Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 069

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 69

[Lesezeit: 1min (ohne Querverweise) – Querverweise: 3 – Checker-Zeit: 1-2 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Meisterspruch 069:

„„Leite das Chi, als müsse es sich wie ein Faden durch neun enge Passagen in einer Perlenkette winden und sich dabei in jeden Winkel schlängeln.“““

(Transskription aus den →Tai-Chi-Klassikern.).


Hintergrundinfo:

Wie bereits mehrfach erwähnt, gaben jene Überlieferungen – meiner Meinung nach – vielfach Anlass zu Spekulation und „Hinein-Interpretation“, obwohl es sich um Vergleiche(!) und keinesfalls Allegorien handelt.
Jener hier genannte Vergleich wurde dabei ebenfalls „Bestandteil des Perlenketten-Mythos“.

Anmerkung:
Manchmal empfinde ich das Ganze wie(!) [Hinweis: das Wort „wie“ leitet einen Vergleich ein!], wenn jemand sagt: „Wow, der rennt echt wie der geölte Blitz“ [Vergleich mittels Metapher] – und es finden sich dann sicher Leute, die „das Geheimnis des geölten Blitzes“ [eine Allegorie?, welche?] ergründen suchen. Weil ja „die Ganze Sache“, „die Fortbewegung mittels Rennen“ etwas „nicht normales“ darstellt und „voller Geheimnisse ist“ – *lol*.

Dies ist auch der Hauptgrund, warum dieser Spruch hier angeführt wird. Als Hinweis dafür, woher manche verbrähmte Mythen des Tai Chi (Gung) stammen, als auch als Beispiel dafür, dass „einfache Dinge“, sehr oft unnötig „verkompliziert“ werden können.

Meine persönliche Praxiserfahrung zeigt, dass – sofern es einmal gelungen ist, den „Chi-Fluss“ anzuregen – es gar nicht mehr nötig ist, sich gesondert Gedanken darüber zu machen.

Denn: Das →Chi folgt der Aufmerksamkeit, sowie der Blickrichtung völlig automatisch!
Das bedeutet: Es ist sogar hinderlich, wenn bewusst versucht wird, das Chi „zu bewegen“.
(…und – Da ist es wieder: →yin & yang [!] – Je weniger ich mich darauf konzentriere, „das Chi“ zu beeinflussen oder zu bewegen, desto stärker tritt die [Aus-]Wirkung ein!).

Mein Tipp daher: Konzentriert euch mehr darauf, die Übungen und Bewegungen „richtig“ auszuführen, sowie auf die korrekte Blickrichtung, anstelle „das Chi“ irgendwohin zu leiten – dann „ergibt sich der Rest automatisch“.

Interessant ist in besagtem „Meisterspruch“ noch die Erwähnung der Zahl „Neun“.

Im Chinesischen wird neun „jiu“ ausgesprochen, was auch „langlebig“ bedeutet. Als höchste einstellige Zahl steht diese für ein Höchstmaß der Menschen möglicher Freude, Langlebigkeit und Glück.

Numerologie: In vielen Kulturen gilt die Neun als „Zahl der Vollkommenheit“, da jene ja dreimal die als „göttlich“ angesehene Zahl Drei („Trinität“) enthält. In einem Dezimalsystem (Zählung im Zehnersystem) ist daher die Neun, die höchste, also vollendete einstellige Zahl.

Exkurs:
Wer jetzt meint, dies wäre alles esoterischer Humbug, demjenigen möchte ich hier gerne vor Augen führen, dass selbst „mächtige und einflussreiche“ Personen und Institutionen dies dennoch sehr ernst zu nehmen scheinen – auch wenn man sich öffentlich hierzu nicht äußert.
Ein konkretes Beispiel:
Microsoft veröffentlichte KEIN Windows 9 – es gab stattdessen die Version 8.1. Woraufhin wiederum klar war, dass Windows weder als „abgeschlossen“ noch „vollkommen“ galt und mit der Version 10 fortgesetzt werden würde. – Na, da haben die „Spinner“ und „Abergläubischen“ aber sehr viel Einfluss auf einen Weltkonzern – nicht wahr?

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