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Was ist Chansi Gong (Cansigong) beim Tai Chi – Training?

Glossareintrag: Chansi Gong
Glossareintrag: Cansigong

Chansi Gong (auch: Chan Si gong, Cansi Gong, Cansigong) ist eine Sondertrainingsform des →Chen Stiles

Cansigong wurde im Chen-Stil von Großmeister Chen Xiaowang Ende des 20. Jhdt. zusammengestellt und dient dort, also: im Chen Stil(!), seither als „Basisübungskomplex“ für Einsteiger.

Der auch als „Seidenfadenübungen“ oder „Seidenübungen“ (engl.: „ silk reeling„) übersetzte Trainingsabschnitt gilt seither als Ausgangsbasis des Chen-Stil – Tai Chi Trainings.

Es sollen hierbei die Grundlagen der Bewegungsabläufe, körperliche Stärke, Koordination, Körperbewusstsein, Achtsamkeit, Einheitlichkeit der Bewegung, sowie „Energiearbeit“ erlernt und perfektioniert werden.

Chansi Gong ist kein Tai Chi (Chuan)!

Es ist als Vorbereitungs- und Einstiegstraining konzipiert, um nach Bewältigung jener Stufe der Fertigkeiten, mit dem eigentlichen Training von Tai Chi beginnen zu können.

Cansigong wird ausschließlich im aktuellen Chen-Stil praktiziert, da es ja dessen „Erfindung“ (s.o.) ist.

Anmerkung: Selbstverständlich werden diese Übungen in der Trainingspraxis des Chen-Stiles auch regelmäßig zum Aufwärmen genutzt, um die vom Großmeister erkannten und benannten Grundlagen ständig zu vertiefen und deren „Wirkungen“ und „Verhaltensweisen“ in das darauffolgende Tai Chi – Training einfließen zu lassen.

Die „→Seidenübungen“ (siehe auch dort) gelten daher im Chen-Stil als probates Hilfsmittel vor Einstieg in die eigentliche Tai Chi-Praxis.

Es wird beim Chen-Stil auch ausgesagt, dass ein Anfänger erst dann mit Tai Chi beginnen darf, wenn jener die Seidenübungen (Chansigong), einschließlich der sogenannten „Säulenübung“ (das ist: „Den Baum umarmen“), in der Dauer von mindestens 1 Stunde,  zu beherrschen gelernt hat.

Bild „Säulenübung“ bzw. „Den Baum umarmen“

Exkurs:
Die Problematik des Chansigong liegt meiner Meinung nach darin, dass jene zu stark an Qi Gong angelehnt sind, also: Ein anderes →Arbeitsmodell, als Tai Chi Chuan als Grundlage haben.

Und die Problematik der „Säulenübung“ liegt darin, dass jene zwar ausgezeichnet die Selbstdisziplin zur Körperbeherrschung und Fokussierung fördert – es hilft zu mentaler Stärke und zur Kräftigung der Beine – aber eben statisch(!), bewegungslos(!) ausgeführt wird!

Damit also einer super „hardcore Zen-Meditation“ entspricht, eigentlich jedoch nichts mit Tai Chi zu tun hat, weil Tai Chi „prinzipell“ ja einer dynamischen, fließenden „Meditation in Bewegung“ entspricht.

Fazit:
Weshalb also vor Beginn der eigentlichen Tai Chi-Praxis „ein anderes Übungssystem“ erlernen?

Der Tai Chi Gung – Landessportverein beschreitet seit Jahren einen anderen Weg, um Einsteigern und aktiven Mitgliedern, den Energieaspekt nahezubringen, sowie gleichzeitig die körperlichen, geistigen und seelischen Fertigkeiten zur Ausübung von Tai Chi „aufzubauen“, „zu stärken“ und „zu verbessern“

(u.a.: Wird „Den Baum umarmen“ nur mehr zur Erklärung einer Körperposition herangezogen, aber nicht mehr geübt, da eben statisch [keine „Meditation in Bewegung“] und zur Stärkung der Rücken- und Beinmuskulatur anderes wesentlich besser geeignet ist).

Wir nutzen hierzu eine Kombination von verschiedenen, „dynamischen“ Vorbereitungsübungen, welche bei jeder(!) Trainingseinheit („zum Aufwärmen“) durchlaufen werden und alle(!) Aspekte harmonisch und „vollständig“(!) nahebringen: „Tiefenatmung“, „Stehen im Wasser“, „Wolkenhände“ und „Armekreisen“.

In diesem „Set von vier Aufwärmübungen“ findet sich nun ebenso „eine Essenz des Tai Chi“, um idealen Einstieg in die →Formen-Übung zu erreichen.

Tipps:

Das Dilemma mit der Achtsamkeit

Glossareintrag: Achtsamkeit

Achtsamkeit ist ja ein Begriff und ein Betätigungsfeld, welches in den letzten Jahren zu einem Milliardengeschäft(!) – in den USA – geworden ist.

Es gibt hierzulande ebenfalls hunderte Bücher zu diesem Thema, Kurse, Ausbildungen, sowie psychologische Beratung.
Das Wort Achtsamkeit findet sich in vielen Publikationen, online, wie offline. Print und digital.
Wie es scheint: Ein aktueller Mainstream-Hype.

Bei näherer Betrachtung kommt als erstes die Frage auf:
Achtsamkeit – Was ist eigentlich damit gemeint?
Beziehungsweise: Was versteht der jeweilige Autor, Kursleiter, …, Psychologe darunter?

In Folge lässt sich erkennen: Es hängt von der jeweiligen Definition ab – und: Je nach Interpretation, werden dann die entsprechenden Ratschläge, sowie Angebote unterbreitet.

Ursprünglich stammt der (gehypte) Begriff „Achtsamkeit“ aus einer Übertragung des in den USA hierzu gebräuchlich gewordenen amerikanischen Begriffs „mindfullness“.

Damit finden sich entsprechende Definitionen im Deutschen, wie zum Beispiel:
„Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein – und zwar nicht nur körperlich, sondern auch mental“ [Anm.: wegen „mind“!].

Dies scheint für die meisten Menschen kein Normalzustand.
Denn: Viele hängen die meiste Zeit mit ihren Gedanken entweder in der Vergangenheit fest (was geschehen ist – was und wie etwas gewesen war – was man selbst oder andere getan oder gelassen haben), oder beschäftigen sich mit Sorgen, Befürchtungen, Wünschen, Hoffnungen und denken damit ständig über die Zukunft nach.

Die „mindfullness“-Bewegung nahm ihren Ausgang in den USA, wo Gurus, Yogis …und viele, viele andere „Berufene“ sich beispielsweise auch mit der „higher Awareness“ im „real life“ auseinandersetzten. Angefangen in den späten 60igern bis in die 1970igern („Hippie-Zeit“), erkannte man im aktuellen Jahrzehnten (in den 2010ern und folgende), dass „grundsätzlich“ die Aussagen und Anleitungen zu Medititation, Entspannung, Konzentrations- und Kontemplationsübungen „dem Menschen gut tun“ und so wurden ebenfalls die Fachgruppen von Psychologen, Therapeuten, Lebensberater, Life-Style-Berater usw. usf. darauf aufmerksam und „witterten“ neue Einsatzmöglichkeiten, Betätigungsfelder, Forschungsthemen, …, …und ebenso natürlich: Ein lukratives Geschäft.

Damit kein Mißverständnis auftaucht: Nichts gegen „gute Geschäfte“ – Leistung und Arbeitseinsatz sollen entsprechend bezahlt werden und honoriert sein. Und: Gute Qualität soll auch gut entlohnt werden. Keine Frage!

Jedoch dient zuvor Genanntes als Erklärung, warum gerade jetzt „so viel“ von und über „Achtsamkeit“ angeboten wird.

Gerade aus jener Menge unterschiedlichster Quellen und Angebote ist es für einen Einzelnen nicht leicht, die essentiell passende Information zu entnehmen.

Grob lassen sich die Anleitungen und Ausführungen zu Achtsamkeit in zwei Grundrichtungen unterscheiden:

  • die erste setzt als Prämisse eine gesteigerte Wahrnehmung UND Aufmerksamkeit der Umwelt (der Umgebung! – des „AUSSEN“!) voraus;
  • die zweite setzt als Prämisse die gesteigerte Wahrnehmung von Einzelaspekten der Umwelt und Aufmerksamkeit gegenüber der WIRKUNG jener Wahrnehmungen „IM INNEREN“ voraus;

Das führt dann genau zu dem Dilemma mit der Achtsamkeit: „Was gilt jetzt wann?“.
Und: „Wie „mache ich das jetzt“? bzw. „Kann das dann stimmen? (…weil in der Praxis, im Leben, sieht es dann meist anders aus…).

Ebenso bei den Anleitungen. Einerseits „für das Abdriften“, „Wegschalten“, „Abgrenzen“ bis hin zu „Psychedelischen Erfahrungen“ (…welche man „früher mal“ auch mit diversen Drogen erreichen konnte/wollte). Andererseits das andere Extrem der „vollständigen Kontrolle“ „seiner Selbst“ sowie „der Umgebung“.

Da finden sich dann „Achtsamkeitstrainierende“ im Park, welche „völlig weggetreten“, fokussiert auf eine einzige Sache, „wie in Trance“ von der Umwelt und Umgebung um sie herum „gar nichts mehr mitbekommen“.
Ein freundlicher Gruß im Vorbeigehen – zwecklos. Jener Mensch ist eigentlich nicht mehr im „Hier und Jetzt“ – was ja wiederum bedeutet: Eigentlich ist er ja gar nicht „achtsam“, sondern allenfalls was anderes, oder?

Das andere Extrem findet sich häufig in (übersteigenden) Anleitungen zur „Selbstkontrolle“, „Selbstorganisation“, bzw. „Selbstverwirklichung“ sowie auch bei „fanatischen“ Kampfsportbetreibern: „Alles muss beachtet“ und vor allen Dingen „kontrolliert sein/werden“. Die Lösung scheint für jene darin zu liegen, alles und jede Situation „zu beherrschen“. Das Leben lehrt ebenfalls meist anderes – nicht wahr?

Ist denn jener Mensch „achtsam“, indem er jede Empfindung und Eindruck ignoriert, welche das „Unkontrollierbare“ in ihm auslösen könnte und nur das „annimmt“, worauf er vorbereitet ist – eher: scheint?

Wie so oft, hat der Volksmund (zumindest im Kern) dann recht, wenn er behauptet: „Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte“.

Interessanterweise bietet wiederum die Beschäftigung und die Praxis von TAI CHI (Tai Chi Chuan, Taijiquan) genau das: Nämlich beides!

Die Praxis von Tai Chi Gung bietet:

  • Das Bewusstmachen der eigenen (Körper-)Empfindungen, respektive: Verstärkung der Propriozeption, mentaler Fittness & Gelassenheit (Das „Innen“),
  • bei gleichzeitiger Erhöhung der Wahrnehmungsfähigkeit UND Akzeptanz(!) der Umgebung (Das „Außen“);

Anmerkung: Aber auch bei der Beschäftigung mit Tai Chi (Chuan) finden sich „unter dessen Praktikanten“ ebenfalls jene, welche – man verzeihe mir, ich sage: irrigerweise – den Schwerpunkt der Übungen darin sehen, entweder das eine oder andere „auszublenden“.

Das Praktikum von Tai Chi (Gung) bedeutet jedoch immer „zugleich“!
Selbstverständlich ist dies ein Lern-, Übungs- und Entwicklungsprozess: Kaum jemand ist in der Lage, „vom Fleck weg“ sofort alle →Aspekte einer Übung zu beherrschen – geschweige denn, dauert es Jahre(!) bis jemand dies in „umfangreichereren“ und komplexeren →Formen „durchgehend“ beherrscht.

Die Definition von Achtsamkeit hierbei wäre nun:

Die erhöhte und fortgesetzte(!) kontemplative Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber mit allen Aspekten des „Mensch Seins“ (d.h.: Körper, Geist und Seele – psychisch, physisch, mental, emotional und spirituell …) bei gleichzeitigem „vollem Respekt“, Wahrnehmung und Anerkennung anderer Lebewesen, der Natur, der Umgebung und der aktuellen, momentanen Situation in der Umwelt(des direkten Umfeldes!) in der man sich im „Hier und Jetzt“, in der Realität, gerade befindet.

Also: Der Zustand des (Voll-)bewussten Menschen, wie ihn viele „alte Meister“ unterschiedlichster Kulturen beschreiben.

Achtsamkeit ist dann aber nicht nur erhöhte oder verbesserte Aufmerksamkeit.
Es ist also nicht nur die Fähigkeit, Eindrücke von „innen“ und „außen“ besser „wahrzunehmen“ („higher awareness“), sondern jene Wahrnehmungen und Vorgänge dann auch „zu be-achten“!

Der erste Schritt zu besserer Achtsamkeit wäre zuvor eine Schulung und Verbesserung der Aufmerksamkeit – und zwar: „gegenüber Allem“!

Sprich: Wenn ich gar nicht checke, was aktuell in mir UND(!) um mich herum vorgeht – wie soll ich dem dann die nötige bzw. notwendige „Be-Achtung“ schenken?

In Folge, bzw. im Fortgang der (persönlichen) Entwicklung folgt das Verständnis („Das Verstehen“).

Ohne Verständnis fehlt die Bedeutung, ohne Bedeutung gibt es keine Erkenntnis.
Ohne Erkenntnis fehlt die Achtung, der Respekt, das Vertrauen und die („wirkliche“) Handlungsfähigkeit des Menschen.

Exkurs:
Wenn es „eh wurscht“ ist oder „eh nichts bedeutet“, warum sollte ich dann…?
Beispielsweise: …jemanden im Park zurückgrüßen, wenn ich grad intensiv mit meiner „Achtsamkeitsübung“ beschäftigt bin?

Somit schließt sich hierbei auch der Kreis, dass die Achtsamkeitsschulung im Tai Chi exakt der Schulung und Entwicklung der „→Dreiheit der Kampffähigkeit“ entspricht.
Wobei „Kampf-Fähigkeit“ generell mit (verbesserter) „Handlungsfähigkeit“ gleichzusetzen ist!

Der Tai Chi – Begriff „song“

Glossareintrag: song

Die Meister der Vergangenheit (u.a. in den →Salt-Shop-Manuals) benennen einen bestimmten, durch fortgesetztes Praktikum des Tai Chi immer besser und schneller erreichbaren körperlichen Zustand, gepaart mit einer Verhaltensweise sowie „Gemütsverfassung“, also auch einen „Wesenszug“, mit „song“.

„Song“ dürfte mit Abstand als einer der wichtigsten Begriffe im Praktikum Tai Chi Chuan (Taiji-Quan) gelten. Zweifellos gehört er aber auch zu den am häufigsten vernachlässigten und missverstandenen Vorstellungen der inneren Kampfkünste, weil dieser meist schlicht nur mit dem Wort „Entspannung“ übersetzt und verbunden wird.

Selbstverständlich lernt man als westlicher Mensch – früher oder später(!) – beim Praktikum von Tai Chi, dass alle(!) Bewegungen einer →Form im enspannten Zustand ausgeführt werden sollen.

Wobei: „Entspannung des Körpers und der Muskulatur“ entspricht dabei nicht jener westlichen gepflegten Vorstellung, sich mit geschlossenen Augen einfach der Schwerkraft hinzugeben oder „kraftlos in sich zusammensinken“ – sofern der Lehrer sich nicht im Vermitteln einer Vielzahl von Bewegungsabläufen verirrt und ebenso nicht darauf vergisst, dabei auch den (Bewegungs-)Tonus und das Verhalten seiner Schüler genauestens zu reflektieren.

Es wird also „irgendwie klar“ (früher oder später), dass man sich „entspannen“ muss, um Tai Chi – Bewegungen „richtig“ ausführen zu können.

Leider vergessen viele im Westen tätige Lehrer dabei, allein jenes essentielle „Kernverhalten“ bei Anfängern zu betonen oder verstärkt zu schulen, da es als „selbstverständlich im Tai Chi (Chuan)“ betrachtet wird.

Dabei ist song die entscheidende funktionale Grundlage aller „Energieanwendungen“ des Tai Chi (Chuan)!

Das chinesische „song“ bezieht sich aber nicht nur auf den „Entspannungszustand“, sondern meint zugleich:

  • einen enstpannten Körper- und Geisteszustand, gepaart mit
  • erhöhter Wachsamkeit,
  • erhöhter Sensibilität,
  • Beweglichkeit und Leichtigkeit,
  • bei bewusstem, sparsamen Umgang mit Energie.

Es gibt hierfür keinen westlichen oder deutschen Begriff und es kann daher nur umschrieben werden.

Exkurs:
Deshalb sollte „song“ ebenfalls „unübersetzt“ bei Tai Chi Gung verwendet werden.

Aspekte von „song“:

-) Katzenverhalten

„song“ könnte umschrieben werden mit „Katzenverhalten mit Energiesparmodus“.

Das Verhalten einer Katze liefert das beste Beispiel für „song“ und „gelebtes Tai Chi“:

Erhöhte Wachsamkeit, Sensibilität, Beweglichkeit und Leichtigkeit, gepaart mit einem bewussten, sparsamen Umgang von Energie.

-) Physisch

Sicherlich haben viele Menschen schon einmal beobachtet, dass eine schlafende Katze – meistens handelt es sich aber eher um einen „Standby-Energiesparmodus“ anstelle von Schlafen – blitzschnell hellwach ist, wenn beispielsweise ein Maus vorbeiläuft. Die Katze scheint im tiefsten Schlaf, ist aber trotzdem immer wachsam.
(Weitere Beispiele finden sich unter „Katzenbeobachtungen“ bei Meisterspruch 74 – Link: →http://www.taichianer.at/serie-100-meistersprueche-zu-tai-chi-teil-074-katzenbeobachtungen/ ).

Der körperliche Aspekt von song ist also tiefe Entspannung aller aktuell nicht beanspruchten, nicht aktiv bewegten Körperteile, Gelenke, Muskeln und Sehnen.

Damit deren „wirkliche Entspannung“ überhaupt stattfindet und in Folge bewusst selbst hergestellt werden kann, bedarf es zuvor einer Schulung der Sensibilisierung für das eigene Körperempfinden und eines Bewusstseins für die →Tiefensensibilität (Kenntnis, Wahrnehmung, Vertrauen in →Propriozeption).

Des weiteren ist damit auch der „Einsatz von (An-)Spannung und Entspannung“ gemeint und erhält in Verbindung mit „von yin zu yang werden, um damit wieder zu yin zu gelangen“ ebenso ein geistige/mentale Komponenten.

Übungsmöglichkeiten bieten dafür für Anfänger/Einsteiger beispielsweise „→Die Progressive Muskelentspannung„, um überhaupt einmal den Unterschied von Spannung und Entspannung bei manchen Körperteilen feststellen zu können, sowie „Meditationstechniken für Anfänger“.

Dies führt schließlich zu:

-) Mental, geistig, emotional

Jene Meditationsübungen (für Anfänger) können durchaus von anderen Disziplinen (Yoga: Prana-Yama, Autogenes Training, Atemübungen des Buddhismus, etc. pp.) entlehnt werden, um die „Körper-Seele-Geist – Einheit“ einmal und sei es nur kurz, in Einklang zu bringen, sowie überhaupt „eine Ahnung“ zu erhalten, was mit „→Meditation„, „Fokussierung“, „Kontemplation“, „Visualisierung“ (→Imagination) eigentlich gemeint ist und wie sich dies „auf den Allgemeinzustand“ auswirkt.

Natürlich: Dies alles hat „anscheinend“ noch nichts mit Tai Chi zu tun – So glauben die Unwissenden und „drängen“ die Trainer dazu „mehr Form(en)“ zu machen.

Aber nochmals zur Erinnerung: „Vollkommene Entspannung“ ist eigentlich eine der Grundvoraussetzungen(!), um Tai Chi – Bewegungen überhaupt(!) „richtig“ ausführen zu können.

Dies alles führt zum…

-) Meditationsaspekt von song.

Der Meditationsaspekt führt wiederum zur Veränderung der Atmung (→Atem-Aspekt), sowie zur Veränderung der „inneren“ Haltung, der Einstellung und des Verhaltens allgemein (siehe dazu auch: →Innere Kampfkunst ).

Fortgesetzte Meditation führt zu „mehr Entspannung“ (körperlich und mental), sowie zu Gelassenheit und „Ruhe“.
„Gelassenheit“ wiederum erzeugt eine spürbare Beruhigung der Emotionen und eine friedliche Geistesverfassung („→mentale Disziplin„).

Eine Verhaltensweise, welche als „Grundmotivation“ oder „Einstellung“ eines Menschen als „Wesenszug“ gelten kann, bildet schließlich den „Charakter“.

-) Habitus und Charakter

Definition „Charakter“ (lt. Google Oxford Languages):


1. individuelles Gepräge eines Menschen durch ererbte und erworbene Eigenschaften, wie es in seinem Wollen und Handel zum Ausdruck kommt […]

also dessen „gepflegter“, „gelebter“ Habitus.

Defintion „Habitus“ (lt. Google Oxford Languages):


1a. Bildungssprachlich
Gesamterscheinungsbild einer Person nach Aussehen und Verhalten
’seinem Habitus nach war er Künstler‘
1b. Bildungssprachlich
[auf einer bestimmten Grundeinstellung aufgebautes, erworbenes] Auftreten; Haltung, Benehmen, Gebaren

„song“ bezeichnet also gleichfalls einen Wesenszug – eine Charaktereigenschaft und einen Habitus – eines Menschen, sobald jener dies nicht nur während der Trainingsstunden erreicht, sondern auch im (alltäglichen) Leben „ist“.

siehe oben: „…erworbene Eigenschaft, wie es in seinem Wollen und Handeln zum Ausdruck kommt“.

Jener Wesenszug könnte wiederum mit der Meisterschaft im Buddhismus verglichen werden: Das Erreichen und Bewahren des „Zustandes der heiteren Gelassenheit“.

„song“ bezeichnet also auch den „nachhaltigen Zustand“ einer bewussten, feinfühligen Entspannung („innen“ wie „aussen“) gepaart mit voller Achtsamkeit (ebenso: „innen“ wie „aussen“).

„song“ ist damit auch ein wahrzunehmender „Eintwicklungszustand“ und „Auftreten“ eines Menschen, welcher bestimmte Verhaltens-Kriterien zeigt.

Schlussbemerkung

Wahre Meister der Kampfkünste erkennt man an „song“ als deren Habitus.

 

Tipps:

Was bedeutet shen ming?

Glossareintrag: shen ming

„Shen“ entspricht dem Bewusstsein des Menschen (s.d.a.: Glossareintrag →shen).

Exkurs: Leider wird dies oft bei Übertragungen aus dem Chinesischen für aktuelle Abhandlungen zu Tai Chi mit „→Yi„, der „Bewegungsabsicht“ gleichgesetzt und führt daher zu Verwirrungen. Es ist jedoch wichtig, die Unterscheidung zu beachten: „shen“ = Bewusstsein/Bewusstheit (allgemein); „Yi“ = „Bewegungsabsicht“ („Willensimpuls“, der natuerlich dem shen entspringt).

Im Taoismus (bzw. →Daoismus – siehe dort) beschreibt „shen ming“ einen gottähnlichen Zustand, den man sich als spirituell erleuchtet vorstellen kann – wie im Falle der taoistischen Unsterblichkeit. Dort – im Taoismus – werden ebenfalls Ebenen der Unsterblichkeit genannt, welche spirituell sogar noch höher bewertet werden, als die Ebenen der Göttlichkeit.

Exkurs: Im (alten) China, ähnlich wie auch im japanischen Shintoismus, gelten „Götter“ als zwar dem Menschen höhergestellte Wesenheiten (in etwa, ganz grob, den griechischen Gottheiten vergleichbar), aber stellen noch nicht „die höchste Instanz“ oder „höchste Ebene spiritueller Entwicklung“ dar, sondern es gibt „darüber“ noch (verschiedene) Ebenen der Unsterblichkeit.

Im Taichi Chuan (Taiji Quan) hat der Begriff „shen ming“ die selbe Wertigkeit wie im taoistischen Sprachgebrauch.
Darüber hinaus schließt dieser eine geistige Verfassung, sowie eine „Geisteshaltung“ ein, mit welcher der Taichianer die Bedingungen der „äußeren Welt“ sensibel wahrnehmen kann.

Deshalb kann man „shen ming“ im Rahmen des Tai Chi (Chuan) etwa mit „diamantklarem Geist“, sowie ebenfalls mit: „spiritueller Klarheit“ (im Taoismis mit: „spritiueller Erleuchtung“) gleichsetzen.

Der Zustand des „shen ming“ tritt ein, sobald durch fortgesetzte Übung „→chin“ („die wesentliche Energie und innere Kraft“) bewusst(!) beherrscht wird. Dies geht sozusagen „Hand in Hand“ einher, mit der sinnlichen, mentalen und energetischen Sensibilisierung.

Die ersten Schritte dazu, zeigen sich in einer „erhöhten Sensitivität“ im physischen Bereich.

Wichtig: Das ist mit der Sensibilisierung gemeint – nicht zum „Sensibelchen“ zu mutieren! Erhöhte Empfindsamkeit, nicht Empfindlichkeit!

Also einer „gesteigerten Wahrnehmung“ für den eigenen Körper, seinem aktuellen Zustand, sowie der Umwelt (dem Umfeld), in welcher man sich (der eigene Körper) gerade befindet. Welche sich zuerst am/im eigenen Körper zeigt und dann in/für die Umgebung, oder umgekehrt, manchmal auch „zugleich“ [es spielt keine Rolle].

Dem folgen die Wahrnehmung „neuer“ – besser gesagt: meist „vergessener“/“bisher misachteter“ – Sinneseindrücke: „Distanzwahrnehmung“, „Raumwahrnehmung“, „Körperlage-Wahrnehmung“, „Körperkraft-Wahrnehmung“ usw. – also die bewusste Wahrnehmung und der Einsatz der → Propriozeption.

Welches wiederum ermöglicht, die „Verbindung“ und die „Verschränkung“ von Körper, Geist und Seele zu erkennen. Emotionen von „Empfindungen“ zu unterscheiden, die „Wirkungskreisläufe“ zu beachten und bewusst zu steuern.

Hinweis: Ein ebenfalls sehr, sehr komplexes Thema – hier nur sozusagen der Themenkomplex erwähnt und nicht ausgeführt.

Nebeneffekt: „Gelassenheit“ in jeder „inneren“ und „äußeren“ Situation.
Sowie: „Verstehen“ und dann „Anwenden“ der „→Meditiation in Bewegung“
(…Aha-Effekt!).

Das Ziel, man könnte sagen eine (weitere) Meisterschaft, ergäbe sich dann in – Zitat aus der taoistischen Literatur:

„yang erreicht yin, Wasser und Feuer werden gleich und Kien und Kun verbinden sich zu Zinnober.  Damit nährst Du das Göttliche in Dir selbst.“

Analysemöglichkeiten mit Glossareinträgen:

  • yang
  • yin
  • – Kien (bzw. Ki-en/Chi-en) [„Himmel“] und Kun [„Erde“]  in →Trigramme
  • – Zinnober [„die Quintessenz“]: „Zinnoberfeld“ = →Dan Tien!

Tipps:

(Wortpyramide) Tai Chi Gung

Glossareintrag: Tai Chi Gung (Wortpyramide)

Tai

… „höchst“, „sicher“, „überragend“ (manchmal auch: „auch“) [Adjektiv];

„das Allerhöchste“, „der Gipfel der Entwicklung“ …“der/das Erhabene“, (sowie auch: „das Podest“, „der Zustand“, „die Bühne“, „der Stand“ …, „der [Dach-]First“, „der [Berg-]Gipfel“, …“Königreich“/“höchstes Amt“,
etc. … kurz: alles, was eine erhöhte Position im Vergleich zur Umgebung einnimmt) [Substantiv];

– und: „Der aufrechte Mensch“ [allegorisch! – sprich: „Ein Mensch, der ‚aufrecht‘ (‚aufrichtig‘) ist!“];

Chi

… simpel: „essen“ (Pinyin),
komplexer: „sich etwas (lebensnotwendiges) zuführen/aufnehmen“, „(etwas) bewahren“ sowie auch: „streiten“, „kämpfen“ [Verb]
(respektive: „das, was das Leben [auch] erhält“);“(sich) bewaffnen“, „bewaffnet sein“ oder „gewappnet sein“(!) – ebenso wie: „locker sein“, „sich lockern“ (Anm.: „…damit man gewappnet ist(!)“) [Adjektiv];Pinyin: „Qi“, Japanisch: „Ki“, Koreanisch: „Gi“ – bedeutet: „Energie“, „Atem“ oder „Fluidum“,
also: „Lebenskraft“, „Lebensenergie“ … „Quintessenz“, „Äther“, „Odem“ …Indisch: „Prana“, Keltisch: „Od“ [Substantiv];

Gung

… „arbeiten an…“, „die Pflege von…“ („pflegen“), “sich bemühen um”,
– „etwas bestimmtes(!) machen“, „sich etwas bestimmten(!) widmen“ [Verb]; –
… als auch:“der Palast“ [Pinyin: „gong“ – Substantiv, metaphorisch(!): „Ein Palast ‚bewahrt‘, ‚regelt‘ die Ordnung/Struktur innerhalb eines Landes/Gebietes“ – sprich: Ein Palast (im Sinne der [alten/ehemals] chinesischen Ansicht eines „Regierungssitz“) „erarbeitet“ und „bewahrt“ tagtäglich das Gemeinwohl des Volkes! -Es ist also vielmehr „die Aufgabe“ jenes Ortes und der Menschen, bzw. Ablaufe, welche sich darin befinden, gemeint, nicht „das Gebäude an sich“! –Wichtig: Ganz im Gegensatz zur westlichen Prägung jenes Wortes, wonach „ein Palast“ ausschliesslich einen „Prunk-“ oder „Protzbau“ (nur das Materielle!) darstellt, welcher ausschliesslich zu repräsentativen Zwecken („Eindruck schinden“) errichtet worden ist – „wurscht“, was darin gemacht wird!
– die ursprüngliche Bedeutung entspräche also synonym einem (höchsten) „Amt“, einem „Amtssitz“, welches einem bestimmten Zweck dient(!) – wie „Postamt“, „Gemeindeamt“, … „Sozialamt“, etc.pp.];

Tai Chi

… „Das allerhöchste dem Menschen (in der aktuellen Existenz) Zugängliche/Begreifbare“,
„Die höchste Form des Lebens/der Lebenskraft“,“Die Quintessenz des Lebens (…auf Erden)“,[allegorisch & metaphorisch];sowie zugleich:“Die gleichnamige Methode der (Bewegungs- und Verhaltens-)Kunst(form), um das volle Potential eines Menschen mit Körper, Geist und Seele auszuschöpfen und zu erhalten!“;

Tai Chi Gung

… „Die Pflege des Tai Chi“ – bzw.: „Das Ausüben und Bewahren der Kunst des Tai Chi“,

„Das Arbeiten an der Kunst(form) des Tai Chi“;

(Tai Chi Gung Fu)

… “Sich täglich (‚jederzeit‘), ohne Verbissenheit und Zwang [„Fu“ (!)] bemühen um [„Tai Chi“] die allerhöchste Form des Lebens[als Mensch] sowie der Aufrechterhaltung (‚Pflege‘) höchster Lebenskraft”;

Also:
Wir machen Tai Chi Gung!
(die Meister verstehen: „Tai Chi Gung Fu“) – kürzer kann man es nicht ausdrücken, ohne den Sinngehalt zu verlieren!

[Drei kurze, „sinngewaltige“, „mächtig inhaltsvolle“ Wörter…denn: Es gibt nichts Vergleichbares in den uns gängigen westlichen Sprachen, womit man selbiges zum Ausdruck bringen könnte – Logischerweise: Mir(!) ist nichts derartiges bis jetzt bekannt geworden… ich lasse mich aber gerne diesbezüglich vom Leben überraschen, wer weiß?].

Tipps: