Die Mitte

Glossareintrag: Die Mitte
Glossareintrag: Mitte

Alternative Begriffe:
die Mitte finden, die Mitte einnehmen, die Mitte halten, in der Mitte sein, die Mitte bewahren, und ähnliches;

Die Mitte entspricht physisch (körperlich) dem Energiezentrum des →Dan Tien (Tanden), somit dem körperlichen Schwerpunkt, als auch dem Bewusstseinszustand des Ausgleichs sowie der Vereinigung der Extremzustände, der Gegensätze, von →yin und →yang.

Erst in der Mitte haben die Extreme, ihre (auch zertstörerischen) Kräfte, den Ausgleich erfahren und es herrscht „Ruhe“ – →Wu Wei.

  • Körperlich erfährt man den (unverrückbaren) Schwerpunkt, Standfestigkeit, ruhigen und tiefen Atem, sowie (aktionsbereite) Entspannung.
  • Seelisch ist man ausgeglichen, ruhig, gelassen, friedlich, freudig; als auch aufnahmebereit und aktionsbereit ohne eine Wertung vorzunehmen; „unverrückbar“ und doch „gelöst“.
  • Geistig ist man klar, konzentriert – ohne Willensanstrengung und ohne (innere) Absicht.

Aus dieser Mitte (heraus) ergibt sich jede weitere Aktion.

Nach Ausführung einer Aktion findet man sich schließlich wieder in der Mitte ein (körperlich, seelisch und geistig!).

Exkurs:
Die bewusste Herbeiführung – als auch die (Einzel-)Übung – diese Zustandes wird von uns bei Tai Chi Gung auch mit „Zentrierung“ oder „→Zentrieren“ bezeichnet (siehe dort).

Das heisst auch:

Jede Bewegung – egal, ob körperlich, geistig oder seelisch (am besten jedoch immer: bewusst „zugleich“) – entfernt uns logischerweise auch immer von der Mitte, weil dieser Vorgang ja yin- und yang-Aspekte beinhaltet, womit es unumgänglich ist, dies auch wahrzunehmen und bewusst den Ausgleich wieder herzustellen (herbeizuführen).  Also „danach“ wieder „die Mitte“ einzunehmen.
(Also ist es aufgrund unserer Lebenssituation im Westen – der starken „yang-Orientierung“ – daher auch manchmal angebracht, sich bewusst zu „zentrieren“).

Passende symbolische Darstellung ist auch dieses Deckblatt:

TAI CHI lehrt uns also, jede Abweichung „der Mitte“ bewusst wahrzunehmen, mit „yin“ und „yang“ zu reagieren – besser: zu „inter-agieren“ – und diese wieder in den Ausgleich zu führen und somit schlussendlich wieder „die Mitte“ einzunehmen!

Die Chinesen überliefern uns hierzu auch die →Form: „Wu Wei – Tai Chi(chuan) – Wu Wei – …“ — ich möchte sagen: ad infinitum – den Kreislauf des Lebens.

Tipps:

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