Jeden Tag eine kleine aktive Übung, um mit Tai Chi fitt zu bleiben –
(…und 2 x pro Woche eine Trainingseinheit gemeinsam im Verein).
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T06 – Tagesübung:
„Tiefenatmung“ (großer Energiekreislauf – „volle Form“)
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Anleitung:
(Dauer: mind. 5 Minuten)
[Hilfreiche Grundlageninfo findet sich auch im Handbuch Grundkurs Tai Chi Gung, Seite 31-35 – im Downloadbereich – Rubrik: →Fernlehrgang (für registrierte Mitglieder)]
Ich stelle mich aufrecht in →Wu Chi hin – wichtig: schulterbreit, Fersen parallel, Zehen in Blickrichtung (ggf. leicht nach außen gesetzt), die Knie ganz leicht gebeugt auf keinen Fall durchgestreckt – atme bei geschlossenem Mund, ruhig durch die Nase.
Die Augen bleiben geöffnet und blicken waagerecht „in die Ferne“, ohne einen bestimmten Punkt zu fixieren.
Die Arme halte ich vor dem Körper locker nach unten, an den Handgelenken gekreuzt – Handflächen nach innen, Finger locker nach unten.
1.) Neben dem Körperlichen Aspekt und dem Atemaspekt
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– wie bereits zuvor in „→T05 – Tagesübung“ beschrieben – zur Erinnerung:
Mit dem folgenden Einatemvorgang führe ich gleichzeitig die Hände mit dem „Kreuzungsmittelpunkt“ der Handgelenke entlang der Körpermitte nach oben – am Gesicht vorbei, über den Kopf soweit meine Arme reichen.
Gleichzeitig strecke ich meine Knie (ausnahmsweise!) voll durch und richte mich im Stand soweit wie möglich auf.
Wichtig: Der „höchste Punkt“ soll gleichzeitig(!) mit Beendigung des Einatmens erreicht sein.
Danach „öffne“ ich die gekreuzten Hände indem ich die Handflächen zuerst mit den Daumen „nach innen“ (zum Koerper hin), die kleinen Finger „nach aussen“ (vom Körper weg) drehe, der Ausatemvorgang startet.
Während des Ausatmens kreisen beide Arme – jeweils bogenförmig links und rechts neben dem Körper – zuerst mit den Handflächen nach aussen, dann nach unten.
Zeitgleich „sinkt“ der Körper tiefer, indem ich mehr und mehr in die Knie gehe.
Die Arme kreisen weiter, bis sich die Hände wieder vorne – unten – vor dem Körper an den Handgelenken mit den Handflächen nach innen (zum Körper gewandt) kreuzen.
Zu diesem Zeitpunkt endet exakt(!) der Ausatemvorgang.
Die Kunst(fertigkeit) besteht darin, dass der Einatemvorgang exakt(!) bei Erreichen des höchsten Punktes der Hände und Arme (sobald der Körper „vollständig aufgerichtet“ ist) endet –
und der Ausatemvorgang ebenso exakt(!) am „tiefsten Punkt“ der Körperbewegung bei gleichzeitig erreichten tiefsten Punkt der Arm- bzw. Handbewegungen, dem erneuten „Kreuzen der Handflächen“ endet.
…und: Der gesamte Ablauf weder „stockend“ noch „pausierend“ ausgeführt wird, sondern „locker fliessend“ exakt in der Geschwindigkeit des Atemrhythmusses.
Ebenfalls wichtig: Das „Strecken“ bzw. „Sinken“ des gesamten Koerpers „muss“ immer in der „Tai Chi – Haltung“ erfolgen. Das heisst: Kopf, Oberkörper und Hüfte müssen immer(!) entlang einer gedachten senkrechten Linie „aufrecht“ bleiben und dürfen nur entlang dieser Linie „nach oben“ und „nach unten“ „verschoben“ werden.
Es darf also dabei keinesfalls die Wirbelsäule gebogen oder der Unterkörper waagerecht nach vorn oder hinten „verschoben“ werden!
Für den Anfang empfehlen wir daher, beim Ausatmen nur ganz leicht in die Knie zu gehen und zu allererst auf den aufrechten – „geradlinigen“ – Oberkörper zu achten. Das ist wichtiger, als „unbedingt“ tiefer zu gehen!
Mit fortgesetzter Übung und Beherrschung der Koordination, sowie „Atemzeitpunkte“ kann dann ein Fortschritt gemacht werden, indem der Körper „tiefer“ nach unten geht und man mehr „in die Knie“ geht – ohne die „senkrechte Schwerpunktlinie“ zu verlassen.
… wird
2.) der Imaginationsaspekt hinzugenommen:
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(Bezeichnung oft auch: „Der große Energiekreislauf“)
Während ich die Übung, wie zuvor beschrieben – so korrekt/perfekt wie nur möglich – ausführe, stelle ich mir zeitgleich mit dem Einatemvorgang, bei geöffneten Augen(!), vor, wie das →Chi über die Füße, genauer gesagt: Die Yongquan-Punkte (bzw. „-Flächen“ – siehe dazu auch Glossareintrag →Yongquan ) in meinen Körper eintritt, entlang den Beinen nach oben fliesst und sich im →Dan Tien (s.d.) sammelt.
Beim Ausatmungsvorgang fliesst das Chi die Wirbelsäule entlang weiter nach oben, verteilt sich über den restlichen Körper, strömt über den Schulterbereich bis in die Arme und Hände und tritt schließlich aus den →Laogong-Punkten (siehe dazu auch Glossar – Link) aus.
Nachdem ich diese „Tiefenatmung (volle Form)“ – idealerweise mind. 5 Minuten – durchgeführt habe, beende ich die Imagination (s.d.a.: →Imaginationsaspekt), atme ein letztes mal ein, wobei ich mich wie zuvor beschrieben aufrichte (aber nicht mehr „strecke“!) und die Arme bzw. Hände ebenfalls wie beschrieben ganz nach oben führe, bleibe beim Ausatmen dann aber aufrecht stehen und führe nur mehr die Arme – ohne Anspannung oder Kraft – mit den Handflächen nach außen, links und rechts neben meinem Körper kreisend nach unten bis neben die Oberschenkel – Fertig!
Tipp: Das Chi kann dabei als „(rötlich)-goldfarbenes Licht“ oder als „sonnengoldfarbene (Licht-)Partikel“ vorgestellt werden.
Für den Anfang genügt es, wenn die Vorstellung dabei „nur aufblitzt“ oder „zwischendurch aufzublitzen“ erscheint (oder man diesen Eindruck davon hat) – nur wenige sind in der Lage dies sofort „durchgehend“ aufrecht zu erhalten.
Bitte keine weiteren Gedanken daran verschwenden, sondern einfach weitermachen!
Mit fortschreitender Übungspraxis verbessert sich auch jene Fähigkeit zur Meditation.
Exkurs 1:
Diese Übung: „Tiefenatmung (volle Form)“, könnte somit ebenso als eine Anwendung des aus Indien stammenden Pranayama („Beherrschung des Atems“) und vierte Stufe der Yoga-Praxis gesehen werden (mehr in „→Der Unterschied zu Yoga„).Nochmals: Unterschätze NIEMALS eine (scheinbar) einfache Übung des Tai Chi!
Das Übungsziel
wäre erreicht, sobald es gelingt, diese „kleine“ Übung in der „vollen Form“ (d.h.: inklusive ALLER →Aspekte!) für die Dauer von 5 Minuten „perfekt & vollkommen“ auszuführen – das wäre dann Tai Chi! (zumindest hätte man dies einmal im Stehen erreicht, als nächstes wäre die Bewegung im Raum in alle vier Himmelsrichtungen in „der vollen Form“ zu meistern) …der Weg dorthin wird als „Gung“ bezeichnet (d.h. übersetzt: „das tägliche Bemühen um“).
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Exkurs 2 – für Fortgeschrittene(!):
Der Energiefluss sollte auch – nach →Chen-Stil-Überlieferung – noch mit „korrekter Drehung der Handflächen“ verstärkt werden können. Beim „Nach-oben-gleiten“ der Hände entlang der Körpermitte mit „positiven Chan Si“ (d.h.: „Drehung über die kleinen Finger“, Handflächen nach oben) – ähnlich dem „Wasser schöpfen“ (in der langen Chen-Form), sowie mit „negativen Chan Si“ („Drehung der Hand über den Daumen“, Handfläche nach unten) beim Ausatmen – ähnlich dem „Verschließen“ (in der langen Chen-Form).
Hinweis: Dabei aber keinesfalls die zeitgleiche Imagination zur Gesamtübung vergessen!Anm.: Diese Bewegung der Handflächen „Chan Si“ bedeutet direkt aus dem Chinesischen übersetzt so viel wie: „Einen seidenen Faden aufwickeln“ (Alles klar?) – mehr dazu unter →Chansi Gong
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Zur Erinnerung:
„Tiefenatmung“ (die „volle Form“! – was nicht immer gesondert erwähnt wird!) des Tai Chi Gung = Bestandteil des „Aufwärmens“ = eine der vier Hauptübungen, mit welcher „wir“ sozusagen die „Säulenübung“ und das „Cansigong“ („die Seidenübungen“) des aktuellen Chen-Stiles „nebenbei“ erledigen!
(Anmerkung: Deren beider Beherrschung dort – beim Chen-Stil – als absolute Grundvoraussetzung gilt, überhaupt mit dem Formentraining beginnen zu dürfen! – ich muss das einfach nochmals betonen!)
