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Wieso Tai Chi Gung – Landessportverein?

Vereinslogo Tai Chi Gung - Landessportverein

Frage:

  • Wieso Tai Chi Gung – Landessportverein?
    bzw.
  • Warum der Name für den Verein?

Antwort:

Warum nicht?
Nein, Scherz beiseite – der Name ist Programm und beinhaltet alles, was wir tun.

Taichi wird hierzulande oft missverstanden un fehlinterpretiert. „Kungfu„, welches ja prinzipiell falsch publiziert wird (→ dazu mehr an anderer Stelle), wird im Westen mit „Martial Arts“, „Brutalität“ und „Härte“ assoziiert.

Wir hingegen, üben zwar „→Kampfkunst“ (ein →Aspekt), aber kämpfen nicht!

Tai Chi als/zur →Meditation? – Ja, klar, ein weiterer Aspekt, aber nicht die Hauptintention – wir sind keine Meditationsgruppe!
Wer nur entspannt in der rosaroten Wolke „herumdriften“ oder „Auszeit mit Nichtstun“ verbringen möchte, findet sicher woanders besser geeignete Sit-ins – wir sind ein Sportverein.

Ja, wir bewegen uns und häufig auf eine Art und Weise, welche für Ungewohnte und Ungeübte gerade am Anfang, sehr, sehr anstrengend und herausfordernd sein kann.

Daher bieten wir für Anfänger in unserem Verein halbjährlich (immer ab März/April bzw. September) →Einsteigertrainings an, um für neue Mitglieder im Laufe von Wochen, Schritt für Schritt, die körperlichen Grundlagen (Fitness, Beweglichkeit, Ausdauer) ausbilden zu können, sowie die mentalen, geistigen Inhalte zu vermitteln, damit das laufende Formentraining (in voller →Form) überhaupt bewältigt werden kann.

Und ja,
wir sind ein Verein – wir sind kein Kursanbieter mit abgeschlossener Lehreinheit, sondern trainieren „ständig“, „fortlaufend“ und „immer wieder“.

Als Sport(art) wie Fußball, Volleyball, Schilaufen, Synchronschwimmen, besser vielleicht: Eiskunstlauf oder Turniertanz – Nicht einmal, sondern ständig – eben „→Gung„!

In Salzburg, im Bundesland Salzburg – für alle die in/im Salzburg(erland) ansässig sind, oder hierzu ins Land kommen („LandesSportVerein„).

Ergänzung: Die Wortbedeutungen von „Tai Chi Gung“ finden sich detailliert im Blogartikel →Wortpyramide.

 

Spektakulär unspektakulär anzusehen

Die westliche Menschen der heutigen Generation erwarten immer etwas Spektakuläres zu sehen.

Gerade bei Sportarten und bei der Werbung für diese, soll dem (westlichen!) Zeitgeist entsprechend „etwas Aufregendes“ – eben: Etwas Spektakuläres – präsentiert werden.

Natürlich geht auch „etwas Einzigartiges“. Aber das muss dann schon „gesehen“ oder „gehört“ werden können – also „etwas Konsumierbares“. Zuschauen und Zuhören ohne eigene Beteiligung.

Und genau darin liegt die Problemstellung, wenn wir für unsere Sportart und unseren Verein werben wollen:
Tai Chi (Gung) ist geradezu spektakulär unspektakulär!

Nahezu alle Dinge jener (Kampf-)Kunstform erschließen sich einem Menschen erst dann, wenn er diese selbst erprobt, durchführt und damit persönlich – und natürlich absolut subjektiv – erfährt.

Wieso?
Antwort: Na eben darum. Wenn man es nicht selber macht, dann kann man eigentlich gar nicht mitreden, weil man ja gar nicht weiß, worum es geht.

Hilft jetzt auch nicht wirklich, wenn man wissen möchte, wie Tai Chi [Taiji] jetzt eigentlich „so ist“.

Wir bemühen uns daher immer, möglichst bildhafte Vergleiche anzustellen, damit man „ungefähr“ eine Ahnung erhält, worum es geht (Anm.: Damit befinden wir uns also ebenso in der Tradition alter chinesischer Meister, welche dies genauso zu vermitteln versuchten).

1. bildhafter Vergleich („Erstkontakt“):

Also – stellen Sie sich bitte vor, Sie sehen einem Schachspiel zu, welches gerade von zwei Personen ausgeführt wird. Nehmen wir ebenfalls einmal an, Sie hätten gar keine Ahnung, worum es in diesem Brettspiel geht.
Wie lange würden Sie zusehen, falls gerade im Betrachtungszeitraum keine Spielzug erfolgt? …und was würden Sie sich denken?
Bzw.: Wie würden Sie sich entscheiden, würden Sie nach fünf bis zehn Minuten Zusehen vom örtlichen Schachklub gefragt werden, ob Sie als Mitglied Schach spielen erlernen und regelmäßig „mitmachen“ möchten?
Sicherlich: „Nein danke, ich glaub, das ist nichts für mich.“
Manchmal auch (Neugierde siegt): „Ja, klar würde schon gern einmal einen Kurs zum Schachspielen machen. Aber ich weiß ja noch gar nicht, ob das was für mich ist. Bevor ich mich als Mitglied entscheide, kann ich da zuerst einmal eine Stunde Ausbildung erhalten? Geht das?“

2. bildhafter Vergleich:

Gehen wir einmal davon aus, Sie hätten vom Brettspiel „Schach“ schon einmal gehört, davon gelesen und eine grobe Vorstellung darüber, wie das Ganze abläuft – aber Sie selbst haben noch nie Schach gespielt.
Nun treffen Sie im Park zufällig zwei Schachspieler über ihre Partie vertieft.
Könnten Sie sich nun besser damit zurechtfinden und verstehen, worum es dabei geht, wenn Sie selbst noch nie Schach gespielt haben? Wahrscheinlich nicht.
Jemand wird erst dann verstehen, worum es beim Schach geht, wenn er zumindest ein-, besser: mehrmals – selbst sich im Schachspiel versucht hat.

…und genau dasselbe ist es bei Tai Chi (Gung): Zu erleben, zu erfahren, wozu die Bewegungen dienen, was diese in(!) einem Menschen bewirken und wie sich das anfühlt. (bzw. auch „nachvollziehen“ zu können, warum diese oder jene Bewegung „in Perfektion“, eben nicht „einfach mal so“ gemacht wird/werden kann).

„Sehen“ tut ein Aussenstehender/ein passiver Beobachter dabei (meist) recht wenig.

Insider-Witz: „Daher nennt man dies auch innere Kampfkunst!“

Als dritten bildhaften Vergleich „zur Erklärung“ von Tai Chi bemühen wir daher gerne auch den Vergleich mit dem „Kosten einen Erdbeere“.
Wie solle jemand erahnen, wissen, oder kennen, wie eine Erdbeere schmeckt, wenn er noch nie im Leben eine davon gegessen hat? Jeder (Geschmacks-)Vergleich bleibt unzulänglich. Die einzige Lösung dieses Dilemmas ist: Koste sie, dann weisst Du es!

Genau aus diesem Grund bieten wir Probetrainings VOR Besuch und Absolvierung des Einsteigertrainings an:
Hierbei kann jeder Interessierte „einmal kosten“, wie denn Tai Chi „schmeckt“ – sprich: sich anfühlt bzw. was hierbei „bewegt“ wird.

Ebenso selbstverständlich ist dabei: Natürlich bleibt/ist dies „nur eine Kostprobe“ und kein „vollständiges Menü“ sämtlicher Möglichkeiten/Erfahrungen, welche erst mit Fortschritt zugänglich sind – dennoch können Begleitinformationen und Erfahrungsberichte (anderer) etwaige „Wissens-“ Lücken schließen, damit eine Entscheidung getroffen werden kann: Ja, ich will! (…oder eben nicht).

Erfahrungen kann jeder Mensch nur selbst „machen“ – sprich: Am eigenen Leib, mit eigenen Empfindungen, mit eigenen Gefühlen und Gedanken, für sich selbst erleben (…oder eben nicht).

Warum ausgerechnet jetzt Tai Chi?

Wir leben in interessanten Zeiten – wie die Araber zu sagen pflegen.

Anders formuliert: Eigentlich ist immer „irgendetwas“ los.

Egal zu welcher Zeit, ja sogar: Egal zu welcher Epoche (wenn man das Ganze geschichtlich betrachtet), gibt es immer Gründe, etwas zu tun oder es zu lassen. Letztendlich bestimmt der Mensch, wohin ihn seine Handlungen führen.

Der Ursprung jeglicher Handlung liegt in den Gedanken.

Fortgesetzte Gedanken in eine bestimmte Richtung oder besser gesagt: Die regelmäßige Fokussierung des Bewusstseins auf bestimmte gleichartige Ereignisse, Um- oder Zustände führt dazu, dass Handlungen wiederholt werden, welche eben jenem „Gedankengut“ entsprechen. Unabhängig davon, ob man „das will“ oder „nicht will“.

Anders ausgedrückt: Egal ob man die Ergebnisse jener wiederholten Handlungen als „wünschenswert“, „erstrebenswert“ empfindet oder sogar „vermeiden“ will oder „überhaupt ablehnt“ – diese werden „eintreten“, sobald man sich lange genug damit „beschäftigt“.

Fatalerweise treten genau dann jene „Probleme“ umso stärker in Erscheinung, je „intensiver“ jemand diese „vermeiden“ will.

Dies bezeichnet zum Beispiel der russische Autor Vadim Zeland in seinen Büchern über „Transsurfing“ als „Nivellierungskräfte“.

Wir Taichianer bezeichnen dies als „Gesetz des Ausgleichs“: Alles in der Natur strebt nach Gleichgewicht. Ein Luftdruckgefälle wird durch Wind ausgeglichen, ein Temperaturunterschied durch Wärmeaustausch.
Wo immer ein überschüssiges (Energie-)Potenzial existiert, treten Nivellierungskräfte in Erscheinung, die auf die Beseitigung des Ungleichgewichts abzielen. Anders als in der westlichen Kultur, wo tunlichst ja geradezu vermieden wird, auch nur annähernd die Sprache auf dieses alltägliche und überall anzutreffende, ja sagen wir ruhig: Weltgesetz, zu bringen, finden sich in den Überlieferungen der chinesischen Kultur jahrtausend(!) alte Aufzeichnungen zu diesem Thema, sowie auch das entsprechende Symbol als bildhafte Darstellung dazu, das →TAI CHI TU
(treffend übersetzt mit: „Das Allerhöchste“).

Worauf wollen wir hinaus:

Es wird immer irgendeine Krankheit, irgend ein „Problem“, „den Tod“, „das Negative“ geben – die Frage ist jedoch:
Wieviel „Raum“ gebe ich jenen Dingen in meinen Gedanken, meinem Bewusstsein?

Lasse ich es zu, dass jene Dinge mein Denken und Handeln – mein Leben? – bestimmen, oder wende ich mich stattdessem „dem Positiven“, „der Gesundheit“, „dem Fortschritt“ und „der Weiterentwicklung“ zu?

Eine Möglichkeit, einen „positiven Kontrapunkt“ zu setzen, sowie „etwas Gutes“ für sich und seine Gesundheit, ja in Summe für den eigenen Körper, Geist und Seele zu tun, ist das Training von Tai Chi Gung.

Was dies alles beinhaltet, welche „Wirkungen“ dies erzielt und was man dabei noch alles erreichen könnte
vermitteln(!) wir im angebotenen

Probetraining
am Mittwoch, den 7. Oktober 2020.
(Beginn: 20:00 Uhr – Ende: 21:30 Uhr).

Also (nach Erich Kästner): „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“!

Anmeldung unter: http://www.taichianer.at/probetraining/

Eine aktuelle Tai Chi Publikation?

Zufällig gesehen: Sinn- und Unsinn am Buchmarkt

Vergangenen Freitag begab ich mich im Einkaufszentrum in das Geschäft einer Buchhandelskette.
Da ein wenig Zeit übrig war, schlenderte ich zum Regal, wo in einer Reihe, wie ich wusste, nebst „Esoterik“ – wo würde man sonst suchen? – „Yoga“, neu darüber: Ein ganzes Fach gefüllt mit Büchern über „Achtsamkeit“ (wow – da toben sich die Leute aus, oder?), „Meditation“, „Qi Gong“ und manchmal „→Tai Chi“ (ohne eigene Rubrik) zu finden war.
Ich wollte einfach mal schauen, was es Neues über →Tai Chi zu lesen gab. Nach näherem Betrachten der Buchrücken fand sich schließlich ein einziges Paperpack-Exemplar mit Titel „Tai Chi“.

Das Titelbild zeigte eine westliche Frau mit steif gestreckten Armen und irgendwie „undefinierbarer“, „offener“ Schritthaltung, womit nach eingehender Betrachtung das →Bild „einfache Peitsche“ dargestellt sein sollte. Auf der Rückseite waren zwei →Yoga(!!!)-Dehnungsübungen abgebildet – „Hä? – Wieso?“

Na ja, man solle ein Buch ja nicht nach seinem Einband bewerten, rasch blätterte ich: „Aha – →24er-Form – interessant“. Die Grafiken entsprechen 1:1 dem Original aus dem China heute-Verlag von 1992, „schattenboxen leichtgemacht“ [Ablaufdarstellungen der Einzelzeichnungen ein wenig anders geteilt/gegliedert].

Die Einleitung überflogen: „Ein wenig seicht, die Darstellung der →Stile – Stilübersicht – könnte von mir ‚abgekupfert‘ sein (natürlich leicht modifiziert).“

Dann blieb ich bei den Darstellungen zweier Handhaltungen stecken: Eine Tai Chi – Faust und daneben die Abbildung einer „Blütenhand“ (nochmal: Hä?) – Ach so: Das soll die (Alternativ-)Bezeichnung einer „→Hakenhand“ sein? – Na klar, man verdrängt/verschweigt die Kampfkunst! – Was sagt man dann bei der Anwendung: „Die Blüte wächst nach oben?“ – „…öffnet sich und dann ’staubts‘?“ – Was wäre dann bei einem „→Schlag„, „→Block“ oder „→Stoß„? – ein „Tätscheln“ oder „Streicheln“ der Luft?

Nun gut, jetzt wollte ich nur noch wissen, wer wieder mal „weichgespültes“ Tai Chi verbreitet und suchte nach dem Impressum. Dies fand sich auf den vorletzten Seiten – nicht vorn und auch nicht am Schluss, sondern vor der mehrseitigen Verlagswerbung für andere Bücher (aus Esoterik, Yoga und Gesundheit).
Das Copyright stammt aus dem Jahr 2017, ein Porträt zeigt den Verfasser, lt. Angabe ein deutscher Heilpraktiker und Qi Gong-Lehrer, welcher – außer mit dieser dieser Abbildung – nirgends(!) im Buch auch nur bei einer einzigen „Tai Chi-Übung“ oder -Bild zu sehen war (soweit ich beim Blättern sehen konnte).
Weiterer Kommentar überflüssig!

Ich habe jedenfalls beschlossen, beim nächsten Besuch beim Buchhändler einmal in den Themengruppen Sport (Kampfsport), Bewegung oder Fitness nachzusehen, ob sich vielleicht dort „vernünftige“ Tai Chi – Bücher finden lassen.

Und:

Liebe Verlage, falls Ihr einmal „richtiges Tai Chi (Gung)“ herausbringen wollt, wendet Euch vertrauensvoll an mich! – Schaut Euch einfach mal hier im Taichianer-Forum ein wenig um!
Euer Gottfried

Glossareintrag: Ching

Glossareintrag: ching

Alternative Schreibweisen: chin, jing, jin, ging (in „I Ging“);
manchmal auch: Xing (→Pinyin-Schreibweise: „X“ für gesprochen: „Tsch“/“dsch“)

Wörtliche Übersetzungen: Verhalten, Benehmen;
oder manchmal leider viel zu simplifizierend auch nur mit dem Wort „Reise“ übertragen;

Urtextlich aber in der Bedeutung: „wie es zum Ziel geht“, „was gemacht wird, um anzukommen“, also eigentlich der Reise-Weg, besser gesagt: Das „Reiseverhalten“, bzw. die „Art und Weise der Reiseausführung/der Wegbeschreitung“ –

Eigentlich müsste man sagen: Die „Wegbenehmensverhaltenseigenschaft“ (Wortneuschöpfung).

Beispiel: „tung chin(g)“
entspräche: Die „Wegbenehmensverhaltenseigenschaft“ (eines Menschen), um die „Energie“ (gemeint natürlich: das →Chi) in sich selbst und beim Gegenüber(!) zu „verstehen“ – Kampfkunstaspekt: Die „Wegbenehmensverhaltenseigenschaft“ um die „Energie des Gegners zu verstehen“ (sprich: Das Chi des Gegners „lesen“ zu können).

Damit ist ein weiteres Geheimnis des Tai Chi Chuan gelüftet:
Die (Aus-)Wirkung der „inneren Kräfte“ (eines Menschen) entspricht keinesfalls dem Einsatz „ominöser phantastischer parapsychischer Kräfte“, über welche nur beispielsweise Mutanten der X-Men in gleichlautenden Comics oder deren Verfilmungen verfügen, sondern dem perfekten Einsatz und Abstimmung aller dem Menschen gegebenen (natürlichen) Fähigkeiten, angepasst an eine bestimmte Situation, in perferkter Harmonie aller beteiligten Komponenten „zugleich“. Die „Kraftwirkung“ entspricht dabei „der Summe von allem Beteiligtem“ –
d.h.: „Innen“: Fühlen, Denken, „spüren“, „Lenken“(Vorstellen)…, die „Haltung“ (Einstellung!), wie „Außen“: die „Art“ der Bewegung, „die Kraftwirkung(der Vektor)“, der Impuls, …, das „Muskel(zusammen)spiel“, …, „die Stellung“ (die Position), die Schwerpunktverlagerung, usw.usf.

Man sagt ja auch: Die Summe perfekt zusammenwirkender Komponenten entspricht dabei immer mehr, als die Möglichkeit/Fähigkeit/Eigenschaft der Einzelkomponenten, oder?

siehe dazu auch Eintrag: →chin

Tipps: