Jeden Tag eine kleine aktive Übung, um mit Tai Chi fitt zu bleiben –
(…und 2 x pro Woche eine Trainingseinheit gemeinsam im Verein).
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T04 – Tagesübung:
„Stehen im Wasser“
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Anleitung:
(Dauer: mind. 5 Minuten)
Ich stelle mich aufrecht in →Wu Chi hin – wichtig: schulterbreit, Fersen parallel, Zehen in Blickrichtung (Fußspitzen ggf. im leichten Winkel nach außen), die Knie ganz leicht gebeugt, auf keinen Fall durchgestreckt – atme bei geschlossenem Mund, ruhig durch die Nase.
Die Augen bleiben geöffnet und blicken waagerecht „in die Ferne“, ohne einen bestimmten Punkt zu fixieren.
Nun stelle ich mir vor (Imagination), ich würde bis zum Bauchnabel in einem angenehmen, warmen Wasser stehen, dabei lege ich bei (real) angewinkelten Ellbogen beide Handflächen „locker“ auf ein ebenfalls imaginäres „Schwimmbrett“ oder „Holzbrett“, welches sich – in Gedanken – vor mir auf der Wasseroberfläche befindet. Womit die Schultern entspannt werden und die Handflächen und Arme „kein Gewicht“ mehr haben, da diese ja „auf dem Brett“ aufliegen.
Nun stelle ich fest, dass von hinten, gegen meinen Po, bzw. den Lendenbereich, Wasser – eine Strömung, eine sanfte Welle – mich leicht nach vorne schiebt.
Dadurch wird der gesamte Rumpf, bei aufrechter, gerader Wirbelsäule und meinem Kopf, welcher sich in der Tai Chi – Haltung ebenfalls in einer senkrechten Linie befindet, mit nach vorne geschoben. Die Hüfte bewegt sich „auf einer Linie“,
in gleicher Höhe, mit dem Wasserdruck ein paar Zentimeter nach vorne – die Fußsohlen bleiben an Ort und Stelle „verwurzelt“, der restliche Unterkörper, bzw. die Beine bewegen sich entsprechend vom Sprunggelenk über die Knie bis zur Hüfte.
Vorne angekommen, wechselt der Wasserdruck seine Richtung – die „Gegenwelle“ schiebt meinen Oberkörper wieder sanft einige Zentimeter zurück.
Danach drückt das Wasser mich wieder einige Zentimeter nach vorn – dann wieder zurück – dann wieder nach vorn und dann wieder zurück – und so weiter und so fort…
…die „Wellen“ des Wassers, welche in dem Gewässer in welchem ich stehe, bewegen mich mit meinem Hüftbereich sanft vor und zurück. Es ist angenehm, die Sonne scheint und ich genieße die sanfte Bewegung durch den Wellengang.
Fotoreihe zur Verdeutlichung der Bewegung:
Ausgangsposition
„Wasser schiebt nach vor“
„Wasser schiebt zurück“
Nachdem ich dies mindestens 5 Minuten lang genossen habe, beende ich diese Übung indem ich die Hände und Arme langsam senke, mich „aufrichte“, also die „niedrigere Tai Chi-Haltung“ verlasse und ein paar Schritte gehe.
Wichtig: Während der gesamten Übung bleiben die Augen geöffnet!
(Grund: Tai Chi = Meditation in Bewegung[!] bei geöffneten Augen – schließlich muss ich ja sehen, wo ich dann beispielsweise in einer Form hinlaufe, oder?)
Ziel/Grund dieser Übung:
Genau das: Erlernen/Beibehalten der Meditation in Bewegung bei geöffneten Augen;
und zeitgleich/gleichzeitig
(…eigentlich „der übliche Schmäh“ von Tai Chi: Immer ZUGLEICH! [mehrere Dinge „auf einmal“!]):
- Vertiefung/Verbesserung der Imagination (Vorstellungskraft);
- Verbesserung/Vertiefung der Meditations-Fähigkeit;
- Verbesserung der Beinkraft und der Muskulatur;
- Stärkung der Beingelenke;
- Verbesserung der Flexibilität der Beine;
- Verbesserung/Stabilisierung des Rücken-/Lendenbereiches;
- Verbesserung des Gleichgewichtssinnes und der Schwerpunkt-Findung;
- Bewegung und „Massage“ der Fascien bis hin in den oberen Rückenbereich;
- Verbesserung der Durchblutung (Venenpumpe) und des Chi-Flusses;
…und, und, und …Ihr kommt schon selber drauf, wenn ihr diese Übung einfach oft genug gemacht habt!
Nochmals: JA – es ist so simpel. ABER: Man muss es einfach auch tun! – MACHEN!
Anmerkung:
Wer „Stehen im Wasser“ das erste mal macht, erfährt dies spätestens nach 2-3 Minuten der Übung. (Für Fortgeschrittene ist eine Viertelstunde oder länger gar kein Problem – muss aber nicht sein, o.k.?)
Erste Zielsetzung:
Einmal 5min täglich die nächste Zeit, bis man mit anderer Übung abwechselt. Dann immer wieder mal „zwischendurch“.
Exkurs:
In der aktuellen Schule des Chen-Stiles praktiziert man als Vorbereitungsübung die sogenannte „Säulenübung“ – also das „Baum umarmen“ – welche dabei mindestens(!) eine Stunde lang(!) aufrechterhalten werden muss, bevor man – überhaupt erst – „für die weiteren Vorübungen“, dem „Cansigong“ „zugelassen“ wird, damit man danach(!) einmal mit Tai Chi – Formen beginnen „darf“.Wir vom Tai Chi Gung – Landessportverein nutzen hierzu das hier vorgestellte „Stehen im Wasser“, welches nach unserer – nunmehr jahrzehntelangen Vereins- und Trainingserfahrung – weitaus besser geeignet ist. Diese Übung berücksichtigt mehr physiologische Gegebenheiten und Effekte und beinhaltet schon von Anfang an, einen „dynamischen Aspekt“ sowie „Bewegung“. [Man steht im Tai Chi ja nicht „starr“ herum].
