Spektakulär unspektakulär anzusehen

Die westliche Menschen der heutigen Generation erwarten immer etwas Spektakuläres zu sehen.

Gerade bei Sportarten und bei der Werbung für diese, soll dem (westlichen!) Zeitgeist entsprechend „etwas Aufregendes“ – eben: Etwas Spektakuläres – präsentiert werden.

Natürlich geht auch „etwas Einzigartiges“. Aber das muss dann schon „gesehen“ oder „gehört“ werden können – also „etwas Konsumierbares“. Zuschauen und Zuhören ohne eigene Beteiligung.

Und genau darin liegt die Problemstellung, wenn wir für unsere Sportart und unseren Verein werben wollen:
Tai Chi (Gung) ist geradezu spektakulär unspektakulär!

Nahezu alle Dinge jener (Kampf-)Kunstform erschließen sich einem Menschen erst dann, wenn er diese selbst erprobt, durchführt und damit persönlich – und natürlich absolut subjektiv – erfährt.

Wieso?
Antwort: Na eben darum. Wenn man es nicht selber macht, dann kann man eigentlich gar nicht mitreden, weil man ja gar nicht weiß, worum es geht.

Hilft jetzt auch nicht wirklich, wenn man wissen möchte, wie Tai Chi [Taiji] jetzt eigentlich „so ist“.

Wir bemühen uns daher immer, möglichst bildhafte Vergleiche anzustellen, damit man „ungefähr“ eine Ahnung erhält, worum es geht (Anm.: Damit befinden wir uns also ebenso in der Tradition alter chinesischer Meister, welche dies genauso zu vermitteln versuchten).

1. bildhafter Vergleich („Erstkontakt“):

Also – stellen Sie sich bitte vor, Sie sehen einem Schachspiel zu, welches gerade von zwei Personen ausgeführt wird. Nehmen wir ebenfalls einmal an, Sie hätten gar keine Ahnung, worum es in diesem Brettspiel geht.
Wie lange würden Sie zusehen, falls gerade im Betrachtungszeitraum keine Spielzug erfolgt? …und was würden Sie sich denken?
Bzw.: Wie würden Sie sich entscheiden, würden Sie nach fünf bis zehn Minuten Zusehen vom örtlichen Schachklub gefragt werden, ob Sie als Mitglied Schach spielen erlernen und regelmäßig „mitmachen“ möchten?
Sicherlich: „Nein danke, ich glaub, das ist nichts für mich.“
Manchmal auch (Neugierde siegt): „Ja, klar würde schon gern einmal einen Kurs zum Schachspielen machen. Aber ich weiß ja noch gar nicht, ob das was für mich ist. Bevor ich mich als Mitglied entscheide, kann ich da zuerst einmal eine Stunde Ausbildung erhalten? Geht das?“

2. bildhafter Vergleich:

Gehen wir einmal davon aus, Sie hätten vom Brettspiel „Schach“ schon einmal gehört, davon gelesen und eine grobe Vorstellung darüber, wie das Ganze abläuft – aber Sie selbst haben noch nie Schach gespielt.
Nun treffen Sie im Park zufällig zwei Schachspieler über ihre Partie vertieft.
Könnten Sie sich nun besser damit zurechtfinden und verstehen, worum es dabei geht, wenn Sie selbst noch nie Schach gespielt haben? Wahrscheinlich nicht.
Jemand wird erst dann verstehen, worum es beim Schach geht, wenn er zumindest ein-, besser: mehrmals – selbst sich im Schachspiel versucht hat.

…und genau dasselbe ist es bei Tai Chi (Gung): Zu erleben, zu erfahren, wozu die Bewegungen dienen, was diese in(!) einem Menschen bewirken und wie sich das anfühlt. (bzw. auch „nachvollziehen“ zu können, warum diese oder jene Bewegung „in Perfektion“, eben nicht „einfach mal so“ gemacht wird/werden kann).

„Sehen“ tut ein Aussenstehender/ein passiver Beobachter dabei (meist) recht wenig.

Insider-Witz: „Daher nennt man dies auch innere Kampfkunst!“

Als dritten bildhaften Vergleich „zur Erklärung“ von Tai Chi bemühen wir daher gerne auch den Vergleich mit dem „Kosten einen Erdbeere“.
Wie solle jemand erahnen, wissen, oder kennen, wie eine Erdbeere schmeckt, wenn er noch nie im Leben eine davon gegessen hat? Jeder (Geschmacks-)Vergleich bleibt unzulänglich. Die einzige Lösung dieses Dilemmas ist: Koste sie, dann weisst Du es!

Genau aus diesem Grund bieten wir Probetrainings VOR Besuch und Absolvierung des Einsteigertrainings an:
Hierbei kann jeder Interessierte „einmal kosten“, wie denn Tai Chi „schmeckt“ – sprich: sich anfühlt bzw. was hierbei „bewegt“ wird.

Ebenso selbstverständlich ist dabei: Natürlich bleibt/ist dies „nur eine Kostprobe“ und kein „vollständiges Menü“ sämtlicher Möglichkeiten/Erfahrungen, welche erst mit Fortschritt zugänglich sind – dennoch können Begleitinformationen und Erfahrungsberichte (anderer) etwaige „Wissens-“ Lücken schließen, damit eine Entscheidung getroffen werden kann: Ja, ich will! (…oder eben nicht).

Erfahrungen kann jeder Mensch nur selbst „machen“ – sprich: Am eigenen Leib, mit eigenen Empfindungen, mit eigenen Gefühlen und Gedanken, für sich selbst erleben (…oder eben nicht).

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