von dieser „Frucht“ kosten und möglicherweise feststellen, wie gut diese ihnen tut.
Bevor die eigene Begeisterung an Tai Chi Gung dazu verleitet, eigene Erfahrungen teilen zu wollen, sollte jedoch auch – meiner Meinung nach – notwendiges grundlegendes Wissen über Tai Chi und die Sportart Tai Chi Gung vorhanden sein, wozu auch diese Posting-Serie dient. Allzu leicht gelangt man sonst in eine „falsche Schublade“ oder wird irgendeinem (falschen) „Eck“ zugeordnet.
…Fortsetzung folgt…
mehr zum Verein unter →www.tai-chi-gung.at
