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Einsteigertraining Sep-Dez 2023

Probetraining

Im Probetraining – eine Übungseinheit mit ca. die Hälfte Theorie und die Hälfte Praxis – stellen wir zuvor unsere Sportart und Bewegungsmethode vor.
Wir zeigen Ausblicke auf Zwischenziele und lassen Teilnehmer mittels ein paar „kleiner“ Übungen „erkunden“ und „erfahren“, was es mit Tai Chi tatsächlich auf sich hat.

Dies ist eine gute Gelegenheit das Training und den Verein kennen zu lernen, um danach mit dem Einsteigertraining (jeweils Mittwochs, lt. →Terminplan) bis zum Jahresende fortzusetzen.

Probetraining
(1 Einheit – vor Start →Einsteigerausbildung) –

Termin:

  • Mittwoch, 13. September 23 (20:00 – 21:30 Uhr)

Wo? – In Salzburg-Gnigl, im Dojo des ASKÖ, Parscherstr. 4,
Preis: EUR 5,- / Person für ein Probetraining

Anmeldung erforderlich unter: →Probetraining

Spektakulär unspektakulär anzusehen

Die westliche Menschen der heutigen Generation erwarten immer etwas Spektakuläres zu sehen.

Gerade bei Sportarten und bei der Werbung für diese, soll dem (westlichen!) Zeitgeist entsprechend „etwas Aufregendes“ – eben: Etwas Spektakuläres – präsentiert werden.

Natürlich geht auch „etwas Einzigartiges“. Aber das muss dann schon „gesehen“ oder „gehört“ werden können – also „etwas Konsumierbares“. Zuschauen und Zuhören ohne eigene Beteiligung.

Und genau darin liegt die Problemstellung, wenn wir für unsere Sportart und unseren Verein werben wollen:
Tai Chi (Gung) ist geradezu spektakulär unspektakulär!

Nahezu alle Dinge jener (Kampf-)Kunstform erschließen sich einem Menschen erst dann, wenn er diese selbst erprobt, durchführt und damit persönlich – und natürlich absolut subjektiv – erfährt.

Wieso?
Antwort: Na eben darum. Wenn man es nicht selber macht, dann kann man eigentlich gar nicht mitreden, weil man ja gar nicht weiß, worum es geht.

Hilft jetzt auch nicht wirklich, wenn man wissen möchte, wie Tai Chi [Taiji] jetzt eigentlich „so ist“.

Wir bemühen uns daher immer, möglichst bildhafte Vergleiche anzustellen, damit man „ungefähr“ eine Ahnung erhält, worum es geht (Anm.: Damit befinden wir uns also ebenso in der Tradition alter chinesischer Meister, welche dies genauso zu vermitteln versuchten).

1. bildhafter Vergleich („Erstkontakt“):

Also – stellen Sie sich bitte vor, Sie sehen einem Schachspiel zu, welches gerade von zwei Personen ausgeführt wird. Nehmen wir ebenfalls einmal an, Sie hätten gar keine Ahnung, worum es in diesem Brettspiel geht.
Wie lange würden Sie zusehen, falls gerade im Betrachtungszeitraum keine Spielzug erfolgt? …und was würden Sie sich denken?
Bzw.: Wie würden Sie sich entscheiden, würden Sie nach fünf bis zehn Minuten Zusehen vom örtlichen Schachklub gefragt werden, ob Sie als Mitglied Schach spielen erlernen und regelmäßig „mitmachen“ möchten?
Sicherlich: „Nein danke, ich glaub, das ist nichts für mich.“
Manchmal auch (Neugierde siegt): „Ja, klar würde schon gern einmal einen Kurs zum Schachspielen machen. Aber ich weiß ja noch gar nicht, ob das was für mich ist. Bevor ich mich als Mitglied entscheide, kann ich da zuerst einmal eine Stunde Ausbildung erhalten? Geht das?“

2. bildhafter Vergleich:

Gehen wir einmal davon aus, Sie hätten vom Brettspiel „Schach“ schon einmal gehört, davon gelesen und eine grobe Vorstellung darüber, wie das Ganze abläuft – aber Sie selbst haben noch nie Schach gespielt.
Nun treffen Sie im Park zufällig zwei Schachspieler über ihre Partie vertieft.
Könnten Sie sich nun besser damit zurechtfinden und verstehen, worum es dabei geht, wenn Sie selbst noch nie Schach gespielt haben? Wahrscheinlich nicht.
Jemand wird erst dann verstehen, worum es beim Schach geht, wenn er zumindest ein-, besser: mehrmals – selbst sich im Schachspiel versucht hat.

…und genau dasselbe ist es bei Tai Chi (Gung): Zu erleben, zu erfahren, wozu die Bewegungen dienen, was diese in(!) einem Menschen bewirken und wie sich das anfühlt. (bzw. auch „nachvollziehen“ zu können, warum diese oder jene Bewegung „in Perfektion“, eben nicht „einfach mal so“ gemacht wird/werden kann).

„Sehen“ tut ein Aussenstehender/ein passiver Beobachter dabei (meist) recht wenig.

Insider-Witz: „Daher nennt man dies auch innere Kampfkunst!“

Als dritten bildhaften Vergleich „zur Erklärung“ von Tai Chi bemühen wir daher gerne auch den Vergleich mit dem „Kosten einen Erdbeere“.
Wie solle jemand erahnen, wissen, oder kennen, wie eine Erdbeere schmeckt, wenn er noch nie im Leben eine davon gegessen hat? Jeder (Geschmacks-)Vergleich bleibt unzulänglich. Die einzige Lösung dieses Dilemmas ist: Koste sie, dann weisst Du es!

Genau aus diesem Grund bieten wir Probetrainings VOR Besuch und Absolvierung des Einsteigertrainings an:
Hierbei kann jeder Interessierte „einmal kosten“, wie denn Tai Chi „schmeckt“ – sprich: sich anfühlt bzw. was hierbei „bewegt“ wird.

Ebenso selbstverständlich ist dabei: Natürlich bleibt/ist dies „nur eine Kostprobe“ und kein „vollständiges Menü“ sämtlicher Möglichkeiten/Erfahrungen, welche erst mit Fortschritt zugänglich sind – dennoch können Begleitinformationen und Erfahrungsberichte (anderer) etwaige „Wissens-“ Lücken schließen, damit eine Entscheidung getroffen werden kann: Ja, ich will! (…oder eben nicht).

Erfahrungen kann jeder Mensch nur selbst „machen“ – sprich: Am eigenen Leib, mit eigenen Empfindungen, mit eigenen Gefühlen und Gedanken, für sich selbst erleben (…oder eben nicht).

Eine aktuelle Tai Chi Publikation?

Zufällig gesehen: Sinn- und Unsinn am Buchmarkt

Vergangenen Freitag begab ich mich im Einkaufszentrum in das Geschäft einer Buchhandelskette.
Da ein wenig Zeit übrig war, schlenderte ich zum Regal, wo in einer Reihe, wie ich wusste, nebst „Esoterik“ – wo würde man sonst suchen? – „Yoga“, neu darüber: Ein ganzes Fach gefüllt mit Büchern über „Achtsamkeit“ (wow – da toben sich die Leute aus, oder?), „Meditation“, „Qi Gong“ und manchmal „→Tai Chi“ (ohne eigene Rubrik) zu finden war.
Ich wollte einfach mal schauen, was es Neues über →Tai Chi zu lesen gab. Nach näherem Betrachten der Buchrücken fand sich schließlich ein einziges Paperpack-Exemplar mit Titel „Tai Chi“.

Das Titelbild zeigte eine westliche Frau mit steif gestreckten Armen und irgendwie „undefinierbarer“, „offener“ Schritthaltung, womit nach eingehender Betrachtung das →Bild „einfache Peitsche“ dargestellt sein sollte. Auf der Rückseite waren zwei →Yoga(!!!)-Dehnungsübungen abgebildet – „Hä? – Wieso?“

Na ja, man solle ein Buch ja nicht nach seinem Einband bewerten, rasch blätterte ich: „Aha – →24er-Form – interessant“. Die Grafiken entsprechen 1:1 dem Original aus dem China heute-Verlag von 1992, „schattenboxen leichtgemacht“ [Ablaufdarstellungen der Einzelzeichnungen ein wenig anders geteilt/gegliedert].

Die Einleitung überflogen: „Ein wenig seicht, die Darstellung der →Stile – Stilübersicht – könnte von mir ‚abgekupfert‘ sein (natürlich leicht modifiziert).“

Dann blieb ich bei den Darstellungen zweier Handhaltungen stecken: Eine Tai Chi – Faust und daneben die Abbildung einer „Blütenhand“ (nochmal: Hä?) – Ach so: Das soll die (Alternativ-)Bezeichnung einer „→Hakenhand“ sein? – Na klar, man verdrängt/verschweigt die Kampfkunst! – Was sagt man dann bei der Anwendung: „Die Blüte wächst nach oben?“ – „…öffnet sich und dann ’staubts‘?“ – Was wäre dann bei einem „→Schlag„, „→Block“ oder „→Stoß„? – ein „Tätscheln“ oder „Streicheln“ der Luft?

Nun gut, jetzt wollte ich nur noch wissen, wer wieder mal „weichgespültes“ Tai Chi verbreitet und suchte nach dem Impressum. Dies fand sich auf den vorletzten Seiten – nicht vorn und auch nicht am Schluss, sondern vor der mehrseitigen Verlagswerbung für andere Bücher (aus Esoterik, Yoga und Gesundheit).
Das Copyright stammt aus dem Jahr 2017, ein Porträt zeigt den Verfasser, lt. Angabe ein deutscher Heilpraktiker und Qi Gong-Lehrer, welcher – außer mit dieser dieser Abbildung – nirgends(!) im Buch auch nur bei einer einzigen „Tai Chi-Übung“ oder -Bild zu sehen war (soweit ich beim Blättern sehen konnte).
Weiterer Kommentar überflüssig!

Ich habe jedenfalls beschlossen, beim nächsten Besuch beim Buchhändler einmal in den Themengruppen Sport (Kampfsport), Bewegung oder Fitness nachzusehen, ob sich vielleicht dort „vernünftige“ Tai Chi – Bücher finden lassen.

Und:

Liebe Verlage, falls Ihr einmal „richtiges Tai Chi (Gung)“ herausbringen wollt, wendet Euch vertrauensvoll an mich! – Schaut Euch einfach mal hier im Taichianer-Forum ein wenig um!
Euer Gottfried

Tai Chi (Gung) als Bewegungskunst

Auch in der heutigen Zeit – trotz scheinbarer Aufgeklärtheit und einer inflationären Informationsflut im Internet – fällt es immer noch schwer, die Kampf- und Bewegungskunst Tai Chi einem Laien verständlich zu machen.

Gerade deshalb erscheint es wichtig, immer wieder neue Beispiele und Vergleiche zu präsentieren, um mögliche Mißverständnisse auszuräumen.

In Tai Chi werden in der Regel langsame, meditative Bewegungen nach jahrtausende alten in China überlieferten Vorgaben in perfekter Abstimmung von Körperhaltung, Bewegungsmuster und Atemrhythmus ausgeführt.

Die Ausführung der so genannten →Solo-Form ist eine (Bewegungs-)Kunst, die erst einmal erlernt und danach gepflegt werden muss.

Nicht von ungefähr, haben in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich mehr Musiker, bzw. Menschen, welche bereits ein Musikinstrument spielen können, an den Trainings unseres Vereins teilgenommen.

Warum dies so ist, wird klar, wenn man sich vor Augen führt, dass das Erlernen eines Musikinstrumentes, geschweige denn die Beherrschung desselben, auch nicht mit dem Besuch eines Wochenendkurses erledigt ist.

So wie ein Musikinstrument – z.B. das Spielen einer Gitarre, die Bedienung einer Ziehharmonika; das Zupfen an einer Harfe – nicht binnen weniger Wochen beherrscht werden kann, genau so kann man sich auch das Erlernen einer Tai Chi – Form vorstellen: Aneignen der Grundlagen – üben, üben, üben – dann folgt das erste kleine Musikstück, d.h. eine kleine Form – wieder üben, üben, üben – dann folgt das nächste Stück, eine „größere Form“ und wieder: üben, üben, üben.

Man könnte hierbei ebenso vergleichen:
Anfangs lernt man das Musikinstrument, Noten und Akkorde – bei Tai Chi wäre das Instrument der Körper, die Noten die Körperhaltungen und Bewegungsmuster, die Akkorde dann die →Bilder im →Danlian.

Das Musikstück entspräche der Solo-Form – auch hier gibt es natürlich „Interpretationen“ bestimmter Stücke (Vgl. dazu auch: →Schulen, →Stile).
Die Wiederholung schafft die Perfektion. Ein Musiker „versteht“ dies auf Anhieb.

Genauso ist einem Musiker bewusst, dass er seine Kunst pflegen muss.

Tai Chi Gung – Die Pflege des Tai Chi.