Aufklärungsserie: Das ist Tai Chi Gung – Teil 13/15

Übersicht Tai Chi (Chuan) Familienstile: Sun, Wu und Hao

Aus den Archiven 2009 -
Erstveröffentlichung:
Von tai chi gung-User am 23. Jun 2009 um 18:45
Inhalt: Betrachtung der bekanntesten Tai Chi Stile. (Teil 3 von 3) – Der Wu-Stil (auch „Hao-Stil“)
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Betrachtung der bekanntesten Tai Chi Stile.
(Teil 3 von 3)

Der Wu-Stil (auch „Hao-Stil“)

Der Wu-Stil gründet auf Wu Yu Xiang (1812-1880), welcher von seinem Vater Shaolin-Selbstverteidigung lernte und ein großer Waffenkünstler war. Eine Tai Chi-Vorführung von Yang Lu Chan (Yang-Chen-Verbindung, siehe vorangegangene Beiträge) begeisterte ihn derart, dass er zuerst dessen Schüler wurde und später dann von der Familie Chen lernte.

Wu Yu Xiang schuf somit einen eigenen Stil aus Elementen des Yang- und des Chen-Stils und lehrte seinen Neffen Li I Yu diese Kunst, welcher diese wiederum an die Hao-Familie vererbte (Hao-Stil). Der Familie Hao ist es zu verdanken, dass sich diese Tai Chi – Art verbreitete.
Dieser Stil zeichnet sich durch straffe, kompakte Bewegungen aus und ist auch heute noch weltweit anzutreffen.

Ein weiterer Wu-Stil wurde von Wu Jiangquan (1870-1942) entwickelt. Er erlernte von seinem Vater den Yang-Stil, welchen dieser wiederum durch einen Sohn Yang Lu Chan’s beigebracht bekam. Wu Jiangquan wandelte den erlernten Stil ab und dieser Wu-Stil wurde von seiner Tochter und seinem Schwiegersohn weiterverbreitet. Deren Sohn, Ma Jing Bao, soll heute noch in in den Niederlanden leben und dort diesen Familienstil unterrichten.

Der Sun-Stil

Sun Lutang (1860-1932) entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts einen weiteren, neuen Tai Chi Stil. Sun Lutang lernte ursprünglich Shaolin Gung-Fu und eine andere nicht benannte innere Kampfkunst (vermutlicherweise auch eine bereits zuvor erwähnte Stilform des Tai Chi), als er einen Meister des Hao-Stils traf. Daraufhin studierte er dessen Stil und schuf schließlich eine eigene Form, worin er Elemente der bereits von ihm zuvor erlernten Kampfkünste einfließen ließ.
Die Tochter und seine Enkelin verbreiteten diesen Stil, welcher auch heute noch auf der ganzen Welt praktiziert wird.

 

Anhand dieser kurzen dreiteiligen Stilübersicht, welche keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, lässt sich leicht erkennen, dass die Beschäftigung und das Studium von Tai Chi (Chuan) viele Richtungen und Erkenntnisse aus unterschiedlichsten Quellen zulässt, sowie dieser Prozess der Entwicklungen und Möglichkeiten keinesfalls als abgeschlossen betrachtet werden sollte.
In Folge werden wir uns noch den Übungsarten in Tai Chi und deren Bedeutung zuwenden.

…Fortsetzung folgt…

mehr zum Verein unter →www.tai-chi-gung.at

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