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Serie: Mein tägliches 5-Minuten-Taichi – Teil 04

Jeden Tag eine kleine aktive Übung, um mit Tai Chi fitt zu bleiben –
(…und 2 x pro Woche eine Trainingseinheit gemeinsam im Verein).

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T04 – Tagesübung:

„Stehen im Wasser“

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Anleitung:
(Dauer: mind. 5 Minuten)

Ich stelle mich aufrecht in →Wu Chi hin – wichtig: schulterbreit, Fersen parallel, Zehen in Blickrichtung (Fußspitzen ggf. im leichten Winkel nach außen), die Knie ganz leicht gebeugt, auf keinen Fall durchgestreckt – atme bei geschlossenem Mund, ruhig durch die Nase.
Die Augen bleiben geöffnet und blicken waagerecht „in die Ferne“, ohne einen bestimmten Punkt zu fixieren.

Nun stelle ich mir vor (Imagination), ich würde bis zum Bauchnabel in einem angenehmen, warmen Wasser stehen, dabei lege ich bei (real) angewinkelten Ellbogen beide Handflächen „locker“ auf ein ebenfalls imaginäres „Schwimmbrett“ oder „Holzbrett“, welches sich – in Gedanken – vor mir auf der Wasseroberfläche befindet. Womit die Schultern entspannt werden und die Handflächen und Arme „kein Gewicht“ mehr haben, da diese ja „auf dem Brett“ aufliegen.

Nun stelle ich fest, dass von hinten, gegen meinen Po, bzw. den Lendenbereich, Wasser – eine Strömung, eine sanfte Welle – mich leicht nach vorne schiebt.
Dadurch wird der gesamte Rumpf, bei aufrechter, gerader Wirbelsäule und meinem Kopf, welcher sich in der Tai Chi – Haltung ebenfalls in einer senkrechten Linie befindet, mit nach vorne geschoben. Die Hüfte bewegt sich „auf einer Linie“,
in gleicher Höhe, mit dem Wasserdruck ein paar Zentimeter nach vorne – die Fußsohlen bleiben an Ort und Stelle „verwurzelt“, der restliche Unterkörper, bzw. die Beine bewegen sich entsprechend vom Sprunggelenk über die Knie bis zur Hüfte.
Vorne angekommen, wechselt der Wasserdruck seine Richtung – die „Gegenwelle“ schiebt meinen Oberkörper wieder sanft einige Zentimeter zurück.
Danach drückt das Wasser mich wieder einige Zentimeter nach vorn – dann wieder zurück – dann wieder nach vorn und dann wieder zurück – und so weiter und so fort…
…die „Wellen“ des Wassers, welche in dem Gewässer in welchem ich stehe, bewegen mich mit meinem Hüftbereich sanft vor und zurück. Es ist angenehm, die Sonne scheint und ich genieße die sanfte Bewegung durch den Wellengang.

Fotoreihe zur Verdeutlichung der Bewegung:
Ausgangsposition


„Wasser schiebt nach vor“
„Wasser schiebt zurück“

 

Nachdem ich dies mindestens 5 Minuten lang genossen habe, beende ich diese Übung indem ich die Hände und Arme langsam senke, mich „aufrichte“, also die „niedrigere Tai Chi-Haltung“ verlasse und ein paar Schritte gehe.

Wichtig: Während der gesamten Übung bleiben die Augen geöffnet!
(Grund: Tai Chi = Meditation in Bewegung[!] bei geöffneten Augen – schließlich muss ich ja sehen, wo ich dann beispielsweise in einer Form hinlaufe, oder?)

Ziel/Grund dieser Übung:

Genau das: Erlernen/Beibehalten der Meditation in Bewegung bei geöffneten Augen;
und zeitgleich/gleichzeitig
(…eigentlich „der übliche Schmäh“ von Tai Chi: Immer ZUGLEICH! [mehrere Dinge „auf einmal“!]):

  • Vertiefung/Verbesserung der Imagination (Vorstellungskraft);
  • Verbesserung/Vertiefung der Meditations-Fähigkeit;
  • Verbesserung der Beinkraft und der Muskulatur;
  • Stärkung der Beingelenke;
  • Verbesserung der Flexibilität der Beine;
  • Verbesserung/Stabilisierung des Rücken-/Lendenbereiches;
  • Verbesserung des Gleichgewichtssinnes und der Schwerpunkt-Findung;
  • Bewegung und „Massage“ der Fascien bis hin in den oberen Rückenbereich;
  • Verbesserung der Durchblutung (Venenpumpe) und des Chi-Flusses;
    …und, und, und …Ihr kommt schon selber drauf, wenn ihr diese Übung einfach oft genug gemacht habt!

Nochmals: JA – es ist so simpel. ABER: Man muss es einfach auch tun! – MACHEN!

Anmerkung:
Wer „Stehen im Wasser“ das erste mal macht, erfährt dies spätestens nach 2-3 Minuten der Übung. (Für Fortgeschrittene ist eine Viertelstunde oder länger gar kein Problem – muss aber nicht sein, o.k.?)

Erste Zielsetzung:
Einmal 5min täglich die nächste Zeit, bis man mit anderer Übung abwechselt. Dann immer wieder mal „zwischendurch“.

Exkurs:
In der aktuellen Schule des Chen-Stiles praktiziert man als Vorbereitungsübung die sogenannte „Säulenübung“ – also das „Baum umarmen“ – welche dabei mindestens(!) eine Stunde lang(!) aufrechterhalten werden muss, bevor man – überhaupt erst – „für die weiteren Vorübungen“, dem „Cansigong“ „zugelassen“ wird, damit man danach(!) einmal mit Tai Chi – Formen beginnen „darf“.

Wir vom Tai Chi Gung – Landessportverein nutzen hierzu das hier vorgestellte „Stehen im Wasser“, welches nach unserer – nunmehr jahrzehntelangen Vereins- und Trainingserfahrung – weitaus besser geeignet ist. Diese Übung berücksichtigt mehr physiologische Gegebenheiten und Effekte und beinhaltet schon von Anfang an, einen „dynamischen Aspekt“ sowie „Bewegung“. [Man steht im Tai Chi ja nicht „starr“ herum].

Serie: Mein tägliches 5-Minuten-Taichi – Teil 03

Jeden Tag eine kleine aktive Übung, um mit Tai Chi fitt zu bleiben –
(…und 2 x pro Woche eine Trainingseinheit gemeinsam im Verein).

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T03 – Tagesübung:

„Atemkontrolle“

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Anleitung:
(Dauer: mind. 3-4 Minuten)

Ich stelle mich aufrecht in →Wu Chi hin und legen den Daumen meiner linken Hand in den Bauchnabel, die Handfläche berührt darunter locker den Bauch. Die rechte Handfläche lege ich ebenfalls locker über die linke Hand.
Ich schließe die Augen und atme bei geschlossenem Mund durch die Nase.
Beim Einatmen beobachte ich, wie sich der Bauch nach außen wölbt und beim Ausatmen nach innen. Ich atme ruhig und rhythmisch weiter und achte darauf, wohin der Atem fließt – Dieser soll von der Nase nach unten bis in den Bauch(Nabel) – wo sich meine Hände befinden, fließen.

Nachdem ich den „korrekten Atemvorgang“ einige Zeit beobachtet habe, atme ich einfach weiter und verlagere meine Kontemplation (d.h.: „Gedanken bleiben bei einem Thema“ – aber nicht „bei einem Punkt“, wie in der Konzentration), also meine „Aufmerksamkeit“ auf mein „allgemeines“ Gefühlsleben / „allgemeinen“ Gefühlszustand – „Wie fühle ich mich momentan?“:

Sollte auch nur „eine Winzigkeit“ eines „negativen“ Gefühles, wie etwa:
– angespannt?
– gestresst?
– „gehetzt“?
– „ängstlich“?
– „unwohl“ / „ungut“?
– „unruhig“?

vorhanden sein, dann „sehe“ („spüre“) ich in „einer Innenschau“ nach,
WO „manifestiert“ sich dieses (negative) Gefühl in meinem Körper?

Sobald ich jene Stelle – z.B.: im Nacken, auf der Brust, …in den Schultern, …, oder, oder… – „erkannt“ habe, stelle ich mir vor, dass beim Einatmen die Luft – ein Teil geht auch – genau in jene Stelle des Körpers „fließt“ und beim Ausatmen diese Stelle wieder verlässt UND gleichzeitig jenen Bereich „entspannt zurücklässt“.

Ich wiederhole diese Atemvorgänge solange, bis sich auch „jene Stelle“ in die „Allgemeine Entspannung des gesamten Körpers“ „einfügt“ – bzw. ohne auf irgendwelche Art und Weise noch „hervortritt“.
Damit wäre das Übungsziel HEUTE erreicht und ich kann diese beenden.

Anmerkung:
In der Regel dauert dies max. 1-2 Minuten. Anfänglich mag das vielleicht 3-4 Minuten benötigen …oder manchem sogar „unmöglich“ erscheinen.
Falls es „einfach nicht gelingt“: 2-3x weiteratmen – Übung beenden und zu einem späteren Zeitpunkt nochmal machen.

Ziel/Zweck:

Der Atem(vorgang) „steuert“ die Gefühle – die Gefühle „steuern“ / „finden ihren Ausdruck“ im Atemvorgang.
(…Solange zusätzlich keine körperliche Tätigkeit, Muskelaktivität ebenfalls Einfluss darauf nehmen).

Wird „der Atemvorgang“ bewusst dahingehend beeinflusst, dass man „ruhig und gelassen“ (…in den Bauch!) atmet, so WIRD man „ruhig und gelassen“!

Schon vor tausenden Jahren erkannten schlaue Leute in Indien, dass die Atmung 1:1 den mentalen als auch psychischen Zustand „spiegelt“, sowie dass hierbei auch ein umgekehrter Einfluss möglich ist: Im →Yoga wird dies auch heute noch als „Prana-Yama“ (= „Meisterung des Atems“) gelehrt.

Exkurs: Im Zen-Buddhismus beispielsweise lehrt und lernt man hierzu u.a. „(nur!) Sitzen und Atmen“ – eine HAUPT-Meditiation!!!

Abschließender Tipp (für jeden „Anfänger“):
Nicht über die Übung nach-denken, analysieren, überlegen, theoretisieren – einfach „machen“!

Exkurs:
Für „verkopfte Erklärbären“: Es ist (für das Übungsziel) völlig irrelevant, wie „Luft“ physikalisch zu oder in eine bestimmte Körperstelle gelangen soll, wenn ich ein- oder ausatme.

Zuerst einmal „einfach tun“ und während der Übung die Aufmerksamkeit (Kontemplation) „bei der Sache“ (an und für sich) bleiben, nicht abschweifen.
Kein „driften“, „schweben“, oder sonstige andere Dinge in Gedanken um- oder „anleiten“!

Nachdem(!) die Übung vollzogen ist, kann man dies alles gerne tun.
Also erst nach Abschluss der Übung: Nachdenken, Analysieren, „Träumen“, „Schweben“, wenn man möchte (muss man aber nicht!) …und Erkenntnisse aus dieser Erfahrung ziehen.

Serie: Mein tägliches 5-Minuten-Taichi – Teil 02

Jeden Tag eine kleine aktive Übung, um mit Tai Chi fitt zu bleiben –
(…und idealerweise 2 x pro Woche eine Trainingseinheit gemeinsam im Verein).

Mit dieser Serie möchten wir vom →Tai Chi Gung – Landessportverein, Salzburg, die Mythen rund um Tai Chi und „Kung fu“ ein wenig auflösen.

Wir wollen praktisch zeigen und „erfahrbar“ machen, dass die „Methode des Tai Chi“, also: Tai Chi Chuan, tatsächlich tagtäglich geübt werden kann, ohne extra dafür um vier Uhr morgens im Park stehen zu müssen.
Ebenso, dass „→Kung Fu“ ( = „das ständig meisterhaft ausgeführte, nicht obsessive[!], Bemühen um…“) einfach eine bestimmte „Lebenspraxis“ oder einen „Habitus“ darstellt und keineswegs mit „unnachgiebiger Härte“ zu sich selbst oder anderen zu vergleichen wäre.

Mit einfachen, von jedem Laien durchführbaren Übungen möchten wir der Öffentlichkeit zeigen, dass „jeder“ täglich sein „eigenes Tai Chi Kung Fu“ perfektionieren kann.

 

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T02 – Tagesübung:

„Ergründe die Atem-Extreme“

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Anleitung:
(Dauer: 3-5 Minuten)

Ich stelle mich aufrecht in →Wu Chi hin und legen den Daumen meiner linken Hand in den Bauchnabel, die Handfläche berührt darunter locker den Bauch. Die rechte Handfläche lege ich ebenfalls locker über die linke Hand.
Ich schließe die Augen und atme bei geschlossenem Mund durch die Nase.
Beim Einatmen beobachte ich, wie sich der Bauch nach außen wölbt und beim Ausatmen nach innen. Ich atme ruhig und rhythmisch weiter und achte darauf, wohin der Atem fliesst – Dieser soll von der Nase nach unten bis in den Bauch(Nabel) – wo sich meine Hände befinden, fliessen.

Nachdem ich den „→korrekten Atemvorgang“ einige Zeit (1-2 Minuten) beobachtet habe und sich ein Entspannungszustand eingestellt hat (dh. Oberkörper locker und „angenehmes Gefühl“), beginne ich mit der „Erkundung der Extreme“.

Hierzu mache ich in Folge einige Atemzüge bis an die Grenze meiner Möglichkeiten, wie folgt:
Den nächsten Ausatemvorgang verlängere ich solange, bis keinerlei Luft mehr in meiner Lunge vorhanden ist – ich ziehe bewusst den Bauch ein und „drücke“ damit den letzten Rest heraus, bis wirklich nichts mehr geht.
Dabei spüre ich mit den Händen auf der Bauchdecke nach, ob diese eventuell noch ein wenig mehr nach innen geht. (Anm.: Die Hände sollen nur fühlen, nicht drücken. Die Bauchmuskeln sollen das erledigen!).

Den zwangsläufigen darauffolgenden Einatemvorgang verlängere ich ebenso: Ich drücke bewusst die Bauchdecke nach aussen, bis es nicht mehr weiter möglich ist… …und noch ein bisschen …und noch ein bisschen.
Die Finger und Hände erfühlen dabei die Wölbung nach aussen („Ein bisschen Luft geht noch rein.. …und noch ein wenig.“ – eben: „ins Extrem“!

Dann wiederhole ich das „extreme Ausatmen“ mit „Einziehen der Bauchdecke“ – bis das letzte „Fitzelchen“ Luft heraussen ist – dann nochmals „Extrem Einatmen“ – der Bauch „wölbt“ sich nach aussen …
…und nochmal der gesamte „Extreme Atemvorgang“.
Ich habe die Übung korrekt absolviert, sobald ich jene „Extreme“ vier- bis fünfmal ausgeführt und „ergründet“ habe. Dann senke ich die Hände und Arme. Fertig.

Ziel/Zweck:

Unabhängig von jeglicher(!) körperlicher Konstitution soll die Bauchdecke so flexibel werden/sein, „wie eine locker gespannte Haut einer Musiktrommel“ (lt. →Tai-Chi-Klassikern).
Der Atemvorgang sollte ausnahmslos(!) über das Zwerchfell erfolgen – NICHT via „Dehnung des Brustkorbes“!!!

Als Abweichung/Fehler (oder sogar: „krankhaft“?) gelten dabei sowohl „die gespannte Wampe“ („Unbeweglichkeit nach innen“), als auch der („starre“) „Waschbrettbauch“ – eine völlige Bewegungsunfähigkeit in beide Atemrichtungen!

Exkurs:
Denken wir nur an die abendländische Historie – Es gab in jeder Epoche der westlichen Kultur schon „Modeschönheitsideale“, welche weder natürlich, noch gesund waren. Wie zB.: „Perücke aufsetzen und pudern – statt waschen“ usw. – sowie auch heute: „Bulämie und Photoshop-Redigierung“ statt „natürliche Proportionen“ auf Fotos für Zeitschriften.
Selbstverständlich: Es ist jedem seine Entscheidung, ob er jenen „blödsinnigen Gesellschaftsströmungen“ folgt, oder eben nicht (…und stattdessen auf sich selber achtet, bzw. darauf, was einem selbst „gut tut“ sowie „gesund und natürlich“ ist.)
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Ergänzende Anmerkung:
Jenes „Extrematmen“ mit Baucheinziehen und -rausdrücken führt ebenfalls – über kurz oder lang – zu einem „flexiblen(!) Six-Pack“!
(Jedoch: „gesund“ und ohne „Hau-drauf-Mentalität“ [ohne: „…nur die Harten kommen durch“ – „Du musst dich quälen, bevor…“ usw.usf.] – die „Regelmässigkeit“ / das „Dranbleiben“ und damit „Kung fu“ führen – „zwangsläufig“ – dazu!).

„Steter Tropfen höhlt den Stein – Mit einem anderen Stein daraufschlagen zerbricht diesen nur!“

Serie: Mein tägliches 5-Minuten-Taichi – Teil 01

Jeden Tag eine kleine aktive Übung, um mit Tai Chi fitt zu bleiben –
(…und idealerweise 2 x pro Woche eine Trainingseinheit gemeinsam im Verein).

Mit dieser Serie möchten wir vom →Tai Chi Gung – Landessportverein, Salzburg, die Mythen rund um Tai Chi und „Kung fu“ ein wenig auflösen.

Wir wollen praktisch zeigen und „erfahrbar“ machen, dass die „Methode des Tai Chi“, also: Tai Chi Chuan, tatsächlich tagtäglich geübt werden kann, ohne extra dafür um vier Uhr morgens im Park stehen zu müssen.
Ebenso, dass „→Kung Fu“ ( = „das ständig meisterhaft ausgeführte, nicht obsessive[!], Bemühen um…“) einfach eine bestimmte „Lebenspraxis“ oder einen „Habitus“ darstellt und keineswegs mit „unnachgiebiger Härte“ zu sich selbst oder anderen zu vergleichen wäre.

Mit einfachen, von jedem Laien durchführbaren Übungen möchten wir der Öffentlichkeit zeigen, dass „jeder“ täglich sein „eigenes Tai Chi Kung Fu“ perfektionieren kann.

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T01 – Tagesübung:

„Mein Bauch ist das Atemzentrum“

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Anleitung:
(Dauer: 2-3 Minuten, max. 5min)

Ich stelle mich aufrecht in →Wu Chi hin und lege den Daumen meiner linken Hand in den Bauchnabel, die Handfläche berührt darunter locker den Bauch. Die rechte Handfläche lege ich ebenfalls locker über den Handrücken der linken Hand.

Ich schließe die Augen und atme bei geschlossenem Mund durch die Nase.
Beim Einatmen beobachte ich, wie sich der Bauch nach außen wölbt und beim Ausatmen nach innen. Ich atme ruhig und rhythmisch weiter und achte darauf, wohin der Atem fliesst – Dieser soll von der Nase nach unten bis in den Bauch(Nabel) – wo sich meine Hände befinden, fließen.

Ich korrigiere während ich ruhig weiteratme, meinen Körper, meinen Atemvorgang:
– Ist/wird der Bauch bewegt? (Die darauf gelegten Hände dienen als „Sensoren“)
– Sind die Schultern und der Nacken locker und entspannt?
– Ist der Brustkorb locker?
– Geht der Atem „tief“ (in den Bauch)?

Nachdem ich den „korrekten Atemvorgang“ einige Zeit (2-3 Minuten, max. 5min) beobachtet habe – UND mit dem Ergebnis „für heute“(!) zufrieden bin, senke ich die Hände und Arme und beende diese Übung.

Anmerkung:
Bei dieser Übung ist es egal, ob ich die Augen geöffnet lasse oder schließe – es geht primär um das „(Er-)Fühlen“, wohin der Atem bei mir (tatsächlich) fließt.

Ich kann diese Übung immer wieder mal „zwischendurch“ machen.

Übungsziel

Das Übungsziel ist erreicht, sobald ich in der Lage bin, „jederzeit“, egal ob ich gehe, stehe, sitze oder liege, zu erkennen, ob ich gerade „Brustatmung“ ausführe oder die „natürlich tiefe →Bauchatmung (Zwerchfellatmung)“, sowie „jederzeit“ von Brust- auf Bauchatmung wechseln kann.

Richtig Atmen – Die natürlich tiefe Bauchatmung

Der Atemvorgang des Menschen ist einer der natürlichsten Vorgänge im Leben und man schenkt diesem im Alltag in der Regel keinerlei Aufmerksamkeit.

Der Alltagsmensch nimmt den Atemvorgang als selbstverständlich hin und macht sich daher keinerlei Gedanken mehr darüber, wie er atmet und ob dieser Vorgang bei sich selbst (noch) richtig ist.

Meist fällt einem „ein Fehler“ im Atemvorgang erst dann auf, wenn etwas damit nicht stimmt. Sobald eine mehr oder weniger gravierende Veränderung des „gewohnten“ Vorganges dazu führt, dass man Unterschiede feststellt – dann fällt „plötzlich“ auf, das man Atmen muss!

Atmen ist eine essentielle Lebensfunktion.

Meist denkt der Mensch nur, dass Essen und Trinken das Leben erhalten und dass Fehlen von Wasser („Trinken“) nach einigen Tagen und Fehlen von Nahrung nach mehreren Tagen, vielleicht Wochen, zum Tod führt. Er meint, dass Essen und Trinken mehr Wert und wichtiger seien, da hierfür mehr Aufwand betrieben werden muss, für „Atemluft“ hingegen nichts aufgewendet werden muss, da ja „frei“ und „überall“ vorhanden und daher „wertlos“ sei und der Atemvorgang nicht beachtet werden müsse.

Wird jedoch die Atmung verhindert, indem die Luftzufuhr von Mund und Nase verschlossen werden, so stirbt man „binnen Augenblicken“ (vielleicht bleiben Minuten, niemals Tage!).
Daher ist das Atmen noch wichtiger als Essen und Trinken!

Über das „richtige“ Essen und das „richtige“ Trinken wird heutzutage ja eine riesige Menge an Information geteilt.

Hierin wenden wir uns der noch wichtigeren Lebensfunktion, dem „richtigen Atmen“ zu.

Glossareintrag: Natürlich tiefe Bauchatmung
Glossareintrag: Atemtechnik
Glossareintrag: Bauchatmung
Glossareintrag: Zwerchfellatmung

Vorwort:

Ein häufig vernachlässigtes, ja meist „stiefmütterlich“, behandeltes Thema bei fast allen praktischen Trainingsanleitungen welche man zu Tai Chi findet, ist der von uns so bezeichnete →Atemaspekt. Generell gesagt: Die Atmung und der Atemvorgang an und für sich.

Die am häufigsten zu findenden Anleitungen konzentrieren sich primär auf die korrekte (körperliche) Ausführung der Form. Die Atmung möge man „einfach natürlich fließen lassen“ …und der Rest ergibt sich dann (irgendwann, irgendwie).

Das alles halten wir vom Tai Chi Gung – Landessportverein, Salzburg, für völlig unzureichend – ja, für Einsteiger sogar für völlig falsch, wenn dies in der Trainingsanleitung vernachlässigt wird!

Nicht umsonst „deklarieren“ wir den Atemspekt als Bestandteil und Voraussetzung(!) der Definition eines jeden(!) →Bildes! …und keineswegs als „Begleiterscheinung“.

Es verhält sich damit in der Tai Chi – Community ähnlich wie mit dem Begriff des →song (siehe dort). Es wird als „logische“, nicht näher erklärte Grundbedingung oder Grundannahme angesehen und nicht weiter darauf eingegangen.

Dabei wird übersehen, dass die richtige Atemtechnik die absolute Grundvoraussetzung für die Anwendung der Methode des Tai Chi darstellt. Kurz: Ohne natürlich tiefe Bauchatmung kein Tai Chi …und erst recht kein Tai Chi Chuan!

Bei fehlender korrekter Bauch- oder Zwerchfellatmung gibt es ebenfalls keinen →Meditationsaspekt, keinen →Kampfkunstaspekt, kein  „→Zentrieren„, keine „Sammlung im →Dan Tien„, keinen tiefen Schwerpunkt, keinen richtigen Chi-Fluss, – gar nichts davon – eigentlich nur die „leere Form“!

Das Bewusstsein zur Atmung

Im Tai Chi Gung lernen und verwenden wir eine natürliche tiefe Bauchatmung, die Zwerchfellatmung.
Es mag manchen verwundern, aber viele westliche Menschen scheinen gar nicht mehr in der Lage zu sein „natürlich zu atmen“ und müssen dies (wieder) erlernen.

Das westliche Schönheitsideal trug zu diesem Problem bei, weil der Bauch ja beinahe schon zur neuen „Tabuzone“ erklärt wurde und der sogenannte „Waschbrettbauch“ oder anglizistisch „Six-Pack“ (nein, damit ist kein Sechsertragerl Bier gemeint, sondern die „Muskelwülste“, die man anstelle leichter natürlicher Fettschicht, zwischen Rippenansatz und Unterbauch zeigen sollte) scheinbar „gesund“ und „sexy“ wäre, wie uns allerorts von der Werbung „aufgedrängt“ wird.

Exkurs:
Betrachten wir hingegen Bilder und Darstellungen der fernöstlichen Kultur, so können wir feststellen, dass durchwegs alle geistigen, religiösen, kulturellen oder militärischen Führer, alle „bedeutenden“ Personen, mit einem Bauchansatz dargestellt sind (sofern diese Darstellungen nicht der Neuzeit entspringen). Nicht von ungefähr gelten in Japan Sumo-Ringer als der Inbegriff von „Kraft und Ausdauer“.
Fast überall außerhalb unseres (westlichen) Kulturkreises gilt der sichtbare Bauch(ansatz) als Zeichen für Weisheit, Kraft, Macht und höherem gesellschaftlichen Status. – Nicht nur als Zeichen für Reichtum, im Sinne, dass man sich „sichtbar mehr als genügend Nahrung leisten kann“, wie dies in letzter Zeit öfter publiziert wurde.
„Der Bauch“ entspricht somit auch der „Buddha-Natur“: Gelassenheit, Gelöstheit, „Allgegenwärtigkeit“, „Zentrierung im Hier und Jetzt“, usw.

Hier soll keineswegs „Fettleibigkeit“ als (gegenteiliges) Ideal postuliert werden. Aber wie eine alte Binsenweisheit schon sagt: „Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen“. Und dass ein steifes und hartes „Waschbrett“ sich nicht biegen kann und somit keine Bauchatmung zulässt, wird jedem einleuchten. Wie schon bei der korrekten Körperhaltung erwähnt, ist mit angespannter Bauchdecke eine tiefe und richtige Bauchatmung nicht möglich.

Ich bin sogar versucht zu sagen: Daher „leiden“ viele westliche Menschen „unter Brustatmung“ und mangelnder Ausnützung der tatsächlich vorhandenen möglichen Lungenkapazität.

Die „Symptome“ dieser „Volkskrankheit“ wären: Kurzatmigkeit, Stressanfälligkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche Sauerstoffmangel (mangelnde Versorgung der Extremitäten mit sauerstoffhaltigem Blut), (Dauer-)Müdigkeit, rasche Erschöpfung – mangelnde körperliche Ausdauer, …, unzureichende Aufnahme von Chi, und, und, und.

Exkurs:
Man könnte sagen: „Dauer-Stress“ findet sich korrespondierend mit Brustatmung.
„Dauer-Gelassenheit“ (die „Buddha-Natur“, „song“) korrespondiert mit Zwerchfellatmung.

Nochmals:
Das „richtige Atmen“ ist eine der wichtigsten Komponenten, um in Tai Chi weitere Fortschritte zu erzielen.
Das „Chi“ wird (hauptsächlich) über den Atem aufgenommen und mittels „richtiger Atemtechnik“ „verarbeitet“, im Körper verteilt, gespeichert und weitergeleitet. Aus diesem Grunde lassen sich auch in verschiedenen →Stilen (Tai Chi – Schulen) einige Lektionen zu diesem Thema mit unterschiedlichster Bedeutung und Anwendung finden, sofern man danach sucht.

Exkurs:
Hier die besten Tipps für den Einsteiger in Tai Chi:

1.) Kümmern Sie sich bei Erlernen von Einzelübungen und Bildern der Form anfangs nicht darum, wann und wo „ein-“ oder „ausgeatmet“ werden soll, sondern achten Sie einfach stets darauf, kontinuierlich eine tiefe und ruhige Zwerchfellatmung(!) beizubehalten. Der Atemrhythmus folgt mit der Zeit, mit Fortschreiten der Praxis, auf ganz natürliche Weise den Bewegungen und die Bewegungen folgen dem Atemrhythmus, ganz ohne eigenes bewusstes „dazu tun“ – daher sprechen wir auch von einer natürlichen, tiefen Bauchatmung.

2.) „Üben“ Sie die „richtige Atmung“ dadurch, dass Sie sich „tagsüber“, im Alltag, egal wo Sie gerade sind, oder was Sie gerade tun, immer wieder mal darauf achten, wie Sie im aktuellen Moment atmen. Schärfen Sie Ihre Aufmerksamkeit (Achtsamkeit), ob „gerade jetzt“ die Methode der Zwerchfellatmung erfolgt, egal ob Sie Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen. Korrigieren Sie andernfalls „die Atemtechnik“ und machen Sie das solange, bis Sie „überall“ und „jederzeit“ automatisch natürlich tief „in den Bauch“ atmen.
Versprochen: Die Erkenntnisse, Erfahrungen und „Veränderungen“ dabei werden mehr als erstaunlich sein!
Und: Ja, es ist so einfach und unkompliziert – aber man muss es auch tun!

Die erfreuliche Nachricht: Jeder Mensch kann von „Brustatmung“ wieder auf „Bauchatmung“ umlernen und die positiven Auswirkungen am eigenen Körper erfahren, wenn er diese – auch im Alltag – beibehält.

Die natürliche tiefe Bauchatmung

Es ist durchaus berechtigt von „wiedererlernen“ zu sprechen, da jedes Kleinkind auf diese natürliche Weise atmet, bevor es dies, wie die meisten von uns, wieder verlernt.

Exkurs:
Wenn Sie Gelegenheit dazu haben, beobachten Sie einmal aufmerksam die Haltung und die Atemtechnik von Kleinkindern. Wenn ein Kind das Gehen erlernt, oder gerade gelernt hat, lässt sich darüber hinaus sehr gut sehen, dass dieses beim Gehen und Laufen immer den Bauch nahezu herausstreckt, um das Gleichgewicht zu halten. Es beachtet, sozusagen auf völlig natürliche Weise, die Tatsache, dass ein „niedriger Körperschwerpunkt“ sich leichter austarieren lässt und bessere Standfestigkeit verleiht, als ein „hoher Körperschwerpunkt“ (bei „herausgereckter Brust“).

Wie funktioniert das Atmen?

Physiologisch gesehen, trennt das sogenannte Zwerchfell (anatomisch: eine Muskel- und Sehnenplatte) den Bauchraum vom Brustraum.
Da die Lunge kein Muskel ist, erfolgt die Atmung indirekt dadurch, dass im Wechselspiel der (Körper-) Raum, worin die Lunge eingebettet ist, vergrößert und verkleinert wird und der damit einhergehende Unter- und Überdruck dafür sorgt, dass Luft in die Lunge ein- oder ausströmt.

Laienhaft ausgedrückt, stehen uns dementsprechend zwei Möglichkeiten zur Verfügung den Brustinnenraum zu vergrößern und zu verkleinern, damit ein- und ausgeatmet werden kann.

Als erste Möglichkeit, dass wir bei angespanntem oder „gehaltenem“ Bauch, nur den Brustkorb erweitern können – d.h. der Brustkorb geht „nach aussen“ und „die Rippen gleiten damit nach oben“, die Schultern „heben“ sich leicht. Das wäre das Einatmen bei der Brustatmung. Die Ausatmung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, indem der Brustraum wieder verkleinert wird.
Der Atem expandiert und kontrahiert die Lungen dabei jedoch nicht völlig. Nur der obere Teil dehnt sich oder schrumpft, während der untere Teil der Lunge bewegungslos bleibt.
Da durch diese Art der Atmung keine volle Sauerstoffsättigung durch die Einatmung gewonnen wird und bei der Ausatmung nicht vollständig alle Kohlensäure (CO2) und andere Spuren von „Verbrauchs-Gasen“ abgegeben werden, kann das Blut nicht völlig gereinigt werden, wodurch sich wiederum in Folge alle Arten von „körperlichen Störungen“, „Schwäche“ oder sogar Krankheiten ergeben können. Das sind die negativen Auswirkungen kontinuierlicher Brustatmung.

Als zweite Möglichkeit die „Bauchatmung“ oder „Zwerchfellatmung“: Dabei dehnt sich der Bauchbereich (Unterbauch) nach außen, das Zwerchfell geht nach unten und schafft so mehr Platz für die Lunge, der Bauch wird äußerlich „größer“, wobei die Schultern, der Brust- und Rippenbereich „locker“ und „unbewegt“ bleiben.
Das Ausatmen erfolgt umgekehrt durch Verkleinerung des Brustinnenraumes indem der Bauch wieder „eingezogen“ wird.

Diese Form der Atmung ermöglicht, dass die Lunge wesentlich besser mit Luft „befüllt“ wird, da der Unterdruck sozusagen am tiefsten Punkt der Lunge erzeugt wird und nicht nur im oberen Bereich unseres Atmungsorganes. Technisch betrachtet, wird der Unterdruck in der Lunge „von unten“ erzeugt und nicht, oder weniger „seitlich“. Der Hauptvektor der Kraft ist damit vertikal anstelle horizontal.

Es verbleiben weniger Verbrauchs-Gase (Co2, Kohlensäure) im Körper, die „Lungenkapazität“ wird größer und die Sauerstoffsättigung ist höher.

Als weiteres positives Argument für eine Bauchatmung mit Zwerchfelleinsatz kann angeführt werden, dass die Bewegungen der Bauchdecke und des Zwerchfells die inneren Organe ebenfalls sanft massiert und somit auch „die Bewegung des Darmes“ unterstützt und verbessert werden.

Die Atemtechnik – „richtiges Atmen“

Die natürliche tiefe Bauchatmung bedeutet nun, dass wir uns hauptsächlich der zweiten Möglichkeit bedienen: Der Oberkörper (Schultern, Brust, Rippen) ist(sind) „immer entspannt“ und nur der Bauchbereich wird als „Motor der Atmung“ verwendet, indem er sich (äußerlich gesehen) ausdehnt und zusammenzieht.

In Tai Chi Gung wird diese Zwerchfellatmung in doppeltem Sinne als „natürlich“ bezeichnet.

Zum einen, weil diese entspannte Atmung, schon jedem Säugling „in die Wiege gelegt“ wurde und daher nicht „künstlich, angelernt“ ist und zum anderen, weil wir den Atemrhythmus in weiterer Folge gar nicht bewusst an die Bewegungen anpassen müssen, sondern dies in Folge nahezu automatisch geschieht.

Ebenso ist das Wort „tief“ im Begriff „natürlich tiefe Bauchatmung“ in doppelter Bedeutung zu verstehen: Die Atmung soll zugleich „tief“, im Sinne von „vollständig, umfassend“, als auch „tief“, im Sinne von „weit unten“ (im Körperbereich angesetzt), erfolgen.

Atemübung

Wir stehen aufrecht, der Daumen der linken Hand wird leicht auf den Bauchnabel gelegt, die linke Hand mit der Handfläche dann auf den Unterbauch. Die rechte Hand legen wir nun ebenfalls mit der Handfläche über die linke Hand auf deren Handrücken. Die Hände liegen nun vor jenem Bereich des Körpers, welcher als „Dan-Tien“ bezeichnet wird.

Wir entspannen uns und achten besonders darauf, dass sich ebenfalls der gesamte Oberkörper und der Bauchbereich entspannten. Dabei atmen wir ruhig weiter. Wir richten unsere Aufmerksamkeit nun darauf, dass sich mit jedem Atemzug, beim Einatmen, der Bauchraum ausdehnt und der Nabel und Bauch spürbar „nach vorne“ bewegt werden und dass beim Ausatmen der Bauch sich wieder einzieht. Die auf dem Unterbauch liegenden Hände dienen als „Sensoren“, um besser zu spüren, wie sie sich mit der Atembewegung vor und zurück bewegen.

Während wir ruhig und gelassen weiteratmen, beobachten wir den Atemvorgang und achten darauf, dass dieser ausschließlich durch die Bewegungen der Bauchdecke zustande kommt und der Oberkörper mehr und mehr entspannt wird. Der Brustkorb bewegt sich immer weniger und weniger. Die Atmung erfolgt nicht mehr durch Heben und Senken des Brustkorbes sonder sinkt „tiefer“, gesteuert durch die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung der Bauchdecke. Im Idealfall der natürlichen tiefen Bauchatmung bei unbelastetem Kreislauf – also wenn keine andere Bewegung des Körpers erfolgt – sind die Schultern vollständig unbewegt und locker, in der Brust sind kaum Auf- und Abwärtsbewegungen spürbar.

Diese Übung sollte immer wieder einmal ein paar Minuten ausgeführt werden.
Das Übungsziel ist erreicht, sobald man in der Lage ist, Brust- und Bauchatmung ohne Auflegen der Hände zu unterscheiden und es jederzeit beherrscht, auf Zwerchfellatmung „umzuschalten“, sobald festgestellt wird, dass (wieder mal) „mit der Brust“ geatmet wurde.

Für den Kampfsportler sei noch erwähnt, dass die „Verlagerung des Körperschwerpunktes nach unten“, welche durch „Änderung der Atemtechnik“ erfolgt, wesentlich dazu beiträgt, einen festen, unverrückbaren Stand einzunehmen und somit, wie im Tai Chi bezeichnet, besser „verwurzeln“ zu können.

Was andere noch zu diesem Thema berichten, findet sich beispielsweise unter:
Link →„Wie ein Atemcoach den Sportstars hilft“