Serie: 100 Meistersprüche zu Tai Chi – Teil 020

100 Meistersprüche zu Tai Chi – Aussage 20


Meisterspruch 020:

„Grundsätzlich sind Entspannung und Sinken dasselbe. Wenn man sinkt, dann ’schwebt‘ man aber nicht! Dieses ‚Schweben‘ ist ein Fehler!“.

(Yang Chen-Fu über das Verhalten bei Tai Chi).


Hintergrundinfo:

Yang Cheng-Fu (manchmal auch geschrieben: „Yang Ch’eng-Fu“ oder „Yang Chengfu“) lebte von 1883 bis 1936 in China und gilt als berühmtester Meister und Vertreter der Familie Yang und deren gleichnamigen→Yang-Stil im 20. Jahrhundert.

Dieser berühmte Vertreter der Yang-Familie, liefert hierbei zwei wichtige Erklärungen zur Tai Chi-Trainingsanleitung:

  1. Wird in der Trainingsanleitung von „Sinken“ gesprochen, bedeutet dies primär „Entspannen“ mit „Verwurzeln“ und „→Zentrieren„,
    sowie
  2. Jener Entspannungszustand, soll aber keineswegs dem „Geisteszustand“ bzw. dem Aufmerksamkeitslevel von „abgehoben“, „weggedriftet“ oder eben „schweben“ (wie auch bei uns im Westen ein Gemütszustand beschrieben wird, welcher sehr gerne bei „Euphorie“, „Verliebtheit“ etc. auftritt), sein.

Heutzutage populärer psychologischer Literatur entnommen, könnte man sagen:
Ziel ist es, den Zustand „erhöhter Achtsamkeit“ gegenüber des „Innen (Eigenwahrnehmung von Körper, Geist und Seele), als auch gegenüber des „Außen“ (Wahrnehmung der direkten Umwelt & des „Umweltgeschehens“ – Konkret gemeint: „Was ist und geschieht gerade jetzt[!] direkt[!] alles um mich[!] herum?“ –
Keinesfalls[!] abstrakt: „Wie entwickelt sich der Zustand der globalen Umwelt für die Menscheit im 21. Jahrhundert?“ … „meditier“ … „weg-drift“!!!), bei gleichzeitiger völliger physischer und psychischer Entspannung, einzunehmen.

Sich also gleichzeitig(!) „zentrieren“, „verwurzeln“ und mit durch fortwährende Übung gesteigerter Sensivität, sowohl auf das „Innen“ als auch auf das „Außen“ achten zu können (Kontemplation statt Konzentration).

Nochmals anders formuliert:
Vollkommen „entspannt“ UND vollkommen „da sein“ (nicht: „weg-getreten“)!

Kommentar:
Alpha-, →Theta- und →Delta-Stadium der Gehirnwellenaktivität – OHNE „Schlaf“ (bzw. „Abwesenheit“)!
Eben – wieder(!) – Tai Chi bzw. TAI CHI: Völlig „yin“ bei vollkommenem „yang“!

Anmerkung:
Hierbei kann durchaus ein – leichtes(!) – Gefühl der Freude („lächeln“) entwickelt werden. Gleichzeitig sollte aber dieses Gefühl keineswegs dazu verleiten, „wegzudriften“, sondern dazu dienen, umso stärker den positiven Bezug „zur Realität“, „der Umgebung“, beizubehalten oder „verbessert“ herzustellen.
…man denke dabei an die Trainer-Aussagen: „Immer mit geöffneten Augen(!)“.

Also: „sinken“ – nicht „ver-sinken“!

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