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Tai Chi Gung – Leistungsprüfungen in Kiel

(Fotos und Bildrechte: Fotografin Irene-Katrin Hollaus, Kiel – (c) Tai Chi Gung – Landessportverein, Salzburg)

Am 6. und 10. August 2025 wurden erstmals Leistungsprüfungen nach den Richtlinien des Tai Chi Gung in Kiel durchgeführt.

Acht Mitglieder der Tai Chi – Gruppe des →NDTSV Holsatia, Kiel-Dietrichsdorf, stellten sich dieser Herausforderung.

Die Geschichte:

Vergangenes Jahr trat die Trainerin Irene-Katrin Hollaus mit der Idee an den Tai Chi Gung – Landessportverein Salzburg heran, ob es die Möglichkeit gäbe, auch einmal in Kiel vor Ort Leistungsprüfungen abzuhalten, um damit „greifbare“ und erfahrbare Meilensteine für ihre teilweise schon jahrelang trainierenden Mitglieder ihrer Trainingsgruppe zu setzen.

Über den Jahreswechsel 24/25 reifte der Plan und im Frühjahr konnten Termine und Ausführung konkretisiert werden.

Die Trainingsgruppe in Kiel wurde von →Meisterin Irene-Katrin Hollaus informiert und die Trainingsinhalte der 2x die Woche stattfindenden Übungseinheiten angepasst. Als Prüfungsvorbereitung waren nicht nur die entsprechenden Solo-Formen zu üben, sondern auch die Terminologie des Tai Chi Gung in der Vorbereitung und den Grundlagen zu erinnern und zu verinnerlichen, da die Leistungsprüfungen sowohl Theorie als auch Praxis beinhalten.
Die jeweilige Anwendung muss vom Aspiranten auch so verstanden werden, damit jener selbige nicht nur erkennt oder benennt, sondern auch selbst zeigen, sowie erklären kann.

Meisterin und Trainerin Irene-Katrin teilte während der Vorbereitungszeit ständig ihre persönlichen Eindrücke mit der aktuell 14-köpfigen Tai Chi – Gruppe in Kiel, erteilte individuelle Vorschläge, gab Ratschläge und Trainingsanleitungen.

Es wurde eine Deadline zur Anmeldung gesetzt und es fanden sich schließlich acht Prüfungskanditaten ein.

Eigentlich ist schon die Vorbereitungszeit ab Entschluss zwischen Trainer und Prüfling teil der Prüfungserfahrung („Der Weg ist das Ziel“).
Die Leistungsprüfung selbst ist dann nur mehr der Meilenstein – der „Zieleinlauf beim Marathon“, um einen anderen Vergleich zu nennen.
Selbstverständlich will der Läufer nach Bewältigung der Strecke auch die Zielflagge passieren und nach den ganzen Mühen, (sich selbst) bestätigen, es einmal geschafft zu haben.

Und wie meist im Leben, bewahrheitete sich auch ein Meisterspruch: „Erwarte stets das Unerwartete“.

Zwei Wochen vor dem Prüfungstermin verkündete die Vereinsleitung des NDTSV Holsatia in Kiel die Sperrung der Trainingshalle zur Urlaubszeit wegen dringender Sanierungsarbeiten.

Exkurs:
Obwohl einerseits die Trainingstermine der einzelnen Sparte der Vereinsleitung mehrere Monate im Voraus bekanntgegeben werden und andererseits anzunehmen ist, dass ein anstehendes Bauvorhaben ebenfalls schon länger als zwei Wochen vor Start bekannt gewesen sein dürfte, erfolgte die Information an die Betroffenen erst, bevor man selbst in den Urlaub ging.
Dies zeigt wieder einmal, dass trotz Nutzung aller modernen digitalen Kommunikationswege durch eine Organisation, egal ob kommerziell orientiert oder nicht, es immens wichtig ist, auch „alte“, „analoge“ Erkenntnisse der Kommunikationspolitik nicht nur zu kennen, sondern auch umzusetzen.
…und: Dazu muss man eigentlich auch nicht BWL studiert haben, sondern es genügt der (emphatische) Einsatz des eigenen „Hausverstandes“ indem man sich einfach einmal in die Lage der Empfänger einer Info versetzt und sich fragt, was es für mich bedeuten würde/könnte, wenn ich „jetzt“ diese Info erhalte.
(Natürlich ebenso: „Shit happens“ – Fehler passieren. Genauso wie es auch Leute gibt, denen es schlicht und ergreifend „einfach egal“ ist.)

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Die Aufregung war groß – glücklicherweise konnte durch zusätzliches Engagement der Tai Chi – Gruppe in Kiel als Ersatz der Dart-Raum mit gerade ausreichender Fläche im Vereinsheim für die Prüfungstermine organisiert und reserviert werden.

Gottfried Rinner, Trainer und Obmann des →Tai Chi Gung – Landessportverein, reiste aus Salzburg an und kombinierte dies mit seinen Urlaubsplänen.

Am Mittwoch-Abend, den 6. August ’25, war es dann soweit: Der erste Prüfungsblock wurde abgehalten. Die Anspannung der Kandidaten war verständlicherweise groß, da niemand von ihnen wirklich wusste, was genau geschehen wird, denn es handelte sich ja um eine Premiere. So lockerte man sich selbst durch bekannte Tai Chi-Übungen im Freien oder Plauderei untereinander in der Wartezeit auf. Die Prüfenden betonten Gelassenheit und Ruhe und lenkten zusätzlich in den Pausen mit (sachlichem) „Organisationskram“ die Aufmerksamkeit ab.

Am Sonntag-Nachmittag, den 10. August ’25 um 15:00 Uhr, startete der zweite Prüfungsblock. Die Anspannung der Aspiranten war schon ein wenig geringer, da nun ja die Abläufe bekannt waren. Manche zweifelten zwar doch ein wenig am eigenen Können und waren dementsprechend aufgeregt, aber auch dieser Block konnte erfolgreich von allen bewältigt werden.

Die gezeigten Leistungen waren durchwegs gut bis sehr gut. Jeder Kanditat erhielt unmittelbar direktes Feedback zur präsentierten Prüfungsleistung.

Alle zur Prüfung angetretenen Kieler-Taichianer haben die gewählten Leistungsgrade bewältigt und die jeweilige Prüfung bestanden – Trainerin Irene war ebenso stolz auf „Ihre Gruppe“!

Wir gratulieren nochmals: Gut gemacht!

Das Selfi der Gruppe unmittelbar nach Abschluss der Leistungsprüfung spricht Bände:

Nach dem Gruppenfoto vor der Dart-Halle

wurden die Urkunden überreicht und nochmals damit ein Foto geschossen

Zum gebührlichen Abschluss fuhr die Gruppe dann in die Alte Räucherei Ellerbek in Kiel, um den Abend feierlich bei Speis und Trank ausklingen zu lassen.

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Zu den Einzelergebnissen:

Simone - 1., 2. und 3. Leistungsstufe Tai Chi Gung

Bild 1 von 15

Simone erreicht "Trainee of 25"

 

 

Aufklärungsserie: Das ist Tai Chi Gung – Teil 12/15

Übersicht Tai Chi (Chuan) - Familienstil Yang und Derivate

Aus den Archiven 2009 -
Erstveröffentlichung:
Von tai chi gung-User am 20. Jun 2009 um 17:39
Inhalt: Betrachtung der bekanntesten Tai Chi Stile. (Teil 2 von 3) – Der Yang-Stil
auf:
http://mein.salzburg.com/interessen/sport_action/2009/06/aufklarungsserie-das-ist-tai-c-11.html
(Hinweis: Forum & Eintrag dort nicht mehr existent)

Betrachtung der bekanntesten Tai Chi Stile. (Teil 2 von 3)

Der Yang-Stil

Vertreter des Yang-Stiles berufen sich auf Yang Lu Chan (1799-1872). Jener Yang Lu Chan, welcher anscheinend die Möglichkeit besaß, die Familie Chen (den Chen-Stil) näher kennen zu lernen – ob er als Diener angestellt war, und die Familie heimlich bei deren Übungen beobachtete, oder ob er in die Familie aufgenommen wurde, weil er sich im Kampf bei der Verteidigung des Dorfes hervorgetan hatte, geht leider in den Mythen der Geschichte unter.

Er bereiste schließlich China und sollte auf dieser Reise insgesamt 18 berühmte Meister mit jeweils nicht mehr als zwei Bewegungen besiegt haben, wodurch der den Beinamen „Yang, der nicht kämpft“ erhalten haben soll. Die Söhne Yang Chien Hou (1837-1917) und Yang Pan Hou (1837-1892) führten seinen Stil fort.

Der weithin bekannt gewordene Enkel Yang Cheng Fu, welcher von 1883 bis 1936 lebte, Sohn von Yang Chien Hou, verbreitete den Yang-Stil schließlich in ganz China. Er gilt als berühmtester Meister der 20. Jahrhunderts und lehrte Tausende Schüler die „öffentliche“ Variante des Yang-Stils. Nur wenige wurden auch als Meisterschüler in die Geheimnisse des Familienstils eingeweiht. Doch auch andere Schüler betätigten sich als Lehrer und gaben ihre Kenntnisse weiter. Dies erklärt auch, warum der Yang-Stil heute in so vielen Varianten auftritt.

 

Die Regierung der Volksrepublik China veröffentlichte 1955 eine kurze („öffentliche“) Fassung dieses Stils, die sogenannte Peking-Form. Die Peking-Form sollte möglichst vielen, möglichst rasch das Erlernen von Tai Chi ermöglichen, um von den gesundheitlichen Aspekten dieser körperlichen Betätigung zu profitieren. [Anmerkung: …und meiner Meinung nach: anstelle eine unvermeidbare Beschäftigung mit einer uralten Tradition zu verbieten, diese stattdessen zu fördern, aber hiermit gleichzeitig die (ausschließliche) Richtung der Beschäftigung vorzugeben.].

 

Der Yang-Stil, besser gesagt: die Yang-Stile, fanden ihre Verbreitung auch im Westen und gelten als die am meisten verbreiteten Form von Tai Chi.

 

Yang Shou Chung (1910-1985), ein Sohn von Yang Cheng Fu, gründete die „International Tai Chi Chuan Association (ITCCA)“ mit dem Ziel, den „echten“ Yang-Stil zu verbreiten.
Als aktuelle Vertreter des sogenannten „authentischen“ Yang-Stiles gelten die Meisterschüler von Yang Shou Chung, Meister Ip Tai-Tak, Meister Chu King-Hung und Meister Chu Gin-Soon, welche von ihm in Hongkong ausgebildet wurden.

 

Einen wichtigen und einzigartigen Beitrag zur Verbreitung des Yang-Stils, vor allem im Westen, leistete Cheng Man-Ching (1900-1975). Er schuf eine leichter zugängliche und kürzere Form im Yang-Stil mit 37 Folgen, die im Westen am liebsten unterrichtet wurde. Es wird berichtet, dass er als junger Mann an Tuberkulose erkrankte und auf Rat seines Onkels hin, den Yang-Stil erlernte, um seine Gesundheit zu verbessern. Er wurde innerhalb der Yang-Familie zwar nicht als Meisterschüler aufgenommen, war aber ein sehr talentierter Schüler und wurde schließlich Meister der fünf chinesichen Künste: Medizin (TCM), Kalligraphie, Poesie, Malerei und Tai Chi. Er brachte Tai Chi nach Taiwan und trainierte dort die Armee in den Kampfstellungen des Tai Chi. In den 60er Jahren emigrierte er in die USA und seine „kurze“ Yang-Form wurde überaus populär und fand von Amerika ausgehend weltweite Verbreitung.

…Fortsetzung folgt…

mehr zum Verein unter →www.tai-chi-gung.at