Serie: Mein tägliches 5-Minuten-Taichi – Teil 07

Jeden Tag eine kleine aktive Übung, um mit Tai Chi fitt zu bleiben –
(…und 2 x pro Woche eine Trainingseinheit gemeinsam im Verein).

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T07 – Tagesübung:

„Honigziehen“
(Hände tauchen ins Honigfass)

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Anleitung:

(Dauer: ca. 5 Minuten)

Ich stelle mich aufrecht in Wu Chi hin – wichtig: schulterbreit, Fußsohlen parallel, Zehen in Blickrichtung (ggf. leicht nach außen gesetzt), die Knie ganz leicht gebeugt auf keinen Fall durchgestreckt – atme bei geschlossenem Mund, ruhig durch die Nase.
Die Augen bleiben geöffnet und blicken waagerecht „in die Ferne“, ohne einen bestimmten Punkt zu fixieren.

Ich lasse meine Arme nach unten hängen und führe diese dann – leicht (Tai Chi-mässig!) – vor meinen Körper, bis sich meine Hände, im Abstand von ca. 20-30 cm, sich nun leicht „seitlich-vor“ meinen Oberschenkeln befinden. Die Fingerspitzen zeigen ebenfalls locker in Tai Chi-Haltung, als „natürliche Verlängerung der Unterarme“, nach unten, die Handflächen „zum Körper“, die Handrücken sind „außen“.
Dabei soll keinerlei zusätzliche Muskelspannung am Oberkörper, Schultern, Armen oder Händen erzeugt werden – entsprechend korrigiere ich die Armhaltung, falls ich die Hände zu nahe vor mir nebeneinander halte.
Die Achseln bleiben aber „geschlossen“ (yin).

Nun stelle ich mir vor (Imagination), meine Finger und Hände tauchen vor mir in ein mit Honig gefülltes Fass, indem ich die Knie langsam weiter beuge und dadurch mit meinem gesamten Oberkörper – in Tai Chi – Haltung: Also bei aufrechtem Oberkörper, an der senkrecht gedachten „Schwerpunktlinie“, „gerader Wirbelsäule“, „unbewegtem Kopf“ usw. – „tiefer“ sinke.

Sobald die Hände – gedanklich – in den Honig getaucht sind und ich somit den „tiefesten Punkt“ meiner Körperhaltung erreicht habe, leite ich die Gegenbewegung ein, indem ich mich wieder durch „strecken“ der Knie aufrichte und somit dadurch – nicht durch Beugen der Arme – beide Hände wieder aus dem Honig ziehe.
Diese Bewegung vollzieht sich sehr, sehr langsam – da in der Vorstellung der Honig eine zähe, klebrige Masse darstellt, welche ein wenig „Widerstand“ an den Händen bildet und mich somit in der „Ziehbewegung“ „zurückhält“.
Diese „Aufwärtsbewegung“ des Körpers und somit „die herausgezogenen Hände“ endet, sobald ich den höchsten Punkt meiner Gesamtkörperhaltung – wieder: in Tai Chi-Haltung, d.h.: niemals(!) die Knie vollständig durchgestreckt – sondern immer noch leicht gebeugt – erreicht habe.

Wichtig: Die Hände und Arme werden bei dieser Übung niemals selbst bewegt! – Das „Eintauchen“ und „Herausziehen“ der Hände aus dem Honigfass erfolgt dadurch, dass ich den Oberkörper „auf und ab“ bewege, indem ich die Knie beuge und strecke – sonst nichts!

In der Vorstellung bildet der Honig im Fass jeweils einen leichten Widerstand, welchen ich „erfühlen“ kann, sowohl wenn ich die Hände durch die Gesamtbewegung des Oberkörpers in den Honig tauche, als auch, wenn diese wieder „herausgezogen“ werden. Jene „Masse“ im gedanklichen Honigfass „verhindert“ sozusagen eine „einfache Bewegung“: Das „Eintauchen“ wird „gebremst“, als auch das „Herausziehen“ „gehemmt“.
Dicker Honig ist halt einfach einmal „zäher“ und „klebriger“, als Luft – oder wenn „nichts da“ wäre, worin ich meine Hände oder Finger bewegen würde (bzw. „eintauchen“ und „herausziehen“ würde).

Dieses „Eintauchen“ und „Herausziehen“ (der Hände und Finger) durch – langsame(!) – Bewegung des Oberkörpers, erzeugt durch – wiederum: langsames(!) – Beugen und Strecken der Knie vollziehe ich einige Minuten lang und konzentriere mich dabei auf „das jeweilige Gefühl“ in meinen Fingern, genährt durch die Vorstellung, diese in ein Honigfass zu tauchen und wieder herauszuziehen (ohne die Arme dabei selbständig zu bewegen!).

Idealerweise für ca. 5 Minuten, danach beende ich diese Übung.

Ebenfalls wichtig: Während der gesamten Übung bleiben die Augen geöffnet!

Wer sich damit leichter tut: Es dürfen sich auch zwei kleinere Fässer mit Honig links und rechts unter den Fingern befinden, falls Zweifel aufkommt, ob man nahe genug am Fass stehen kann, um die Hände eintauchen zu können, ohne die Arme und Finger weiter strecken zu müssen – einverstanden?

Ziel & Zweck dieser Übung:
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  • Erlernen/Beibehalten der Meditation in Bewegung bei geöffneten Augen;
    und zeitgleich/gleichzeitig (wie gehabt bei Tai Chi Gung!)
  • Vertiefung/Verbesserung der Imagination (Vorstellungskraft);
  • Verbesserung/Vertiefung der Meditations-Fähigkeit;
  • Verbesserung der Beinkraft und der Muskulatur;
  • Stärkung der Beingelenke;
  • Verbesserung der Flexibilität der Beine;
  • Verbesserung des Gleichgewichtssinnes und der Schwerpunkt-Findung;
  • Bewegung und „Massage“ der Fascien bis in den oberen Rückenbereich;
  • Verbesserung der Durchblutung und des Chi-Flusses;
    sowie:
  • Erhöhung der Sensitivität in den Fingern und Händen!
    (Verbesserung und „Aktivierung“ der Wahrnehmung in den Fingern und Händen für „Umgebungseinflüsse“, wie
    z.B.: Temperatur, Luftströmungen, …, der Haptik!);

Schlussworte:

Dies ist eine weitere kleine Übung, welche man ganz leicht dem eigenen Übungs-Portfolio hinzufügen kann und somit der Auswahl an Übungsmöglichkeiten, welche bei Bedarf in ganz einfachen, normalen, Tagessituationen einmal „zwischendurch“ ausgeführt werden können.

Beispielsweise dann, wenn man ein paar Minuten auf etwas warten muss: Der Bus kommt in drei Minuten? – „Honigziehen“. Beim Bäcker, am Schalter, an der Kasse ist eine Warteschlange? – „Honigziehen“.

Eine kleine Verdauungspause Mittags im Freien? – „Honigziehen“ (oder „→Tiefenatmung„, „→Stehen im Wasser„, „→Atemkontrolle„, … ). etc.pp.

Einhergehend mit „Änderung des Bewusstseins“:
Ich muss eigentlich keine Zeit für „Alltägliches Tai Chi“ extra „reservieren“ – ich nutze einfach die verfügbare Zeit, sobald sich die Gelegenheit ergibt, bzw. „fülle“ Leerzeiten mit „→Kung fu“ („dem meisterhaften, nicht obsessiven[!] Streben nach Perfektion in…“).

Heutzutage ebenso wichtig zu erwähnen: Anstelle(!) gleich zum Smartphone zu greifen und irgendwas „nachzusehen“.
Kern-Frage: Was bringt mir persönlich(!) körperlich, seelisch, geistig, mental und spirituell „mehr“?
„Ablenken“ oder „Hin-Lenken“? – Hhmm… Carpe Diem!

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SVGCaptcha