Aus den Archiven 2009 - Erstveröffentlichung: Von tai chi gung-User am 10. Jun 2009 um 13:00 Inhalt: Problemstellungen bei der Beschäftigung mit Tai Chi und gebotene Lösungsansätze. – 4. Fehlende Definitionen und Vergleichsmöglichkeiten auf http://mein.salzburg.com/interessen/sport_action/2009/06/aufklarungsserie-das-ist-tai-c-8.html (Hinweis: Forum & Eintrag dort nicht mehr existent)
Problemstellungen bei der Beschäftigung mit Tai Chi und gebotene Lösungsansätze.
4. Fehlende Definitionen und Vergleichsmöglichkeiten
Hierin finden sich weitere Schwierigkeiten auf die der Suchende trifft.
Chinesen scheinen ungern ihre Aussagen zu präzisieren; man möchte sich nicht festlegen. Erkenntnistheoretische Überlegungen und philosophische Grundsätze sind bestimmend für östliche Lehrmethoden, welchem dem Schüler eigenständige Erkenntnisse ermöglichen sollten und infolgedessen sehr wenig vorgeben und kaum etwas erklären.
Daneben führen bereits zuvor an andere Stelle genannte Problematiken, wie die Unmenge an Stilen und Sub-Stilen, Verschleierung und Schutz der eigenen Kenntnisse, sowie die „Transskription“ ins Lateinische dazu, dass für ein und dieselbe Übung oder Bewegung (und sogar „Formen“) verschiedene Bezeichnungen und Erläuterungen vorliegen.
Es gibt daher im Grunde weder einheitliche Aussagen, Unterlagen, Übungsanleitungen oder Beschreibungen über Tai Chi allgemein, denn je nach Familienstil, Schule oder Lehrmeister differieren diese, bzw. beschreiben den jeweiligen Stil so, als wäre dies das alleinige Tai Chi Chuan.
Bedauerlicherweise machten sich bisher die meisten Lehrenden auch keine Gedanken darüber – dem abendländischen Denkansatz entsprechend – klare Definitionen festzulegen und so kommt es sogar vor, dass selbst bei uns im Abendland vorhandene Beschreibungen, gleiche Bezeichnungen für unterschiedliche Sachverhalte (Begriffe, Ausführungen etc.) innerhalb der selben Anleitung verwenden (Schlimmstenfalls dann sogar mischen).
Dies führt natürlich zu noch mehr Verwirrung und Unklarheit, gerade für denjenigen, welcher soeben erst begonnen hat, sich mit dieser Bewegungskunst auseinander zu setzen.
Beispiele:
– „die Form“ (Welche? – Welcher Stil?, Welcher Ursprung?);
– Was ist „Technik“, „Figur“, „Ablauf“, „Abfolge“, … „Schritte“? (Was wird in einer Form gezählt? – Welche
Sequenzen/Abschnitte/Wiederholungen? – Wo sind Abgrenzungen, wo Ähnlichkeiten? – Worin unterscheidet sich
eines von dem anderen? Worin liegen Gemeinsamkeiten?)
– Woran erkenne ich Entwicklung und Fortschritt? (Wie vergleiche ich diese? – Wie mit anderen?)
usw. usf.
Dies alles machte es für uns in Tai Chi Gung erforderlich, klare Begriffsbestimmungen vorzunehmen und ein allgemein gültiges, für den westlichen Menschen nachvollziehbares „Regelwerk zur Tai Chi Gung Meisterschaft“ einzusetzen.
Damit werden Unklarheiten beseitigt, Vergleiche möglich, das Verständnis größer sowie die Trainingsanleitung wesentlich leichter.
…Fortsetzung folgt…
mehr zum Verein unter →www.tai-chi-gung.at
