TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Archiv für Juni, 2010

Was bedeutet Chuan bzw. Quan?

Mittwoch 30. Juni 2010 von websifu

Glossareintrag: Chuan

Alternative Schreibweisen: Ch’uan (korrekt nach →Wade-Giles) oder Quan (nach →Pinyin-System)

Die chinesische Bewegungskunst wird Tai Chi Chuan (bzw. “Taiji quan” nach Pinyin-System) genannt.
Der Begriff “Tai Chi” oder “Taiji” ist eine westliche Abkürzung und Vereinfachung für diese “innere” Kampfkunst.

Da →TAI CHI (siehe dort) aber eine eigenständige Bedeutung hat, muss eine Differenzierung zwecks Verwechslungsgefahr vorgenommen werden: TAI CHI ist nicht das gleiche wie Tai Chi (Chuan)!

Chuan (bzw. Quan) – gesprochen: “tschu-an” – kann als chinesisches Schriftzeichen sehr weit ausgelegt werden.
Oft wird es als “Faustkampfmethode” übersetzt, zugleich steht es aber auch für das Sammeln der Lebensenergie und die Ausgewogenheit des Menschen. Es wird ebenso verwendet für: “Hand” oder “Fuß” (bzw. “mit der Hand” oder “mit dem Fuß”).
Darüber hinaus bedeutet “Chuan” auch: Methode, Weg oder Handlung.

In dieser Bedeutung ähnelt es dem in Kampfsportkreisen bekannten und aus Japan stammenden “do”, welches dort als Schriftsymbol ebenfalls aus zwei Zeichen mit jeweils der Bedeutung für “Kopf” und “Gehen” besteht und meist als “Weg” übersetzt wird.
[Anmerkung: Unverkennbar dabei, dass dessen Ursprung im chinesischen "Tao" liegt!]

Exkurs ins Japanische:
- Bushido (bu-shi-do): “Der Weg des Kriegers”
- Karate-Do (kara-te-do): “Der Weg der leeren Hand”
- Judo (ju-do): “Der Weg des Nachgebens”
- Kendo (ken-do): “Der Weg des Schwertes”
- Kyudo (kyo-do): “Der Weg des Bogens”
usw. usf.

Tai Chi

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Tai Chi Chuan

setzt sich dementsprechend zusammen aus den einzelnen Bedeutungen für “Tai”, “→Chi” und “Chuan”, aus den möglichen Wortpaaren “Tai Chi” und “Chi Chuan”, sowie aus der Gesamtbedeutung aller drei Wörter (Symbole).

Einfache Übersetzungen für “Tai Chi Chuan” wären:

  • “TAI CHI Faustkampfmethode”,
  • “Die höchste Kraft der Faustkampfmethode”,
  • “Kraft des Chi die Faust einsetzen”;

oder in Anlehnung an bekannte Bezeichnungen aus dem japanischen “Bu-Do” (dort: “Do” = Weg):

  • “Der Weg des allerhöchsten Prinzips”
    (”Der Weg des TAI CHI”) -
    Anmerkung: Die Japaner würden dann also sagen “Tai Ki Do” o.ä..

Interpretationen:

  • “Die Methode das Allerhöchste Prinzip im Kampf einzusetzen”,
    bzw.
  • “Folge dem höchsten für den Menschen erkennbaren Prinzip und handle gemäß diesem Gesetz der Natur”.

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Irrtum 19: Kung Fu wäre eine chinesische Kampfkunst

Montag 28. Juni 2010 von Gottfried

(aus der Serie: Irrtümer über Tai Chi , erstmals erschienen auf mein.salzburg.com am 10. Jun 2010 um 12:28 in Fitness )

Auch bei uns im Westen haben viele Menschen den Begiff “Kung Fu” schon oft gehört und glauben, dass jener die Bezeichnung für eine bestimmte Art, einen bestimmten Stil oder eine spezielle Form einer chinesischen Kampfkunst darstellt.

Gerade auch Film und Fernsehen haben dazu beigetragen, dass sowohl “Kung Fu – Kämpfer” antizipiert, als auch “Kung Fu” als ein Synonym für eine bestimmte chinesische Kampfkunst angesehen wird.

Im aufgeklärten 21. Jahrhundert muss (für manche – leider – ) gesagt werden: Das ist alles falsch!

Es gibt keine chinesische Kampfkunst mit dem Namen “Kung Fu”, es gibt keinen Stil und keine Kampftechnik welche “Kung Fu” genannt wird. Daher gibt es (relativiert gesagt: “eigentlich” – dazu später) keine “Kung-Fu-Kämpfer” und daher keine Schule, Lehrer, Meister oder Trainings, wo “Kung Fu” (alleinig! – dazu auch im folgenden noch) angeboten wird und (alleinig!) gelernt werden könnte.

Und: Es gibt überhaupt keine “Kung Fu – Waffen” oder “Kung Fu Ausrüstung” – Das ist völliger Blödsinn!

Warum? – Ganz einfach: Die beiden aus dem chineschen stammenden Wörter entsprechen Verb (”tun”-Wort) und Adjektiv (beschreibend) und sind keine Substantive (Gegenstandswörter).

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Das Wort “Kung”, welches in lateinischen Buchstaben übertragen auch unter “kong”, “gung” oder “gong”zu finden ist, bedeutet übersetzt: “sich bemühen um” bzw. “das Streben nach Perfektion in” – eine Tätigkeit!

Das Wort “Fu”, welches manchmal auch im englischsprachigen Raum mit “foo” (gesprochen: “fu”) zu finden ist, kann zwar alleinstehend als Substantiv verwendet soviel wie: “Wiederkehr”, “Wiederholung”, bzw. auch “Wendezeit” bedeuten – als Adjektiv wird es gebraucht als Beschreibung für eine Tätigkeit des Menschen: “wiederholt”, “wiederkehrend”, …, “ständig”, bzw. “immer wieder”.
Wobei diesem Wort im Chinesischen auch eine “Wertigkeit” beigemessen wird und hierbei ausgedrückt werden soll, dass bei Verwendung als Beschreibung für eine Tätigkeit, jene “natürlich, ohne Zwang, Hast oder Obsession und mit Hingabe” ausgeführt wird.

Womit also “fu” interpretiert werden kann als: “immer wieder mit Hingabe, ohne Zwang oder Obsession” und verwendet wird, um auszudrücken, wie sich ein Mensch einer bestimmten Kunst, Tätigkeit oder einem Handwerk in seinem Leben widmet.

“Kung Fu” (bzw. “gung fu” oder “gong foo”) bedeutet also übersetzt soviel wie:
“sich ständig (immer wieder) mit Hingabe und ohne Besessenheit bemühen um …”

(bzw. “ständiges Streben nach Perfektion mit Hingabe und ohne Besessenheit in der Kunst des/der …”).

Es ist ersichtlich:
a. Es fehlt das Objekt des Satzes! (Worum bemüht sich der beschriebene Mensch? Was macht der Mensch?)
bzw.
b. Es kann keine “Kung Fu” – Dinge, Gegenstände geben!

Der chinesische Satzbau ist anders. Die Chinesen stellen das betreffende Objekt an den Satzanfang und “sagen dann, was man damit macht”.

Der korrekte Gebrauch wäre also: “(…Bezeichnung der Kunstfertigkeit, “Schule”, Philosophie, “Lehre”…) kung fu”.

“Kung Fu” alleinstehend gibt es also nur als “Fantasiewort” im Westen!

Wird gesagt:
“Jemand macht kung fu”. Müsste korrekterweise die Frage lauten: “Ja, worin denn?”.

Beispiele:

“Shaolin Kung Fu”

+++ “Sich ständig mit Hingabe und ohne Besessenheit bemühen um die Kunst der Shaolin” bzw. “Ständiges Streben nach Perfektion mit Hingabe und ohne Besessenheit in der Lehre der Shaolin”.

Anmerkung: “die Kunst der Shaolin” oder “die Lehre der Shaolin” beinhaltet zwar auch Kampfkunsttechniken und Körperübungen, in erster Linie sind es aber Mönche(!) einer bestimmten Glaubensrichtung. Das sollte keinesfalls vergessen werden, falls sich jemand in das Abenteuer “stürzen” möchte und gleich nach China reist – Die “Hauptlehren” bestehen aus Philosophie, Meditation, Art der Lebensweise und Glaube, “Kampfkunst” macht (nur) einen Bruchteil davon aus (…eben “Mönche” und “Kloster”, alles klar?!).

“Wudang Kung Fu” – bzw. “Wudang Tai Chi Kung Fu”

+++ “Sich immer wieder ohne Hast, Zwang oder Bessenheit, mit Hingabe bemühen um die Kunst des Wudang Tai Chi”.

Oder (meist im Amerikanischen)
“xy gong foo” -

“Die Schule/Studio/Lehre xy, worin man sich immer wieder ohne Obsession bemüht, deren Lehre zu folgen”,
also man klarstellen möchte, dass jene angebotene Kunst “xy” mit “kung fu” auszuüben wäre.

Fazit:

“Kung Fu” beschreibt also “wie” ein Mensch eine bestimmte Kunst(fertigkeit) ausübt und in sein Leben integriert

(…und keinen eigenständigen Kampfstil, oder eigenständige Übungsrichtung).

“Kung Fu” ist also die Beschreibung einer Tätigkeit oder einer Einstellung eines Menschen (die Verhaltensweise) zu einer bestimmten (Kampf-)Kunst (bzw. “Lebenskunst”).

Man könnte also auch sagen: “Kung Fu” beschreibt für den einzelnen Menschen den selben Prozess, wie in einem Unternehmen “KVP” (Abkürzung für: “Kontinuierliche Verbesserungs-Prozess” – eingedeutscht aus dem ursprünglichen “Kai Zen” der Japaner), wobei immer(!) genannt werden muss wozu/wohin der Prozess führen soll. z.B.: Eben zu “Tai Chi”, zu “Shaolin”, zu “Malen”, “Schreiben” oder sonst einer “(Lebens-)Kunst”.

Exkurs:

Auch der betriebliche KVP steht niemals für sich allein – Selbstverständlich steht der Unternehmenszweck als “Maßgabe” oder “Zielsetzung” dahinter, auch wenn fast immer(!) ungenannt! – Ist ja logisch: Verbesserung – Wozu?, Wohin?
(Ebenfalls logisch: Falls jene ungenannt bleibt und nicht oder mangelhaft kommuniziert wird, darf es nicht verwundern, dass zwar ständig Verbesserungen der Mitarbeiter und Arbeitsvorgänge erfolgen, aber die damit beabsichtigten Ergebnisse nicht den Erwartungen der Geschäftsleitung oder Inhaber des Unternehmens entsprechen.
*** Scherz: Genauso wie “Kung Fu” ohne Beschreibung “worin” und “wozu” – Man bemüht sich zwar ständig besser zu werden, aber: Worin eigentlich? *** ).

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Das oder die Danlian

Mittwoch 23. Juni 2010 von websifu

Glossareintrag: Danlian

Alternative Schreibweisen: Tanlian

Um ein →Bild als Kampftechnik mit voller Wirksamkeit einsetzen zu können, müssen die Bewegungen – für diesen Zweck – ständig wiederholt werden.

Dies gilt selbstverständlich für alle Kampftechniken egal welcher Kampfkunst: “Übung macht den Meister”.

Trainiert jemand wiederholt die selbe Technik, so bezeichnen die Chinesen dies als “Danlian”.

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Exkurs:
Bei den japanischen Kampfkünsten (im Budo, wie z.B. Karate, Jiu Jitsu, Judo, o.ä.) könnte dies mit dem dort so genannten “Kihon” verglichen werden, wo durch vielfache Wiederholung und das ständige Üben, die Basis- und Grundtechniken “perfektioniert” werden.

Damit Tai Chi (Chuan) von jemanden der (ausschließlich) →Formen trainiert, tatsächlich im Kampf eingesetzt werden kann, vergehen oft Jahre.
Es spricht jedoch nichts dagegen, sich speziell auch diesem →Aspekt zu widmen, um auch hier schneller Erfolge zu erzielen.

Der Begriff des Danlian wird meist dann verwendet, wenn jemand Kampftechniken wiederholt(!) “allein” – also: “solo” – übt, ähnlich wie bei “Solo-Form”. Es wird also eine bestimmte Technik, ein bestimmter Abschnitt eines Bildes, eine bestimmte Bewegung “in Danlian geübt” oder eine “Danlian(-Übung)” gemacht.

Werden im Tai Chi (Chuan) Kampftechniken (→Grundtechniken) hingegen mit einem Partner geübt, so spricht man dann im allgemeinen von “→Tui Shou” (Partnerübungen, bzw. von “→push hand“).

Anmerkung:

Ausgewählte Einzelübungen dienen auch in vielen bei uns im Westen angebotenen Tai Chi-Kursen nicht nur zur Vertiefung der Form (Solo-Form) sondern entsprechen Danlian-Übungen, ohne dass es den meisten Teilnehmer überhaupt bewusst wäre, weil der Kampfkunst-Aspekt allzu oft in den Hintegrund gedrängt wird.
Ja, manchmal wissen dies selbst nicht einmal die Übungsleiter jener Kurse.

Mit entsprechender Aufklärungsarbeit, wie z.B. in diesem Forum und dem Glossar, möchte der Tai Chi Gung – Landessportverein zumindest manche Wissenlücken schließen helfen.

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Irrtum 18: Kampfkraft zeigt sich in Muskelmasse

Montag 21. Juni 2010 von Gottfried

(aus der Serie: Irrtümer über Tai Chi , erstmals erschienen auf mein.salzburg.com am 19. Mai 2010 um 01:07 in Fitness)

In “äußeren” Kampfkünsten, z.B. Judo, Karate, Tae Kwon Do, Jiu Jitsu, …., Kickboxen, etc. – überall wo eine Bewegung durch eine andere “beherrscht” oder “unterdrückt” wird – überall wo “Gleiches mit Gleichem vergolten” wird UND das Prinzip vorherrscht, bei der die jeweils größere Kraft, Ausdauer oder Schnelligkeit die schwächere besiegt, gelten (Grund-)Techniken als definierte körperliche Stellungen, Haltungen, Positionen oder Bewegungen.

Anmerkung: Die manchesmal dabei gefasste Schlußfolgerung, dass je mehr Techniken, also Bewegungsabläufe, Positionen, etc, man (er)kennt und beherrscht, desto mehr Vorteile sich im Kampf erringen ließen, erscheint unter diesen Prämissen durchaus logisch (Also: “mehr” wäre immer besser, egal wovon!).

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Der berühmte chinesische Meister des gleichnamigen Tai Chi (Chuan)-Familien-Stiles, des →Yang-Stiles, Yang Cheng Fu (1883-1936) formulierte als neunten Merksatz für seine Schüler:

“Gebrauche Yi (entspricht: Intention, Absicht), nicht Li (rohe Kraft, Muskelkraft, ‘Schnell-’ oder ‘Schwungkraft’ = Impuls)”.

Die “innere” Kampfkunst Tai Chi (Chuan) [→pinyin: Taijiquan] kommt – zum Erstaunen vieler Menschen – schlicht mit acht Grundtechniken aus!

Aber: Jene “Grundtechniken” repräsentieren primär keine körperlichen Stellungen, Haltungen, Positionen oder Bewegungen – höchstens vielleicht eine Richtung. Die Grundtechniken in Tai Chi (Chuan) repräsentieren Kraftwirkungen! [Anmerkung: Deren Anwendung und "Beherrschung" sich "in Formen" gießen lässt - welche gleichen Prinzipien folgen, daher "→Grundtechnik"].

Wer mit “äußeren” Kampfkünsten vertraut ist, wird hierin einen weiteren – wesentlichen(!) – Unterschied ausmachen können:

Eine “Grundtechnik in Tai Chi” erlaubt den “Konter eines Angriffs” unabhängig von einer bestimmten körperlichen “Stellung” oder bestimmten körperlichen “Technik der äußeren Kampfkünste”!

…und plötzlich “funktioniert” ein Kampf gemäß den Prämissen der (körperlichen) Kampfkünste nicht mehr: “Gleiches” wird in Tai Chi nicht mit “Gleichem” beantwortet. Daher gilt auch: “Technik” nicht mit “Technik”!

Exkurs:

Bruce Lee (27. November 1940 – 20. Juli 1973) wollte jenes Wissen der breiten (Kampfkunst-)Öffentlichkeit zugänglich machen. So vor allen Dingen auch mit Veröffentlichung seines Buches über die von ihm entwickelte Kampfkunst “Jeet Kune Do”, mit der Prämisse, dass jedes starre Festhalten an erlernten Kampfkunsttechniken oder -abläufen aufgegeben werden solle und der Kampfkünstler sich von seiner Intuition entsprechend der Situation leiten lassen möge.

Leider hat er hierbei meiner Meinung nach etwas wesentliches “übersehen”: Kein Mensch kann sich von Formen oder Kampfkunsttechniken lösen, geschweige denn “intuitiv” einsetzen, wenn er überhaupt keine Kampfkunsttechnik kennt oder beherrscht. Alles “gesagte” gilt für “Könner” der Kampfkünste. Ein “Anfänger” ist daher – auch mit der Anleitung zu Bruce Lees Kunst – völlig überfordert und hat wenig Chance jene tatsächlich im Sinne Bruce Lees zu erlernen. Ein Schüler oder “Neuling” lernt also dabei – bedauerlicherweise: nur – eine weitere (äußere) Kampfkunst, ohne dabei dem tatsächlichen Inhalt und Absichten des Meisters folgen zu können.

[Anmerkung für alle Fans: Ebenfalls bin ich überzeugt, dass Bruce Lee dies selbst früher oder später erkannt hätte, falls er über mehr Zeit auf Erden verfügt hätte. Er hätte erkannt, dass er sich nur auf seine eigenen Wurzeln besinnen müsste und dass genau das "fehlende Glied" die Beschäftigung mit Tai Chi, wie es ihn sein Vater gelernt hatte, sowie die Einbeziehung jener "uralten" Erkenntnisse des Tai Chi Chuan - noch - gefehlt hätten, um tatsächlich den Durchbruch zu bringen].

Stück für Stück jener “Geheimnisse”, um welche es hier geht, offenbaren sich nach und nach den trainierenden Mitgliedern des Tai Chi Gung – Landessportverein in Salzburg.

Wichtig:

Hintergründe und Know-how können auch von Fördernden Mitgliedern (”Förderer”) – als registrierte und freigeschaltete Benutzer – im Downloadbereich des Mitgliederforums als Skripten heruntergeladen werden, z.B. die 17-seitige Beschreibung “Das Geheimnis von Yi-Chi-chin” (im Download unter der Rubrik →Fortgeschrittene )

- Mehr über den Verein und die Vorteile der Mitgliedschaft unter: www.tai-chi-gung.at

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Das I Ging – Das Buch der Wandlungen

Mittwoch 16. Juni 2010 von websifu

Glossareintrag: I Ging

Alternative Schreibweisen: Yijing, Yi jin, i ching, i chin

Gesprochen: “i tsching”

Die Philosophie des TAI CHI (der “yin-yang-Philosophie”) lässt sich bis ins chinesische Altertum verfolgen.
Das bekannteste und über 3000 Jahre(!) alte Werk, welche die Betrachtungen der Gelehrten des Altertums dokumentiert und das gesamte philosophische Konzept des →TAI CHI beinhaltet nennt sich “I Ging”, welches auch “Das Buch der Wandlungen” genannt wird.

Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus:

  • “→Yi” (oder “i”) wörtlich übersetzt: “Absicht, Intention”

und

  • “Ging” (oder “jing”, “ching”, …, “→chin” – gesprochen: “tschin(g)”) übersetzt soviel wie: “innere, wesentliche Kraft” bzw. auch: “Kraft des Geistes”.

Die Bezeichnung dieses Werkes lässt sich somit interpretieren als: “Die Absicht der wesentlichen Kraft”.

Hermann Hesse meinte einmal:
“Man kann es als Orakelbuch benutzen, um in schwierigen Lebenslagen Rat zu bekommen. Man kann es auch nur seiner Weisheit wegen lieben. Es ist in diesem Buch ein System von Gleichnissen für die ganze Welt aufgebaut.”

Der Inhalt orientiert sich zunächst an Beobachtungen natürlicher Gesetzmäßigkeiten und Veränderungen im Universum.

Damit entstand ein grundlegendes Ordnungssystem von “oben – unten”, “innen – außen”, “expandieren – kontrahieren”, “schwer – leicht”, “Ruhe – Bewegung”, etc. -

Also: Die “Sicht” von “→yin und →yang” als Überbegriffe zweier möglicher Ausprägungen des TAI CHI-Prinzips als zwei formende Kräfte, die sich in ihrer Wesenheit und Dynamik ergänzen und damit alles Lebendige beschreibbar machen.

Jene Polarität (besser: Komplementäre Ausprägung) verdeutlicht die zwei Extreme eines (einzigen) Ganzen. Ihre Wechselseitige Verstärkung oder Aufhebung im Zeitablauf begründet alle Wandlungen.
Anmerkung: Daher auch “Das Buch der Wandlungen”.

Die Chinesen fanden, dass Weisheit darin besteht, jene genannten (bekannten) Ordnungen wahrzunehmen und in Einklang dazu zu handeln.

Hierin stimmten sowohl Lao-Tse (bzw. “Laozi”) als auch Konfuzius (bzw. “Kungtse” oder “Kongzi”) überein und “entnahmen” jenem Werk auch viele Grundlagen für die – späteren (!) – Lehren des “Taoismus” (Daoismus) bzw. des “Konfuzianismus”.
Obwohl unterschiedlicher “Auslegungen” bedienten sich beide Lehren des “yin-yang-Konzeptes” (TAI CHI) zur Erklärung des bestmöglichen Umgangs mit den Anforderungen des Lebens.

Exkurs:

Im klassischen Werk des Taoismus (Daoismus) dem sogenannten “Tao-te-King” (bzw. “Daodejing”; sprich: “daodedsching”) wird Tao und seine Wirkkraft exemplarisch beschrieben. Manche Beschreibungen des “Tao” aus jenem Werk sind mit dem “→WU CHI” des “I Ging” vergleichbar – andere wiederum mit dem “TAI CHI”.

Exkurs 2:

Eine jüngere und weitere “Abwandlung” stellt die Lehre der “Fünf Wandlungsphasen” (die sogenannten “chinesischen fünf Elemente”) dar, welche Mitte des 20. Jahrhunderts Einzug in die Praxis des “→Qi Gong” (sprich: “tschi gong”) hielt.
Die “moderne” Lehre des “Qi Gong” deckt sich damit nicht mehr vollständig mit den klassischen Überlieferungen des “Chi Kung”, da zwar die Grundlagen der Kernaussagen der “yin-yang-Philosopie” (des “I Ging”, das “Wechselspiel zwischen “yin” und “yang” ) als Erklärung dienen, aber die “Wandlungsphasen” (oft mißinterpretiert als “Elemente” im abendländischen Verständnis – Anm.: Die Bezeichnung “Elemente” entstammt einer Interpretation eines Übersetzers, welche sich nach wie vor hartnäckig “hält”) : Metall, Wasser, Holz, Feuer und Erde, sich nicht mehr so gut in die “→Ba Gua” (den “Acht Kräften”) einordnen lassen. Beziehungsweise zu “Doppelbedeutungen” führen: “Erde” als Wandlungsphase ist NICHT “Erde” des “I Ging” bzw. des “Ba Gua” (ditto: “Wasser” und “Feuer”)!
Das Konzept jener “Fünf Elemente” erscheint zwar in sich schlüssig und logisch, ist für die Beschreibung “auf” und “für” den Menschen (besser gesagt: den menschlichen Körper!) gut geeignet. Wer sich jedoch intensiver damit befasst – und “über den Tellerrand” jener Lehre zu sehen vermag, erkennt bald, dass bei Einbeziehung und Betrachtung “universeller” Zusammenhänge (z.B. Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt, mit der Natur, “mit dem Universum”) eindeutig “Lücken” erkannt werden können.
Ein Beispiele hierfür wäre: “Erde” lässt sich in einen Zyklus – irgendwie – nicht richtig einordnen. Ein anderes: Es “fehlt” in vielen Beschreibungen die Interaktion des Atemvorganges und dessen Bedeutung für die “Wandlungsphasen” (Naiv gefragt: “Was ist mit dem ‘Element’ Luft?”).
Die Interpretationen (”Lehrmeinungen”) weisen also Lücken auf, welche hingegen im “Ursprung”, also dem “I Ging” de facto nicht existieren.

ABER: Dies entspricht – natürlich, wie immer – dem aktuellen Kenntnisstand des Verfassers!

Wer “mehr” weiß, kann hierzu gerne etwas posten – Vielen Dank!

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