Schlagwort-Archiv:Irrtümer

Die Fünf Künste im alten China

„Wu Shu“ – Die „fünf Künste“:

Glossareintrag: Fünf Künste

Es war im alten China für die Mitglieder des „gehobenen Standes“ (also ab „Bürger“, Beamte, Adel, Hofstaat) Pflicht, sich in den sogenannten „fünf Künsten“ nicht nur auszukennen, sondern diese auch „tagtäglich“ zu perfektionieren, also „zu pflegen“ („gung“).

Die Traditionellen „Wu“ (für „fünf“) „Shu“ (für „Künste“) waren:

  • Yangsheng“ (in etwa: „Der Jungbrunnen“):
    Langlebigkeitstechniken – Zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit und des Körpers. Dazu gehörten beispielsweise Übungen und Techniken des „Chi-Kung“ (die Pflege des Chi), welches in den 1950er-Jahren dann unter dem Begriff des „Qi Gong“ „neu erfunden“ und verbreitet wurde;
  • Yangxing“ (für: „junger Geist“):
    Spirituelle Kultivierung – Meditation, Fortbildung zur Erlangung von Weisheit, Studium von Geschichte, Philosophie und Meta-Physik usw.;
  • Xiang“ (für: „[analytisches] Denken„):
    Heilkunde und Analyse der Erscheinungen – Beschäftigung, Erkenntnis und Verständnis von der Welt, der Umwelt, der Natur, …, den Menschen, Tieren, Pflanzen und Interaktion damit, sowie dem eigenen Körper – also: Biologie, Soziologie,
    Psychologie, usw., sowie die „Traditionelle Chinesische Medizin“ (→TCM);
  • Shan“ (für: „Berg“ – [sich] „ausdrücken“):
    Beschäftigung und Übung kreativer, schöpferischer Ausdrucksformen (Tanz, Schriftzeichen, Kalligraphie, Poesie, …, Zeichnen, Malen, …, Kunsthandwerk, usw.usf.);
  • Kampfkunst“ – Beschäftigung mit der Kriegskunst (Neuzeit, seit den 1950er: [modernes]“wushu“ – also seither für: „Kampfkunst“):
     Verbessern und Aufrechterhaltung von Angriffs- und Verteidigungstechniken („Bestehen im Kampf“ bzw. „Selbstverteidigung“ …als auch: „Führung im Kampf“);

Als →Chang San-Feng (Zhang San-feng, 1279-1368) der Legende nach schließlich als Beamter in Pension ging und sich in den Bergen von Wudang niederließ, kam ihm sozusagen die Idee zu Tai Chi Chuan („der Methode des Tai Chi“) mit der Problemstellung: „Warum jeden Tag, sich separat Zeit nehmen und Mühe machen, jede einzelne dieser fünf Künste separat zu perfektionieren? – Gibt es denn keine Möglichkeit/Kunst(form)/Methode, dies gleichzeitig – alles in einem – durchzuführen?“ … mehr dazu im entsprechenden Glossareintrag.

Heute

ist „Wu Shu“ eine Anfang der 1950er Jahre von der Regierung der Volksrepublik China anerkannte Zusammenstellung von einigen Ausführungen der traditionellen chinesischen Kampfkünste und neu von einem Komitee erschaffenen Gestaltungen. Man sprach danach auch vom „modernen Wushu“.

Das Schriftzeichen wurde entsprechend angepasst („wu“ ist zwar gesprochen noch „wu“, aber nicht mehr fünf, oder so – fertig, passt scho).

Interessanter Exkurs:
„Wu Shu“ ist nach Pinjin-Transkription auch „Wuxu“ (ebenfalls gesprochen: „wu-schu“) und kann dann gleichzeitig „bedeutungslos“(!) heißen (seit den 1950ern).

Nunmehr: „→Wushu“ = Kurzform und „Zusammenfassung“ für (chinesische) „Kampfkünste“

Tipps:

Bilder, die in Tai Chi leicht verwechselt werden

[Lesezeit: 5-10min (ohne Querverweise – Attention: Another rabbit-hole !) – Querverweise: 31(!) – Checker-Zeit: 1-2 Jahre Tai Chi-Training (Schätzwerte)]

Vorinformation:

Wie schon des Öfteren angeführt, gibt es in der Tai Chi – Community und deren Veröffentlichungen – mit Ausnahme des Tai Chi Gung – Landessportvereins – keine einheitlichen Begriffsdefinitionen.

Daher finden sich in den Beschreibungen von →Formen die unterschiedlichsten Bezeichnungen für zusammengehörige Bewegungsabläufe ohne klar begrenzte Merkmale von: Abfolge, Folge, →Abschnitt, →Bewegung, →Position, … und sogar: →Form(!).

Ja, dadurch erhält eine Beschreibung dann den Titel: „Die 48er Formen Form“ oder:
„Die 84 Positionen des Chen-Stil“, sowie: „85 Folgen Yang-Stil-Form“ usw.

Die Verwirrung jedes Tai Chi – Interessierten wird hierdurch noch größer, denn nicht nur, dass es unterschiedlichste Varianten von Formen (also den gesamten zusammengehörigen Übungsablauf mit einem klaren →Anfang und einem klaren →Ende) in unterschiedlichsten →Stilen (siehe dort) gibt, sondern auch dadurch, dass →mangels exakter Definitionen auch die zur Beschreibung verwendeten Begriffe inkonsitent verwendet werden.

Geschweige denn durch →Transkriptions- und →Übersetzungsprobleme (siehe dort).

So gibt es beispielsweise Aufzeichnungen „der“ →Chen-Form (Zwischenfragen: Nur einer? – Welcher genau?), mit der Einteilung nach „Positionen“, welche an der 2. Position „Jin Gang Dao Zhui“ („Der Wächter des Buddha stampft den Mörser“) nennt, welche als 6. Position zu wiederholen wäre.

ABER: Die erste Abfolge, eben bezeichnet mit „2. Position“, 4(!) →Bilder (nach Definition des →Tai Chi Gung – Landessportverein) enthält und in der zweiten (eigentlich der „Wiederholung“), 2(!) Bilder enthalten sind und die Bewegungsabläufe „der Position(!)“ insgesamt anders(!) zu machen sind und sich nur ein Bild („Der Wächter stampft den Mörser“) wiederholt.

Mit „Position“ ist in dortiger Beschreibung also ein Abschnitt des Gesamtablaufes, eine Bewegungs-Abfolge gemeint. Dies ist schon grundsätzlich eine falsche Wortwahl. Eine „Position“ ist nach deutschem Sprachverständnis im Zusammenhang mit Körperlichem/Materiellem aber eigentlich ein starrer, fester Standort im Raum oder eine bestimmte Haltung, welche eingenommen wird. Ein „Fixpunkt“, kein Ablauf!

Selbstverständlich setzt sich dies in jener gesamten Beschreibung fort: Abläufe werden scheinbar gleich benannt, sind unterschiedlich lang und können eine unterschiedliche Anzahl von Bildern enthalten. „Gleich“ Benanntes ist darin eben „nicht gleich“!
(Muss man sich halt merken, dass da dies so und woanders halt anders gemacht wird – dazu gibt es dann ja Kurse, nicht?)

Fazit:
Erst duch die exakte, abgegrenzte Definition (Link: →Das Definitionsproblem) ist dies erkennbar und konsistente Verwendung in der Überarbeitung der Beschreibungen möglich, welche dann „von jedem“ nachvollziehbar ist (…natürlich: Sofern dies überhaupt gewollt ist. *g*).

Die Definition eines Bildes findet sich im →Glossar unter →Bild.

Gerne verwechselte Bilder

Die Folge dieser ganzen „Begriffsverwirrung“ ist natürlich auch, dass dann ganze Bilder verwechselt werden, wenn diese – oberflächlich betrachtet – ähnlich anmuten.

Hier möchte ich nun exemplarisch anführen, welche Bilder gerne verwechselt werden und sogar in Videos zu „bekannten“ Formen, „falsch“ ausgeführt werden. 

Die häufigsten Verwechslungen finden sich in Darstellung und Ausführung der so genannten →Peking-Form (der „→24er-Form„).

Anmerkung:
Cheng Man-Ching (1900-1975) soll einmal, gefragt nach seiner Meinunung zu dieser Form, gesagt haben, jene gleiche einer Raubkatze, welcher man die Zähne gezogen hat.
Der Tai Chi Gung – Landessportverein „zeigt“ daher wieder Zähne und trainiert jene mit 25 Bildern wieder unter Berücksichtigung des Kampfkunstaspektes.
***

♦ Als erstes

findet dort meist eine Verwechslung oder „Vermischung“ des Bildes „Die Schlange kriecht nach unten mit „Der (weiße) Drache erhebt sich“ (oder auch: „Der weiße Drache steigt aus dem Wasser“) statt.

Foto „Die Schlange kriecht nach unten“

„Die Schlange kriecht nach unten“ wird oft auch sehr simpel mit „Die hockende Peitsche“ bezeichnet. Hier fehlt natürlich dann die Allegorie, welche die Zuordnung zur verwendeten →Gua und dem tatsächlichen →Kampfkunstaspekt erschwert.

Die Bewegung und Kraftwirkung geht hierbei „von oben – nach unten“.

Anmerkung:
Auf „Die Schlange kriecht nach unten“ folgt „Der goldene Hahn steht auf einem Bein“ (…das ist dann erst die „Bewegung nach oben“!)

Beim Bild „Der weiße Drache steigt aus dem Wasser“ (beachte: Allegorie!) wird jedoch nachdem eine tiefe Körperhaltung eingenommen wurde, zuerst eine nach vorne „schiebende“ Bewegung des unbelasteten Beines und der Hand (mit der Faust) auf der gleichen Seite vorgenommen und ist man dann mit dem Bein und der Hand am Endpunkt angelangt, wird der Körper gleichzeitig mit der Faust „nach vorne oben“ aufgerichtet!

Fotoreihe „Der weiße Drache steigt aus dem Wasser“



In Videos nutzt man bei Vorführung der „Hockenden Peitsche“, dann eine nach vorne schiebende Bewegung als übertriebene Darstellung, „wie klasse“ der Protagonist sein Bein aus „hockender Stellung“ möglichst weit nach vorne „schieben“ kann. Das mag zwar Laien beeindrucken, aber ist grundsätzlich falsch, da weder „Die Schlange kriecht nach unten“ noch „Der weiße Drache erhebt sich“ (vulgo: „Durchdringende Faust“, →48er) schlussendlich korrekt ausgeführt werden. Tja: Posing ist halt keine (Kampf-)Kunst!

Aber jenes „Mixed-Martial-Posing“ verleitet auch dazu, dass gerne das eine mit dem anderen Bild von Adepten des Tai Chi verwechselt wird und leider ebenso häufig keines von beiden dann korrekt angewendet wird.

♦ Als zweites

findet eine häufige Bild-Verwechslung bei „Die Nadel am Meeresgrund“ (→Yang-Stil!) statt.

„Himmel hilf – was ich da alles schon an Beschreibungs-Blödsinn vernommen habe und lesen konnte“. Mangelndes Wissen wird durch blühende Fantasie ersetzt.
Tipp: Manchesmal ist schweigen einfach besser, einverstanden?

Also: „Der Meeresgrund“ ist eine andere Bezeichnung des →Energiezentrums „→Hui Yin“ (siehe dort). Das Bild „Die Nadel an den Meeresgrund“ vulgo: „Die Nadel am Meeresgrund“ beinhaltet also eine „Technik“, wie ich „eine Nadel“ (wortwörtlich), oder: Einen Schlag, einen Stoß, einen Stich mit der →Schwerthand, dem Gegner genau dorthin(!) setze. Kampfkunstaspekt. Punkt.

Foto „Die Nadel am Meeresgrund“ (Yang-Stil)

Verwechselt wird dieses Bild häufig mit dem Bild aus dem →Chen-Stil(!):
„Wasser schöpfen und wieder verschließen“.

Fotoreihe „Wasser schöpfen und wieder schließen“ (Chen-Stil)




Und Abläufe werden, ebenso wie bei erstgenannter Bildverwechslung „vemischt“. Daher gehen dann die (schrägen) Interpretationen in die Erklärungsrichtungen: „Das ist so, als ob man am Strand im Meer im Wasser steht und vom Meeresboden etwas aufhebt oder schöpft“ (*lol* – „Echt jetzt? btw.: Und wozu dient dann das?“).

Leute, nein, das ist nicht so!

Es werden „Äpfel mit Birnen“ verwechselt (Yang-Stil vs. Chen-Stil). Das eine Bild hat nichts mit dem anderen zu tun. …und der „Schöpfvorgang“ findet auch nicht am „Meeresgrund“ statt!

Der „Schöpfvorgang“ („Chu shou“ – manchmal auch: „Erstes Entgegennehmen/Aufnehmen“) hat im Chen-Stil (also dort!) mit der Energiearbeit (dem „Chansi“) zu tun. Die Drehung der Hände erfolgt (bedingt) aus dem „positiven Chansi“ und dem „negativen Chansi“ heraus.
Ein Kampfkunstaspekt wäre beispielsweise dabei: „Den Gegner aushebeln und nach unten blocken“.

Fazit:

Beachtet man die Quelle (Lehrer?, Stil?) sowie, dass jedes(!) Bild auch einen Kampfkunst-Aspekt beinhaltet, dann erkennt und „versteht“ man auch die Unterschiede.

Bedenke ebenso: Tai Chi (Chuan) ist kein Qi Gong!

Tai Chi hat eine andere →Intention [Wozu Tai Chi?], andere →Ziele, ein anderes →Arbeitsmodell – siehe dazu auch: → Unterschied von Tai Chi zu Qi Gong )

Was sind die Seidenübungen?

Glossareintrag: Seidenübungen
Glossareintrag: Seidenfadenübungen

Der Seidenfaden

Der ganze „Mythos um Seidenfaden“ entspringt einem Vergleich, welcher sehr gerne beim Training von →Tai Chi (Chuan) herangezogen wird, um „die durchgängige fließende Bewegung“ bei der Ausführung der Form zu beschreiben: „Man steht aufrecht und ausgeglichen, Energie wird bewegt wie das Ziehen eines Seidenfadens.“
(→Transskription eines klassischen Tai Chi Textes).

Von Seiten des →Chen-Stiles, liest man hierzu oft:
„Zieht man zu schnell, reißt der Seidenfaden – zieht man zu langsam löst er sich nicht.

Die Seidenfadenübungen stammen vom Chen-Stil

Die aktuellen Vertreter des Chen-Stiles – besser gesagt: Die WCTA (die World Chen Xiaowang Taijiquan Association) – haben unter Großmeister Chen Xiaowang, dem heutigen Hauptvertreter des Chen-Stils (19. Generation lt. eigenem Stammbaum, aktuell wird 20. Generation genannt), ein separates[!] Übungssystem „für Einsteiger“ unter dem Namen „Cansigong“ – die sogenannten „Seidenübungen“ eingeführt, deren Beherrschung als eine der Grundvoraussetzung angesehen wird, bevor überhaupt die [besser: deren(!)] Taiji-→Form trainiert werden könne.

Das „Cansigong“ (die „Seidenübungen“ oder „Seidenfadenübungen“) – wurde dabei, laut Aussage von Chen Xiaowang – bzw. der WCTA – aus dem QiGong[!] entlehnt.

Es wird dabei ein(!) →Aspekt der Taichi-Form(en) separat und intensiv behandelt, um den Energieaspekt kennen, trainieren und schließlich beherrschen zu können.

—-
Exkurs:
Im Chen-Stil wird davor ebenfalls noch eine Stufe (fuer Einsteiger) gesetzt: Die Beherrschung der „Säulenübung“.

Welche im Prinzip nichts anderes bedeutet, als „Den Baum umarmen“ möglichst lange (Zielsetzung: mind. 1 Stunde!) ausüben zu können. Danach startet man mit „Cansigong“ (in Stufe 2). …und danach „erst mit Tai Chi“.
—–

Das „Hörensagen“, die „mündliche Überlieferung“, sowie (ungenaue) Zeitungsartikel und Medienberichte führen dazu, dass gemeinhin, viele Dinge zu den „Seidenübungen“, „Seidenfadenübungen“, „Ziehen des Seidenfadens“ usw. usf. im Umlauf sind – genauso wie: „die Geheimnisse des Seidenfadenziehens“ – welches im Grunde gar keine „Geheimnisse“ sind, sondern eher dem „Unverständnis der Bewegungen und der Methode des Tai Chi“ im Allgemeinen entsprechen. …und ja: Es ist eine Sonderform(!) des Trainings der Chen-Schule (siehe oben).

UND: Die „Seidenuebungen“ muss man nicht haben/kennen, um Tai Chi – woanders, außerhalb des Chen-Clans(sorry!) – trainieren zu können!

Die Problematiken dabei sind:

  • QiGong – Die moderne Fassung entspringt einer „Erfindung“ (Wortschöpfung) eines chinesischen Arztes Mitte des 20. Jahrhunderts (50iger-Jahre) und fußt auf dem Arbeitsmodell der „wu hsing“ (bzw. anders geschrieben: „wuxing“), der „fünf Wandlungsphasen“;
  • Die „Mischung“ der (Arbeits-)Modelle – QiGong und TaiChi(Chuan) haben unterschiedliche Ursprünge und damit unterschiedliche „Axiome“: „Wandlungsphase“ gegenüber „Kraftwirkung/Manifestation“;
  • Damit in Folge: Die „Vermengung“ der Begriffe, „Verwirrung“ der Anwender/Studierenden, Verlust der „klaren Zuordnung“ von Allegorien in der Beschreibung und schließlich „Verlust alten Wissens“ (…vielleicht gewollt? – „heftig“, ich weiß…)

Nur ein Beispiel: In QiGong wird „yang“ mit Wandlungsphase „Feuer“ gleichgesetzt – in Tai Chi entspricht „reines yang“ der Manifestation „Himmel“ (= 3-fach yang).

In der Praxis bedeutet dies, dass zwei separate Modelle (die verschiedenen „→Arbeitsgrundlagen“ von QiGong und Tai Chi[Chuan]) mit unterschiedlichen(!) Betrachtungsweisen, verschiedenen Übungszielen und somit verschiedenen (körperlichen) Ausführungen erlernt und beachtet werden müss(t)en.

Obwohl – eigentlich(!) – →Chang San-Feng(1279-1368), der „Begründer von Tai Chi Chuan“ sich ja als „Ziel“ gesetzt hatte, die fünf Künste – Die Pflege der Gesundheit [der Medizin], des Wissens, der Kunst, des Ausdrucks (Schrift und Sprache) und die Kampfkunst – in EIN ÜBUNGSSYSTEM zu vereinen.

Warum sollte „man“ etwas Wundervolles, Einmaliges und wie der Name schon sagt „→Das Allerhöchste“ wieder „aufteilen“, „zergliedern“, „zerschlagen“, um Teile davon separat und gesondert zu erlernen und „zu pflegen“?

Anmerkung: Andererseits – Vielleicht wollte Großmeister Chen Xiaowang (Chen-Stil) wieder eine „Zusammenführung“ dieser Systeme erreichen? (die Zukunft wird zeigen, ob dies gelingen kann).

Wichtig:

Der Tai Chi Gung – Landessportverein beschreitet seit Jahren einen anderen Weg, um Einsteigern und aktiven Mitgliedern, den Energieaspekt nahezubringen, sowie gleichzeitig die körperlichen, geistigen und seelischen Fertigkeiten zur Ausübung von Tai Chi „aufzubauen“, „zu stärken“ und „zu verbessern“.

Wir „nutzen“ hierzu eine Kombination von verschiedenen, „dynamischen“ Vorbereitungsübungen, welche bei jeder(!) Trainingseinheit („zum Aufwärmen“) durchlaufen werden und alle(!) Aspekte harmonisch und „vollständig“(!) nahebringen: „Tiefenatmung“, „Stehen im Wasser“, „Wolkenhände“ und „Armekreisen“.

Hierin liegt ebenso „die Essenz des Tai Chi“, wie diese in der „Cansigong“, kombiniert mit den „Säulenübungen“ des Chen-Stils „verabreicht“ wird.

Tipps:

50plus – Na, und?

Die westlich geprägten Menschen haben eine recht krude Vorstellung davon, was ein Mensch denn an sportlicher Betätigung machen solle, damit er möglichst fitt bis ins hohe Alter bleibt.

Das Problem:

Der Maßstab und die Ausrichtung ist dabei völlig falsch gewählt!

Man solle immer „besser“ werden, im Sinne von: „Höher“, „weiter“, „schneller“ – Quantität anstelle von Qualität! – die Meßlatte an der sich „junge Athleten“ untereinander beweisen. Es zählt der Sekunden-vorsprung, die erreichte Sprung- oder sonstige Weite oder Höhe, die Anzahl der Tore, Treffer oder sonstiger quantitativer Zielpunkte – selbstverständlich eine Domäne und das Vorrecht „der Jugend“!

Wie sieht es jedoch mit einer sportlichen Betätigung im Sinne einer „Kunstform“ (qualitativ) aus?
Wo zählt die Erfahrung?
Wo wird man – im und mit(!) – zunehmenden Alter immer besser und besser?
Welche Sportart kennst Du, wo Du, je länger Du diese ausführst und je älter Du wirst, immer besser und besser wirst? …Na, sag schon!?

Die Lösung: Tai Chi Gung

Eine Sportart – besser: Eine Bewegungskunst – welche jederzeit und überall geübt werden kann.

Einfach faszinierend anders,
als alle Bewegungsangebote,
die Du üblicherweise
woanders erhälst!

„Zusehen“ bleibt unverständlich,
„Verstehen“ ist Trostpreis,
„Mitmachen“ wirkt „plötzlich“!

Egal, wie alt jemand ist.

Wir könnten auch sagen: Tai Chi ist genau dann das Richtige, wenn jemand für andere Sportarten „zu alt“, oder aus sonstigen Gründen „ungeeignet“ ist.
Tai Chi wird für einen Menschen gerade erst dann richtig interessant, wenn seine Karriere in einer „üblichen“ westlichen Leistungssportart bereits vorbei ist.

So finden sich viele Tai-Chi-Begeisterte unter ehemaligen Kampfsportlern, ehemaligen Fußballern, ehemaligen Hockeyspielern, oder anderen „ehemaligen Leistungssportlern“, welche aufgrund (scheinbarer) Leistungsbeeinträchtigung (Knie-, Hüft-, Rücken- oder sonstige Gelenks-, Bänder-, …, Knochen-problemen) oder schlicht: aufgrund ihres Alters(!) eine zweite „Sportkarriere“ beginnen !

In Tai Chi ist niemand je „zu alt“, eher gilt: Jemand ist vielleicht noch zu jung dafür!
Entscheidend ist nur: „Wie lange mache ich Tai Chi“?

Die Chinesen sagen:
„Menschen, die Tai Chi praktizieren, erlangen die Geschmeidigkeit eines Kindes, die Kraft eines Holzfällers und die Klugheit eines Weisen”.

Die Entstehung von Tai Chi liegt mehrere Jahrhunderte in der chinesischen Vergangenheit. Über den Ursprung ranken sich viele Legenden. Welche bevorzugt wird, hängt meist von (Familien-)Stil und Autor der Veröffentlichungen ab.

TAI CHI zu erklären, gleicht dem Versuch, jemanden den Geschmack einer Erdbeere zu erläutern. Es ist und bleibt unzulänglich – bis man feststellen muss: „Koste sie. Dann weißt Du, wie sie schmeckt!”. Das Praktizieren von Tai Chi kann ebenso nur äußerlich und unzulänglich beschrieben werden, man kann es eben – sozusagen „nur am eigenen Leib“ – erfahren.

Es gleicht dem Erlernen einer neuen Körpersprache,
welche jedoch auch dem westlichen Menschen recht schnell vertraut und ursprünglich erscheint.

Tai Chi – die „innere Kampfkunst“.
Ein weiser Chinese lehrte seinen Enkel: „Es geht nicht darum, Deine Feinde zu besiegen, um Dich dadurch vor ihnen zu retten – es geht primär darum,
Dich selbst zu retten!“

Tai Chi Gung –
Die Revolution des Sportgedankens!
Eine Betätigungsform – eine Sportart – in der man mit zunehmenden Alter mit zunehmender Erfahrung bei fortgesetzter Übung immer besser wird!

Tai Chi Gung
schenkt dem Menschen:

  • Körperbeherrschung
    nicht durch „Gewalt“, „Verbissenheit“ oder „Aggressivität“,
    sondern mit sanfter, gelassener Kontinuität in der Übung
    Motto: „Der stete Tropfen höhlt den Stein – ein Hammer zerbricht diesen nur!“
  • Atemrhythmus, -tiefe und -einsatz –
    90% der westlichen Bevölkerung „leidet“ eigentlich an falscher Atmung und deren Folgen:
    Kraftlosigkeit, Mattheit, Müdigkeit, Aufmerksamkeitsdefizite, mangelnde Ausdauer, Unruhe, Stress, Fahrigkeit, Nervösität, Unausgeglichenheit – und vieles andere mehr;
    Nur eine natürlich tiefe Bauchatmung „in jeder Situation“ sorgt für (innere) Stärke und Gelassenheit!
  • Konzentrationsstärke und Vorstellungskraft
    der Mainstream ist laut, schrill, sprunghaft, „zerfasert“, „zerstreut“ – er lenkt den Menschen ständig ab!
    Die Übungen von Tai Chi sind sanft, leise, harmonisch und führen den Menschen in die Stille und zu sich selbst!

Jetzt beginnen –

Probetraining am 16. September 2020
Anmeldung zum Probetraining

Das →Einsteigertraining für neue Mitglieder
beginnt die Woche darauf –
mehr Infos zum Verein unter: →www.tai-chi-gung.at

Eine aktuelle Tai Chi Publikation?

Zufällig gesehen: Sinn- und Unsinn am Buchmarkt

Vergangenen Freitag begab ich mich im Einkaufszentrum in das Geschäft einer Buchhandelskette.
Da ein wenig Zeit übrig war, schlenderte ich zum Regal, wo in einer Reihe, wie ich wusste, nebst „Esoterik“ – wo würde man sonst suchen? – „Yoga“, neu darüber: Ein ganzes Fach gefüllt mit Büchern über „Achtsamkeit“ (wow – da toben sich die Leute aus, oder?), „Meditation“, „Qi Gong“ und manchmal „→Tai Chi“ (ohne eigene Rubrik) zu finden war.
Ich wollte einfach mal schauen, was es Neues über →Tai Chi zu lesen gab. Nach näherem Betrachten der Buchrücken fand sich schließlich ein einziges Paperpack-Exemplar mit Titel „Tai Chi“.

Das Titelbild zeigte eine westliche Frau mit steif gestreckten Armen und irgendwie „undefinierbarer“, „offener“ Schritthaltung, womit nach eingehender Betrachtung das →Bild „einfache Peitsche“ dargestellt sein sollte. Auf der Rückseite waren zwei →Yoga(!!!)-Dehnungsübungen abgebildet – „Hä? – Wieso?“

Na ja, man solle ein Buch ja nicht nach seinem Einband bewerten, rasch blätterte ich: „Aha – →24er-Form – interessant“. Die Grafiken entsprechen 1:1 dem Original aus dem China heute-Verlag von 1992, „schattenboxen leichtgemacht“ [Ablaufdarstellungen der Einzelzeichnungen ein wenig anders geteilt/gegliedert].

Die Einleitung überflogen: „Ein wenig seicht, die Darstellung der →Stile – Stilübersicht – könnte von mir ‚abgekupfert‘ sein (natürlich leicht modifiziert).“

Dann blieb ich bei den Darstellungen zweier Handhaltungen stecken: Eine Tai Chi – Faust und daneben die Abbildung einer „Blütenhand“ (nochmal: Hä?) – Ach so: Das soll die (Alternativ-)Bezeichnung einer „→Hakenhand“ sein? – Na klar, man verdrängt/verschweigt die Kampfkunst! – Was sagt man dann bei der Anwendung: „Die Blüte wächst nach oben?“ – „…öffnet sich und dann ’staubts‘?“ – Was wäre dann bei einem „→Schlag„, „→Block“ oder „→Stoß„? – ein „Tätscheln“ oder „Streicheln“ der Luft?

Nun gut, jetzt wollte ich nur noch wissen, wer wieder mal „weichgespültes“ Tai Chi verbreitet und suchte nach dem Impressum. Dies fand sich auf den vorletzten Seiten – nicht vorn und auch nicht am Schluss, sondern vor der mehrseitigen Verlagswerbung für andere Bücher (aus Esoterik, Yoga und Gesundheit).
Das Copyright stammt aus dem Jahr 2017, ein Porträt zeigt den Verfasser, lt. Angabe ein deutscher Heilpraktiker und Qi Gong-Lehrer, welcher – außer mit dieser dieser Abbildung – nirgends(!) im Buch auch nur bei einer einzigen „Tai Chi-Übung“ oder -Bild zu sehen war (soweit ich beim Blättern sehen konnte).
Weiterer Kommentar überflüssig!

Ich habe jedenfalls beschlossen, beim nächsten Besuch beim Buchhändler einmal in den Themengruppen Sport (Kampfsport), Bewegung oder Fitness nachzusehen, ob sich vielleicht dort „vernünftige“ Tai Chi – Bücher finden lassen.

Und:

Liebe Verlage, falls Ihr einmal „richtiges Tai Chi (Gung)“ herausbringen wollt, wendet Euch vertrauensvoll an mich! – Schaut Euch einfach mal hier im Taichianer-Forum ein wenig um!
Euer Gottfried