100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 026

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 26


Meisterspruch 026:

„Man steht aufrecht und ausgeglichen, Energie wird bewegt wie das Ziehen eines Seidenfadens.“

(Transkription aus den →Taichi-Klassikern).


Hintergrundinfo:

Der erste Satz(teil) beschreibt die Körperhaltung und selbstverständlich auch das Verhalten (eben: „innen & außen“). Der zweite Satz ist ein Vergleich („…wie das Ziehen eines Seidenfadens“).

Von Seiten des →Chen-Stils, liest und hört man hierzu oft:
„Zieht man zu schnell, reißt der Seidenfaden – zieht man zu langsam löst er sich nicht.“
Hierbei wird der Vergleich erklärt.

Exkurs:
Die aktuellen Vertreter des Chen-Stiles – besser gesagt: Die WCTA (die World Chen Xiaowang Taijiquan Association) – haben unter Großmeister Chen Xiaowang, dem heutigen Hauptvertreter des Chen-Stils (19. Generation lt. eigenem Stammbaum, aktuell wird 20. Generation genannt), ein separates[!] Übungssystem „für Einsteiger“ unter dem Namen „Cansigong“ – die sogenannten „→Seidenübungen“ eingeführt, deren Beherrschung als eine der Grundvoraussetzung angesehen wird, bevor überhaupt (deren[!]) Taiji-Form trainiert werden könne.

Das „Cansigong“ (die „Seidenübungen“ oder „Seidenfadenübungen“) – wurde dabei, laut Aussage von Chen Xiaowang, bzw. der WCTA, aus dem QiGong[!] entlehnt.

Kommentar:
Problematisch dabei ist das zugrundeliegende andere Modell (die andere Methodik) – siehe: →Vergleich Tai Chi zu QiGong

Es wird dabei ein(!) →Aspekt der Taichi-Form(en) separat und intensiv trainiert. Es dient dazu, den Energieaspekt kennen, trainieren und schließlich beherrschen zu lernen.

Davor wird vom Chen-Stil ebenfalls noch eine Stufe (fuer Einsteiger) gesetzt: Die Beherrschung der „Säulenübung“. Welche im Prinzip nichts anderes bedeutet, als die Haltung „Den Baum umarmen“ möglichst lange (Zielsetzung: mind. 1 Stunde!) ausüben zu können. Danach setzt man mit „Cansigong“ (in Stufe 2) fort.

Anmerkung:
Das „Hörensagen“, die „mündliche Überlieferung“, sowie (ungenaue) Zeitungsartikel und Medienberichte führen dazu, dass gemeinhin, viele Dinge zu den „Seidenübungen“, „Seidenfadenübungen“, „Ziehen des Seidenfadens“ usw. usf. im Umlauf sind. Genauso wie: „die Geheimnisse des Seidenfadenziehens“ – welches im Grunde gar keine „Geheimnisse“ sind, sondern eher dem „Unverständnis der Bewegungen und der Methode des Tai Chi“ im allgemeinen entsprechen. …und ja: Jene „Seiden(faden)übungen“ sind eine Sonderform(!) des Trainings der Chen-Schule (siehe oben).

Darüber hinaus: Jene „Seidenübungen“ muss man nicht haben/kennen, um Tai Chi – woanders, ausserhalb des Chen-Clans (sorry!) – trainieren zu können!

Wichtig:
Der Tai Chi Gung – Landessportverein beschreitet seit Jahren einen anderen Weg, um Einsteigern und aktiven Mitgliedern, den →Energieaspekt nahezubringen, sowie gleichzeitig die körperlichen, geistigen und seelischen Fertigkeiten zur Ausübung von Tai Chi „aufzubauen“, „zu stärken“ und „zu verbessern“.

Wir bedienen uns hierzu eine Kombination von verschiedenen, „dynamischen“ Vorbereitungsübungen, welche bei jeder(!) Trainingseinheit (im Trainingsabschnitt „Aufwärmen“) durchlaufen werden und alle(!) Aspekte harmonisch und „vollständig“(!) nahebringen:
Tiefenatmung„, „Stehen im Wasser„, „Wolkenhände“ und „Armekreisen„.
Hierin liegt ebenso „die Essenz des Tai Chi“, wie diese in der „Cansigong“ des Chen-Stils „verabreicht“ werden soll.

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