Monatliches Archiv:Januar 2025

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 099

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 99

[Lesezeit: 3-5min (ohne Querverweise) – Querverweise: 7 – Checker-Zeit: 2-5 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 099:

„Yin ist nicht von Yang getrennt; Yang ist nicht von Yin getrennt.“

Eine →Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.


Hintergrundinfo:

In der Anwendung der Bewegung und „in Wahrheit“ ist →yin nicht von →yang getrennt. – Das „Wesen“ des Tai Chi (Chuan).

Um Missverständnisse zu vermeiden:
Erinnern wir uns an die →Grundschule und die 5 →Prinzipien des Tai Chi (Gung) und dabei an das zweite: „Die Trennung von yin und yang“ – als „Betrachtungsweise“(!). Erst das (bewusste) Erkennen/Betrachten der Gegensätze [in den Zehntausend Dingen] erlaubt den Fortschritt.
Genau diesen „Widerspruch in sich“, ausgedrückt in einem „Prinzip (für Einsteiger)“, ist wiederum →TAI CHI. Dessen Anwendung „verstehen“ wir erst dann, wenn wir erkennen können, dass diese, sagen wir: „Atome der Wirklichkeit“, immer(!) zusammengehören und „schaffen“ somit deren Vereinigung (für uns) und damit (überhaupt) erst die Anwendung als Tai Chi (Chuan).

Oder wie auch die Inder zu sagen pflegten: „Alles fliesst“.
Oder aus der Antike (Griechenland): „Jede Aktion schafft eine Reaktion“ (…was dann ja auch Newton für seine „physikalischen Gesetze“ genutzt hat…) – oder wie wir Taichianer sagen würden: „Auf yang folgt yin“, „Auf yin folgt yang“, sowie: „Damit yin folgen kann, muss zuerst yang vorhanden sein / eingesetzt werden, und umgekehrt! – Eines bedingt das andere und umgekehrt.“

Der Spruch aus den Klassikern sagt hiermit aus, dass „jene Bedingung“ eine „untrennbare Einheit/Verbundenheit der Gegensätze darstellt“- Alles klar?

„Atmung“ bedeutet „Einatmen“ gefolgt von „Ausatmen“ und umgekehrt, usw. usf. – Es ist unmöglich nur einzuatmen! – Endet dieser Rhythmus, endet das Leben.

Beispiele anderer „Lebensvorgänge“:

  • „Der Blutkreislauf“
  • „Die Verdauung“ („Aufnehmen von Nährstoffen“ – „Ausscheidung von Schadstoffen/Überflüssigem/Verbrauchtem“)
    …oder:
  • „Tag“ und „Nacht“
    …oder:
  • „Der Wechsel der Jahreszeiten“ (klar: in manchen Regionen stärker oder weniger ausgeprägt)
    …oder:
  • Kosmisch: Die „Drehbewegung“ und der „Zusammenhalt“ der Planeten, Sonnen, Systemen … der Galaxien;

    Exkurs: Eigentlich „der Sonne“ und „die Mond“ – für korrekt „männlich“ [yang – „gebend“] und „weiblich“ [yin – „aufnehmend“] – in Frankreich und Italien sind noch die korrekten Artikel vorhanden: la lune/le soleil bzw. la luna/il sole …in Deutsch „verdreht“ – in der englischen Sprache „ausgemerzt“ („the“ … „das“ [Ding]) … auch interessant, oder?

    …oder:

  • Mikrokosmisch: Aufbau und Bewegung der Atome (Proton vs Elektron), Teilchen, Quanten („spin up“ – „spin down“);

Deshalb
spricht man auch vom „Urgesetz des Ausgleiches“ […der Energien] – einem Axiom!

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 098

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 98

[Lesezeit: 1-2min (ohne Querverweise) – Querverweise: 5 – Checker-Zeit: 1-2 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 098:

„Wenn du schiebst und ziehst, zurücknimmst und angreifst, muss dein Chi auf deinem Rücken bleiben und sich in der Wirbelsäule sammeln.“

Eine →?Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.
(Klassische Abhandlung über Tai Chi Chuan)


Hintergrundinfo:

Das Ziehen, genauso wie das Schieben gilt als den Gegner entwurzelnde Technik.

In beiden Fällen zeigt sich der Erfolg darin, dass der Gegner den Boden unter den Füßen verliert. Dies gelingt aber nur dann, wenn man selbst „verwurzelt“ und „zentriert“ bleibt – „der Stamm“ ist dabei die Wirbelsäule, welche „gefüllt“ bleiben muss. (Ebenso bei den erwähnten beiden „Techniken“).

Körperlich betrachtet, bleibt dabei immer(!) der Oberkörper aufrecht, die Wirbelsäule „gerade“. Der Kopf („→Bai Hui„), das „→Dan Tien“ und „→Hui Yin“ bleiben in einer Linie.
Womit – sozusagen: automatisch – die „Wirbelsäule als Kanal“ verfügbar bleibt.

Bildbeispiel: Bewegung in „an“ (dt. meist „Stoßen“ – eigentlich „Anhaften“/“Feuer“)

 

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 097

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 97

[Lesezeit: 1-2min (ohne Querverweise) – Querverweise: 3 – Checker-Zeit: 2-3 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 097:

„Die Energie mag wohl gestört werden, nicht aber die Bewegungsabsicht.“

Eine →Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.
(Klassische Abhandlung über Tai Chi Chuan)


Hintergrundinfo:

Ein wichtiger und essentieller Hinweis in den Überlieferungen zu Tai Chi (Chuan).

Meine (moderne) Interpretation dazu:
„Schau, mach Dir keine Sorgen zu Deinem Energiehaushalt/Energieeinsatz – egal, was passiert, gerade ist oder gerade vorgeht. Kann schon sein, dass es ‚mit der Energie‘ nicht so klappt, wie erhofft oder erwünscht – es spielt eine untergeordnete Rolle, denn das Entscheidende ist die (Bewegungs-)Absicht [→yi]!“

Dies sagen uns ja auch schon andere Überlieferungen, wie z.B.: „Konzentriere dich nicht auf das Chi, sondern nutze [Dein] Shen“ und Ähnliches in zuvor genannten Meistersprüchen.

Mit Bezug auf einen Kampf („innere Kampfkunst“) bedeutet dies:
Auch wenn der Gegner in der Lage sein sollte, durch seinen Angriff, oder Konter, die Energie(form) „zu beeinflussen“, so kann dies niemals die (eigene!) Bewegungsabsicht verändern – außer man lässt dies zu.

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 096

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 96

[Lesezeit: 1-2min (ohne Querverweise) – Querverweise: 6 – Checker-Zeit: 2-3 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 096:

„Beim Vorgehen scheint es immer weiter hinaus zu gehen. Beim Zurückweichen scheint es immer näher heran zu kommen. Beim Aufwärtsschauen scheint es höher und höher zu gehen, beim Abwärtsschauen scheint es tiefer und tiefer zu reichen. Man muss unbedingt die[se] Position [„Haltung/Einstellung“!] des Geistes kennen.“

Eine→Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.
(Klassische Abhandlung über Tai Chi Chuan)


Hintergrundinfo:

Bewegungsabsicht [→Yi] und →Chi folgen einander.

Um den „Effekt“, „die Auswirkung“, die „Manifestation der Kraft“ zu verstärken, ist die „Geisteshaltung“ wichtig – oben im Zitat (leider) nur mit „Position des Geistes“ übertragen, daher meine Ergänzung in [], um die Mehrfachbedeutung hervorzuheben.

Im →Tai Chi Gung sagen wir daher immer, dass man bei Einsatz der „Imagination“ immer „übertreiben“ möge – hingegen nicht(!) bei der Bewegung!

Dies ist zum einen mit obiger Aussage überliefert.

Darüber hinaus ist die Aussage eine Ermahnung und wichtiger Hinweis darauf, bei fortgesetztem Training und „Fortschritt der Energiearbeit“ zu beachten, dass die Distanzwahrnehmung (s.d.a.: →Propriozeption) hierdurch beeinträchtigt sein kann, sofern man nicht exakt zu unterscheiden weiß.