100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 31
Meisterspruch 031:
[über die Bewegung]:
„Man lenkt die Bewegungen aus der Stille, und auch wenn man sich bewegt, bleibt man doch ruhig.“
(Transkription nach Yang Cheng-Fu).
Hintergrundinfo:
Yang Cheng-Fu (manchmal auch geschrieben: „Yang Ch’eng-Fu“ oder „Yang Chengfu“) lebte von 1883 bis 1936 in China und gilt als berühmtester Meister und Vertreter der Familie Yang und deren gleichnamigen→Yang-Stil im 20. Jahrhundert.
Yang Cheng-Fu war Sohn von Yang Chien-Hou (1837-1892), welcher wiederum ein Sohn des Begründers des Yang-Stils, nämlich Yang Lu-Chan (1799-1872), war.
Yang Cheng-Fu war also der Enkel des Gründers des Yang-Familien-Stiles.
Auch jene Aussage beinhalten wieder die Quintessenz des →TAI CHI (bzw. →Tai Chi (→Chuan) , bzw.: „Taiji (quan)“ [nach Pinyin-Transkription]): Die Anwendung und Umsetzung der Vereinigung der Gegensätze.
Es werden „Stille“ und „Ruhe“ doch landläufig mit „bewegungslos“, „Starre“, „Innehalten“, „leise sein“ – „nichts bewegt sich“, „kein Geräusch wird durch irgendeine Bewegung erzeugt“ usw. usf. gleichgesetzt. Wie sollte man sich hierbei „bewegen“?
Betrachtet man „Innen“ und „Aussen“, dann ergibt es Sinn
(Erinnerung: Tai Chi gilt als „Innere Kampfkunst“!).
Hier wird von Meister Cheng-Fu nochmals der mentale und emotionale Aspekt bei Bewegungen hervorgehoben, welche in →Meisteraussage 12 eher als generelle Betrachtung formuliert war. Es geht also um ein „Verhalten“ – eine „Verhaltensweise“!
Fazit:
Egal, was „mit“ oder „um“ einem Tai Chi Meister „herum“ passiert: Niemals sollte „die (eigene) →Mitte“ (s.d.a.: →Zentrieren) verlassen werden.
