Monatliches Archiv:August 2022

Tai Chi Gung – Einsteigertraining Sep – Dez 2022

Jetzt Einsteigertraining starten.

Beginn September 2022

Tai Chi Gung, „die Pflege des Tai Chi“, ist der westliche Weg, die chinesische Bewegungskunst Tai Chi auszuführen.
In den Übungen werden natürliche Körperhaltungen durch entspannende und meditative Bewegungen miteinander verbunden. Das Praktikum von Tai Chi Gung weckt und harmonisiert das Chi, das von den Chinesen so bezeichnete Kraft- und Energiephänomen in unserem Körper.

Das Geheimnis für einen fitten Körper mit wachem Geist und ruhigem Gemüt!

Durch langsam fließende Bewegungen erhöht Tai Chi die Stärke und den Muskeltonus, vergrößert den Bewegungsradius und die Flexibilität des Körpers. Gleichzeitig verbessert sich Balance und Koordination.

Tai Chi lehrt Meditation in Bewegung, wobei Präzisionsbewegungen mit kontrollierter Atmung synchronisiert werden, womit es dem Übenden ermöglicht wird, seinen Chi-Fluß zu erhöhen – OHNE den Stress, ohne die Atemlosigkeit oder übersteigerter Belastungen anderer Fitnessübungen!

Im Probetraining – eine Übungseinheit mit ca. die Hälfte Theorie und die Hälfte Praxis –
stellen wir unsere Sportart und Bewegungsmethode vor. Wir zeigen Ausblicke auf Zwischenziele und lassen Teilnehmer mittels ein paar „kleiner“ Übungen „erkunden“ und „erfahren“, was es mit Tai Chi tatsächlich auf sich hat.

Probetraining
(1 Einheit – vor Start →Einsteigerausbildung) –

Terminwahl:

  • Sonntag, 4. September 22 (18:30 – 20:00 Uhr), oder
  • Mittwoch, 7. September 22 (20:00 – 21:30 Uhr), oder
  • Sonntag, 11. September 22 (18:30 – 20:00 Uhr)

Wo? – In Salzburg-Gnigl, im Dojo des ASKÖ, Parscherstr. 4,
Preis: EUR 5,- / Person für ein Probetraining

Anmeldung erforderlich!

Das Einsteigertraining kann danach entweder Mittwochs oder Sonntags (Teilnehmerzahl entscheidet) stattfinden – nach →Terminplan Mittwoch oder →Terminplan Sonntag.

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 015

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 15


Meisterspruch 015:

Wang Tsung Yueh über den Kampfaspekt:

„Wir stehen wie eine ‚ausbalancierte Waage‘; wenn der Gegner sich gegen unsere linke Seite wendet, soll diese ‚leer‘ werden. Das gleiche gilt für die rechte Seite. Er findet eine ‚Leere‘, die kein Ende nimmt“.

(→Klassische Schrift über Taichi).


Hintergrundinfo:

Wang Tsung Yueh, manchmal auch geschrieben: Wang Zongyue, war eine legendäre Figur in der Geschichte des Tai Chi Ch’uan (Taijiquan). In einigen Schriften wird Wang als ein berühmter Schüler des legendären →Chang San-Feng (Zhang Sanfeng) genannt, jenes taoistischen Mönchs aus dem 13. Jahrhundert, welchem die Entwicklung von Tai Chi im Besonderen zugeschrieben wurde.
Wang soll Mitte des 15. Jahrhunderts im Landkreis Tai-Gu in der Provinz Shan Xi gelebt und im taoistischen Tempel Jing-Tai im Landkreis Bao-ji eine frühe Form des Tai Chi gelernt haben.
Eben jener Wang soll die Tai Chi-Abhandlung(en) verfasst haben, die angeblich von den Wu-Brüdern Mitte des 19. Jahrhunderts im Rahmen der „Salt Shop Manuals“ in Peking gefunden wurde. Diese Sammlung enthält viele t’ai chi Sprichwörter; unter ihnen: „vier Unzen lenken eintausend Pfund ab“ und „eine Feder kann nicht hinzugefügt werden, noch kann eine Fliege landen“. Die Tai Chi-Abhandlung gehört zu einer Literatur, die von vielen Tai Chi Chi-Schulen gemeinsam als „Tai Chi-Klassiker“ (bzw. „Klassische Schrift ueber Taichi“) bezeichnet werden.
[Welches wir bereits mehrfach angesprochen hatten.]

Anmerkung:

Die Überlieferung des Vergleiches mit der „ausbalancierten Waage“ im Kampf, stellt einen „Verteidigungsaspekt“ dar.
Eine vom Angreifer erzeugte und an dessen Gegner gerichtete, physische Kraft kann keine Impulsübertragung auslösen und somit „keinen Schaden“ anrichten, wenn jene beim „vorgesehenen“ Empfänger keinen Widerstand erfährt.
Sprich: Was soll ein „harter“ Faustschlag oder Fauststoß anrichten, sobald dieser „auf Watte“ trifft?
bzw. laut jener Aussage noch ultimativer formuliert: Was soll jener Stoß, Schlag etc. ausrichten, wenn dieser auf noch weniger Widerstand als Watte, nämlich: „Leere“ trifft?

Bei der praktischen Anwendung bzw. bei der „Auslegung“ des Meisterspruches zur Praktischen Anwendung, scheiden sich selbstverständlich die Anleitungen der Folgegenerationen von Tai Chi – Meistern.

Kommentar:
Das liegt natürlich auch in der →Ambiguität schriftlich erfasster chinesischer Aussagen.

Zum einen erreicht man „diesen Effekt“ durch „Nachgeben“ (→Ba Gua: „Berg“ fällt in „See“), zum anderen durch „Ableiten“ (Ba Gua: „Wind“).

Und schlichtweg auch – bitte auch nicht zu vergessen: „Nicht da sein“ – also: „Ausweichen“!
(…so kann nämlich ebenfalls: „Leere, die kein Ende nimmt“ gesehen werden) – Wenn der Gegner immer dorthin schlägt, wo „schon lange“ nichts oder niemand mehr ist –
ebenso erklärt sich: „keine Fliege landen kann“!

Die Sensitivität ist so hoch, dass sobald der Taichianer spürt, dass eine Fliege im Anflug ist, bzw. einen Arm „nur ganz sacht berührt“, die „Landefläche“ (der Arm) schon weg ist!

Exkurs:
Auf jene hohe(!) „Sensibilisierung der Sinneseindrücke“
(wir sprechen im Tai Chi Gung – Landessportverein hierbei von „Sensitivität“ [in der Definition – allgemeine Biologie: Empfindlichkeit von Menschen, Tieren, Pflanzen, Nervenzellen, Systemen für Umweltreize])
wird genau mit jenen chinesischen Vergleichen über „eine Unze“, „eine Feder“, „eine Fliege“, „eine (extrafein geeichte) Waage“ hingewiesen.

Anekdote von Iréne-Katrin Hollaus, 1. Österreichische Meisterin in Tai Chi Gung, als sie noch Karate-Training machte und schon in Tai Chi weiter fortgeschritten war:
Beim Kumite („Zweikampftraining mit Körperkontakt“) mit einem Träger eines höheren Gurts, war jener bald ziemlich frustiert. Ein Trainer bemerkte dies und fragte, was denn los sei. Antwort des Gegners von Iréne: „Das macht einfach keinen Spaß mehr, ‚die‘ tut so anders, ich weiß nicht warum, ich kann keinen einzigen Treffer landen. Wir sollen doch angreifen und blocken üben, aber sie is immer weg und ich spüre nix, wenn ich sie mal erwisch!“ – Iréne: „öha – soll i mi hauen lassen, oder was? – i verteidig mi ja doch!“

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 014

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 14


Meisterspruch 014:

Klassische Schrift über →Grundtechniken und Kräfte in Tai Chi:

„[Es ist wie…]
Die Wucht von 1000 Pfund durch die Kraft von vier Unzen abzulenken“

(→Klassische Schrift über Taichi, Ursprungsautor unbekannt).


Hintergrundinfo:

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im Rahmen der „→Salt Shop Manuals“ (lt. →Wu-Familie) in Peking alte Schriftstücke gefunden.
Jene Schriften enthalten viele Taichi-Sprichwörter, welche nun zu einer einer Literatur gehören, die von vielen Tai Chi Chi-Schulen, unabhängig von der Stil-Richtung, als „Tai Chi-Klassiker“ oder „Klassische Schrift über Taichi“ zitiert werden.

Anmerkung:
Zum einen wird damit auf die Fähigkeit verwiesen, dass nicht die körperliche Kraft bzw. die physischen Bedingungen, die Muskelkraft, chinesisch →„Li“, ausschlaggebend sind, um erfolgreich zu sein (im Kampf: Einen Angreifer zu überwinden).

Zum anderen wird Bezug genommen auf: „Ablenken“, „Umleiten“ – →Ba Gua: „sun“ – →Grundtechnik: „tsai“ (Wind).

Hinweis:
Die Aussage weist auf eine Befähigung hin, keinesfalls auf einen „Dauerzustand“!
Sprich: Ein Meister kann das, ist fähig dazu – wendet diese Grundtechnik aber weder ständig, noch alleinig oder überall an!

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 013

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 13


Meisterspruch 013:

[Zur „Einheit des Körpers in der Bewegung“:]

„Kein Teil des Körpers bewegt sich, wenn nicht der ganze Körper in Bewegung ist – kein Teil des Körpers ist in Ruhe, wenn nicht der ganze Körper in Ruhe ist“

(→Klassische Schrift über Taichi, Ursprungsautor unbekannt).


Hintergrundinfo:

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im Rahmen der „Salt Shop Manuals“ (lt. →Wu-Familie) in Peking alte Schriftstuecke gefunden.
Jene Schriften enthalten viele Taichi-Sprichwörter. Diese Tai Chi-Abhandlung, bzw. Sammlung, gehört nun zu einer Literatur, die von vielen Tai Chi-Schulen gemeinsam[!] als „Tai Chi-Klassiker“ oder „Klassische Schrift über Taichi“ bezeichnet wird und aus welcher oft und häufig zitiert wird [ebenfalls bemerkenswert: Ungeachtet der jeweiligen Stil-Richtung!].

s.d.a.: Glossareinträge:
Schule
Stil

Anmerkung:
Dieser Aphorismus zur „Einheit des Körpers in der Bewegung“ beinhaltet wiederum „das Wesen von Tai Chi“, den Wechsel von „yin“ und „yang“, sowie „Wu Wei“. Das eine folgt auf das andere und ist (soll) dabei immer „vollständig“ sein.

Es beinhaltet auch (ein) „Geheimnis des Tai Chi Chuan“ – welche diese Art der Kampfkunst von anderen sehr unterscheidet: Es wird nie(!) nur ein Teil des Körpers bewegt, genausowenig kommt nie nur ein Teil des Körpers zum Stillstand.

Dies ist auch der Grund dafür, dass keine (körperlichen) Einzeltechniken, wie z.b. „Fauststoß rechts“, „Fauststoß links“, „Fußkick links“, „Fußkick rechts“, „Handkante oben/unten/von vorn/von hinten/nach oben/nach unten“ usw. usf. geübt werden, sondern immer(!) ein →Bild (bzw. in anderen Schulen auch als „Abfolge“, „Folge“, etc. bezeichnet), welches den ganzen(!) Körper „betrifft“.

Dies ist auch häufig ein Verständnisproblem in der westlichen Welt:
Wie soll/wird damit „Selbstverteidigung“ trainiert, wenn man nicht lehrt/lernt, wie eine einzelne(!) Faust, Fuß oder Handkante angewandt wird? – Meistens vor allem durch vorgefertigte Meinungen/Ansichten aus Film und Fernsehen geprägt, wie denn ein „Kampfkunsttraining“ auszusehen hätte.

Tja – „Es ist eben mehr“! (…als gedacht, bzw. angenommen oder erwartet).
Taichianer wissen jedoch: „Kampfkunst“ ist ein(!) Aspekt (…und nicht die Hauptsache – auch nicht im Leben!)

Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 012

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 12


Meisterspruch 012:

[Yang Cheng-Fu zur Bewegung]

„Suche die Ruhe in der Bewegung und die Bewegung in der Ruhe“

(→Übertragung/Transkription nach: Yang Cheng-Fu).


Hintergrundinfo:

Yang Cheng-Fu (“Yang Ch’eng-Fu” oder “Yang Chengfu”), China 1883-1936.

Anmerkung:
Diese Aussage von Yang-Meister Cheng-Fu sollte uns erneut mehrere Dinge verdeutlichen.

Zum einen, dass Tai Chi (→Gung, →Quan) am besten als „→Meditation in Bewegung“ geübt wird. Die Kontemplation der Übung, liegt in der Ausführung der Übung unter Beachtung möglichst aller →Aspekte, ohne andere Zielsetzung. Der „Zweck“ der Übung besteht in sich selbst. Das Ziel der Übung ist es also, diese „so perfekt, wie momentant möglich“ auszuführen (nicht: „für etwas“).

Anders formuliert: Wozu übt man Tai Chi?
– Antwort: Um Tai Chi (so perfekt wie möglich) zu üben!
Dies gelingt wiederum am besten, indem man jene Übung „in Ruhe“ und „mit Ruhe“ ausführt.

Zum anderen ist es ein Gleichnis zu dem von ihm selbst formulierten „→Prinzipien des Tai Chi“ (für Anfänger), worin als 2. Prinzip festgehalten wurde: „Die Trennung von yin und yang“ und damit „der Ausgleich der Gegensätze“. Damit dieses Prinzip angewendet werden kann, ist es zunächst erforderlich, dieses zu verstehen, sich bewusst zu machen und eine Erkenntnis daraus zu gewinnen. Da eine Erkenntnis verständlicherweise ein zutiefst „intimer“ Prozess eines jeden Menschen ist, welcher nur in einem selbst „reifen“ und zum Abschluss gelangen kann, wird jede Aussage hierzu nur ein Hinweis darauf bleiben müssen.
Auch dies: Die Bewusstwerdung jener Gegensätze (yin und yang) und deren Trennung/Unterscheidung ermöglicht uns dann (erst dann!) deren („bewussten“) Ausgleich.

Dies verdeutlicht auch die Aussage von Meister Cheng-Fu: „Suche die Ruhe in der Bewegung und die Bewegung in der Ruhe“.

„Ruhe“ und „Bewegung“ erscheinen uns als („unvereinbare“?) Gegensätze – Wie kann etwas „in Ruhe“ sein, wenn es sich bewegt? bzw. Wie kann „die Ruhe“ eine Bewegung aufweisen? Wo soll diese zu finden sein?
Die Lösung scheint klar: →Tai Chi (Die „Methode des Verständnisses und der Anwendung von yin und yang“)!

Als Drittes ist es durchaus auch praktisch zu sehen: Wenn du Tai Chi praktizierst, finde zuerst zur Ruhe in deinen Bewegungen. Sowie: Bewege dich, wenn du Ruhe hast oder Ruhe gefunden hast. Als auch: „Suche danach“ – sprich: „Bemühe dich um, …“, „Strebe danach“. – „Wenn das eine ist, mache das andere.“ „Wenn das andere ist, strebe nach dem einen“.
Zugleich wird ausgesagt – versteckt, implizit: „Schaffe damit den Ausgleich!“