Die 37er-Form
Donnerstag 13. Juni 2013 von websifu
Die 37er-Form ist ebenfalls ein vordefinierter Tai Chi Chuan (anders geschrieben, auch: Taiji Quan, beides gesprochen: “tai-tschi-tschu_an”) Übungsablauf für eine Einzelperson ohne Waffen. Also eine →Solo-Form (siehe dort).
Die 37er-Form nimmt auch eine Sonderstellung bei der Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung und Überlieferung des Tai Chi Chuan ein: Diese Form entstammt ebenfalls nicht den etablierten chinesischen Familientraditionen und ist daher als eigener →Stil, als ein “Sub-Stil” des →Yang-Stiles, zu sehen.
Siehe dazu auch: →”Geschichte des Tai Chi Chuan”
Cheng Man-Ching (1900-1975),
bzw. Zheng Manqing (geschrieben nach Pinyin-Übertragung – gesprochen: “tschen mandsching”), hat diese 37er-Form geschaffen.
Er leistete einen wichtigen und einzigartigen Beitrag zur Verbreitung des Tai Chi Chuan in der westlichen Welt. Er schuf eine kürzere Form (der so genannten →37 Stellungen) des Yang-Stils mit weniger Wiederholungen (als die so genannte 108er-Form jener Schule).
Es wird berichtet, dass er als junger Mann an Tuberkulose erkrankte und auf Rat seines Onkels hin, den Yang-Stil erlernte, um seine Gesundheit zu verbessern – was ihm „offensichtlich“ auch gelang [...und vermutlich auch Anstoß für sein Studium der →Traditionellen Chinesischen Medizin, der TCM, war].
Laut eigener Aussage war er in China Schüler von →Yang Chen-Fu. Er wurde innerhalb der Yang-Familie – trotz intensiver Bemühungen – zwar nicht als Meisterschüler aufgenommen, war aber ein sehr talentierter Schüler und wurde schließlich Meister der fünf Künste: Medizin (TCM), Kalligraphie, Poesie, Malerei und →Tai Chi.
Er brachte Tai Chi nach Taiwan und trainierte dort die Armee in der
Kampfkunst des Tai Chi. In den 60er Jahren emigrierte er schließlich in die USA und seine „kurze“ Yang-Form wurde überaus populär und fand weltweit Verbreitung durch Schüler, Anhänger und Nachfolger.
Nach seinem Tode veröffentlichte seine Witwe einige Bücher in seinem Namen (Offen dabei: Sind diese tatsächlich „von ihm“? – Herausgabe ca. ab 1985), welche durchaus lesenswert sind (auch die dt. Übersetzungen), deren Inhalte aber natürlich im Gesamtkontext (Ursprung, Lebensweg, …, Veröffentlichung) zu betrachten sind.
Die 37er-Form entspricht somit seinen persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem Training des Tai Chi (Chuan) im Yang-Stil, sowie seiner Vorstellung, wie die Kunst des Tai Chi nutzbringend praktiziert werden kann. Die Interpretationen, Erläuterungen und Beschreibungen dazu, müssen eher seinem Umfeld zugeschrieben werden.
Trainingstipp:
Achtet vor allem beim Beginn der Form darauf, tatsächlich mit dem „Wecke das Chi in vier Atemzügen” zu starten und ebenso die folgenden Überleitungen exakt mit dem Atem zu harmonisieren, damit „der Rhythmus der Form“ sich entfalten kann und die „korrekte Geschwindigkeit“ und „Atemfluss“ über die gesamte Dauer leichter beibehalten werden kann.
Auch sollten die angegeben „Verschnaufpausen“ [das jeweilige „Verharren“ - →"Zentrieren"!] genutzt werden! – Damit ergibt sich ein grober Richtwert: Die Form dauert zwischen rund neun bis ca. 12 Minuten.
Bedenkt bitte: Wie auch in verschiedenen anderen Internetquellen
nachzulesen, werden zum Erlernen dieser Form („Von Null“ beginnend, also für „totale Anfänger“) Zeitangaben zwischen zwei bis drei Jahren genannt! – Bleibt daher auch bitte nachsichtig mit euch selbst.
Darüber hinaus – In unserem Verein gehen wir ganz anders vor: Anfänger lernen zuerst andere Formen – auch mit anderem „Schwerpunkt“ (bzw. Stil) – beispielsweise die 5-Bilder-Form, die 12-Bilder-Form, die 25-Bilder-Form (→Peking-Form) und dann kommt erst die 37er dran!
(Für Vereinsmitglieder: Siehe dazu auch Downloads in Rubrik →Trainingsinfo und →Trainingsclips)
Tipps:
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