Monatliches Archiv:Januar 2012

Trainingsinfo Nr. 001

Neben den allgemein zugänglichen Informationen im Forum www.taichianer.at, stellt der →Tai Chi Gung – Landessportverein, Salzburg, seinen Mitgliedern eine Fülle von Dokumentationen zum Download bereit.

Einen wichtigen Teil zur kompakten Erfassung der Theorie bilden dabei die einzeln verfügbaren Trainingsinfos.

Die Trainingsinfo

Ursprünglich als Nachlese für den Einsteiger konzipiert, bietet eine Trainingsinfo einen aktuell behandelten Trainingsinhalt mit kurzer Beschreibung und Erklärung in zusammengefasster Form.
Auf meist einem bis zwei Blatt Papier (DIN A4) findet der Tai Chi Gung Trainierende somit wesentliche Punkte von praktizierten Trainingseinheiten als Überblick und zur mentalen (Nach-)Bearbeitung.
Die ersten zwölf Trainingsinfos behandeln somit Kerninhalte des zwölf Einheiten umfassenden →Einsteigertrainings (siehe dort).

Anmerkung
Zwischenzeitlich steht jedem Einsteiger als Mitglied längst zusätzlich auch ein detailliertes und umfassendes Handbuch, der „Tai Chi Gung – Grundkurs“ im Download als eBook im PDF-Format zur Verfügung.

Eine Trainingsinfo ermöglicht es somit,

  • sich rasch wieder zu orientieren,
  • sich Inhalte, beispielsweise →Formen oder Bedeutungen, erneut ins Gedächtnis zu rufen,
  • Abläufe nachzuvollziehen, sowie deren Sinn und Zweck kurz erläutert zu erhalten;

Alles, ohne umständlich in Büchern nachschlagen, lange suchen oder viel lesen zu müssen.

Jede Trainingsinfo ist ein rascher Überblick zu einem ausgewählten Thema für den praktizierenden Taichianer.
Die gesammelten – gespeicherten oder auch ausgedruckten – Blätter ergänzen als kompakte Theorie die laufende Praxis im Vereinstraining.

Die erste Trainingsinfo

behandelt auf drei DIN-A4-Seiten:

  • grundsätzliche Hintergrundinformationen zum Thema Tai Chi,
  • die →Problematik bei der Übertragung aus dem Chinesischen, die Vieldeutigkeit der dabei verwendeten Begriffe,
  • die →Bedeutung von TAI CHI, den Namen und die Symbolik,
  • ebenso wie die Übersetzung und Interpretation der Begriffe: Tai Chi →Chuan bzw. Tai Chi →Gung.

Name, Link und Aufruf: →TI_001_Grundsaetzliches_Hintergrundinfos.pdf

Diese Trainingsinfo ist allgemein zugänglich und kann von jedem Besucher des Taichianer – Forums heruntergeladen werden.

Alle anderen Trainingsinfos sind Mitgliedern vorbehalten und können erst nach Anmeldung (Login) im Forum geladen werden.

Tipps:

Die Essenz des Tai Chi Trainings

Ask a Sifu:
Was ist der Kernpunkt des Tai Chi Trainings?

Was ist beim Tai Chi Gung – Training das Wichtigste?
Was ist das Entscheidende beim laufenden Training von Tai Chi?

Antwort:
An vielen anderen Stellen im Forum wird erläutert, was das Praktikum vom Tai Chi bewirkt, welche →Aspekte beinhaltet sind, welche Auswirkungen dies hat, was die →Tai Chi Prinzipien bedeuten und →wozu jemand Tai Chi macht (…oder machen sollte).

Obige Fragen zielen aber viel mehr auf das Training selbst, die Trainingseinheit bzw. die Trainingsstunde ab. Es geht also darum, mit welcher Einstellung, Erwartungshaltung oder Zielsetzung jene vom Teilnehmer wahrgenommen werden sollte, damit dieser den größten Effekt hieraus ziehen kann.

Vor allem für frischgebackene Taichianer und Tai Chi – Praktizierende, welche sich erst seit wenigen Monaten in der Kunst des Tai Chi üben, scheint es notwendig zu sein, sich auch detailliert diesem Thema zu widmen.
Denn: Eine irregeleitete Einstellung, eine falsche Erwartungshaltung sowie eine unangemessene Zielsetzung des Trainierenden führen zwangsweise zu Misserfolg und Frust, zerstören die Motivation, verleiden einem selbst und einer Gruppe den Spaß am Training.

Nur dann, wenn ich selbst verstehe, was ich während einer Übungseinheit zu tun habe, wie ich an ein Tai Chi – Training herangehe, wie ich mich währenddessen verhalte und was ich dabei für mich selbst als – an meinen aktuellen Fortschritt angepasste – Zielsetzung ansehe und erwarte, werde ich daraus den größtmöglichen Nutzen ziehen können.

Die Essenz des Tai Chi Trainings

Natürlich geht es im Tai Chi Training darum, etwas über und von Tai Chi zu lernen, sich mit „Tai Chi Gung“ („Die Pflege des Tai Chi“) vertraut zu machen, die Prinzipien des Tai Chi nach und nach zu verinnerlichen, Figuren (sprich: →Bilder), Bewegungsabläufe sowie →Formen, bzw. „Techniken“, der inneren Kampfkunst zu erlernen und einzuüben.

Doch anders, als in vielen anderen – vor allem westlichen – Übungs-, Trainings- oder „Lernstunden“, geht es beim Training von Tai Chi NICHT darum, „möglichst schnell“, „möglichst viel“ oder „immer mehr“ zu machen!

Tipp:
Streiche als allererstes die Erwartungshaltung und Vorstellung von „höher, schneller, weiter“ aus Deinem Kopf!

Abgesehen von einem Anfänger (oder Einsteiger), geht es vor allem Dingen in einer Trainingseinheit darum, das bereits Bekannte (Erlernte) immer perfekter auszuführen! (Siehe dazu auch: →Gedanken zur Perfektion)

Die Essenz des Tai Chi Trainings ist:
Es geht darum, „→Kung Fu“ mit bzw. in Tai Chi auszuüben!

Für uns im Westen ist dies eine Einstellung oder „Erwartungshaltung“, welche wir ebenso erst erlernen und verinnerlichen müssen – viel zu sehr sind wir geprägt von der Vorstellung „immer mehr“ machen oder tun zu müssen.

Zum Nachdenken:
Als bezeichnend für jene vor allem in Amerika propagierte Haltung mag auch eine Aussage von Bill Gates, dem Gründer von Microsoft, gelten, welcher einmal meinte, ein Produkt (respektive eine neue Software für einen Computer) müsse keineswegs perfekt sein, sondern einfach „gut genug“, um diese verkaufen zu können. Obwohl jene Anschauung sich auf das Geschäftsleben und die Marktreife eines Produktes bezog, haben bedauerlicherweise sehr viele westliche Menschen dies sogar schon in ihre persönliche Einstellung zu ihrem Leben, ihrer Arbeit, ihren Leistungen und ihrem Umfeld übernommen und begnügen sich selbst mit „Mittelmäßigkeit“, anstelle – zumindest ab und zu – einmal wieder „die Perfektion“ zu suchen und zu üben!

Die östliche Kultur kennt verschiedene „Übungssysteme“, um genau diese, dem Westen nahezu konträre geistige Einstellung und Haltung, zu trainieren …und immer wieder „einzunehmen“, da der Mensch im Alltag nur allzu leicht, immer wieder hiervon abgebracht wird.

Als Vergleich zu der Übung des Tai Chi kann somit die Kunst der Kalligraphie, insbesondere die Übung des Zeichnens oder Malens des „Perfekten Kreises“ herangezogen werden, welche auch in den Schulen des Za-Zen häufig praktiziert wird.

Zielsetzung jener Übung ist es für den Adepten dabei, möglichst mit nur einem Ansatz – sozusagen „mit einem (Pinsel-)Strich“ – einen Kreis auf ein leeres Blatt (Seiden-)Papier zu malen.

Die Übung gilt dann als erfolgreich absolviert, wenn einem dies „aus dem Handgelenk“ – innerhalb eines Augenblicks, ohne nachzudenken oder mehrmals anzusetzen – leicht und flüssig gelingt. DANN ist jene Übung FÜR HEUTE abgeschlossen – MORGEN beginnt man VON VORN!

Es geht weder darum, jenen auszuzeichnen, welcher dies als erster oder am schnellsten absolviert hat, noch geht es darum festzustellen, ob man diese Übung nun „als erledigt“ betrachten kann und sich somit „anderen Dingen“ zuwendet.
Wie beispielsweise nach dem vielfach angewendeten westlichen Motto: „Ja, das habe ich auch bereits (einmal) gemacht,…“ [es ist also: „erledigt“, „abgeschlossen“, „vorbei“] „… nun mache ich …(was anderes)“.

Der „Zweck“ der Übung liegt vielmehr darin, ES ZU TUN!
(…immer wieder, immer wieder erneut)!
Oder um dies mit einem allseits bekannten Spruch zu beschreiben: „Der Weg ist das Ziel!“.

Anders formuliert: Das sichtbare Ergebnis, der fertig gemalte Kreis auf dem Blatt Papier, ist grundsätzlich NICHT die Zielsetzung der Übung (ob man jene Blätter nach der Übung dann „aufbewahrt“, sich an die Wand hängt, oder schlicht wegschmeißt) ist völlig irrelevant. Entscheidend ist WIE ich (der Übende) zu jenem „perfekten Kreis“ gelangt, was dabei – mit mir (ihm) – passiert und vorgeht.
UND: Dass diese Übung (Meditation) – so oft wie nur möglich – wiederholt wird.

Zielsetzung jener „Malübung“ ist es auch nicht, möglichst viele Varianten (von Kreisen) zu erhalten. Ebensowenig werden irgendwelche anderen Formen geübt. Es werden keine Dreiecke, Quadrate oder schließlich Vielecke gezeichnet, um darüber möglicherweise sich annäherungsweise und über logisch-induktive Schlußfolgerungen und/oder wissenschaftliche Herangehensweisen sich an einen „perfekten Kreis“ heranzutasten, welcher nach geometrischer Lehre sich auch als „Vieleck mit unendlicher Anzahl von Eckpunkten“ erklären ließe.

Nein, es wird NUR ein – der – Kreis geübt und gezeichnet. Punkt.

Genauso verhält es sich beim Training von Tai Chi:

Es geht weder darum, möglichst viele verschiedene Figuren, Abläufe, Bilder, und Formen zu beherrschen, sondern es geht darum „die Form“ – HEUTE(!) – möglichst perfekt zu üben!

Niemand erhält einen Preis, weil er im Training mehr Bilder (Abläufe) verwendet, als irgend jemand anderer. Entscheidend ist, ob er jene Bilder – HEUTE(!) – möglichst perfekt „durchläuft“.

Alte Tai Chi – Meister sagen, dass selbst mit der kleinsten Form (für den Tai Chi Gung – Landessportverein gesprochen: z.B. auch mit der 5-Bilder-Form), die „wahre“ Meisterschaft in Tai Chi errungen werden kann.

Es schadet selbstverständlich dem Praktikum von Tai Chi keineswegs, sich neue Bewegungsabläufe (weitere/andere Bilder) anzueignen und sich hierdurch weitere Erkenntnis- und Erfahrungsmöglichkeiten zu verschaffen – ABER: Die bereits bekannten/erlernten Figuren und Abläufe sind keineswegs „zu vergessen“!

Die Zielsetzung eines Tai Chi – Trainings gleicht der Übung und der Zielsetzung des „Zeichnen des perfekten Kreises“: Es geht darum, HEUTE jene Übung solange auszuführen, bis diese „für mich“ (den Übenden) als PERFEKT gelten kann.

Die Erwartungshaltung und Einstellung eines Praktizierenden sollte daher sein
(Dies könnte man ebenso in das Stammbuch unzähliger Trainer schreiben):
Mache heute nur soviele (neue bzw. unterschiedliche) Übungen, welche von Dir – bzw. jedem(!) Teilnehmer des Trainings – auch heute(!) bis zur Perfektion geübt werden können.

Dies ist die wahre Quintessenz des Tai Chi Praktikums.

Tipps:

Neujahrswünsche 2012

Das Neue Jahr ist kaum einen Tag alt – und einige denken schon an „das Ende“, vor allem wegen dem Auslaufen des Maya-Kalenders, haben wir uns sagen lassen.

Aber: Keine Angst – wenn ein Kalender seinen Zweck erfüllt hat, dann besorgt man sich einen neuen; So wird sich auch für die neue Epoche jemand finden, der einen äußerst „langen“ Kalender erstellen kann. Auf alle Fälle scheinen wir spannenden Zeiten entgegen zu gehen.

So auch der Tai Chi Gung – Landessportverein.

Wir befinden uns im vierten Jahr seit seiner Gründung und es beginnt gerade wieder ein spannendes Trainingsjahr.
Ebenso sind wir gespannt, welche Begegnungen uns diesesmal erwarten und wie sich unsere „Newcomer“ beim laufenden Training entwickeln.

Wir wünschen allen Taichianern
ein gesegnetes, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr!

Euer TCG-Verein in Salzburg