(Fotos und Bildrechte: Fotografin Irene-Katrin Hollaus, Kiel – (c) Tai Chi Gung Landessportverein, Salzburg)
Nachdem in Kiel die Leitungsprüfungen (6. und 10. August 2025 – →siehe dort) abgeschlossen waren, bat mich die Gruppe, eine folgende Trainingseinheit zu übernehmen, da ich ja noch vor Ort wäre und sie sehr gerne „mehr von mir über Tai Chi“ erfahren möchten.
Vielleicht hätte ich dabei auch eine Idee, die Gruppe vor eine neue, andere Herausforderung zu stellen, welcher sich diese dann in Folge widmen kann, um das dabei Vorgestellte und Kennengelernte zu meistern?
Ich dachte mir: *Puah* – „Leichter“ geht es nicht, oder?
Die Durchführung eines Trainings mit völlig gemischten Fertigkeiten und (Bewegungs-)fähigkeiten der Teilnehmer ist schon an und für sich eine beanspruchende Aufgabe für einen Trainer. Einerseits muss Rücksicht genommen werden, dass einzelne nicht überfordert werden, andererseits sollen „länger Trainierende“ nicht unterfordert werden und sich fadisieren, sonderen ebenfalls weitere Fortschritte erzielen können.
Im Tai Chi Gung – Landessportverein haben wir dies vor Jahren durch Einführung eines separaten →Einsteigertrainings gelöst. Hierdurch werden in separaten Trainingseinheiten „Neulinge“ in einer eigenen Gruppe langsam mit den Bewegungsabläufen vertraut gemacht, Kondition, Ausdauer und Muskelkraft verbessert, also die körperlichen Fähigkeiten „aufgebaut“, sowie die „→Grundschule“ gelehrt. Erst nach Absolvierung des Einsteigertrainings nehmen jene Personen am regulären Vereinstraining teil, welches ebenfalls Rücksicht auf jeweils Anwesende „klassifiziert“ nach Leistungsgraden nehmen muss.
Hierbei haben wir in Salzburg also den Vorteil, dass zumindest keine „absolute Anfänger“ mehr im laufenden Vereinstraining betreut und beachtet werden müssen. Die jeweiligen „Fähigkeiten“ der jeweils anwesenden Einzelnen sind aufgrund der Leistungsgrade bekannt.
***
Meine absolute Hochachtung und Respekt für die Kieler Trainerin Irene.
Sie „muss“ seit Jahren nicht nur den Spagat hinbekommen, ein fortschreitendes Training bei wechselnder Anwesenheit unterschiedlicher „Leistungsgrade“ durchzuführen, sondern es gleichzeitig auch schaffen, mögliche „Einsteiger“ mit einzubinden UND darüber hinaus auch noch absoluten Neulingen(!) mindestens 3x ein kostenloses Probetraining (laut dortigen Vereinsvorgaben) während des „normalen Traingsbetriebes“ gewähren, ohne die Gruppendynamik zu gefährden.
Nochmals: Respekt – Sie schafft das!
***
Also fragte ich mich: Was sollen Trainingsinhalte sein, damit alle Anwesenden davon profitieren? Was könnte eine Herausforderung für die Kieler Gruppe darstellen?
Und: Was wäre dann die Zielsetzung der Lektion?
Es musste also etwas sein, was die Kieler Gruppe bisher noch nicht trainiert oder kennen gelernt hatte. Es sollte aber – zumindest für die meisten – von der körperlichen „Befähigung“ her, keine Schwierigkeit darstellen und dennoch herausfordern.
„Anfänger“ sollten erkennen können, was die Abläufe darstellen, auch wenn sie jenen noch nicht vollständig selbst folgen könnten. Die Zielsetzung wäre also, dies so gut wie möglich, einschließlich Theorie zu präsentieren, damit die Gruppe dies in Folge selbstständig oder mit Anleitung von Irene perfektionieren könnte.
Ja, da habe ich was: Eine →Ba Gua – Form, zusammengesetzt aus →Bildern, welche aufgrund der kürzlich abgelegten Leistungsprüfungen (5er-, 12er-, 24er-Form) ja hinlänglich (einzeln!) bekannt und eingeübt sein müssten, aber noch nie derart kombiniert trainiert wurden.
Aus Erfahrung wusste ich selbstverständlich auch, dass selbst Fortgeschrittene in Tai Chi Gung „plötzlich“ vor „Rätsel“ stehen, aufgrund der „körperseitenverkehrten“ Anwendung als auch der „→Komplementär-Reihenfolge“ und sich erinnern: „Was einfach aussieht, ist schwerer als man denkt“.
Jenen Ablauf einmal vollständig und ohne „Aussetzer“ einschließlich →Imaginationsaspekt „hinzubekommen“, das wäre „die Challenge“ für die Kieler Gruppe in den folgenden Wochen oder Monaten (…auch wenn man die Bilder „eigentlich“ ja kennt).
Die „Anfänger“ sollten von der „Perfektionierung“ der einzelnen Bilder und der Theorie profitieren – auch falls sie möglicherweise dem vollständigen Ablauf nur schwer folgen könnten.
Inhalt und Zielsetzung waren damit klar.
Am 13. August 25 legten wir los:
