Die lange Pekingform
Sonntag 17. Juli 2011 von Gottfried
Glossareintrag: Lange Peking-Form
Glossareintrag: Die 48er-Form
Glossareintrag: Langform
Alternative Bezeichnungen / Auch zu finden unter: Peking-Langform, “Lange Fassung”, sowie: 48 Folgen-Form, 48 Formen-Taijiquan, u.ä.
Im Jahre 1956 veröffentlichte unter der damaligen chinesischen Regierung unter Mao Tse-Tung (anders geschrieben: Mao Zedong) die – ebenfalls: damalige – Chinesische Sportkommission (Chinese Sports Commission) eine Tai Chi – →Soloform mit 20 verschiedenen Figuren (”Stellungen”, Bewegungsabläufe – Wir bei Tai Chi Gung sagen: →Bilder dazu), welche dem →Yang-Stil entnommen wurden.
Da darin drei der Figuren sowohl links- als auch rechtsseitig ausgeführt, eine Abfolge wiederholt wird, kam man somit zum 24 Formen-Taijiquan (24er-Form). Jene Übungsabfolge erlangte unter dem Namen →Peking-Form weltweite Bekanntheit.
Nachfolger der →Familien-Stile bezeichnen jene Form gerne auch als “Regierungs-Form”.
Zwanzig Jahre später wollte man offiziell in China auch die anderen – mittlerweile ebenfalls in viele Teile der Welt weitergetragenen – und somit ebenfalls weltweit “bekannten” Familien-Stile, ebenfalls in einer “standardisierten” Taijiquan-Fassung berücksichtigen und damit die ursprüngliche 24er-Form (Peking-Form) erweitern.
1976 wurde daher von der Chinese National Athletic Association schließlich eine weitere standardisierte Taijiquan-Fassung (Tai Chi Chuan – Fassung) zusammengestellt und veröffentlicht.
Diese neue Fassung nannte man 48 Formen-Taijiquan. Diese erweiterte somit den Umfang jener ursprünglichen Taijiquan-Version, der Peking-Form, welche ab diesem Zeitpunkt auch als “Kurzform” oder “Kurze Fassung” bezeichnet wurde.
Achtung:
Die Peking-Form (24er-Form, “Kurzform”) entspricht nicht der →“Kurzen Yang-Form”, da jene eine andere Herkunft hat!
[Anm.: Dies ist leider ein weiterer Grund für "Verwirrungen" in der Beschreibung und beim Studium von Tai Chi Chuan - s.d.a. beispielsweise: →Übertragungsprobleme - bzw.: Beachte die →Herkunft des Tai Chi sowie die Info in →Tai Chi - Prinzipien].
Diese “48 Formen-Taijiquan” (48er-Form) wird dementsprechend auch als “Lange Fassung”, “Langform” oder “Lange Peking-Form” bezeichnet.
Die “Lange Fassung” (die “Langform”) von 1976 enthält gegenüber der 1956 aus dem Yang-Stil geschaffenen Fassung auch Elemente des →Chen-, →Wu- und →Sun-Stiles, welche hinzugefügt wurden.
Zu Beachten:
Die “Langform” entspricht ebenfalls nicht der →“Langen Yang-Form”!
Dennoch wurde eine gewisse – sagen wir einmal: charakteristische “Note” – des Yang-Stiles in der Ausführung beibehalten, womit ebenfalls gleiche Richtlinien und Grundsätze im Training sowie in der Anwendung beibehalten werden konnten.
Neben kleiner Modifikationen der Abläufe, könnte man sagen, dass die einzige Ausnahme, abgesehen von der größeren Anzahl von Figuren (”Stellungen”), darin besteht, dass die “Kurze Fassung” durchwegs mit gleichbleibendem Tempo ausgeführt wird, hingegen die “Lange Fassung” nunmehr auch einige schnelle Bewegungen beinhaltet, welche mit →“fa chin” ausgeführt werden (sollten).
Generell kann bis heute aber festgestellt werden, dass jene 48er-Form weder die Popularität noch Aufmerksamkeit jemals erreicht hat, welchen andere Formen der Familienstile oder auch der 24er-Form, der “Peking-Form”, zuteil wurden.
Tipps:
|
Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 17. Juli 2011 um 16:19 und abgelegt unter Geschichte & Hintergrund, Glossareinträge. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.



Montag 18. Juli 2011 um 23:37
Wirklich Nett! Gefaellt mir! Wo ist der Like Button fuer Facebook?
[AW websifu]:
Na dort!
Hier bei uns gibst Du Dein “Like” als Kommentar – wie vorliegend. Danke!