TaiChianer

Forum der Tai Chi Gung – Mitglieder

Chin Na, oder: Qinna

Mittwoch 22. Mai 2013 von websifu

Glossareintrag: chin na

Alternative Schreibweise: Qinna (nach Pinyin)

Ausgesprochen: “tschin na”

Vereinfacht ausgedrückt

ist damit gemeint: “Das Begreifen und Kontrollieren von Techniken (des Tai Chi Chuan)”.

Der Weg zu Chin Na

ist freilich gepflastert mit “→gung” (”Bemühen um…”), das Erlernen, Verstehen und Anwenden der →Grundtechniken (”→Ba Gua Chang“) und das Verstehen, Erlernen und Anwenden von “→yi-chi-chin“.

Erst wenn der Adept versteht, worum es sich bei den 8 Grundtechniken handelt, wo und wann diese eingesetzt werden UND wie er jene mit “Kraft” (”→chin“) füllt. Dann kann davon gesprochen werden, dass er “chin na” erreicht hat.

Anmerkung:
Die Praxis zeigt, dass die meisten langjährig Trainierenden “chin na” oft nur in wenigen bestimmten Teilbereichen – sprich: bei ausgewählten Bildern oder “Techniken” – erreichen, aber weder in einer gesamten →Form, noch bei unterschiedlichen (körperlichen) Anwendungen. Wir denken, dass die Ursache hierfür in der Vernachlässigung der →Grundschule und des mangelnden Studiums der “→Ba Gua“, sowie des “Klebens an der Form” zu finden sind.

Tipps:

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Das Definitionsproblem

Mittwoch 6. Februar 2013 von websifu

Glossareintrag: Definitionen

Problemstellung:

Was ist mit Folge, Abfolge, Form oder Formen gemeint?
Sind die “Formen” des einen Autors, die “Folgen” des anderen?

Warum nennt eine Beschreibung eine Bewegung “Schrittfolge”, obwohl ebenso die Arme mit bewegt werden?
Warum ist dann die “Schrittfolge” im gleichen Text später plötzlich völlig anders auszuführen?

Ist der Ablauf nun ein “Faustschlag” oder ein “Fausstoß”? – Was ist der Unterschied?

Bekanntestes Beispiel einer Doppel-Benennung: “48-Folgen Form” oder “48 Formen Taiji”? (Warum sind es dann nicht 48 Bewegungsfolgen, sondern mehr? Wieso aber 6 Abschnitte? …)

In der bisher vorhandenen Literatur über Tai Chi Chuan (Taiji Quan) bzw. auch in den Anleitungen zur Form(en)-Übung von Tai Chi (Chuan), kann keine allgemeingültige, klare Aussage oder eindeutige Defintion zur Beschreibung von Abläufen, (Einzel-)Abschnitten oder geschweige denn zur Namensgebung allgemein, gefunden werden. Gleiches gilt zu Teilkomponenten (Schritt, Position, Bewegungsablauf, “Technik”, “Stellung”).

Es finden sich unterschiedlichste Begriffe in unterschiedlichster Verwendung, manchesmal synonym, selten differenziert oder logisch, nirgends jedoch eindeutig durchgängig und in sich aufbauend abgestimmt.

Exkurs:
Gleiches gilt für die “Zählweise”.

So findet man beliebig verwendet: Abfolgen, Folgen, Bewegungsfolgen, Bewegungsablauf, Positionen, Stellungen, Schrittfolgen oder nur “Schritte” usw. usf.

Der eine spricht von “Formen” und meint aber Bewegungsfolgen, der andere meint Positionen, der Dritte “Stellungen”. Jemand spricht gar von “der Form” – als ob es nur eine gäbe!

Man liest in Überschriften und Titeln dabei z.B. auch von der Form mit 24 Folgen, der 85-Folgen-Form, der Form mit 84 Positionen (wobei man eigentlich nie “still steht” – Was ist dann eine “Position”?) oder der Form mit 102 Abfolgen – all dies lässt sich beliebig fortsetzten, der Fantasie der Autoren scheinen nahezu keinerlei Grenzen gesetzt.

Was bleibt ist Verwirrung und ein “Kauderwelsch” an Begriffen, welchen es erst zu erfassen, dann zu sortieren und schließlich zu “entwirren” gilt, weil gleiche Bezeichnungen, von unterschiedlichen Verfassern unterschiedlich verwendet werden.  Schlimmstenfalls: Von unterschiedlichen Quellen einfach völlig unverändert “übernommen” (sprich: zusammengestellt) wurden und sich im Fortgang der Lektüre oftmals sogar wiedersprechen!

Die Lösung:

Seit 2006 hat sich unser Gründungsmitglied, Gottfried Michael Rinner, auch diesem Thema angenommen und in zwei Jahren Arbeit, Richtlinien und Definitionen erstellt, welche schlußendlich in sein Buch zu Tai Chi Gung eingeflossen sind (Kernauszüge sind als eBooks für Mitglieder erhältlich – u.a.: der “Tai Chi Gung – Grundkurs” oder “Das Geheimnis von Yi-Chi-chin“), sowie eben im Jahre 2008 auch mit zur Vereinsgründung führten.

Kernpunkte dabei:

  • Ohne klare Definition keine Beschreibung – keine Beschreibung, d.h. eben auch: keine Anleitung, ohne Definition!
  • Begriffe in Trainingsanleitungen werden ein-eindeutig verwendet.

Wie soll ein Adept jemals erfolgreich voranschreiten, wenn er nicht weiß und zu unterscheiden vermag, zwischen Grundposition, Grundstellung, Grundtechnik, Position, Schrittform, Abfolge, Abschnitt, Überleitung(sbewegung), Bild und Form?

Nur klare Definitionen der Begriffe und die damit gegebene Unterscheidungsmöglichkeit, erlauben – dem westlichen Menschen(!) – Verständnis, Lernfortschritt und Vergleich mit anderen (Anleitungen, …bzw.: Lehren).

Diese Definitionen finden sich für Mitglieder des Tai Chi Gung – Landessportverein, Salzburg,

- im Handbuch (”Tai Chi Gung – Grundkurs“),
- in den jeweiligen Trainingsinfos (”Trainingsblätter”),
- sowie im Glossar des Taichianer-Forums

(Hierin zum Teil, zugegebenermaßen – schließlich wollen wir ja über unsere Web-Seiten nicht nur “Surfer” erhalten und erreichen, sondern eben Mitglieder).

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Die Mitte

Sonntag 9. Dezember 2012 von websifu

Glossareintrag: Die Mitte
Glossareintrag: Mitte

Alternative Begriffe:
die Mitte finden, die Mitte einnehmen, die Mitte halten, in der Mitte sein, die Mitte bewahren, und ähnliches;

Die Mitte entspricht physisch (körperlich) dem Energiezentrum des →Dan Tien (Tanden), somit dem körperlichen Schwerpunkt, als auch dem Bewusstseinszustand des Ausgleichs sowie der Vereinigung der Extremzustände, der Gegensätze, von →yin und →yang.

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Erst in der Mitte haben die Extreme, ihre (auch zertstörerischen) Kräfte, den Ausgleich erfahren und es herrscht “Ruhe” – →Wu Wei.

  • Körperlich erfährt man den (unverrückbaren) Schwerpunkt, Standfestigkeit, ruhigen und tiefen Atem, sowie (aktionsbereite) Entspannung.
  • Seelisch ist man ausgeglichen, ruhig, gelassen, friedlich, freudig; als auch aufnahmebereit und aktionsbereit ohne eine Wertung vorzunehmen; “unverrückbar” und doch “gelöst”.
  • Geistig ist man klar, konzentriert – ohne Willensanstrengung und ohne (innere) Absicht.

Aus dieser Mitte (heraus) ergibt sich jede weitere Aktion.

Nach Ausführung einer Aktion findet man sich schließlich wieder in der Mitte ein (körperlich, seelisch und geistig!).

Exkurs:
Die bewusste Herbeiführung – als auch die (Einzel-)Übung – diese Zustandes wird von uns bei Tai Chi Gung auch mit “Zentrierung” oder “→Zentrieren” bezeichnet (siehe dort).

Das heisst auch:

Jede Bewegung – egal, ob körperlich, geistig oder seelisch (am besten jedoch immer: bewusst “zugleich”) – entfernt uns logischerweise auch immer von der Mitte, weil dieser Vorgang ja yin- und yang-Aspekte beinhaltet, womit es unumgänglich ist, dies auch wahrzunehmen und bewusst den Ausgleich wieder herzustellen (herbeizuführen).  Also “danach” wieder “die Mitte” einzunehmen.
(Also ist es aufgrund unserer Lebenssituation im Westen – der starken “yang-Orientierung” – daher auch manchmal angebracht, sich bewusst zu “zentrieren”).

TAI CHI lehrt uns also, jede Abweichung “der Mitte” bewusst wahrzunehmen, mit “yin” und “yang” zu reagieren – besser: zu “inter-agieren” – und diese wieder in den Ausgleich zu führen und somit schlussendlich wieder “die Mitte” einzunehmen!

Die Chinesen überliefern uns hierzu auch die →Form: “Wu Wei – Tai Chi(chuan) – Wu Wei – …” — ich möchte sagen: ad infinitum – den Kreislauf des Lebens.
-

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Tai Chi Gung – Einsteigertraining

Sonntag 1. April 2012 von websifu

[Aktualisiert am 2. Mai 2012]

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oder T’ai chi chuan,
alias “das Tai Chi”, kann als Fitness-Praktikum angesehen werden, welches entwickelt wurde, um den Fluss des Chi zu fördern, bzw. die Energie innerhalb des Körpers.

Durch langsam fließende Bewegungen erhöht Tai Chi die Stärke und den Muskeltonus, vergrößert Bewegungsradius und Flexibilität des Körpers und verbessert Balance und Koordination.

Außerdem glauben Praktiker der →traditionellen chinesischen Medizin, dass, obgleich die Einzelbewegungen nur geringen Einfluss ausüben und von niedriger Intensität sind, diese die Kraft haben, Chiblockierungen aufzubrechen und den Fluss dieser lebenswichtigen Kraft wiederherstellen können.

Alle Tai-Chi-Bewegungen sind Paare von Gegensätzen, dies bedeutet: links und rechts, vor- und zurück, nachgebend und vorstoßend, schwer und leicht, voll und leer, etc., welche die Absicht reflektieren, die zwei gegenüberliegenden Kräfte von yin und yang zu harmonisieren.

Schlussendlich ist Tai Chi auch eine Meditation in Bewegung, wobei Präzisionsbewegungen mit kontrollierter Atmung synchronisiert werden, um es dem Übendenen zu ermöglichen, mit der Richtung der Energie “in” und “um” den Körper zu fließen. Tai Chi hat ähnlich vorteilhafte Effekte, welche den westlichen Aerobic-Übungen gleichen – OHNE deren Stress, Atemlosigkeit und Belastungen!

btw.:
Jene Nachteile könnten auch die schwankende Popularität des Aerobic erklären.

Was bringt Tai Chi?

Tai Chi bietet einen vielfältigen Nutzen zur Steigerung der Lebensqualität, beispielsweise:

  • Eine verbesserte kognitive Fähigkeit;
  • Verringerte Niveaus von Angst-, Depressions- und Stress-Zuständen, sowie muskulöser Spannungen;
  • Verbesserte Zirkulation und Stoffwechsel (verbesserte Atmung, Herz-Kreislauf-System, Verdauung);
  • Beschleunigte Rehabilitation nach chirurgischen Eingriffen, Verletzung oder ernster Krankheit;
  • Erhöhte Energie kombiniert mit einem
    alles umfassenden Gefühl des Wohlbefindens.

Selbstverständlich erschließen sich dem Fortgeschrittenen noch weitere Aspekte:
(innere) →Kampfkunst, →Ba Gua Chang, →Kung Fu
…aber dies sind alles Themen “für später”
.

Das Einsteigertraining

des Tai Chi Gung – Landessportverein in Salzburg, bietet die Möglichkeit, Grundlagen dieser faszinierender Sportart einzustudieren – womit die Grundvoraussetzung geschaffen wird, selbst weiter zu üben oder weiter am regelmäßigen Training des Vereins teilzunehmen.

Wo?

in Salzburg, im Dojo des →ASKÖ-Landessportzentrum in Gnigl, Parscherstraße 4;

Wann?

Ab Herbst 2012:
12 x Mittwochs je 1,5 Std, (lt. Terminplan, 3 Monate)
immer 20:00 – 21:30 Uhr,
Start: 19. September 2012

Preis: € 181,- / Person (Schüler und Studenten: € 141,-) inklusive Mitgliedsbeitrag für das betreffende Quartal.

Ein Probetraining
kann am Mittwoch, den 5. September 2012,
oder am Mittwoch, den 12. September 2012,
absolviert werden.

Das Probetraining kostet € 5,- pro Person (wird bei Teilnahme am Einstertraining angerechnet);

Anmeldung via Formular “Anmeldung zum Probetraining“, per eMail oder telefonisch erforderlich!

Mehr Details:

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Trainingsinfo Prinzipien

Sonntag 26. Februar 2012 von websifu

Die fünfte Trainingsinfo

stellt eine Übersicht fünf leicht zu merkender Prinzipien des Tai Chi Gung dar.

Wie schon im Glossareintrag →Tai Chi Prinzipien ausführlich erläutert, sind jene vom Tai Chi Gung – Landessportverein mit Sitz in Salzburg formulierten “Prinzipien des Tai Chi Gung” einfach als Grundlage für einen Anfänger und Einsteiger gedacht.

Wichtig:

Dies bedeutet keineswegs, dass Fortgeschrittene jene Auflistung von Prinzipien igorieren könnten, sondern einfach nur, dass jene von uns für Taichianer als jederzeit zu beherrschende “Erstausstattung” angesehen werden.

Die fünf “Prinzipien des Tai Chi Gung” können daher als theoretische Mindestkenntnisse betrachtet werden, welche im Grunde jeder Tai Chi – Trainierende in- und auswendig beherrschen sollte.

Sie beschreiben, wie Tai Chi – Übungen grundsätzlich auszuführen sind – egal, welche Übungsform (→Aufwärmen, Einzelübung, →Danlian, →Solo-Form [Handform oder Waffenform], …, →Tui Shou) gerade geübt wird.

Die 5 Prinzipien des Tai Chi Gung beschreiben ebenfalls den prinzipiellen Unterschied zu jeder anderen bekannten körperlichen Betätigung und Übungsform (daher auch: Prinzipien).

Aus genau diesen Gründen sind jene ausformulierten Prinzipien auch ein Bestandteil der →Grundschule!

Tai Chi (Chuan) beinhaltet selbstverständlich viel viel mehr.
Siehe dazu auch die Begriffserklärungen (Glossareinträge): →Tai Chi Prinzipien und →Aspekte.

Manches erschließt sich einem Adepten erst im Praktikum vieler Jahre – manches von Beginn an. Dazu tragen auch die von uns definierten fünf Prinzipien bei.

Nur für Mitglieder abrufbar:

TI_005_Grundsschule_5Prinzipien.pdf

Tipps:

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